DE1541237C3 - Trokar - Google Patents
TrokarInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich-auf einen Trokar zur Herstellung der Verbindung des Innenraumes eines
Hohlorgans eines Tieres, insbesondere eines Rinderpansens, mit der Atmosphäre, über eine durch
den Trokar hindurchgehende, vorzugsweise zentral angeordnete Bohrung, mit einem gegen die
Außenfläche der Bauchwand des Rindes sich anlegenden Anschlag, der auf seiner unteren Seite in
einen vorzugsweise zylinderförmigen Schaft übergeht.
Die britische Patentschrift 173 912 zeigt eine Vorrichtung, bei welcher zur Herstellung der Verbindung
mit einem Hohlorgan eines Tieres ein mit einer schraubenförmigen Windung versehenes Hohlrohr
vorgesehen ist. Dieses Gerät dient zum Durchstoßen und zur Behandlung der Euter von Kühen. In das
Hohlrohr ist dabei ein Stift einführbar. An die schraubenförmige Windung schließt sich ein scheibenförmiger
Anschlag an.
In der Tierheilkunde verwendet mart zur Entleerung des Pansens von unter Druck stehenden Gasmassen
Trokare. Bei einer bekannten Ausführungsform dieser Art ist eine mit einer zentralen Innenbohrung
versehene Hülse vorgesehen, welche an ihrem einen Ende einen Anschlag in Form einer Platte
besitzt. Diese Platte legt sich in der Betriebsstellung ίο des Trokars gegen die Außenfläche der Bauchwand
der Rindes u.dgl. an. Zur Befestigung sind in diese Platte Bohrungen eingearbeitet, durch welche die
Nahthefte in die Außenhaut geführt werden.
Nachteilig, ist, daß diese Nähte die Platte nur einige wenige Tage an der Haut verankern können.
Die tieferen Gewebeschichten, insbesondere aber die in der freien Bauchhöhle sich bewegende Pansenwand
gleitet ungehindert längs der Trokarhülse,, so daß diese in die freie Bauchhöhle hineinragt. Diese
Unzuträglichkeit haben Trokarkonstruktioneh mit Klappmechanismen am Hülsenende zu beheben versucht.
Diese vermögen jedoch der Zugkraft der sich ~ zusammenziehenden Pansenwand nicht standzuhal- 1V
ten. Dies ist auch der Grund, weshalb bislang ledig-Hch
auf operativem Wege eine Pansenfistel angelegt werden konnte, welche eine ringförmige Anheftung
der Pansenwand an der äußeren Haut erfordert. Aufgabe der Erfindung ist es, einen Trokar zu
schaffen, mit welchem unter Verzicht auf operative Maßnahmen eine instrumenteile Pansenfistel erzeugt
werden kann, welche den Zug- und Spannungsverhältnissen der Pansenwand gegenüber der Bauchwand
standhält. -!
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß sich an den Schaft ein nach unten zu verjüngender Schneidteil
in Form einer Spiralschraube anschließt, deren oberster Spiralgang als Anschlag ausgebildet ist, der
sich gegen die Innenwand des Hohlorgans anlegt.
In weiterer Ausgestaltung- der Erfindung ist der Abstand zwischen den beiden Anschlägen etwa
gleich der Dicke der durchstoßenen Schichten.
Zweckmäßig ist die Länge der Spiralschraube größer als die Dicke der durchstoßenen Schichten.
Durch die .erfindungsgemäße Ausbildung des Tro- f (
kars kann auf Heftverbindungen zwischen der Platte und der Außenfläche der Bauchwand des Rindes
u. dgl. vollständig verzichtet werden. Dadurch wird eine Dauerverbindung und keineswegs lediglich eine
für einige Tage haltende Verbindung des Hohlorgans des Tieres mit der Atmosphäre geschaffen.
Auch ist ein ungehindertes Gleiten längs der Trokarhülse der tieferen Gewebeschichten, insbesondere
aber der in der freien Bauchhöhle sich bewegenden Pansenwand unterbunden.
Schließlich kann mit dem erfindungsgemäßen Gerät auf einen operativen Eingriff zur Herstellung einer
Pansenfistel völlig verzichtet werden.
Durch die Anordnung der beiden Widerlager erhält der erfindungsgemäße Trokar in der Bauch- und
Pansenwand einen festen Sitz und hält gleichzeitig mehrere, gegeneinander verschiebbare Wandschichten
fest zusammen. Auch führt seine Anwendung zu - · einer ringförmigen Verwachsung der Pansenwand
mit der Bauchwand. Diese Verwachsung gewährleistet den Abschluß der freien Bauchhöhle nach
außen.
Der Trokar gemäß derErfindung wird bei Rindern mit chronisch rezidivierender Tympanie an der übli-
chen Trokarierungsstelle an der linken Hungergru- Schneidteil in Form einer Spiralschraube 3 an, deren
bengegend eingeführt. Hierzu wird nach Desinfektion oberster Spiralgang als Anschlag 3 α ausgebildet ist.
und Anästhesie der Stichstelle ein Hautschnitt ange- Der obere Spiralgang der Spiralschraube 3 ist an
und Anästhesie der Stichstelle ein Hautschnitt ange- Der obere Spiralgang der Spiralschraube 3 ist an
legt, der die Länge des halben Durchmessers des in- seinen Kanten abgerundet, während die unteren Spinenliegenden
Anschlages besitzt. Dann wird der Tro- 5 ralgänge scharfkantig ausgebildet sind (F i g. 3). Dakar
nach Einführung eines Stiletts durch die äußere bei steht der waagerechte Teil des obersten Spiral-Haut,
die Gewebeschichten der Bauchwand und die ganges 3 a der Spiralschraube 3 etwa senkrecht zum
Pansenwand hindurchgeschraubt, so daß der spiral- Schaft 1. Die scharfkantig ausgebildeten Spiralgänge
schraubenförmige Teil im Lumen des Pansens liegt. dienen zum besseren Durchschneiden der Gewebe-
Der als Anschlag ausgebildete letzte Spiralgang io schichten; hingegen muß der oberste Spiralgang abdrückt
die Pansenwand flach an die innere Bauch- gerundet sein, da er als widerlagernde Halteplatte
wand an. Der äußere Anschlag dient dabei als unter Umständen wochenlang dienen muß und im
Widerlager. Hierdurch kommt es um den Trokar Fall einer scharfkantigen Ausbildung die ziehende
herum schnell zu einer ringförmigen Verklebung und Pansenwand einschneiden würde. Aus dem gleichen
Verwachsung der Pansenwand an die innere Bauch- 15 Grund steht der waagerechte Teil des obersten
wand. Nach Entfernung des Stiletts kann der Gas- Schraubenganges 3 α der Spiralschraube 3 etwa senkdruck
des Pansens durch die Trokarhülse ständig recht zum Schaft 1.
nach außen entweichen. Die überdehnten Pansen- Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist das
wände können sich wieder kontrahieren und ihre untere gewindelose Ende des Trokars etwa 20 mm
normale Motilität zurückgewinnen. Der Trokar ge- 20 lang, muß eng am Stilett liegen und zur Spitze hin
maß der Erfindung kann beliebig lange in dieser scharfkantig auslaufen. Diese Spitze gibt dem Trokar
Lage belassen werden. Er kann jederzeit durch Her- bei der Handhabung eine bessere Führung und verausziehen
oder durch Abschneiden des äußeren An- hindert das Abgleiten der Gewebeschichten.
Schlages entfernt werden. Der Beginn der Spiralschraube 3 liegt unterhalb
Schlages entfernt werden. Der Beginn der Spiralschraube 3 liegt unterhalb
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäß«" 25 des abgewinkelten Teiles des Anschlages 2, damit
Trokars ist nachstehend an Hand der Zeichnung ein fester Sitz gewährleistet ist, der ein Abgleiten
noch etwas ausführlicher erläutert. In dieser zeigt in der Pansenwand ausschließt (F i g. 2). Der Trokar gerein
schematischer Weise: maß der Erfindung besitzt ferner eine zentrale Boh-
F i g. 1 eine Ansicht des Trokars gemäß der Erfin- rung 4, durch welche ein Stilett eingeführt wird und
dung, 30 anschließend daran die Gase aus dem Innenorgan,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Anordnung nach z.B.'aus dem Rinderpansen, nach außen dringen
Fig. 1, können.
F i g. 3 einen senkrechten Schnitt durch die Anord- In der Betriebsstellung nimmt der erfindungsge-
nungnachFig. 1, mäße Trokar die in Fig.4 der Zeichnung darge-
Fig.4 eine Ansicht des Trokars gemäß der Erfin- 35 stellte Lage ein. Nach der Perforierung der Bauchdung
in der Betriebsstellung. wand 5 und der Pansenwand 6 durch Einführung des
Mit 1 ist ein vorzugsweise zylinderförmiger Schaft Stiletts durch die Bohrung 4 des Trokars hindurch
bezeichnet, welcher an seinem einen Ende in einen wird die Spiralschraube 3 durch die Bauchwand 5
plattenförmigen Anschlag 2 übergeht. und die Pansenwand 6 hindurchgeschraubt. Die
Nach einem Merkmal der Erfindung hat der plat- 40 Länge L der Spiralschraube 3 ist größer als die Dicke
tenförmige Anschlag etwa die Form des Umrisses der durchstoßenen Schichten. Ferner ist der Abeines
Eies. Die besondere Ausbildung hat den Vor- stand 1 zwischen den beiden Anschlägen 2 und 3 a
teil der leichteren Handhabung des Trokars beim etwa gleich der Dicke der Bauchwand 5 und der Pan-Einschrauben.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß bei senwandö.
der Applizierung des Trokars feste Gewebeschich- 45 In der Endstellung sind in der Nähe des Trokars
ten durchschnitten werden müssen, wozu ein be- die Bauchwand 5 und -die Pansenwand 6 zwischen
stimmter Kraftaufwand erforderlich ist. diesen beiden Anschlägen 2 und 3 α eingeklemmt.
Zweckmäßig besitzt der plattenförmige Anschlag 2 Die Stärke der Wandung des Schaftes 1, der Flan-
an seinem Umfang eine Wulst 2 a. Nach einem weite- ken der Spiralschraube 3 und des oberen Anschlages
ren Merkmal ist in den plattenförmigen Anschlag 2 50 2 hängt von der Dicke und Festigkeit der zu durcheine
kanalförmige Aussparung 2 b eingearbeitet. Die stoßenden Schichten ab. Diese Teile bestimmen auch
Wulst 2 α des Anschlages 2 bewirkt, daß die durch das Material des Trokars.
die Bohrung 4 mitaustretende Pansensaftflüssigkeit Der erfindungsgemäße Trokar findet bei allen mit
zur Spitze des Anschlages 2 hingeleitet wird und übermäßigen Gasdruckverhältnissen einhergehendurch
die kanalförmige Aussparung 2 b besser ab- 55 den Störungen der Pansentätigkeit des Rindes, insläuft.
Die Abwinkelung der einen Hälfte des An- besondere bei der Heilung der chronisch rezidivieschlages2
ergibt sich aus den Zug- und Spannungs- renden Tympanie, Anwendung. Er ersetzt die bisher
Verhältnissen, die auf die Trokarhülse einwirken. dafür erforderliche Pansenfisteloperation.
Hierdurch wird ein einwandfreier Sitz an der Troka- Der erfindungsgemäße Trokar kann auch zur Ein-
Hierdurch wird ein einwandfreier Sitz an der Troka- Der erfindungsgemäße Trokar kann auch zur Ein-
rierungsstelle sichergestellt. 60 führung bzw. Entnahme von gasförmigen, flüssigen
Erfindungsgemäß schließt sich an den unteren Teil oder festen Stoffen in bzw. aus einem Hohlkörper
des Schaftes 1 ein nach unten zu sich verjüngender heraus, vorteilhaft angewandt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Trokar zur Herstellung der Verbindung des Innenraumes eines Hohlorgans eines Tieres, insbesondere
eines Rinderpansens, mit der Atmosphäre über eine durch den Trokar hindurchgehende,
vorzugsweise zentral angeordnete Bohrung, mit einem gegen die Außenfläche der Bauchwand, des Rindes sich anlegenden Anschlag,
der auf seiner unteren Seite in einen vorzugsweise zylinderförmigen Schaft übergeht, gekennzeichnet durch einen an den Schaft
(1) sich anschließenden, nach unten zu sich verjüngenden
Schneidteil in Form einer Spiralschraube (3), deren oberster Spiralgang als Anschlag
(3 a) ausgebildet ist, der sich gegen die Innenwand des Hohlorgans (z. B. 6) anlegt:
2. Trokar nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand (1) zwischen den beiden'Anschlägen
(2, 3) etwa gleich der Dicke der durchstoßenen Schichten (Bauchwand, Rinderpansen
u. dgl., 5, 6) ist.
3. Trokar nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge (L) der Spiralschraube
(3) größer als die Dicke der durchstoßenen Schichten (Bauchwand, Rinderpansen u. dgl.,
5, 6) ist.
4. Trokar nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der plattenförmige Anschlag
(2) etwa die Form des Umrisses eines Eies hat.
5. Trokar nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der plattenförmige Anschlag (2) an
seinem Umfang eine Wulst (2 a) besitzt.
6. Trokar nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in den plattenförmigen Anschlag
(2) eine kanalförmige Aussparung (2 b) eingearbeitet ist.
7. Trokar nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Spiralgang der Spiralschraube
(3) an seinen Kanten abgerundet ist, während die untersten Spiralgänge scharfkantig
ausgebildet sind.
8. Trokar nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der oberste Spiralgang der Spiralschraube
(3) etwa senkrecht zum Schaft (1) steht.
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