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Die Erfindung betrifft eine Anlage und ein Verfahren zum Herstellen
von Betonplatten unter Verwendung von Schalungen, die auf einer von einem drehbaren
Kran bestrichenen Kreisfläche angeordnet sind.
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Bei der Massenfabrikation von Betonplatten werden im allgemeinen die
für die einzelnen Platten erforderlichen Schalungen linear hintereinander aufgestellt
und in fortlaufender Reihenfolge mit Beton, gegebenenfalls unter Verwendung eines
verfahrbaren Kranes, beschickt. Diese bekannten Verfahren haben den Nachteil, daß
die Transportwege für den gemischten Beton unterschiedlich lang sind und es demzufolge
nicht möglich ist, die einzelnen Platten in einem gleichmäßigen Arbeitstakt herzustellen.
Hinzu kommt, daß bei derartigen Verfahren die Transportwege zu einzelnen Schalungen
relativ lang sind, wenn eine Vielzahl von Schalungen zu beschicken ist. Dadurch
beansprucht die Herstellung der Platten einen erhöhten Zeit- und Kostenaufwand.
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Diese Nachteile werden auch nicht vermieden mit einer bekannten Anlage
der eingangs erwähnten Art, bei, welcher die Schalungen auf einer Kreisfläche angeordnet
sind. Diese Anlage ist auf ein Arbeiten in radialer Richtung abgestellt, und die
anzustrebende fortlaufende Beschickung aller Schalungen unter gleichbleibenden Förderweglängen
ist mit dieser Anlage nicht möglich. Da infolge der besonderen Zuordnung der Fördermittel
die Beschickung und Entfernung der Schalungen nur in zeitlicher Abhängigkeit erfolgen
kann, wirken sich kleinere Betriebsstörungen, die entweder beim Beschicken der Schalungen
oder bei deren Entfernung auftreten, jeweils auf den anderen Vorgang mit aus, so
daß mit häufigen Unterbrechungen im Betrieb gerechnet werden muß.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die vorgenannten Nachteile im Betrieb
einer Fertigungsanlage für Betonplatten zu vermeiden. Nach der Erfindung wird dies
mit einer Anlage erreicht, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Schalungen auf
mindestens einem zum Drehpunkt des der Betonförderung dienenden Krans konzentrisch
verlaufenden Kreisring angeordnet sind, der von einem konzentrischen Ringgleis umgeben
ist; auf dem ein zweiter Kran zum Abheben der Betonplatten verfahrbar ist.
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Mit einer derartigen Anlage kann in einem sich ständig wiederholenden
Arbeitszyklus unter ständig gleichbleibenden Transportwegen gearbeitet werden ohne
daß einer der Kräne - bei einer Vielzahl von Schalungen - einen Leerweg zurückzulegen
braucht. Nach einer vollen Umdrehung findet der erste im Kreiszentrum angeordnete
Kran an seiner ursprünglichen Ausgangsstellungen wieder leere Schalungen vor, weil
die zuvor fertiggestellten Betonplatten unabhängig von der Arbeitsweise des ersten
Kranes durch den zweiten Kran entfernt sind. Im Gegensatz zu bekannten Anlagen erfolgt
somit das Füllen der Schalungen und der Abtransport der fertigen Platten durch zwei
Kräne, die örtlich voneinander unabhängig arbeiten können und dadurch auch bei zeitlichen
Verzögerungen einen kontinuierlichen Betrieb zulassen, bzw. einen Betrieb, der nicht
durch Leerwege unterbrochen ist. Durch diese fließende Produktion ergibt sich eine
erhebliche Rationalisierung in der Fertigung.
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Die Betonmischvorrichtung ist zweckmäßig auf der vom Kreisring umschlossenen
Fläche angeordnet. Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
daß zu beiden Seiten des Kreisringes eine Schiene für mindestens eine verfahrbare
Wärmehaube und/oder mindestens ein verfahrbares Arbeitsdach angeordnet ist. Diese
Wärmehauben und Arbeitsdächer lassen sich entsprechend der Arbeitsgeschwindigkeit
von einer Schalung nach der anderen verfahren. Bei der Anordnung der Arbeitsdächer
ist es vorteilhaft, wenn der Abstand der Schienen für das Arbeitsdach größer ist
als der Abstand der Schienen für die Wärmehaube und das Arbeitsdach über die Wärmehaube
verfahrbar ist. Dadurch können Wärmehauben und Arbeitsdächer zu einer beliebigen
Stelle eines Schalungsringes verfahren werden, ohne daß sie sich gegenseitig behindern.
Für die Beförderung des gemischten Betons nach den Schalungen ist es vorteilhaft,
wenn der der Betonförderung dienende Kran als Turmdrehkran ausgebildet und mit Mitteln
zum Transport von Betonkübeln durch die Säule und entlang dem Ausleger versehen
ist. Der Turmdrehkran kann hierfür im Ausleger mindestens zwei Laufkatzen aufweisen,
die im Bereich des Auslegers parallel zueinander verfahrbar sind. Eine derartige
Ausbildung ist insofern von Nutzen, als ein Betonkübel durch die Mischvorrichtung
oder von einem Vorratsbehälter am Boden beschickt werden kann, während sich ein
anderer Betonkübel auf dem Wege zu der Verarbeitungsstelle des Betons oder von dieser
zurück befindet.
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Mit der Anlage der vorbeschriebenen Art wird nach der Erfindung so
verfahren, daß der Beton auf die in einem geschlossenen Kreisring angeordneten Schalungen
durch in einer Richtung fortlaufend aufeinanderfolgende volle Umdrehungen des Kranes
verteilt wird und die fertigen Betonplatten von dem zweiten Kran abgehoben und nach
außen abgesetzt werden.
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Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme
auf die Zeichnung erläutert. In dieser zeigt F i g. 1 die Draufsicht auf die Gesamtanlage,
F i g. 2 den im Kreiszentrum angeordneten Kran in der Seitenansicht, F i g. 3 die
Misch- und Förderanlage für den Beton am Fuße des Kranes und F i g. 4 einen Schnitt
durch einen Gleisring mit Schalung, Wärmehaube und Arbeitsdach.
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Die Schalungen 2 für die herzustellenden Betonplatten sind auf zwei
konzentrischen Kreisringen 3 und 4 angeordnet. Im Zentrum der Kreisringe 3 und 4
steht ein Kran 5, der aus einer Säule 6 besteht, die mit einem Ausleger 7 versehen
ist. Der Ausleger 7 ist so lang gehalten, daß er mit seinem freien Ende bis über
den äußeren Kreisring 4 reicht. Neben dem Kran 5 steht die mit 8 bezeichnete
Betonmischvorrichtung mit den Silos für die Betonbestandteile. Zu dieser Mischvorrichtung
gehören fächerförmig angeordnete Kammern 9, in denen die Zuschlagstoffe verschiedener
Körnung für den Beton gelagert sind. Außerdem gehören zu der Mischvorrichtung 8
Silos 10 für Zement.
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Nach F i g. 3 werden für die Verarbeitung des gemischten Betons die
einzelnen Zuschlagstoffe zunächst in einen Verteiler 11 gegeben, aus dem sie einem
unter diesem liegenden Mischer 12 zugeführt werden, mit dem eine dosierte
Menge in einen Kübel 13 einzufüllen ist. Der Kübel 13 ist nach einem Verladesilo
14 aufzuziehen, der bodenseitig mit einer
Rutsche 15 versehen ist.
Die Rutsche 15 endet unterseitig am Fuße eines Führungsschachtes 16, welcher
sich durch den unteren Abschnitt der Säule 17 des Kranes 5 erstreckt und in dem
Betonkübel auf- und abfahren.
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Nach F i g. 2 ist jedem Betonkübel 18 bzw. 19 eine Laufkatze
20 bzw. 21 zugeordnet. Die Laufkatzen sind an der Unterseite des Auslegers
22 vom Kran 5 derart verfahrbar, daß die Betonkübel 18 bzw. 19 an jeder beliebigen
Stelle des Auslegers mittels eines Seiles 23 bzw. 24 abzusenken oder anzuheben sind.
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Der F i g. 2 ist weiterhin zu entnehmen, daß für die Fernsteuerung
der Kübel 18 und 19 ein elektrisches Steuerpult 25 vorgesehen ist.
Entlang dem Ausleger 22 können die beiden Laufkatzen 20 und 21 mit angehängten Kübeln
18 und 19 aneinander vorbeilaufen, während innerhalb der Säule 17 jeweils nur ein
Kübel 18 oder 19 auf- oder abgesenkt werden kann.
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Aus den F i g. 1 und 4 geht hervor, daß im Verlauf der Kreisringe
3 und 4 jeweils zwei Schienen 26 und 27 bzw. 26' und 27' angeordnet
sind. Von diesen bilden die Schienen 26, 26' ein Gleis mit größerer Spurweite
als die Schienen 27, 27', um eines oder mehrere Arbeitsdächer 28 aufzunehmen, welche
über Wärmehauben 29 verfahrbar sind, die auf den Schienen 27 und 27' zu bewegen
sind.
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Bei der Anlage nach F i g. 1 sind auf dem äußeren Kreisring
4 vier Wärmehauben 29 angeordnet, die über jeweils drei Schalungen
2 reichen. Auf dem inneren Kreisring 3 sind zwei Wärmehauben 29 angeordnet, die
jeweils über vier Schalungen reichen. Jede Wärmehaube 29 besitzt eine eigene Warmluftquelle.
Die Arbeitsdächer 28 sind dagegen kürzer und reichen lediglich über eine Schalung,
wie die sechs am äußeren Kreisring 4 angeordneten Arbeitsdächer 28 und die vier
auf dem inneren Kreisring 3 angeordneten Arbeitsdächer 28 erkennen lassen. Sowohl
die Arbeitsdächer 28 als auch die Wärmehauben 29 sind auf Rollen
30 gelagert, welche um eine lotrechte Achse drehbar sind, damit die Dächer
und Hauben mühelos im Kreis verfahren werden können.
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An der Außenseite des Kreisringes 4 ist ein konzentrisches Ringgleis
31, 31' vorgesehen, auf dem ein zweiter Kran 32 fährt, der dazu dient, die Betonplatten
aus dem Bereich der Kreisringe 3 und 4 zu heben. Für die Endfertigung der Betonplatten
sind kurze, zum Mittelpunkt der Anlage konzentrische in der Form von Ringabschnitten
ausgerichtete Arbeitsplätze 33 vorgesehen, welche von dem zweiten Kran 32 zu beschicken
sind.
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Beim Betrieb der Anlage wird etwa die Hälfte der bereits beschickten
Schalungen 2 beheizt, während ein Viertel der Schalungen eingeschalt oder von den
fertigen Platten befreit werden kann und das letzte Viertel betoniert wird. Der
Arbeitstakt ist hierbei auf den zwei Kreisringen 3 und 4 der gleiche.