DE129253C - - Google Patents

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DE129253C
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F16ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
    • F16HGEARING
    • F16H29/00Gearings for conveying rotary motion with intermittently-driving members, e.g. with freewheel action
    • F16H29/22Gearings for conveying rotary motion with intermittently-driving members, e.g. with freewheel action with automatic speed change

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Transmission Devices (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
- JV^ 129253 KLASSE 47h.
Selbstthätiges Wechselgetriebe.
Die bisher bestehenden KraftUbertragungsvorrichtungen, welche die Fähigkeit besitzen, die ihnen von der Kraftquelle gelieferte Arbeit in verschiedenen Verhältnissen von Kraft zu Weg wieder abzugeben, lassen sich in zwei Klassen theilen. Die erste Klasse schliefst jene Vorrichtungen in sich, bei welchen ein allmählicher Wechsel des genannten Verhältnisses stattfindet; doch arbeiten solche Vorrichtungen nur mittelst Reibungsübertragung. Die zweite Klasse umfafst solche Vorrichtungen, welche die Arbeit durch Stützung übertragen; doch kann bei letzterem der Wechsel im Verhältnifs von Kraft zu Weg nur sprungweise erfolgen.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung ist es nun, eine Kraftübertragungsvorrichtung zu schaffen, welche die Arbeit durch Stützung überträgt und gleichzeitig einen allmählichen Wechsel des Verhältnisses von Kraft zu Weg ermöglicht.
Fernerhin soll vorliegende Erfindung ermöglichen, ein beliebiges Verhältnifs von Kraft zu Weg entweder durch Einstellung von Hand zu erzielen, oder aber, wenn die vorliegende Kraftübertragungsvorrichtung nur dem Einflüsse von Kraftquelle und Arbeitswiderstand überlassen bleibt, bei constanter Umdrehungszahl und cönstanter Leistung der Kraftmaschine die Antriebswelle selbstthätig im umgekehrten Verhältnifs zu ihrer Belastung umlaufen zu lassen. .
Zur Erreichung dieses Zweckes wurde folgender Gedankengang als Grundlage benutzt.
Wird eine Scheibe, welche um eine durch ihren Mittelpunkt^ gehende Achse frei drehbar ist, an ihrem Umfange von einem Hebel angetrieben, welcher auf einer zur vorgenannten Achse parallelen, jedoch excentrisch gelegenen Achse sitzt, so wird der getriebenen Scheibe bei gleichmäfsiger Winkelbewegung der Antriebsachse innerhalb einer vollen Umdrehung eine ungleichmäfsige Winkelgeschwindigkeit ertheilt.
Die letztere wechselt von einem Höchstwerthe, welcher gröfser ist als die Winkelgeschwindigkeit der treibenden Achse, allmählich zu einem Mindestwerthe, welcher kleiner ist als die genannte Winkelgeschwindigkeit.
Ein solcher Wechsel findet bei einer vollen Umdrehung der beiden Achsen zweimal statt, einmal im wachsenden, einmal im abnehmenden Sinne. Hierbei ist der Höchst- bezw. Mindestwerth von der Entfernung der beiden parallelen Achsen bezw. von deren Excentricität abhängig,
Wie später an Hand der beiliegenden Zeichnungen genauer erklärt werden soll, wird bei einer Anordnung von mehr als einem Triebhebel immer einer der ' Hebel der Scheibe jeweilig den höchsten Drehwerth ertheilen, so dafs letztere hierdurch eine höhere mittlere Drehgeschwindigkeit erhält als die Antriebsachse.
Wird bei einer derartigen Vorrichtung die Excentricität zwischen treibender und getriebener Achse von Hand verstellt bezw. vergröfsert,
so wird hierdurch die Drehgeschwindigkeit der getriebenen Welle erhöht; werden beide Achsen concentrisch gestellt, so haben beide die gleiche Umdrehungszahl.
Damit sich eine derartige Vorrichtung, wie oben erwähnt, dem Widerstand entsprechend selbsttätig einstelle, müssen Anordnungen getroffen werden, damit die treibende Kraft die gröfste durch die Construction erlaubte Excentricität der beiden Achsen anstrebt, während der Arbeitswiderstand Concentricität derselben herzustellen sucht.
Wie später an Hand der Zeichnungen dargethan werden wird, ist hierzu eine Verdoppelung der oben beschriebenen Anordnung und die Anwendung von Kniehebeln an Stelle der vorhin erwähnten einfachen Triebhebel nothwendig.
Da jeder Hebel abwechselnd in einer Richtung Kraft überträgt, den Kniehebeln ferner ein Streckbestreben eigen ist, und ferner geeignete Führungen vorgesehen sind, welche der zweiten Achse das Annehmen der Excentricitätslage nur in einer einzigen Richtung gestatten, so folgt, dafs es das Bestreben der die Kraft von der ersten Antriebswelle auf die zweite oder Mittelwelle übertragenden Kniehebel ist, letztere zur ersteren in excentrische Lage zu bringen. Die Verbindung zwischen der Mittelwelle, welche eine excentrische Lage einnehmen kann, zu einer dritten, der getriebenen Welle, welche mit der ersten concentrisch liegt, und welche ebenso wie erstere ihre Lage nicht verändern kann, geschieht abermals durch Kniehebel. Dieselben wirken ebenfalls nur in einer Drehrichtung, welche aber zu der vorher erwähnten entgegengesetzt liegt. Ihr Streckbestreben wirkt deshalb dem vorerwähnten gerade entgegengesetzt.
Die gegenseitige und entgegengesetzte Wirkung der beiden Kniehebelgruppen bestimmt die Excentricität der Mittelachse und hierdurch den Unterschied der Winkelgeschwindigkeiten bezw. Umdrehungszahlen der treibenden zu der getriebenen Welle.
Die beiden Wellen stehen mit den bezüglichen Kniehebeln durch Klemmkuppelungen in Verbindung, welche nur in einer Drehrichtung Stützung verleihen, was bei Anordnung von mehr als einem Hebel in einer Gruppe nothwendig ist; sobald Excentricität eintritt, würde sonst eine Verklemmung der ganzen Vorrichtung eintreten.
Diese Art der Kraftübertragung mittels Kniehebel ist überall da von Werth, wo von einer constanten Arbeitsquelle Arbeit unter wechselnden: Widerstände geleistet werden soll. Als Beispiele seien, so weit die praktische Anwendung bisher gezeigt, insbesondere folgende Maschinen hervorgehoben: Fahrräder, Motorwagen, Werkzeugmaschinen, Centrifugen, Baumwollcompressoren, Windmühlen und elektrische Zugbeleuchtungseinrichtungen.
In beiliegenden Zeichnungen ist
Fig. ι eine Vorderansicht eines selbstthätig wirkenden Getriebes nach der Erfindung,
Fig. 2 eine Seitenansicht desselben (beide Figuren geben nur eine schematische Darstellung des Getriebes),
Fig. 3 ein Längsschnitt durch das als Kurbelantrieb verwendete Getriebe bei einem Fahrrade,
Fig. 4 ein Querschnitt nach A-B der Fig. 3.
In Fig. ι und 2 ist H2 die treibende, Q2 die getriebene Welle, während die Mittelachse in einem Lager b2 läuft, welches* mittels der Führungsstange U, die in Lagern G gleitet, eine zu den Wellen H2 und Q.2 ,,excentrische Lage nur in einer Richtung annehmen kann, während eine solche Bewegung in der entgegengesetzten Richtung durch den Anschlag H verhindert wird, der so angeordnet ist, dafs die Mittelachse niemals eine vollkommen concenfrische Lage einnehmen kann.
Wird nun die Antriebswelle H2 in der Pfeilrichtung (Fig. 1) gedreht, so dreht sie die auf ihr festsitzenden Scheiben d2, welche die Daumen c5 in Eingriff bringen und durch dieselben die Kniehebel m1 drehen. Die äufseren Enden der Kniehebel sind durch die Zapfen il mit dem Ringe R3 verbunden. Da letzterer immer eine, wenn noch so kleine Excentricität zu H2 besitzt, da er an der Mittelwelle sitzt, so werden ihm von den drei Kniehebeln drei . verschiedene Drehgeschwindigkeiten ertheilt. Da er nur eine derselben annehmen kann, so wird er sich mit der gröfsten derselben bewegen und dabei den beiden anderen Hebeln eine gröfsere Geschwindigkeit ertheilen, als ihnen durch die Daumenverbindung mit den Scheiben d2 ertheilt wird; sie werden daher mit ihren Daumen an derselben gleiten, während der vorgenannte Hebel den Ring R3 treibt.
Der treibende Hebel ist, wie aus dem Vorhergehenden zu ersehen, immer derjenige, dessen Zapfen P einer Ebene χ χ1 (Fig. 1) zunächst liegt, die durch die Mittelpunkte der treibenden und Mittelachse gehend gedacht werden kann, und zwar auf dem der Mittelachse zunächst liegenden Ende.
Dieser Hebel wird in seinem inneren Gliede durch die Scheibe d2 mittels des Daumens c5 um H2 gedreht, während sein äufseres Glied bei t1 durch den Einflufs des Arbeitswiderstandes zurückgehalten wird. Es wird daher ein Abstreben des Zapfens i1 von H2 erfolgen öder der Kniehebel sich zu strecken suchen, wodurch der Ring R3 und mit ihm die Mittelachse eine excentrische Lage einnehmen und die Winkelgeschwindigkeit der letzteren erhöht
werden würde, wenn keine Gegenwirkung eintreten würde.
Die Drehung von R3 theilt sich durch die Mittelachse dem auf letzterer sitzenden Ringe R? mit, an dessen Zapfen z'2 die äufseren Enden von Kniehebeln m2 ängelenkt sind, deren innere Glieder mittels Daumen c6 mit Scheiben d3 in Verbindung sind, die an der getriebenen Achse Q.2 sitzen. Um auch diesen Hebeln ein Streckbestreben zu ertheilen, sind dieselben, wie aus Fig. ι zu ersehen, von entgegengesetzter Winkelöffnung als jene zwischen H2 und R3. Die treibende Kraft an z'2 in der Richtung des Pfeiles und der Arbeitswiderstand an der Scheibe d3 auf der Achse Q2 werden daher den gerade »treibenden Kniehebel zu strecken oder dessen Endpunkt z'2 von Q.2 zu entfernen suchen. Da die Kraftübertragung in diesem Falle umgekehrt wie vorher, also vom Ringe zur Achse erfolgt, so wird der treibende Hebel zwar auch jener Ebene χ λ:1 in Fig. ι am nächsten liegen, welche durch die beiden Achsen, nämlich Mittelachse und getriebene Achse, geht, aber auf der entgegengesetzten Seite des Ringes zunächst der Achse Q2.
Hieraus ist nun ersichtlich, dafs die Mittelachse aufser ihrer Drehung noch zwei geradlinigen, einander entgegengesetzten und in der Excentricitätsrichtung liegenden Kräften unterworfen ist. Ist die. Triebkraft gröfser als der Widerstand, so wird sich die Mittelachse in eine Stellung von gröfserer Excentricität begeben und hierdurch die Geschwindigkeit der Umdrehung von der treibenden zur Mittelachse und auch von letzterer zur getriebenen Achse erhöht werden. Wächst dagegen der Widerstand, so wird sich die Mittelachse unter dem Einflufs der entsprechend gröfseren Streckkraft des Hebels zwischen R2 und Q.2 den Achsen H2 und Q2 nähern und hierdurch eine Verminderung der Geschwindigkeit von Q2 herbeiführen.
Ein bestimmtes Werthverhältnifs von Kraft und Widerstand erzeugt ein bestimmtes Werthverhältnifs der Streckkräfte der zwei einander gegenüberstehenden, treibenden Kniehebelgruppen, wodurch eine bestimmte Excentricitäts-Iage der Mittelachse erzielt und erhalten und hierdurch auch eine bestimmte Erhöhung der Umdrehungsgeschwindigkeit für die getriebene Welle erreicht wird.
Es tritt auf diese Weise bei gleichbleibender Antriebskraft ein Ausgleich der Kräfte infolge der Veränderung des Widerstandes selbstthätig ein.
Fig. 3 und 4 zeigen die Verwendung dieser neuen Kraftübertragungsvorrichtung an Kurbelgetrieben eines Fahrrades.
Die Kurbeln H1 und H3 sind durch Verschraubung an die mit der Kurbel H1 aus einem Stücke bestehende Kurbelachse H2 mittels der Schraubenmutter H^ mit der Hülse / gegenseitig verklemmt. An dieser Hülse ist ein Lagerstück ζ) aufgeschraubt, welches drei Ringe m trägt, die mittels der keilförmigen Ausschnitte ql (Fig. 4) und den Rollen q im Hülsenkörper mit letzterem abwechselnd gekuppelt werden können. Diese Ringe m bilden als innere Glieder mit den Hebeln n1 als äuisere Glieder die vorerwähnten Kniehebel. Die äufseren Enden derselben sitzen auf Zapfen n2 drehbar an einem Ringe U, welcher sich innerhalb des um den Kegelzapfen U3 schwingenden Ringes U2 dreht und seine Drehbewegungen mittels einer gleichartigen Gruppe von Kniehebeln η m und ebensolchen Klemmkuppelungen q dem Hülsenkörper Q.1 mittheilt, auf den das Kettenrad Q2 aufgeschraubt ist.
In diesen Fig. 3 und 4 bezeichnet H das Gehäuse des Kurbelgetriebes, h sind Lagerschalen und J und U1 Stahlkugeln der bezüglichen Kugellager.
Die Wirkungsweise der beiden Kniehebelgetriebegruppen ist genau dieselbe wie jene des in den Fig. 1 und 2 dargestellten, und die Bewegung des Mittelringes U ist anstatt einer geradlinigen eine um die Achse U3 schwingende, wobei die kleinste und gröfste Excentricitätsstellung desselben durch den Anschlag des Ringes U2 an dem Gehäuse H gegeben ist.
Mit einem derart ausgestatteten Fahrrade ist der Radfahrer im Stande, verschiedene Widerstände mit dem gleichen Arbeitsaufwande zu überwinden, wenn erhöhter Gegenwind, schlechter Zustand der Fahrbahn oder deren gröfsere Steigung selbsttätig die Uebersetzung seines Rades verringern, wobei natürlich die Geschwindigkeit des Fahrrades eine verminderte ist.
Der Werth dieser Anordnung liegt darin, dafs die Kraftquelle eine gleichmäfsige Arbeitsabgabe liefert, was die zweckmäfsigste Beanspruchung derselben ist, und dafs diese gleichmäfsig gelieferte Arbeitsmenge sich den fortwährend und in jeder Maschine wechselnden Bedingungen selbstthätig und sofort anpafst, wodurch besonders bei Maschinenbetrieb in gröfseren Fabrikanlagen ein bedeutender Energieverlust verhütet wird.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Selbstthätiges Wechselgetriebe, bei dem bei gleichbleibender Umdrehungszahl und gleichbleibender Leistung der Antriebswelle die Arbeitswelle im umgekehrten Verhältnisse zu ihrer Belastung umläuft, dadurch gekennzeichnet, dafs die mit der Antriebswelle H2 (Fig. 3) starr verbundene Scheibe Q. einerseits und die mit dein zu treibenden Rade Q2
    starr verbundene Scheibe Q1 andrerseits mit einem Ringe oder einer Scheibe U durch Kniehebelgruppen m η und Gesperre q q1 so verbunden sind, dafs der Ring oder die Scheibe U selbstthätig durch die Wirkung der Kniehebelgruppen m η bei geringer Belastung in eine mehr, bei anwachsender Belastung dagegen in eine weniger excentrische Lage zu den in einer Geraden liegenden Achsen der Antriebswelle und der getriebenen Welle gebracht wird, wodurch das Verhältnifs von Kraft zu Weg bei gleichbleibender Leistung der Kraftwelle innerhalb gewisser Grenzen der Belastung entsprechend selbstthätig geändert wird.
    Ausführungsform des Wechselgetriebes geinäfs Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dafs die Regelung des Verhältnisses von Kraft zu Weg nicht selbstthätig, sondern von Hand geschieht.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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