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Hydromechanisches Getriebe Die Erfindung bezieht sich auf ei-n hydromechanisches
Getriebe mit ko tin.nierli.cher Veränderung der Moment- und Drehzahlübersetzung
zwischen einer treibenden und einer getriebenen Welle. Bei diesem hydraulischen
Getriebe ist ein hydrodynamischer und ein mechanischer Teil vorgesehen, so daß der
mechanische Getriebeteil durch ein vorzugsweise aus zwei Umlaufrädersätzen bestehendes
Umlaufrädersystem gebildet ist, das zwei nacheinandergeordnete Turbinenräder verbindet,
die zwischen dem Pumpen- und einem Leitrad angeordnet sind.
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Zweck der Erfindung ist es, ein derartiges hydromechanisches Getriebe
so auszubilden, daß sich zwischen der treibenden und getriebenen Welle selbsttätig
ein Verhältnis der Geschwindigkeiten einstellt, das sich entsprechend der an der
getriebenen Welle auftretenden Momentbelastung kontinuierlich verändert und dessen
Wirkungsgrad gleich vom Beginn -des Zuschaltens der getriebenen Welle an, d. h.
über den gesamten Arbeitsbereich des Getriebes, einen hohen Wert hat. Hierbei soll
der mechanisch wirkende Teil derart betätigt werden, daß die Differenz der Geschwindigkeiten
der Turbinenräder nutzbar gemacht wird, um dem Übersetzungsverhältnis zwischen treibender
und getriebener Welle eine kontinuierliche Veränderung zu erteilen; deren Größe
sich selbsttätig in Abhängigkeit von der Größe der Belastung an der getriebenen
Welle einstellt.
Zu diesem Zweck ist in an sich bekannter Weise
ein Freilauf zwischen dem Leitrad und dem zweiten Turbinenrad und ein Freilauf zwischen
einem feststehenden Getriebegehäusebeil und einem Umlaufräderorgan eingefügt und
sind die beiden, anderen Organe jeweils fest mit den: Schaufelrädern verbunden,
derart, daß das Geschwindigkeitsverhältnis zwischen dem Turbinen- und dem Leitrad
einen Wert innerhalb von zwei festen Zahlen einhält, von denen die eine negativ
und kleiner als eine Einheit in einem Absolutwert und die andere positiv und gleich
dieser Esnheit ist, und daß das Turbinen- und das Leitrad zuerst unbeweglich sind
und sich, sei es im Gegensinn oder sei es in Übereinstimmung je nach Maßgabe der
Geschwindigkeitssteigerung der Abtriebswelle drehen.
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Hierbei kann nach einem besonderen Erfindungsmerkmal bei diesem hydromechanischen
Getriebe das Umlaufrädersystem, das die nacheinandergeschalteten Turbinenräder verbindet,
aus zwei Umlaufrädersätzen bestehen, der Umlaufräderträger des in Kraftflußrichtung
von der Antriebszur Abtriebswelle zunächst liegenden ersten Umlaufrädersatzes gleichzeitig
das eine Zahnrad des in der Kraftflußrichtung dahinterliegenden Umlaufrädersatzes
bilden, der Umlaufräderträger dieses zweiten Umlaufrädersatzes mit der Ab-@triebswelle
und das unmittelbar dem Pumpenrad nachfolgende Turbinenrad sowohl mit d:em Zentralrad
des ersten Umlaufrädersatzes als auch mit dem zweiten Zentralrad des zweiten Umlaufrädersatzes
und das dem Turbinenrad nachfolgende Turbinenrad mit dem ersten Zentralrad des ersten
Umlaufrädersatzes verbunden sein.
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Es sind zwar Wandler oder Getriebe bekannt, die ebenfalls einen hydrodynamischen
und einen mechanischen Teil umfassen- Im Gegensatz zur erfindungsgemäßen Ausführungsform,
bei der die Kraft in zwei hydraulische Wege geteilt ist und mitunter auch drei hydraulische
Wege vorgesehen werden können, wird bei einer der bekannten Getriebearten die Kraft
auf zwei andersartige Wege aufgeteilt, nämlich auf einen hydraulischen und einen
mechanischen Weg. Bei einer bekannten Art sind die beiden Turbinenräder fest miteinander
verbolzt. Weitere bekannte Arten arbeiten mit lediglich einem einzigen Turbinenrad,
wobei dieses Rad zwei Stufen aufweisen kann. Hierbei erfolgt die Unterteilung der
Kraftleitung in Wirkungsrichtung gesehen nicht hinter, sondern vor dem Wandler.
Bei einer anderen Art mit lediglich einem Turbinenrad wird ein einfaches Differential,
in Wirkrichtung gesehen, vor dein Wandler verwendet.
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Gegenüber den bekannten Ausführungsarten handelt es sich bei der Erfindung
um ein kontinuierlich arbeitendes, selbsttätiges Getriebe, mit dem es möglich ist,
gleichzeitig eine hohe Gesamtmomentübersetzung beim Einsetzen der Belastung wie
auch einen genügend weiten Bereich hoher Leistung in Abhängigkeit vom Gesamtverhältnis
der Geschwindigkeiten des Getriebes zu erhalten. Diese Vorteile des erfindungsgemäßen
Getriebes ergeben sich im wesentlichen aus der erfindungsgemäßen Anordnung eines
mehrturbinigen Wandlers, von welchem die eine Turbine an das Leitrad mittels einer
doppelten Verbindung angeschlossen ist, die gleichzeitig als Kraftweg in einem Planetarsystem
dient, welches einen weiteren hydraulischen Kraftweg (die andere Turbine) und einen
einzigen Auslaßweg (das vom Getriebe in Drehung versetzte Element) umfaßt. Infolge
dieser erfindungsgemäßen Ausbildung werden zwei aufeinanderfolgende Phasen für die
Umwandlung des Übertragungsmoments erhalten, von denen eine erste Phase Umwandlungen
hoher Kraftwirkung entspricht, wenn bei diesen Umwandlungen die Turbine und das
Leitrad unbeweglich bleiben und die andere Turbine allein umläuft, und eine zweite
Phase Umwandlungen für geringere Kraftwirkungen. entspricht, bei welchen die Turbine
und das Leitrad im Gegensinn umlaufen, und zwar in einem bestimmten festen Verhältnis
ihrer Drehzahlen.. Auf diese Weise werden zwei aufeinanderfolgende Phasen erzeugt,
die kontinuierlich ineinander übergehen und in gewisser Weise der Art entsprechen,
wie sie bei der angelsächsischen Ausdruckswaise etwa mit »low« und »drive« bezeichnet
wird. Es liegt jedoch bei der Erfindung ein Getriebe mit sehr viel einfacherem Aufbau
und. erhöhter Zuverlässigkeit der Wirkung vor. Gegenüber denjenigen Wandlern, die
zwei Leiträder aufweisen und: bei welchen ebenfalls die genannte Wirkung bezweckt
wird, bringt das erfindungsgemäße Getriebe die Vorteile, wie sie sich aus der Verwendung
der Turbine und des Leitrades bei dem Getriebe der Erfindung ergeben, wenn; die
Kraft .in der zweiten Phase übertragen wird, wie es bei den bekannten Umwandlern
mit zwei Leiträdern nicht der Fall ist.
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Für ein erleichtertes Verständnis der Erfindung werden nachstehend
Ausführungsbeispiele an: Hand schematischer Zeichnungen erläutert.
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Fig. r ist eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform
des erfindunssgemäßen Getriebes; Fig. a ist ein axialer Längsschnitt durch dieses
Getriebe; Fig. 3 ist ein Querschnitt durch das Getriebe gemäß Linie III-III der
Fig. a, Fig. 4 ein Querschnitt gemäß Linve IV-IV der' Fig. z, , Fig. 5 ein Querschnitt
gemäß Linie V-V der Fig. z, Fig. 6 .ein Querschnitt gemäß Linie VI-VI der Fig. z
und Fig. 7 ein Querschnitt gemäß Linie VII-VII der Fig. a; Fig. 8 zeigt ein Diagramm
zur . Darstellung des Wirkungsgrades des Getriebes und der Größe des Moments als
Funktion der Drehzahl der gc.,riebenen Welle; Fig.9 ist ein Längsschnitt durch den
hydrodynamischen Getriebeteil in vergrößertem Maßstab; Fig. r o, i i, i z und
13 stellen Endansichten der verschiedenen Schaufeln des hydrodynamischen
Getriebeteiles
entsprechend Schnitten nach den Linien X, XI, XII, XIII der Fig. 9 dar; Fig. 14
ist eine Darstellung der Form und der Aufgliederung der Beschaufelung des hydrodynamischen
Getriebeteiles; Fig. 15 ist eine teilweise geschnittene Teilansicht einer abgeänderten
Ausführungsform des Getriebes nach der Erfindung.
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Nach Fig. i bis 7 ist das erfindungsgemäße Getriebe zwischen der treibenden
Welle i, die z. B. mit dem Motor eines Fahrzeuges verbunden sein kann, und der getriebenen
Welle 2 eingeschaltet, die mit einem Übertragungsteil desselben in Verbindung steht.
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Nach der Erfindung weist das Getriebe innerhalb eines Getriebegehäuses
3 .einen Flüssigkeitskreislauf auf, der aus einer Pumpe 4, einer ersten Turbinenstufe
5, einer zweiten Turbinenstufe 6 und einem Leitrad 7 besteht.
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Mit der treibenden. Welle i ist bei 8 eine Scheibe 9 verbunden, die
,einen zylindrischen Ansatz i o trägt. Dieser Teil ist bei i i an die Pumpe 4 angeschlossen.
Das erste Turbinenrad 5 ist mittels einer Scheibe 12 an einer Welle 13 befestigt,
welche zwei Zahnräder 14 und 15 trägt, die jeweils das eine Zentralrad von zwei
hintereinan-dergeschalteten Umlaufrädergetrieben darstellen. Die Welle 13 wird durch
Kugellager 16 bzw. 17 gehalten, die an den Enden der Wellen i und 2 angebracht sind.
Zwischen der Welle 13 und der Scheibe 9 (Fig. 2 und 6) ist ein Freilauf 18 derart
eingefügt, daß die Welle 13 keine größere Geschwindigkeit als die der treibenden
Welle i erhalten kann.
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Das zweite Turbinenrad 6 ist bei i 9 mit einer Hülse 20 verbunden,
die frei auf der Welle 13 umläuft und an ihrem Ende eine Scheibe 21 einer Kupplung
beliebiger Art, z. B. einer Klauenkupplung, aufweist, die beispielsweise durch eine
nicht dargestellte Schaltgabel betätigt wird. Die Scheibe 21 kann in Eingriff mit
einer zweiten Scheibe 22 gebracht werden, die an ihrem äußeren, zylindrischen Flansch
23 eine Bremseinrichtung 24 aufweist.
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Die Scheibe 22 ist frei drehbar auf der Welle 13 angeordnet und mit
einem Zahnrad 25 verbunden, welches das eine Zentralrad des ersten Umlaufrädergetriebes
darstellt. Das Zentralrad 25 kämmt mit dem Umlaufrad 26, welches mittels einer Hülse
27 mit dem Umlaufrad 28 verbunden ist, das seinerseits mit dem Zentralrad 14 im
Eingriff steht. Die Hülse 27 sitzt frei drehbar auf der Achse 29 des Umlaufräderträgers
3o, der frei drehbar auf der Welle 13 umläuft und mit dem Zentralrad 31 des zweiten
Umlaufrädergetriebes in Verbindung steht. Das Zentralrad 31 kämmt mit dem Umlaufrad
32, das mittels :einer Hülse 33 mit einem Umlaufrad 34 in Verbindung steht, welches
seinerseits mit dem Zentralrad 15 kämmt. Die Hülse 33 ist frei drehbar auf der Achse
35 des Umlaufräderträgers 36 gelagert, der mit der getriebenen Welle 2 verbunden
ist. Die Größe der Übersetzung der Winkelgeschwindigkeit der getriebenen Welle 2
kann durch geeignete Auswahl der jeweiligen Zahnradübersetzurigen25-26, 1q.-28,
3i-32, 15-34 bestimmt werden.
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Das Leitrad 7 ist mit einer Hülse 37 verbunden, die mittels Kugellager
38 auf der Hülse 2o umläuft. Die Hülse 37 ist mit einer Scheibe 39 verbunden, welche
eine Innenverzahnung 40 aufweist. Diese Verzahnung, kämmt mit den Umlaufrädern 41
(Fig. 4), die um das Zentralrad 42 herum, im Eingriff mit demselben stehend, angeordnet
sind, welches mit der Hülse 20 verbunden ist. Zwischen den Leitrad 7 und dem Turbinenrad
6 ist ein Freilauf 43 eingeschaltet (Fig. 3). Die Umlaufräder 41 sind an .einem
Umlaufräderträger 44 angebracht (Fig.2 bis 5), welcher über einen Freilauf 45 auf
einem Lagerring 46 des Getriebegehäuses 3 läuft.
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In Fig. 3 bis 5 ist der Drehsinn der Welle 13 durch den Pfeilfund
der Umkehrsinn durch den Pfeil F angegeben. Die Hülse 2o kann sich, wie ersichtlich,
nicht im Umkehrsinn F drehen. Sofern sie in DrehrichtungF die Hülse 37 und die mit
derselben verbundene Zahnscheibe 4o wie auch das Zentralrad 42 mit der gleichen
Winkelgeschwindigkeit antreiben würde, dann würde der Umlaufräderträger 44 eine
Drehbewegung in Richtung des Pfeiles F ausführen, und die Umlaufräder 41 würden
im Stillstand verbleiben. Der Träger 44 kann jedoch nicht ian Drehsinn F umlaufen,
da er in diesem Fall durch den Freilauf 45 auf dem Lagerring 46 des Gehäuses festgestellt
ist.
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Die Hülse 2o kann demnach lediglich im gleichen Sinne wie die Welle
13 umlaufen. Wenn das Leitrad 7 ebenfalls im Drehsinn der Welle 13 umläuft, wird
ihre Winkelgeschwindigkeit in diesem Drehsinn an diejenige der Hülse 2o durch den
Freilauf 43 angeglichen. Wenn jedoch im Gegensatz hierzu das Leitrad 7 im Gegensinn,
umläuft, dann wird de mit dem Leitrad fest verbundene Zahnscheibe 40 in diesem Umkehrsinn
angetrieben. Da jedoch der Umlauf räderträger 44 mit den Umlaufrädern 41 auf dem
feststehenden Getriebegehäuseteil 46 durch. den. Freilauf 45 blockiert ist, wird
die Winkelgeschwindigkeit der Zahnscheibe 40 und demzufolge diejenige des Leitrades
7 durch die Verhältnisse der Zahnräder 42, 41, 4o auf einen negativen Wert begrenzt,
der ein Bruchteil der Winkelgeschwirndigkeit der Hülse 2o ist.
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Das Leitrad 7 hat demnach einen in beiden Drehrichtungen begrenzten
Spielraum für die Umlaufbewegung, derart, daß die Verhältniszahl der Winkelgeschwindigkeiten
zwischen dem Leitrad 7 und der Hülse 20 innerhalb zweier fester Werte verbleibt,
von denen der eine positiv und, gleich Eins und der andere negativ und kleiner als
Eins in Absolutwerten ist, und daß dann, wenn diese Verhältniszahl einen dieser
Grenzwerte erreicht, die von dem Leitrad entwickelte Kraftwirkung wirksam bestrebt
ist, die Winkelgeschwindigkeit der Hülse 2o und demnach des zweiten Turbinenrades
6 zu steigern.
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Die .Schaufelurigen des hydrodynamischen Getriebeteiles (Fig. 9 bis
13) sind in folgender Weise ausgebildet. Das erste Turbinenrad 5 weist zwischen
dem Flüssigkeitseinlaß 47 und -auslaß 48 eine stetig
verlaufende
Erweiterung des Durchlaßquerschnittes auf.
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Der Schaufeleinlaß der Schaufeln q.9 des ersten Turbinenrades 5 ist
in Fig. io und der Schaufelauslaß desselben in Fig. i i dargestellt. Fig. i q. zeigt
eine Ansicht dieser Schaufeln in einem Schaufelplan.
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Auch das zweite Turbinenrad 6 weist eine Querschnithserweiterung zwischen
dem Flüssigkeitselinlaß und -auslaß derselben auf. Die Schaufeln 50 dieses Turbinenrades
6 haben jedoch die Besonderheit, .daß sie in der Eintrittszone der Flüssigkeit bogexiaxtig
ausgenommen sind. Diese bogenförmigen Ausnehmungen 5 i ,sind an der Innenwandung
5 2 des Turbinenrades 6 vorgesehen.
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Der Einlaß bzw. Auslaß der Schaufeln 5o des Turbinenrades 6 sowie
.der Schaufeln 53 bzw. 5¢ des Leitrades 7 bzw. der Pumpe q. sind ebenfalls aas Fig.
i o bis 13 zu entnehmen, während in Fig. 14 eine Ansicht dieser Schaufeln im dem
genannten Schaufelplan dargestellt ist.
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Die Puimpe q. weist gemäß Fig. 9 außerdem Flügel 55 gegenüber Öffnungen
56 in ihrer Außenwandung auf. Hierdurch ist ermöglicht, zusätzlich Flüssigkeit aus
dem Getriebegiehäuse in das Pumpeninnere zuzuführen, so da.ß stets eine geeignete
Flüssigkeitsergänzung in der Pumpe unabhängig vom. .der Umlaufgeschwindigkeit derselben
gewährleistet ist.
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Die Arbeitsweise des Getriebes ist folgende: Aus Fig. i und 2 ist
zu ersehen, daß bei. einenbestimmten Anordnung und der Art der Um:laufrädergetriebe
die getriebene Welle 2 mit einer Winkelgeschwindigkeit umläuft, welche gleich der
Winkelgeschwindigkeit der Welle 13, vermindert um die Differenz der Winkelgeschwindigkeit
der Welle 13 und des Rades 25, multipliziert mit einer positiven Zahl unter Eins
ist. Wird beispielsweise die Winkelgeschwindigkeit der getriebenren. Welle :2 mit
T12, die Winkelgeschwindigkeit der Welle 13 mit T113, die Winkelgeschwindigkeit
des Zentralrades 25 mit T125 bezeichnet und ist K eine positive Zahl kleiner als
Eins, dann ergibt sich eine mechanische Beziehung der bewegten Teile aus folgender
Gleichung:
Hieraus ergibt sich: i. Die Winkelgeschwindigkeit der Welle 2 ist kleiner als die
der Welle 13, wenn -das Zentralrad 25 feststeht.
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2. Der Winkelgeschwindigkeitsuntersch,ied der Welle :2 wird geringer
als im Falle des feststehenden Zentralrades 25, wenn das Rad 25 im gleichen Sinne,
aber mit geringerer Winkelgeschwindigkeit als derjenigen der Welle 13 angetrieben,
wird:.
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3. Die Welle :2 läuft mit gleicher Winkelgeschwindigkeit wie die Welle
13 um, wenn das Zentralrad 25 im gleichen Sinne und mit gleicher Winkelgeschwindigkeit
wie die Welle 13 angetrieben wird. Wenn die Scheibe 21 mit der Scheibe 22
in Eingriff gebracht wird, dann vollzieht sich der.,Anlaufvorgang wie folgt: Steht
die Welle 2 still und ist sie belastet und wird die Welle i im Drehsinn f in Umlauf
versetzt, dann beginnt auch die Pumpe q. umzulaufen und Öl im Flüssigkeitskreislauf
zu fördern. Am Auslaß der Pumpe q. trifft das Öl auf das mit der Welle 13 verbundene
erste Turbinenrad 5. Dieses wird dadurch mit einer solchen Winkelgeschwindigkeit
in Pfeilrichtung f argetrieben, daß infolge des erheblichen. entgegengesetzten Widerstandes
der Welle 2 die Hülse 2o im Gegensinne, d. h. im Sinne F, umlaufen würde. Die Hülse
2o kann jedoch nicht in, diesem Sinne umlaufen, wie weiter oben erläutert worden
ist, sondern wird ebenso wie das Leitrad 7 festgehalten. Die Welle 2 läuft daher
mit einer Winkelgeschwindigkeit um, die kleiner ist als diejenige der Welle
13. Diese Übersetzung kann beliebig groß gewählt werden, je nach Wahl der
Abmessungen der Zahnräder in den Umlaufrädergetrieben.
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Die erste Turbinenstufe 5 hat nur einen kleinen Teil des Drehmoments
beim Anfahren zu überwinden. =Während des Zuschaltvorganges des ersten Turbinenrades
verfügt .die treibende Flüssigkeit am Auslaß aus demselben. nicht mehr über genügend
Energie, um. die nachfolgenden Elemente des Flüssigkeitskreislaufes anzutreiben.
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Dann tritt jedocli der Augenblick ein, bei welchem die zu überwindende
Widerstandskraft ,geringer ist als die Kraft, die nötig ist, um das Turbinenrad
5 lediglich mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit wie der der treibenden; Welle
i anzutreiben. Der Ruhezustand des zweiten Turbinenrades 6 wie auch die Neigung
der Hülse 2o, gegensinnig umzulaufen, wird in steigendem Maße überwunden. Das Turbimemrad
6 wird zunächst mit geringer Winkelgeschwindigkeit angetrieben, so daß die Winkelgeschwindigkeit
der getriebenen Welle 2 derjenigen der Pumpe q. oder des ersten Turbinenrades 5
angeglichen wird. Während des Anlaufeis des Turbinenrades 6 hat die Treibflüssigkeit
eine derart geringe Winkelgeschwindigkeit, daß ihr Austritt an der Innenwandung
52 stattfindet und durch die Ausnehmungen 51 begünstigt wird. Wird der Widerstand
am Turbinenrad 6 schwächer, dann wird die Ausflußgeschwindigkeit größer. Durch die
Zentrifugalkraft wird die Flüssigkeit an die Außenwandung des Flüssigkeitskreislaufes
außerhalb der Ausnehmungen abgedrängt, so daß die Winkelgeschwindigkeit des Turbinenrades
6 schnell zunimmt. Das Leitrad 7 wird infolge der Form der jeweiligen Schaufeln
50 und 53 (Fig. 1q.) durch die Flüssigkeit. im umgekehrten Drehsinn wie die
Turbine 6 angetrieben. Wie weiter oben erläutert wurde, ist die Winkelgeschwindigkeit
des Leitrades 7 auf einem Wert beschränkt, der einen Bruchteil der Winkelgeschwindigkeit
der Hülse 20 ausmacht, da der Antrieb des Leitrades die Winkelgeschwindigkeit der
Hülse 2o vergrößern will. In dieser Anlaufphase arbeitet der Flüssigkeitskreislauf
als Drehmomentwandler, wobei das Pumpenrad 4 und das Turbinenrad 5 zusammengeschlossen
die
Pumpe, das Turbinenrad 6 die Turbine und das Leitrad 7 das fesfstehende Leitrad
darstellt, da seine Winkelgeschwindigkeit im Umkehrsinn auf einem Wert festliegt,
der nur einen: kleinen Bruchteil der Winkelgeschwindigkeit der Turbine 6 ausmacht.
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Ist die Winkellgeschwindigkeit des Turbinenrades 6 auf einen bestimmtere
Wert angestiegen, dann läuft das Leitrad 7 entsprechend der Schaufelform im gleichen
Sinn wie die Turbine 6 um. Die Winkelgeschwindigkeit des Leitrades. ? ist auf den
Wert der Winkelgesöhwindigkeit des Turbinenrades 6 beschränkt, wie oben ausgeführt
wurde. Das Leitrad wirkt also auf .eine Vergrößerung der Winkelgeschwindigkeit der
Hülse 2o hin, welche am Turbinenrad 6 angeschlossen ist. Sämtliche Elemente des
Flüssigkeitskrelsliaufes nehmen sehr schnell die gleiche Umlaufgeschwindigkeit an.,
so daß ein direkter Gang als normaler Arbeitsgang des Getriebes erreicht wird.
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Steigt nun der Widerstand ,an der getriebenen Welle mehr oder weniger
steil an, so ändert sich die Funktion der verschiedenen Schaufelräder in umgekehrtem
Sinai wie beim Einschalten.
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Für jeden Wert des Widerstandes an der getriebenen Welle stellt sich
bei den verschiedenen Elementen des hydrodynamischen Cletriebeteiles selbsttätig
eine solche Bewegung ein, daß die Drehzahl der ,getriebenen Welle in geeigneter
Weisse verringert wird. Diese Bewegungen bleiben gleich, wenn der genannte Widerstand
gleichbleibt. Sie werden fortschreitend beschleunigt oder verzögert je nach der
Art und Richtung der Änderung des genannten Widerstandes.
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In Fig.8 ist in der kurve 57 der Wirkungsgrad 175, des Getriebes dargestellt,
wobei die Drehzahl der getriebenen Welle zi, als Abszisse und der Wirkungsgrad als
Ordinate aufgetragen ist. In der Kurve 58 ist ferner die Größe des Sekundärmoments
J15$ als Ordinate abhängig von der wiederum als Abszisse aufgetragenen Drehzahl
n,> dargestellt.
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Der Wirkungsgrad des Getriebes liegt gemäß der Kurve 57 gleich beim
Beginn des Anfahrens sehr hoch. Der Spitzenpunkt 59 entspricht dem Augenblick des
Anfahrens, in welchem das erste Turbinenrad 5 die Geschwindigkeit der Pumpe erreicht.
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Das leichte Absinken der Kurve bei 6o entspricht dem Anlaufen der
anschließenden Elemente des Flüssigkeitskreislaufes bis zum direkten Gang, der bei
61 dargestellt ist.
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Die geänderte Ausführungsform gemäß Fig.15 entspricht im wesentlichen
derjenigen der Fi@g.2, so daß ,gleiche Bezugszeichen für gleiche Teile verwendet
worden sind.
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Hierbei jedoch sind die Kupplungen und die Einrichtung für den Rückwärtsgang
oder für das Verlangsamen in den mechanischen Teil des Getriebes verlegt, damit
die Anbringusn#:, des Getriebes bei: Kraftfahrzeugen in vorteilhafter Weise durchgeführt
werden kann.
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Im einzelnen läuft der Umlaufradträger 3o des ersten Umlaufräders;atzes
frei .auf der Welle 13 um, trägt jedoch eine Scheibe 126, welche mit ,einer Platten-
oder Scheibenkupplung zusammenwirkt. Diese Kupplung, welche jede beliebige und geeignete
Form aufweisen kann, enthält eine zweite Scheibe 127, welche gegen die Scheibe 1.26
durch eine dritte Scheibe 128 angepreßt werden kann, die mittels Druck einer
Feder 129 durch einen beliebigen Hebel, z. B. einen Fußhebel oder einen sonstigen
Betätigungsteil 130, in Tätigkeit gesetzt wird. Die Scheibe 127 ist
mit :einer Hülse 131 verbunden, welche frei auf der Welle 13 umläuft und an ihrem
Ende :das Zentralrad 31 aufweist.
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Ein äußeres Zentralrad 137 .läuft mittels Kugellager 138 auf der Welle
2 um und trägt eine Innenverzahnung 139 die mit dem Umlaufrad 3q. kämmt. Auf der
Außenfläche des Zentralrades 137 ist eine Bremseinrichtung 140 vorgesehen, welche
durch den Hebel 141 betätigt wird. Ein Hebel 142 ist in entsprechender Weise für
die Betätigung einer Bremsseinrichrum;g 143 vorgesehen, die für die Festlegung eines
inneren Zentralrades 144 bestimmt ist. Dieses Rad läuft mittels Kugellager 1¢5 auf
der Hülse 131 uni und trägt eine Verzahnung 146, die mit einem Umlaufrad 147 im
Eingriff steht, welches mit dem Umlaufrad 32 fest verbunden ist.
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Wird der Hebel 141 zum Anziehen der Bremse i 4o .auf dem Zentralrad
137 betätigt und sind die Scheiben 126 und 127 entkuppelt, dann stellt sich in den
Umlaufrädergetrieben zwischen den Geschwindigkeiten der Wellen 2 und 13 zwangläufig
ein Verhältnis ein, welches die Verzahnung des LTmIaufrades 34. gegenüber der Innenverzahnung
139 des äußeren Zentralrades 137 entspricht.
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Diese Schaltung wird dann verwendet, wenn eine feste Untersetzung
hinter dem hydradynamischen Teil des Getriebes gewünscht wird und derart der Motor
als Bremse bei der verwendet werden soll.
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In :entsprechender Weise bewirkt bei entkuppelten Scheiben 126 und
127 das Feststellen des Zentralrades 144 ein zwangläufiges Verhältnis zwischen den
Geschwindigkeiten der Wellen 2 und 13, durch welches in diesem Fall der Drehsinn
der Wellen 2 und 13 umgekehrt werden kann. Durch Betätigung des Hebels 142 kann
also die Rückwärtsfahrt eingeschaltet werden.
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Durch das Getriebe gemäß der Erfindung wird eine Übertragung für alle
Geschwindigkeiten ohne Kraftverlust mit hohem Wirkungsgrad insbesondere bereits
beim Anfahren erreicht. Die große Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit des Getriebes
brat eine erhebliche Verminderung der Abnutzung des Motors wie auch der Schwingungen
zur Folge. Da weder Kühler noch öldruekpumpen, Regler oder hydraulische Antriebe
nötig sind, sind die Herstellungskosten außerordentlich gering.
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Wohlverstanden ist die Erfindung nicht auf die beschriebenen und dargestellten
Ausführungsformen beschränkt. Sie schließt sämtliche möglichen Abarten der Ausführung
der verschiedenen Einzelteile ein und kann bei allen Arten von Motoren oder Antriebsaggregaten
verwendet worden, welche für Straßen- und Schienenfahrzeuge, für See--und
Flußschiffahrt
oder Luftfahrt, ferner für ortserste Motoren, Kompressoren usw. zur Anwendung kommen.