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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum mannlosen Abbau von Kohleflözen
unter Verwendung einer sich aus einer Strecke bewegenden Gewinnungsvorrichtung mit
einem nachgeschalteten, von der Gewinnungsvorrichtung gezogenen, die hereingewonnene
Kohle auf einen Streckenförderer übergebenden Fördermittel, sowie Vorrichtungen
zur Durchführung dieses Verfahrens.
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Es ist eine solche Vorrichtung bekannt, bei der nach dem Örterpfeilerbau
gearbeitet wird und wobei der dem Abbaufeld' anliegede Saum der Abbaustrecke sägezahnartig
ausgekohlt wird, so daß hier jeweils die neue Gewinnungsfahrt angesetzt werden kann.
Die bei diesem Verfahren benutzte Vorrichtung ist eine von einem Bedienungsstand
ferngesteuerte Maschine, die den Strebförderer hinter sich herzieht und die während
des Rückganges mit ausschwenkbaren Schrämauslegern die Kohle hereingewinnt. Das
Auffahren des Ortes erfolgt somit mit eingeschwenkten und die Rückfahrt mit ausgeschwenkten
Gewinnungsauslegern (deutsche Auslegeschrift 1189 936).
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Es ist weiter bekannt, bei einem Verfahren zum Auffahren von Strecken
in Bergwerksbetrieben in Vortriebsrichtung zunächst ein Bohrloch herzustellen und
ein aus diesem Bohrloch herausführendes Seil, eine Kette od. dgl. zum Vortrieb der
Vortriebsmaschine zu benutzen, in dem sich die Vortriebsmaschine an dieser Kette
vorzieht (deutsche Patentschrift 1174 729).
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Weiter ist es bekannt, bei der Herstellung von Großbohrlöchern Kernbohrgeräte
zu verwenden, bei denen das Gewinnungsgut durch den hohlen Bohrer abgeführt wird
(deutsche Patentschrift 970 413).
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Schließlich ist es bekannt, in der schneidenden Kohlengewinnung Schrämwalzen
zu benutzen, die geeignet sind, das hereingewonnene Gut infolge schneckenartiger
Ausbildung des Schrämmantels od. dgl. auf einen Förderer zu übergeben.
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Die Erfindung macht sich die Erkenntnis zunutze, daß bei den bekannten
Vorrichtungen nach dem Stand der Technik bei der bohrenden Kohlengewinnung die Kohle
bei allen Gewinnungsfahrten tatsächlich nur »vor Kopf« der Maschine hereingewonnen
wird, wenngleich schon Mittel vorgeschlagen worden sind, die es erlauben, die Gewinnungswerkzeuge
einer solchen Bohrvorrichtung parallel zu sich selbst zu verschieben, so daß mit
einer Maschine Bohrungen verschieden großen Durchmessers aufgefahren werden können
(deutsche Auslegeschrift 1162 310).
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Weiter macht sich die Erfindung aber auch die Erkenntnis zunutze,
daß, sofern ein Aufhauen mit einem darin verlegten Fördermittel besteht, die bekannten
Schrämmaschinen @ in"@ -värteilhaft&r --Weise geeignet sind, das Mineral
neben dem Fördermittel hereinzugewinnen und auf das Fördermittel zu verladen.
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Die Erfindung hat sich also die Aufgabe gestellt, die Vorteile der
bohrenden Gewinnung mit den Vorteien der schrämenden Gewinnung zu verbinden.
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Zur Lösung dieser gestellten Aufgabe schlägt die Erfindung ein Verfahren
zum mannlosen Abbau von Kohleflözen unter Verwendung einer sich aus einer Strecke
bewegenden Gewinnungsvorrichtung mit einem nachgeschalteten, von der Gewinnungsvorrichtung
gezogenen, die hereingewonnene Kohle auf einen Streckenförderer übergebenden Fördermittel
vor und.kengzeichnet sich dadurch, daß eine bohrend -6d& . schrämend
hergestellte burchvrterung des Flözes durch den Werkzeugträger der Gewinnungsvorrichtung,
die sich an einem in der Durchörterung festgelegten Zugmittel oder Widerlager fortbewegt,
bohrend erweitert wird, wonach auf der Rückfahrt der Gewinnungsvorrichtung der gleiche
Werkzeugträger, um 90`= geschwenkt, schrämend eingesetzt wird.
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Da die Gewinnungsvorrichtung zunächst bohrend und nach Beendigung
der ersten Gewinnungsfahrt schrämend arbeitet, wobei zwischen beiden Gewinnungsfahrten
die Schwenkung des Bohrers erfolgt, kommen jeweils die für die jeweilige Arbeitsweise
geeigneten Werkzeuge mit dem unverritzten Mineral zum Eingriff. Während der Bohrfahrt
greifen im wesentlichen nur die Bohrwerkzeuge den Stoß an; während der Schrämfahrt
gelangen im wesentlichen die auf dem Umfang des Bohrers angeordneten Schrämmeißel
zum Eingriff. Dies gewährleistet eine optimale Wirksamkeit der Gewinnungswerkzeuge.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird bei der--Rückfahrt
der Gewinnungsmaschine das unverritzte Flöz gleichzeitig mit einer zusätzlichen
Schrämvorrichtung neu durchörtert und in diese neue Durchörterung das Zugmittel
für die Gewinnungsvorrichtung eingebracht. Während sich die Gewinnungsvorrichtung
an einem Zugmittel entlandg zieht (oder durch dieses Zugmittel gezogen ) wird gleichzeitig
das für die nächste Bohrfahrt erforderliche Zugmittel bzw. Widerlager eingebracht.
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In Ausgestaltung der Erfindung wird eine Gewinnungsvorrichtung mit
schwenkbarem Ausleger für das Verfahren zum mannlosen Abbau von Kohleflözen vorgeschlagen,
wobei der Ausleger walzenartig ausgebildet ist und an seiner Stirnseite der bohrenden
Gewinnung dienende Werkzeuge und Werkzeugträger aufweist, während an seinem Umfang
ausschließlich der schrämenden Gewinnung dienende Werkzeuge und Werkzeugträger vorgesehen
sind, derart, daß die Gewinnungsvorrichtung bei einer ersten Gewinnungsfahrt bohrend
arid nach Schwenken des Auslegers bei einer zweiten Gewinnungsfahrt schrämend arbeitet,
wobei jeweils andere Werkzeuge die Hauptschneidwerkzeuge bilden.
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Erfindungsgemäß dient als Vorrichtung zum mannlosen Abbau von Kohleflözen,
die sich an einem durch die Gewinnungsvorrichtung hindurchgeführten Zugmittel vorzieht,
eine hohle Schrämwälze 'mit stimseitig angeordneten Bohrwerkzeugen, wobei sowohl
das Zugmittel als auch das Gewinnungsgut durch den Hohlraum der Walze geführt sind.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es vorleilhaft;- wenn=
zur Dntchörterung des unverritzten Flözes ein an seinem Ende mit einem Schrämpilz
versehener Schrämarm dient, an dem das einzubringende Zugmittel angeschlagen ist.
Der Schrämarm ist etwa im Bereich des Schrämpilzes nach einem weiteren Merkmal der
Erfindung mit einer Steuervorrichtung versehen, die geeignet ist, die Höhenlage
des Schrämarmes zu beeinflussen. Hierdurch soll erreicht werden, daß die vom Schrämarm
eingebrachte Kette für die neue Gewinnungsfahrt stets in einer solchen Höhe über
dem Liegenden liegt, daß sie bei der nächsten Gewinnungsfahrt wieder mittig durch
die Bohrwalze läuft, so daß die Gewinnungsfahrt in der Kohle verläuft und das Liegende
bzw. Hangende nicht angeschnitten wird. Hier ist darauf zu verweisen,
daß
die Anwendung von Schrämarmen mit an den Enden der Schrämarme vorgesehenen Schrämstangen
oder Schrämpilzen grundsätzlich bekannt ist (deutsche Patentschrift 965 691).
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Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
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F i g. 1 bis 5 zeigen einzelne Phasen des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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Die Gewinnungsvorrichtung 3 zieht sich an einem in einer Durchörterung
1 verlegten Zugmittel 2 entlang und schleppt dabei einen kurvengängigen Förderer
20 nach. Der Ablauf des Verfahrens ist dabei wie folgt: Bei Beginn des Abbaues muß
zunächst eine Durchörterung 1 hergestellt werden. Diese Durchörterung wird zweckmäßig
mittels eines Bohrgestänges erfolgen, wobei beim Einholen des Bohrgestänges das
Zugmittel 2 eingebracht wird (F i g. 1). Bei dieser Durchörterung entsteht der Querschnitt
nach F i g. l a.
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Gemäß F i g. 2 hangelt sich die Gewinnungsvorrichtung 3 nun an dem
Zugmittel 2 von der Strecke 21 ausgehend auf die Strecke 22 zugehend entlang. Die
Gewinnungsvorrichtung arbeitet dabei bohrend »vor Kopf«, wobei die an der Stirnseite
7 vorgesehenen Gewinnungswerkzeuge 8 die Kohle lösen und das hereingewonnene Gut
und das Zugmitte12 durch den hohlen Ausleger der Gewinnungsmaschine abgeführt werden.
Hierbei wird der in F i g. 2 a schraffiert gezeigte Querschnitt hereingewonnen.
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Nach Durchschlägigwerden wird der Ausleger 5 der Gewinnungsvorrichtung
um 90° - und zwar in der Zeichnungsebene nach rechts - geschwenkt, wobei gleichzeitig
ein Schrämarm 11 mit Schrämpilz 10 zur entgegengesetzten Seite (in der Zeichnungsebene
nach links) ausgeschwenkt wird. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn der Förderer
20 gegenüber der Gewinnungsvorrichtung 3 so verschoben wird, daß bei der
nunmehr erfolgenden Rückfahrt das Gewinnungsgut mit Sicherheit in den Förderer gelangt.
Hierbei bildet der Ausleger 5 eine Schrämwalze, wobei die an dem Umfang der Schrämwalze
angeordneten und ausschließlich der schrämenden Gewinnung dienenden Werkzeuge 9
mit dem Kohlenstoß 32 zum Eingriff gelangen (F i g. 3). In der F i g. 3 a ist der
zu schrämende Querschnitt gestrichelt angedeutet.
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F i g. 4 zeigt die Gewinnungsvorrichtung in der Draufsicht, wobei
erkennbar ist, daß der Schrämpilz 10 den Kanal für die Kette 2' freischneidet
und der Schrämarm 11 die neu zu verlegende Kette 2' einbringt. Der freigeschrämte
Querschnitt ist in F i g. 4 a erkennbar.
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F i g. 5 zeigt die Gewinnungsvorrichtung 3 vor Beginn der neuen Bohrfahrt
an der Kette 2'. Der geschrämte Querschnitt ist in F i g. 5 a schraffiert dargestellt.
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Der Förderer 20 kann das hereingewonnene Gut in bekannter Weise auf
einen nicht dargestellten Streckenförderer übergeben.
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Ob man im unverritzten Feld 6 Pfeiler stehen läßt oder einen Totalabbau
vornimmt, ist erster Linie von der Beschaffenheit der Dachschichten abhängig.