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Schaltstation Schaltstationen, insbesondere solche für Mittelspannungen,
bestehen in ihrem grundsätzlichen Aufbau aus dem Fundament und einem darauf aufgestellten
Schalthaus. Zusätzlich muß ein Kabelschacht erstellt werden, in dem auch die Verteilung
der Leitungen auf die zugeordneten Kabelkanäle erfolgt. -Der Begriff Schaltstation
umfaßt im Rahmen der Erfindung echte Schaltanlagen, Transformatorstationen u. dgl.
In den Schalthäusern sind dabei die elektrotechnischen Aggregate, beispielsweise
Schalter, Transformatoren u. dgl., untergebracht.
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Der im wachsenden Maße zunehmende Elektrizitätsverbrauch macht es
erforderlich, die Verteilung des elektrischen Stromes an die Verbraucher mit höheren
Spannungen vorzunehmen, wofür Transformatorstationen und Schaltanlagen der beschriebenen
Gestaltung notwendig werden und fortwährend neu erstellt werden müssen. Besonders
dort, wo die Belastungsdichte der Netze hoch ist, ist auch eine große Zahl von Transformatorenstationen
und Schaltanlagen notwendig. Innerhalb des Versorgungsnetzes stellen diese Schaltstationen
mit ihren komplizierten, wichtigen und teuren elektrotechnischen Aggregaten einen
hohen Kostenanteil bei der Stromversorgung dar. Hinzu kommt, daß, insbesondere bei
starker Bebauung in Städten, der verfügbare Platz für die Schaltstationen immer
geringer wird, wodurch man gezwungen ist, die Abmessungen dieser Stationen möglichst
klein zu halten. Weiterhin ist es, besonders bei starker Beschäftigung auf dem Baumarkt,
schwierig, Baufirmen für die Durchführung eines so kleinen Bauwerkes, wie sie die
Fundamente und Schalthäuser der Schaltstationen darstellen, zu gewinnen. Es sind
daher Lösungen entwickelt worden, die diese Nachteile umgehen sollen. Bekannt sind
z. B. Schaltstationen, deren Schalthäuser aus vorgefertigten Teilen zusammengesetzt
sind. Man will so die Bauzeit verkürzen und die Zahl der beteiligten, ausführenden
Firmen bei der Erstellung einer Schaltstation verringern. Weiterhin sind auch Lösungen
bekannt, bei denen in Stahlblech ausgeführte Schalthäuser in der Fabrik vorgefertigt
werden, so daß die Montage am Aufstellungsort nur geringe Zeit benötigt. Bei all
diesen Lösungen ist es jedoch nach wie vor erforderlich, vor der Errichtung des
Bauwerkes am Aufstellungsort mit erheblichem Bodenaushub ein Fundament in üblicher
gemauerter oder betonierter Ort-Bauweise zu errichten, auf das die Schalthäuser
aufgesetzt werden. Im übrigen müssen in umständlicher Weise der Kabelschacht erstellt
und im bzw. am Fundament Kabeldurchführungen, Schalthilfsmittel u. dgl. vorgesehen
bzw. montiert werden. Im Ergebnis muß für das verhältnismäßig kleine Bauwerk aus
Fundament und Kabelschacht sowie Schalthaus eine komplette Baustelle in aufwendiger
Weise eingerichtet werden, wenn es auch an sich bekannt ist, dabei den Kabelschacht
aus vorgefertigten Teilen zusammenzusetzen. Nach Fertigstellung des Fundamentes
ist es erforderlich, mehrere Tage zu warten, bis das Fundament belastbar ist und
das Schalthaus aufgestellt werden kann. In Städten wird dadurch häufig der Verkehr
über Tage blockiert. Vergrößerungen bestehender Schaltstationen erfordern ähnlichen
Aufwand. Bei kleineren Anlagen ähnlicher Funktion, nämlich Kabelverteilerschränken,
ist es bekannt, das Fundament aus mehreren vorgefertigten Teilen zusammenzusetzen.
Das hat jedoch die oben behandelten Probleme ebenso wenig beeinflußt wie die Tatsache,
daß es bekannt ist, zur Kabelverlegung in Gebäuden den Fußboden aus vorgefertigten
Bauelementen zusammenzusetzen, die Kabelkanäle enthalten.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltstation zu schaffen,
bei der ein Fundament in Ort-Bauweise nicht mehr nötig ist.
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Die Erfindung betrifft eine Schaltstation, insbesondere für Mittelspannungen,
bestehend aus Fundament und darauf aufgestelltem, aus vorgefertigten Bauelementen
zusammengefügtem Schalthaus mit aus
vorgefertigten Bauelementen
zusammengesetztem Fußboden. Die Erfindung besteht darin, daß ein ebenfalls aus vorgefertigten
Bauelementen zusammengesetzter Kabelschacht durch form- oder kraftschlüssige Verbindung
der Bauelemente zugleich als an sich bekanntes, aus mehreren Teilen aufgebautes
Fundament ausgebildet und eingesetzt ist.
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Im einzelnen läßt sich die Erfindung, insbesondere bezüglich der Gestaltung
der vorgefertigten Bauelemente, auf verschiedene Weise verwirklichen. Eine bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Bauelemente
U-förmige Gestalt aufweisen und durch Nut- und Federausbildung, Spannanker od. dgl.
miteinander verbunden sind. Zweckmäßig wird man auf die U-förmigen Bauelemente,
nachdem sie zum Kabelschacht bzw. Fundament zusammengesetzt sind, einen Deckel oder
Rahmen aufsetzen, während die Stirnflächen durch Endscheiben verschlossen sein können.
Die Spannanker können bei dieser Ausführungsform gegen die Endscheiben abgestützt
sein. Im übrigen besteht die Möglichkeit, die Anordnung so zu treffen, daß an den
Stoßstellen der einzelnen Bauelemente Dichtungsmittel angeordnet sind, so daß Grundwasser
in das Fundament bzw. in den Kabelschacht nicht eindringen kann.
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Das eigentliche Schalthaus kann man bei der erfindungsgemäßen Schaltstation
auf das beschriebene Fundament unmittelbar aufsetzen, wenn der aus den Bauelementen
zusammengesetzte Kabelschacht im Grundriß dem des Schalthauses angepaßt ist. Es
besteht aber auch die Möglichkeit, den Kabelschacht mit rechteckigem Grundriß auszuführen
und ihn dabei so zu gestalten, wie es aus kabeltechnischen Gründen erforderlich
ist, und quer dazu auf den als Fundament ausgebildeten Kabelschacht Balken aufzulegen,
die das Schalthaus tragen. Die Balken sind dabei mit dem Kabelschacht über bekannte
Verbundmittel verbunden. Die einzelnen vorgefertigten Bauelemente selbst besitzen
zweckmäßigerweise Kabeldurchführungen und können mit Schalthilfsmitteln ausgerüstet
sein.
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Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind vor allem darin zu
sehen, daß bei der erfindungsgemäßen Schaltstation die Herstellung eines Fundamentes
in Ort-Bauweise und die Errichtung eines besonderen Kabelschachtes nicht mehr erforderlich
sind. Dadurch reduziert sich auch der Aushub, der für das Einbringen des Fundamentes
erforderlich ist. So ergeben sich erhebliche Einsparungen an Arbeitszeit und Material.
Auf der Baustelle sind keine Betonierungsarbeiten mehr erforderlich, da das gesamte
Fundament aus Fertigteilen zusammengesetzt und damit gleichzeitig auch der Kabelschacht
errichtet wird. Im übrigen besteht der Vorteil, nach Maßgabe der sich ändernden
Netzverhältnisse den erfindungsgemäßen Kabelschacht bzw. das Fundament sowie anschließend
das Schalthaus nach beiden Seiten beliebig zu erweitern, so daß auch eine Vergrößerung
der Station im ganzen ohne besonderen Aufwand möglich ist.
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Im folgenden wird die Erfindung an Hand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert; es zeigt F i g. 1 eine Ansicht
der erfindungsgemäßen Schaltstation, F i g. 2 in gegenüber der F i g. 1 vergrößerter
Darstellung eine Ansicht des Fundamentes, F i g. 3 eine Aufsicht auf den Gegenstand
nach F i g. 2 und F i g. 4 eine Seitenansicht des Gegenstandes nach Fig.2.
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Die in den Figuren dargestellte Schaltstation besteht in ihrem grundsätzlichen
Aufbau aus einem Fundament, das in seiner Gesamtheit mit 1 bezeichnet worden ist,
und einem darauf aufgestellten Schalthaus 2. In dieser Weise kann sie für Mittelspannungsschaltanlagen,
für Transformatorstationen u. dgl. eingesetzt werden. Nach der Erfindung ist ein
in an sich bekannter Weise aus vorgefertigten Bauelementen 3
zusammengesetzter
Kabelschacht durch form- oder kraftschlüssige Verbindung der Bauelemente 3 untereinander
zugleich als Fundament 1 ausgebildet und eingesetzt. Selbstverständlich befindet
sich dabei unter dem Fundament 1 eine Ausgleichsschicht 4, die beispielsweise aus
Kies, aus Beton geringer Festigkeit besteht oder durch Bodenvermörtelung gebildet
ist. Die einzelnen Bauelemente 3 sind, wie sich insbesondere aus der F i g. 4 ergibt,
U-förmig gestaltet und sind im übrigen bei der Ausführungsform nach F i g. 2 einerseits
durch Nut- und Federausbildungen 5 bzw. 6, andererseits durch Spannanker 7 form-
bzw. kraftschlüssig miteinander verbunden. Sie stellen somit gleichsam eine hohle
Fundamentplatte dar, auf die das Schalthaus 2 aufgesetzt werden kann. Auf die U-förmigen
Bauelemente 3 ist ein Deckel oder ein Rahmen 8 aufgesetzt, während die Stirnflächen
durch Endscheiben 9 verschlossen sind. Im Ausführungsbeispiel sind die Spannanker
7 an die Endscheiben 9
angeschlossen.
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Der Grundriß des Schalthauses 2 muß nicht notwendig mit dem
Grundriß des Fundamentes 1 bzw. des Kabelschachtes übereinstimmen. Das ermöglicht
die Erfindung dadurch, daß auf den Kabelschacht Balken 10 aufgelegt sind,
die dann das eigentliche Schalthaus 1 tragen. Die Balken 10 sind mit dem
Fundament 1 verbunden.
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Die Bauelemente 3 können Kabeldurchführungen, Schalthilfsmittel od.
dgl. besitzen, was in den Figuren im einzelnen nicht dargestellt worden ist.