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Antrieb für Tonaufnahme- und -wiedergabegeräte mit bandförmigem Tonträger
Die Erfindung betrifft einen Antrieb für Tonaufnahme- und -wiedergabegeräte mit
bandförmigem Tonträger, insbesondere für Magnettonbandgeräte, dessen Motor eine
mit einer Tonwelle gekoppelte Schwungmasse und ein über eine Rutschkupplung einen
Aufwickelteller ' für den Tonträger mitnehmendes Zwischenrad über eine Pese
antreibt. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen derartigen Antrieb so
zu verbessern, daß er besonders für kleine und leichte Tonbandgeräte geeignet ist
und auch bei diesen Geräten eine hohe Konstanz der Tonbandgeschwindigkeit gewährleistet.
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Zur Unterdrückung-von Schwankungen der Tonbandgeschwindigkeit, also
von sogenannten Gleichlaufschwankungen, bedient man sich im allgemeinen einer ausreichend
dimensionierten Schwungrnasse, die man an geeigneter Stelle in den Antrieb einschaltet.
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Da die Tonwelle für die Geschwindigkeit des bandförmigen Tonträgers
bestimmend ist und es daher gerade auf die Gleichmäßigkeit des Tonwellenumlaufs
entscheidend ankommt, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die Schwungrnasse unmittelbar
an der Tonwelle anzubringen und durch den Antriebsmotor anzutreiben.
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Bei einem bekannten Antrieb dieser Art wird die auf der Tonwelle auf
der Tonwelle befestigte Schwungmasse von dem Antriebsmotor über eine Pese angetrieben.
Diese Pese wirkt vermöge ihrer Elastizität wie ein mechanisches Filter und nimmt
etwaige Unregelmäßigkeiten im Lauf des Antriebsmotors auf, die somit die Tonwelle
nicht erreichen können. Bei diesem bekannten Antrieb treibt die Pese gleichzeitig
noch ein Zwischenrad an, das über eine Rutschkupplung den Aufwickelteller des Tonbandgerätes
mitnimmt.
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Dieser bekannte Antrieb zeigt gewisse Nachteile, wenn er für Tonbandgeräte
verwendet wird, die möglichst klein und leicht ausgeführt sein sollen, wie es beispielsweise
bei Taschengeräten der Fall ist.
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Bei derartig kleinen Tonbandgeräten arbeitet man nämlich meistens
mit einer kleinen Bandgeschwindigkeit, beispielsweise mit einer Geschwindigkeit
von 4,75 cm pro Sekunde. Dementsprechend ist auch die Umlaufgeschwindigkeit der
Tonwelle gering. Da aber die beruhigende Wirkung der fest auf der Tonwelle sitzenden
Scliwungmasse mit ihrer Umlaufgeschwindigkeit abnimmt, müßte ihre Masse entsprechend
vergrößert werden, wenn die Wirkung der Schwungmasse nicht in Frage gestellt werden
soll. Eine solche Vergrößerung der Schwungmasse kann aber gerade bei den kleinen
Tonbandgeräten aus Raum- und Gewichtsgründen nicht in Frage kommen. Zur Verbesserung
der beruhigenden Wirkung der Schwungmasse ist daher, bei einer ebenfalls bekannten
Antriebsvorri - chtung die Schwungmasse nicht auf der Tonwelle fest angebracht,
sondem wird von dem Antriebsmotor über eine Pese mit hoher Geschwindigkeit angetrieben.
Die Schwungmasse ihrerseits treibt die Tonwelle über ein als Untersetzungsgetriebe
wirkendes Zwischenrad an. Wegen ihrer hohen Umlaufgeschwindigkeit kann bei dieser
bekannten Antriebsvorrichtung die Schwungmasse verhältnismäßig klein gehalten werden.
Die Vorrichtung hat aber den Nachteil, daß für den Aufwickelteller ein besonderer
Antrieb erforderlich ist, so daß die Antriebsvorrichtung im ganzen gesehen aufwendig
und umständlich ist.
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Durch die Erfindung sollen die Vorteile der mit hoher Geschwindigkeit
umlaufenden Schwungmasse ausgenutzt werden, wobei aber die Antriebsvorrichtung einen
denkbar einfachen Aufbau zeigt.
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Die Erfindung geht aus von einem Antrieb für Tonaufnahme- und -wiedergabegeräte
mit bandförmigem Tonträger, insbesondere für Magnettonbandgeräte, dessen Motor eine
mit einer Tonwelle gekoppelte Schwungmasse und ein über eine Rutschkupplung einen
Aufwickelteller für den Tonträger mitnehmendes Zwischenrad über eine Pese antreibt,
und besteht darin, daß das über ein auf der Achse der Schwungmasse festsitzendes
Treibrad bewegte Zwischenrad gleichzeitig die Kopplufig zwischen der Schwungmasse
und der Tonwellen bildet und in an sich bekannter Weise mit einer Drehzahl umläuft,_
die wesentlich größer ist als vier Umdrehungen pro Sekunde und vorzugsweise mindestens
zehn Umdrehungen pro -Sekunde beträgt. %
-Die Kopplung zwischen der Schwunginasse
und der Tonwelle kann zweckmäßigerweise so erfolgen,
daß das Zwischenrad
die Tonwelle über ein fest auf der Tonwelle sitzendes Tönwellenrad antreibt. Der
Aufwickelteller kann in an sich bekannter Weise auf einem mit dem Zwischenrad gleichachsigen
und mit diesem über die Rutschkupplung gekoppelten Untersetzungsrad angebracht werden.
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Der Aufbau der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung ist in erster
Linie dadurch so einfach, daß ein einziges Zwischenrad die Schwungmasse sowohl mit
der Tonwelle als auch mit dem Aufwickelteller koppelte. Die zwischen dem Zwischenrad
und dem Aufwickelteller vorgesehene Rutschkupplung kann beispielsweise aus einer
zwischen dem Zwischenrad und dem Untersetzungsrad liegenden Filzscheibe -gebildet
werden. Zwischenrad, Filzscheibe und Untersetzungsrad werden durch eine Feder zusammengepreßt.
Auf diese Weise läßt sich das durch die Rutschkupplung zu übertragende Drehmoment
und damit auch die Spannung des Tonträgers fein einstellen.
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Der erfindungsgemäße Antrieb hat weiterhin den Vorzug, daß er sich
auf einfache Weise auf schnellen Vor- oder Rücklauf umschalten läßt. Bei dieser
Umschaltung braucht nur das Zwischenrad zusammen mit dem Untersetzungsrad. durch
Wegschwenken vom Tonwellenrad und vom Aufwickelteller entkoppelt zu werden, während
die in ihrer Ebene um einen geringen Betrag verschiebbare Schwungmasse über ein
fest auf ihrer Achse sitzendes Antriebsrad wahlweise mit dem Aufwickelteller oder
mit dem Abwickelteller gekoppelt wird.
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. Weitere Einzelheiten der Erfindung und deren Wirkungsweise
seien an Hand der Zeichnung erläutert, in der ein Ausführungsbeispiel des erfiridungsgemäßen
Antriebs dargestellt ist. In der Zeichnung zeigt F i g. 1 den Antrieb eines
Tonaufnahme- und -wiedergabegerätes in der Stellung für Aufnahme-oder Wiedergabebetrieb
und F i g. 2 denselben Antrieb in der Stellung für schnellen Rücklauf.
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Ein Motor 1 treibt über eine Pese 2 und ein Zwischenrad
3, das fest auf einer Achse 8 sitzt, eine ebenfalls auf der Achse
8 festsitzende Schwungmasse 7 an.
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Mit 9 ist ein Zwischenrad bezeichnet, das zur Kopplung der
Schwungmasse 7 sowohl mit einer Tonwelle 12 als auch mit einem Aufwickelteller
14 dient und das so bemessen ist, daß es mindestens zehn Umdrehungen in der Sekunde
macht. Bei einer derartigen Mindestgeschwindigkeit machen sich erfahrungsgemäß etwaige
Unregelmäßigkeiten des Zwischenrades 9, beispielsweise Exzentrizitäten, am
wenigstens bemerkbar.
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Auf der Tonwelle 12 ist ein Tonwellenrad 11 befestigt das von
dem Zwischenrad 9 mitgenommen wird. Dagegen wird der Aufwickelteller 14 durch
ein Untersetzungsrad 10 mitgenommen, das mit dem Zwischenrad 9 gleichachsig
und mit diesem über eine Rutschkupplung verbunden ist. Das Zwischenrad
9 wird seinerseits über ein fest auf der Achse 8
der Schwungmasse
7 sitzendes Treibrad 5 angetrieben. Soll das Tonbandgerät auf schnellen
Vor- oder Rücklauf geschaltet werden, so wird zunächst das Zwischenrad
9 in der Richtung des Pfeiles 18 ausgeschwenkt und damit von der Tonwelle
12 und dem Aufwickelteller 14 entkoppelt. Diese Stellung des Zwischenrades
9 ist in F i g. 2 zu erkennen. -
Außerdem wird die in ihrer
Ebene verschwenkbare Schwungmasse 7 je nachdem, ob Vor- oder Rücklauf gewünscht
wird, entweder in Richtung des Pfeiles 16 oder in Richtung des Pfeiles
17 bewegt. Durch diese Bewegung kommt ein auf der Schwungmassenachse
8 festsitzendes Antriebsrad 6 entweder mit dem Aufwickelteller 14
oder dem Abwickelteller 15 in Berührung. In der F i g. 2 ist die Schwungmasse
7 in letzterer Stellung zu sehen, so daß der Antrieb auf schnellen Rücklauf
geschaltet ist. Die geringfügige Verschiebung der Schwungniasse 7
wird durch
die elastische Pese 2 nicht behindert.