DE11490C - Neuerungen an Luftschiffen - Google Patents
Neuerungen an LuftschiffenInfo
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Description
■10 79.
Klasse 77.
WILLIAM AUGUSTUS LEGGO in LACHUTE (Canada): Neuerungen an Luftschiffen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. October 1879 ab.
Die Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen an Luftschiffen, kann jedoch auch bei Schiffen,
welche ganz im Wasser eingetaucht sind, angewendet werden.
Dieselbe besteht in der Benutzung der Kraft, welche dem Schiffe eine Bewegung in senkrechter
Richtung zu geben bestimmt ist, in Verbindung mit dem Widerstände der Luft gegen
eine schiefe Ebene, zu dem Zwecke, um die senkrechte Bewegung in eine diagonale Auf-
und Vorwärts- oder Rückwärts-, oder eine Ab- und Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung umzuwandeln.
Das Schiff, erhält einen solchen Querschnitt, dafs es eine möglichst grofse obere und untere
Oberfläche bietet, während die Endflächen möglichst klein sind, derart, dafs das Schiff der
Luft bei seiner Auf- und Abwärtsbewegung die gröfstmögliche, und bei seiner Bewegung in der
Richtung seiner Längsaxe die kleinstmögliche Widerstandsfläche bietet. Segel, Flügel, bewegliche
oder unbewegliche Flächen oder dergl. können ebenfalls dazu verwendet werden, um
die combinirte diagonale Bewegung hervorzubringen.
Aus obigem geht hervor, dafs drei Factoren bei der Erzeugung der combinirten, diagonal
gleitenden Bewegung mitwirken, nämlich eine Kraft zur Bewegung in senkrechter Richtung,
eine schiefe Ebene und der Widerstand der Luft.
Die diagonale gleitende Bewegung des Schiffes wird dadurch hervorgebracht, dafs man das
Schiff schief stellt, d. h. seine Längsaxe aus der horizontalen Ebene bringt. Auf diese Weise
werden der Luft, welche sich der Auf- und Abbewegung des Schiffes entgegenstellt, schiefe
Flächen dargeboten und hierdurch der Widerstand der Luft dazu benutzt, um das Schiff vor-
oder zurückzubewegen. Um eine diagonale Vorwärtsbewegung zu erlangen, hebt man den
Bug, während das Schiff steigt, und senkt ihn, während das Schiff sinkt, und umgekehrt, wenn
man eine diagonale Rückwärtsbewegung erhalten will. Um auf diese Weise Strecken zurücklegen
zu können, . mufs das Schiff beständig steigen und fallen, welche Bewegung mit irgend einem
Mittel erzeugt wird.
Am besten wird diese Bewegung dadurch erzeugt, dafs man das Schiff mit einer oder mehr
Abtheilungen oder Kammern versieht, welche, in dem oberen Theile angebracht, beständig
mit Wasserstoff oder einem anderen geeigneten Gase gefüllt sind und einen solchen Rauminhalt
haben, dafs ihre ganze Hebekraft etwas weniger beträgt, als nöthig ist, um das Schiff sammt
Rüstung und Ladung zu heben.
Das Verhälthifs, um welches die Schwere des Schiffes gröfser ist, als die Hebekraft der mit
Gas gefüllten Behälter beträgt, stellt die Kraft dar, mit deren Hülfe das Schiff gesenkt wird.
Zur Erzeugung der aufsteigenden Bewegung wird in Verbindung mit diesen ständig gefüllten Kammern
eine andere Kammer angeordnet, welche, wenn das Schiff sich heben soll, mit Gas, heifser
Luft etc. angefüllt wird.
Um dem Schiffe die für die diagonale Bewegung erforderliche Neigung zu geben, kann
man verschiedene Mittel anwenden. Das einfachste ist, Gewichte unter dem Schiffe anzubringen,
die, je nachdem das Schiff mit dem Bug nach unten oder nach oben gerichtet werden
soll, nach dem Vordertheil oder dem Hintertheil des Schiffes geschoben werden.
In beiliegender Zeichnung ist ein in der erwähnten Weise angeordnetes Luftschiff in perspectivischer
Ansicht und im Querschnitt dargestellt.
A ist das Gerüst. Dasselbe bildet eine horizontale, flache Ebene und besteht aus einem
Stoffe, welcher gröfste Widerstandsfähigkeit und gröfste Leichtigkeit verbindet. Auf der oberen
Seite dieses Gerüstes sind Kammern B B, B1B1
und B2 aus Canevas oder anderem geeigneten Stoffe angebracht. Diese Kammern sind von
solchem Umfange, dafs sie, wenn sie vollständig mit Wasserstoff gefüllt sind, weniger Hebekraft
besitzen, als nöthig ist, um das Schiff sammt Rüstung und Last in die Höhe zu heben. C ist
die Neben- oder Expansionskammer. Dieselbe hängt von dem Gerüste A herunter und besteht
entweder ganz oder theilweise aus nicht brennbarem Stoffe. Wenn dieselbe ganz aufgeblasen
ist, so verstärkt sie die Hebekraft der Kammern B, B1 und B2 in dem Mafse, dafs das
Claims (2)
1. Die Verwendung von zweierlei bewegender Kraft zum Heben eines Luftschiffes, welche
Kraft geliefert wird erstens von den permanent mit Gas gefüllten Kammern BB1B2,
welche nie entleert zu werden brauchen und deren Auftrieb nicht ganz hinreicht, um das
Luftschiff zu heben, und zweitens von der nur zeitweilig mit Gas gefüllten Kammer C,
welche, wenn gefüllt, die zum Heben des Fahrzeuges nöthige Kraft liefert und, wenn
entleert, das Fahrzeug sinken läfst.
2. Die Darstellung des zum Füllen der Kammer C nöthigen Gases an Bord eines äronautischen
Fahrzeuges durch Erhitzen von flüssigem Ammoniak durch brennenden Kohlenwasserstoff, und das Condensiren der
entstandenen Gase ohne Compression.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE11490C true DE11490C (de) |
Family
ID=288750
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT11490D Active DE11490C (de) | Neuerungen an Luftschiffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE11490C (de) |
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