DE1136832B - Einrichtung zur Messung der Erdschwere auf schwankendem Fundament, insbesondere Seegravimeter - Google Patents

Einrichtung zur Messung der Erdschwere auf schwankendem Fundament, insbesondere Seegravimeter

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DE1136832B
DE1136832B DEC22523A DEC0022523A DE1136832B DE 1136832 B DE1136832 B DE 1136832B DE C22523 A DEC22523 A DE C22523A DE C0022523 A DEC0022523 A DE C0022523A DE 1136832 B DE1136832 B DE 1136832B
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gravimeter
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gravity
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Dr-Ing Reinhold Schulze
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Continental Elektronidustrie AG
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01VGEOPHYSICS; GRAVITATIONAL MEASUREMENTS; DETECTING MASSES OR OBJECTS; TAGS
    • G01V7/00Measuring gravitational fields or waves; Gravimetric prospecting or detecting
    • G01V7/16Measuring gravitational fields or waves; Gravimetric prospecting or detecting specially adapted for use on moving platforms, e.g. ship, aircraft

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Description

  • Einrichtung zur Messung der Erdschwere auf schwankendem Fundament, insbesondere Seegravimeter Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zur Messung der Erdschwere auf schwankendem Fundament, insbesondere ein Seegravimeter, bei der die der Schwerewirkung unterworfene Gravimetermasse elastisch an eine Gleichgewichtslage gefesselt und durch Richtkräfte, vorzugsweise durch Verspannungen mittels Fäden, so in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt ist, daß sich die Masse unter dem Einfluß äußerer Kräfte im wesentlichen nur in vertikaler Richtung bewegen kann, wobei Mittel zur Dämpfung der Bewegung der Gravimetermasse vorgesehen sind, und bei der das Gravimetersystem kardanisch aufgehängt ist und Mittel zur Kompensation der das Meßergebnis verfälschenden Komponente der durch die Fundamentbewegungen auftretenden und auf das Meßsystem einwirkenden, im wesentlichen periodischen Horizontalbeschleunigungen vorgesehen sind.
  • Bei Messungen der Erdschwere auf schwankendem Fundament, z. B. auf einem Schiff, müssen die Beschleunigungen, die durch die Fundamentbewegungen verursacht werden, berücksichtigt werden, da man anderenfalls nicht nur die Erdbeschleunigung, sondern die Summe aller an der Gravimetermasse angreifenden Beschleunigungen mißt.
  • Das Gravimetersystem wird deshalb zweckmäßig wie in der deutschen Patentschrift 1006170 beschrieben ausgebildet. Ein derart ausgebildetes Gravimeter mißt neben der Erdbeschleunigung im wesentlichen vertikale Beschleunigungskomponenten, die, da ihr zeitlicher Verlauf angenähert als sinusförmig betrachtet werden kann, durch Mittelwertbildung eliminiert werden können. Um die durch die Vertikalbeschleunigungen verursachten Ausschläge der Gravimetermasse klein zu halten, ist die Bewegung der Gravimetermasse stark gedämpft.
  • Das Gravimeter wird bei den bekannten Anordnungen kardanisch aufgehängt und stellt sich daher wegen des Vorhandenseins von Horizontalbeschleunigungen nicht genau vertikal, sondern in ein Scheinlot ein. Auch unter der Voraussetzung, daß sich die Horizontalbeschleunigungen ebenfalls mit der Zeit sinusförmig ändern, hebt sich der durch diese Beschleunigungen verursachte Fehler im zeitlichen Mittel nicht auf. Bezeichnet h (t) = ho - sin (w t) die Horizontalbeschleunigung, so wird an Stelle der Erdbeschleunigung g die Beschleunigung g + Ag, wobei dg = ho2/(4g) die Brownekorrektur ist, gemessen. Es muß also von dem gemessenen Wert die Größe Ag subtrahiert werden. dg läßt sich jedoch wegen der schwierigen Bestimmung von ho nicht ohne weiteres berechnen.
  • Es ist deshalb auch schon vorgeschlagen worden, das Gravimeter auf eine kreiselstabilisierte Plattform zu stellen und so das Gravimeter stets senkrecht zu halten, da dann die Horizontalbeschleunigungen im wesentlichen von den Verspannungen aufgenommen werden. Es hat sich gezeigt, daß auch eine kreiselstabilisierte Plattform nicht ganz genau horizontal gehalten werden kann. Weicht die Plattform um den Winkel a von der Horizontalen ab, so gilt, wenn b der gemessene Beschleunigungswert ist, b = g cos a + h sin a, und unter der Voraussetzung, daß a sehr klein ist, ergibt sich die Korrektur dg = h a - g a2/2. Das zweite Glied kann gegenüber dem ersten vernachlässigt werden. Das erste Glied ergibt sich im zeitlichen Mittel unter der Voraussetzung, daß a ebenfalls eine sinusförmige Funktion der Zeit mit der Amplitude ao und mit h in Phase ist, ho z ao/2.
  • Bei einer Phasenverschiebung <p zwischen a und h gilt dg = ho ao/2 cos <p. Dieser Fehler kann bei geeigneter Ausbildung der kreiselstabilisierten Plattform vernachlässigt werden, jedoch ist diese Lösung wegen des durch die kreiselstabilisierte Plattform bedingten Aufwandes nachteilig.
  • Es ist auch schon vorgeschlagen worden, das Gravimetersystem in kardanischer Aufhängung auf einem nach zwei Richtungen verschiebbaren Schlitten anzuordnen und die Verschiebung des Schlittens so zu steuern, daß die an dem Gravimetersystem angreifende Summe der durch die Fundamentbewegung verursachten und der durch die Schlittenverschiebung erzeugten Beschleunigungen immer Null ist. Dieser Vorschlag läßt sich jedoch nur mit einem erheblichen Aufwand verwirklichen.
  • Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, den Aufwand für die Kompensation der das Meßergebnis verfälschenden Komponente der Horizontalbeschleunigungen bei einem Gravimeter der oben bezeichneten Art zu verringern, ohne den Meßvorgang nachteilig zu beeinflussen. Erfindungsgemäß geschieht das dadurch, daß der kardanisch aufgehängte Teil, an dem das Gravimetersystem befestigt ist, eine Eigenschwingungsdauer aufweist, die groß gegen die Schwingungsdauer der Horizontalbeschleunigung ist, und dadurch, daß ein zweiter kardanisch aufgehängter Teil, der um einen mit dem Drehpunkt des ersten Teiles identischen Punkt drehbar ist und dessen Eigenschwingungsdauer ebenfalls groß gegen die Schwingungsdauer der Horizontal beschleunigung, jedoch kleiner als die des ersten Teiles ist, mit dem ersten elastisch gekoppelt ist.
  • Der Erfindungsgedanke soll an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden.
  • Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau einer erlindungsgemäßen Einrichtung und Fig. 2 ein praktisches Ausführungsbeispiel; in Fig. 3 sind die Funktionen dg(T) für eine dem Erfindungsgegenstand entsprechende und die nachfolgend beschriebene Anordnung für einen bestimmten Wert von ho graphisch dargestellt.
  • Wird der kardanisch aufgehängte Teil, an dem das Gravimetersystem befestigt ist, so ausgebildet, daß seine Eigenschwingungsdauer groß gegen die Schwingungsdauer der Horizontalbeschleunigung ist, ohne daß ein zweiter kardanisch aufgehängter, mit dem ersten gekoppelter Teil vorgesehen ist, so beträgt der durch die Horizontalbeschleunigung verursachte Fehler dg, wenn T die Periode der Horizontalbeschleunigung und T1 die Eigenperiode des kardanisch aufgehängten Teiles sind, angenähert (h2/2 g) 72/T12. Da die Schwingungsdauer von dem Trägheitsmoment 0 und dem Direktionsmoment D = MgA, worin M die Gesamtmasse des Pendels und A der Abstand des Schwerpunktes vom Drehpunkt sind, abhängig ist, erscheint es möglich, die Größe dg durch geeignete Wahl von 0 und D zu verkleinern. D ist jedoch gleichzeitig für die Stabilität der Pendelanerdnung maßgeblich. Eine Änderung des Direktionsmomentes D, die eine Vergrößerung der Schwingungsdauer bewirkt, hat eine Verschlechterung der Stabilität zur Folge. Es ist deshalb nicht möglich, D so zu wählen, daß dg vernachlässigbar klein wird, ohne die Stabilität in unzulässiger Weise zu verschlechtern. Die Größe 0 ist so groß wie möglich gewählt. Der größtmögliche Wert ist durch die Art der Lagerung des Pendels und die verlangten Abmessungen bestimmt. In Fig. 3 ist für ho = 100 gal, D = 240 cmp und zu = 5 108 g cm2, die Funktion sg ( dargestellt (Kurve 10). Aus dieser Figur läßt sich entnehmen, daß, wenn die Perioden zwischen 5 und 10 Sekunden liegt, der Fehler dg größer als 6 mgal werden kann.
  • Die erwähnte Maßnahme läßt also lediglich eine ungenügende Kompensation der das Meßergebnis verfälschenden Komponente der Horizontalbeschleunigungen zu. Die Kompensation läßt sich jedoch durch eine Anordnung, wie sie in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist, erheblich verbessern.
  • In Fig. 1 sind 1 und 2 starre Stangen, die mit Gewichten 3, 4 und 5, 6 versehen sind. Die Teile 1, 3, 4 bilden ein Pendel, das um den Punkt 7 drehbar gelagert ist. Das aus den Teilen 2, 5, 6 bestehende Pendel ist ebenfalls um den Punkt 7 drehbar. Die Gewichte 3, 4, 5, 6 sind so bemessen, daß die Schwerpunkte 8, 9 der beiden Pendel unterhalb des gemeinsamen Drehpunktes 7 liegen. Das Gewicht 4 ist als Gehäuse ausgebildet, in dem das Gravimetersystem angeordnet ist. Die beiden Pendel sind derart miteinander elastisch gekoppelt, daß das Pendel 2, 5, 6 auf das Pendell, 3, 4 ein Drehmoment ausübt, welches dem Winkel aç zwischen den Stangen 1 und 2 proportional ist. Unter dem Einfluß der Horizontalbeschleunigung führen beide Pendel erzwungene Schwingungen aus. Da die Eigenperiode des Pendels 1, 3, 4 größer ist als die des Pendels 2, 5, 6 und da ferner beide Eigenperioden groß gegen die Periode der Horizontalbeschleunigung sind, schwingen beide Pendel um 1800 phasenverschoben gegen die Horizontalbeschleunigung, und zwar 2, 5, 6 mit einer größeren Schwingungsweite als 1, 3, 4. Daraus ergibt sich, daß das Pendel 2, 5, 6 ein Drehmoment auf das Pendel 1, 3, 4 ausübt, welches dem durch die am Schwerpunkt 8 angreifende Horizontalbeschleunigung erzeugten entgegengerichtet ist.
  • Die Rechnung ergibt in diesem Falle unter gewissen Vernachlässigungen für dg=f(T), wenn T1 die Eigenperiode, A der Abstand Drehpunkt/Schwerpunkt, M die Gesamtmasse und 02 das Trägheitsmoment des Pendels 1, 3, 4, T2, a, m und 02 die entsprechenden Größen des Pendels 2, 5, 6 und T der durch die elastische Kopplung gegebene Proportionalitätsfaktor zwischen dem Winkeldp/ und dem auf das Pendel 1, 3, 4 wirkenden Drehmoment bedeuten, In Fig. 3 ist die Funktion .lg =J(7) für die Werte ho = 100 gal, 91 = 5 IOX g cm2, 02 1,64 108 g cm2, T1 = 70 Sekunden, T2 = 30 Sekunden, mga = 3600 cmp, MgA = 240 cm und T = 3600 cmp graphisch dargestellt (Kurve 11). Bei einer Periode der Horizontalbeschleunigung von T, wobei T zwischen 5 und 10 Sekunden liegen kann, ist der größtmögliche Fehler kleiner als 2 mgal.
  • In Fig. 2 ist eine praktische Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anordnung dargestellt. Ein Stativ, dessen Füße mit 12, 13, 14 bezeichnet sind, trägt den festen Teil einer Kugelgelenklagerung 15. Die beweglichen Teile der Kugelgelenklagerung sind derart ausgebildet, daß die beiden mit diesen verbundenen Stangen 16, 17 sich voneinander unabhängig um den gleichen Punkt drehen können. Dies kann etwa durch Verwendung von Kugelschalen als bewegliche Teile geschehen, wobei die Lagerung zweckmäßig als Ö1- oder Luftlager ausgebildet ist.
  • Die Stange 16 trägt an ihrem oberen Ende eine Platte 18 zur Lagerung der Gravimeteranordnung 19.
  • Ferner ist die Stange 16 mit einem gabelförmigen Teil 20 ausgerüstet, an dem ein Gewicht 21 befestigt ist. In ganz analoger Weise ist die Stange 17 ausgebildet. Sie ist mit einem Gewicht 22, einem gabelförmigen Teil 23 und einem mit letzterem verbundenen Ring 24 versehen. Die elastische Kopplung erfolgt über Federn 25, 26, 27, 28. Die verschiebbaren Gewichte 29 und 30 dienen zur Einstellung der Abstände der Schwerpunkte vom gemeinsamen Drehpunkt. Die Wirkungsweise dieser Anordnung ist bereits oben in Verbindung mit Fig. 1 beschrieben worden.
  • In einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, die Verbindung zwischen der Stange 1 und dem das Gravimetersystem enthaltenen Gehäute 4 (vgl. Fig. 1) nicht starr, sondern elastisch auszubilden, so daß das Gehäuse 4 mit dieser Verbindung ein kurzperiodisches Pendel bildet. Auf diese Weise kann die Neigung der Stange 1 gegen die Vertikale zum Teil rückgängig gemacht werden.
  • Der Erfindungsgedanke ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt. Die beiden gekoppelten Pendel können von beliebiger Form sein. Ferner kann die elastische Kopplung in vom Ausführungsbeispiel abweichender Weise ausgebildet werden. Es ist z. B. nicht erforderlich, daß vier Federn verwendet werden und alle Federn in einer Ebene angeordnet sind.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Einrichtung zur Messung der Erdschwere auf schwankendem Fundament, insbesondere Seegravimeter, bei der die der Schwerewirkung unterworfene Gravimetermasse elastisch an eine Gleichgewichtslage gefesselt und durch Richtkräfte, vorzugsweise durch Verspannungen mittels Fäden, so in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt ist, daß sich die Masse unter dem Einfluß äußerer Kräfte im wesentlichen nur in vertikaler Richtung bewegen kann, wobei Mittel zur Dämpfung der Bewegung der Gravimetermasse vorgesehen sind, und bei der das Gravimetersystem kardanisch aufgehängt ist und Mittel zur Kompensation der das Meßergebnis verfälschenden Komponente der durch die Fundamentbewegungen auftretenden und auf das Meßsystem einwirkenden, im wesentlichen periodischen Horizontalbeschleunigungen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß der kardanisch aufgehängte Teil; an dem das Gravimetersystem befestigt ist, eine Eigenschwingungsdauer aufweist, die groß gegen die Schwingungsdauer der Horizontalbeschleunigung ist, und dadurch, daß ein zweiter kardanisch aufgehängter Teil, der um einen mit dem Drehpunkt des ersten Teiles identischen Punkt drehbar ist und dessen Eigenschwingungsdauer ebenfalls groß gegen die Schwingungsdauer der Horizontalbeschleunigung, jedoch kleiner als die des ersten Teiles ist, mit dem ersten elastisch gekoppelt ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Kopplung durch wenigstens drei Spiralfedern erfolgt, die vorzugsweise mit ihren Achsen in einer Horizontalebene angeordnet sind.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder pendelnde Teil mit Mitteln zur Justierung des Abstandes des Drehpunktes vom Schwerpunkt versehen ist.
  4. 4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die das Gravimetersystem befestigenden Mittel federnd ausgebildet sind, wobei das Gravimetersystem mit den Befestigungsmitteln ein kurzperiodisches Pendel bildet.
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