DE11346C - Neuerungen an Torpedos - Google Patents
Neuerungen an TorpedosInfo
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- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
- F42B19/00—Marine torpedoes, e.g. launched by surface vessels or submarines; Sea mines having self-propulsion means
- F42B19/12—Propulsion specially adapted for torpedoes
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Description
1880.
Klasse 78.
WILLIAM HENRY MALLORY in BRIDGEPORT (V. S. A.). Neuerungen an Torpedos.
Patentirt im Deutschen Reiche vom O.Februar 1880 ab.
Diese Torpedos enthalten in sich selbst genügende forttreibende Kraft, um eine kurze
Strecke, beiläufig 150 bis 180 m, weit zu laufen, und sind so construirt, dafs sie das Wasser in
der ihnen ertheilten Richtung durchschneiden. Das den Torpedo absendende Boot braucht
deshalb nicht mehr, wie dies bisher der Fall war, nahe zu dem in die Luft zu sprengenden
Schiffe heranfahren, da der gedachte Torpedo beim Loslassen durch seine eigene Kraft die
Entfernung zwischen dem in die Luft zu sprengenden Schiffe und dem den Torpedo absendenden
Boot durchläuft.
Zu gleichem Zwecke wurden früher bereits viele Versuche gemacht; es gehören dahin z. B.
die in England construirten Whit ehe ad-Torpedos,
welche durch comprimirte Luft getrieben wurden und mit einem automatischen Steuenmgsapparat
versehen waren. Diese Torpedos waren jedoch complicirt und theuer und durchliefen
während ihrer Bewegung keine gerade Linie, sondern eine Reihe von Curven. Der in Rede stehende Torpedo ist dagegen sehr
einfach, indem er seine bewegende Kraft durch eine Reihe Spiralfedern erhält und eine neuartige
Bewegung besitzt, nämlich eine Rotation um seine eigene Axe gleich einer Flintenkugel,
wodurch grofse Zielsicherheit erlangt wird. Diese Rotation ist aufserdem, wie unten erläutert,
die natürliche Folge der bewegenden Kraft, und wird die Rotationsgeschwindigkeit mittelst
Flügeln oder Armen controlirt.
Die allgemeine Construction dieses Torpedos ist folgende:
Die Hülse ^selbst besteht aus einem cigarrenartig gestalteten Fahrzeuge., 3 '/2 bis 4 '/2 m
lang und 25 cm im Durchmesser, welche Verhältnisse jedoch geändert werden können. Die
treibende Kraft ist eine in der Mitte angebrachte Schiffsschraube, die auf einem ungefähr in der
Mitte des Torpedos sitzenden Ring befestigt und mit einer passenden Anzahl von Schraubenflügeln
versehen ist. Dieser Ring ist an einem Ende einer Spiralfeder angebracht, welch letztere
ähnlich einer gewöhnlichen Uhrfeder, aber natürlich viel stärker ist. Das innere Ende dieser
Spirale ist mit einer zweifach verbindenden Metalltrommel verbunden, welche die Spirale
mit dem äufseren Ende einer angrenzenden parallelen Spiralfeder, gleich der ersten, verbindet.
Es ist nun eine genügende Reihe solcher Spiralen vorhanden, um die verlangte Anzahl
Umdrehungen zu ergeben, damit der Torpedo die bestimmte Entfernung durchlaufe. Die Spiralfedern sind derart mit einander verbunden,
dafs das innere Ende jeder Feder mit dem äufseren Ende der nächsten Feder, oder
umgekehrt, verbunden ist, so dafs die ganze Anzahl Umdrehungen, welche dem Schraubenring
oder Rad ertheilt werden kann, vollständig von der Anzahl Drehungen abhängt, die jede
Feder hervorbringen kann, multiplicirt mit der Anzahl der Federn. Auf diese Weise erhält
man ein grofses Rotationsvermögen von einer Reihe Federn, die in einem Cylinder von sehr
kleinem Durchmesser aufgewickelt sind. Die Wirkung derselben ist jedoch gleich derjenigen
einer einzigen Feder, deren eines Ende an der Schraube, deren anderes Ende am Torpedo
befestigt ist. Ein auf diese Weise getriebener Torpedo wird natürlich das Bestreben haben,
in der der Schraiibenbewegimg entgegengesetzten Richtung zu rotiren. Dieses Bestreben wird
beim gedachten Torpedo ausgenutzt, indem die Feder dem Torpedo eine Rotation um seine
eigene Axe geben kann, und wird diese Rotation durch Flügel controlirt, welche am Steven
des Torpedos angebracht sind. Diese Flügel gestatten dem Torpedo ungefähr eine und eine
halbe Umdrehung beim Vorrücken um seine eigene Länge, und dient der Steven zugleich
als Grundfläche für die Feder, damit dieselbe, während sie die Schraube bewegt, darauf einwirken
kann.
Der Torpedo besteht im allgemeinen aus drei mit einander durch ein mittleres Rohr verbundenen
Theilen. Der Bug ist mit der Sprengmasse versehen und der Steven enthält eine
aufgewickelte Spirale des Zünddrahtes, falls ein solcher verlangt wird.
Die Details des gedachten Torpedos werden durch die beiliegenden Zeichnungen leicht verständlich
sein.
Fig. ι stellt eine allgemeine Ansicht des Torpedos dar, wie er in einem offenen, genügend
grofsen Rohr aufgehängt ist, damit sich derselbe frei im Rohr bewegen kann. B
stellt einen doppeltkonischen oder cigarrenärtig gestalteten Torpedo dar; der Mitteltheil oder
Ring ist beweglich gemacht und mit parallelen
Flügeln P versehen. S stellt eine Reihe wie beschrieben construirter Federn dar, welche
deutlicher in Fig. 2 und 3 im Schnitt gezeigt sind. Die Schraube P sollte vorzugsweise ungefähr
in der Mitte des Torpedos angebracht werden. C stellt eine aufgewundene Drahtspirale
in einer mit dem Wasser in Verbindung stehenden Abtheilung dar. Diese Drahtspirale C
ist so angeordnet, dafs die dem Draht natürlich gegebene Drehung beim Abwickeln durch die
Rotation des in der entgegengesetzten Richtung vorwärtsbewegten Torpedos ausgeglichen wird,
so dafs der Draht, wenn er auf seine ganze Länge abgewickelt, in Wirklichkeit aufgedreht
worden ist, was bei einem nicht um seine eigene Axe rotirenden Torpedo nicht wirklich
der Fall ist, wofern nicht eine besondere Anordnung getroffen ist, um der vom Abwickeln
des Drahtes herrührenden Drehung entgegen zu wirken. Dieser Draht läuft vom Steven des
Torpedos aus bis zum Magazin M im Bug. Das Magazin ist auch mit einem Zündstift N
versehen und kann nach Belieben in Verbindung mit dem Draht oder unabhängig von
demselben entzündet werden. Die Federn sind in einer Reihe Metalltrommeln angeordnet, wie
dies im Detail in Fig. 4 gezeigt ist. Dieselben sind abwechselnd an der Innenseite der
äufseren Flantsche und an der Aufsenseite der inneren Flantsche aufgewunden und in Reihen,
wie gezeigt, verbunden, so dafs die äufsere Spirale oder Windung jeder Feder mit der
Innenseite der äufseren Flantsche der Trommel verbunden ist, während ihre innere Windung
mit der Aufsenseite der inneren Flantsche der nächsten Trommel in der Reihe verbunden ist.
Es hat demnach jede dieser Federn enthaltenden Trommeln ein von den anderen unabhängiges
Rotationsbestreben; die Trommeln sind jedoch so verbunden, dafs die Schraubenflügel
so oftmal rotiren, als alle Federn gewunden werden können. Ein Schlüssel K verhindert
die Schraube am Rotiren, wenn der Apparat nicht angewendet wird; dieser Schlüssel geht
durch den festgestellten Theil des Torpedos und durch den rotirenden Schraubenring. Die
Federn können entweder durch Umdrehen der Schrauben mit der Hand aufgewunden werden,
oder es kann, indem die Schraube durch den Schlüssel K festgehalten wird, das mit einem
passenden, rotirenden Schaft versehene Schneckenrad U am anderen Ende umgedreht oder rotirt
werden. Die letzte Trommel S1 der Trommelreihe
wird dabei mit einem Cylinder verbunden, der durch das gedachte Schneckenrad bewegt
wird, wie dies in Fig. 2 gezeigt ist.
Die Abtheilungen an den Enden des Torpedos sind durch das Mittelrohr T verbunden,
durch welches der Zünddraht R gehen kann, und der Steven ist mit den vorhin beschriebenen
Flügeln W versehen. Das Wasser kann in die Federabtheilungen und in die Drahtabtheilungen
frei eintreten, die Reihe Federn jedoch wird die freie äufsere Umhüllung beschützen,
welche so weit wie der rotirende Schraubenring vorsteht.
Die Schraube ist nahezu im Mittel des seitlichen Widerstandes des Torpedos angebracht,
so dafs kein Bestreben vorhanden ist, den Torpedo in irgend einer Richtung umzudrehen,
was der Fall sein würde, wenn die Schraube am Steven oder an irgend einem anderen Platz
angeordnet wäre.
Die Wirkungsweise des gedachten Torpedos wird nun leicht verstanden werden. Der Torpedo
B wird erst in das Rohr G gesteckt, welches mittelst des Wirbels H an der Seite
oder dem Ende des den Torpedo absendenden Fahrzeuges aufgehängt ist. Nachdem letzteres
in Treffweite gebracht worden ist, wird dem Rohr G die geeignete Richtung gegeben und
der Schlüssel K von der Schraube weggezogen, nachdem vorher die Federn aufgewunden worden
sind. Der Torpedo nimmt sofort eine Mittellage im Rohr an und geht frei durch dasselbe
in einer mit der Axenlinie übereinstimmenden Richtung. Durch Niederdrücken des Rohres kann man den Torpedo in irgend einen
Abstand unter Wasser anstofsen lassen. Nachdem der Torpedo das Rohr verlassen hat, verfolgt
derselbe eine gerade Linie in der Richtung, in welcher er abgesendet wurde, und
nimmt eine Rotation um seine eigene Axe an, und zwar macht er eine und eine halbe Rotation,
während er sich um seine eigene Länge vorwärts bewegt und entgegengesetzt der Richtung,
in welcher sich die Schraube bewegt, oder eine Rotation nahezu gleich der von den
Flügeln W hervorgerufenen. Wenn der Torpedo an das Schiff stöfst, wird der Zündstift N
einwärtsgetrieben, und kann dadurch die Ladung entweder direct entzündet werden, oder
es kann der Zündstift angewendet werden, um eine elektrische Verbindung zwischen dem
Draht R und dem Torpedo herzustellen, wodurch die Ladung entzündet wird. Es ist einleuchtend,
dafs die rotirenden Flügel in Verbindung mit anderen Bewegungsmitteln als den hier gezeigten angewendet werden können;
ebenso, dafs die aufgewundenen oder Spiralfedern verwendet werden könnten, um eine
Schraube am Steven zu treiben, und könnten noch viele andere Modificationen gemacht werden,
ohne vom Wesen dieser Erfindung abzuweichen.
Eine sehr wirksame Feder zum Bewegen der Schraube oder zu irgend welchen anderen
Zwecken, wo Spiralfedern verwendet werden, kann auch dadurch hergestellt werden, dafs
eine Längsnuth oder Vertiefung entlang der Feder gemacht wird. Diese Vertiefung versteift
die Feder und bringt eine wirksamere Kraft bei gleichem Metallgewicht hervor. Es ist ferner
rathsam, wenn eine Feder von gleicher Spannung gewünscht wird, diese Nuth immer schmäler
zulaufend zu machen, d. h. tiefer an einem als am anderen Ende, und vorzugsweise am tiefsten
von der Aufsenseite und am seichtesten im Mittelpunkt. Diese Form ist in Fig. 5 der
Zeichnungen veranschaulicht.
Claims (13)
1. Ein freier Torpedo, welcher mit einer Schraube in der Mitte versehen ist, wodurch
die von einer Schraube am Steven herrührende Aenderung des Laufes vermieden wird und der Torpedo eine richtige
geradlinige Bewegung erhält.
2. Ein freier Torpedo, der mit einer Reihe Spiralfedern versehen ist, deren jede bleibend
mit der nächsten verbunden ist und wobei die eine Spiralfeder am Ende der Reihe mit dem Schraubenrad oder Ring
verbunden ist.
3. Ein freier Torpedo, welcher mit spiralförmig angeordneten Flügeln oder deren
Aequivalent versehen ist, wodurch dem gedachten Torpedo während seiner Bewegung
eine Rotation um seine Axe gegeben wird, und derselbe dadurch in den Stand
gesetzt wird, einen directen, unveränderlichen Weg durch das Wasser zu verfolgen.
4. Ein Torpedo, welcher mit einem Schraubenrad und mit spiralförmig angeordneten,
bleibend am Torpedo angebrachten Flügeln versehen ist, damit der gedachte Torpedo
eine bestimmte Rotation in der entgegengesetzten Richtung zu derjenigen annehmen
kann, in welcher sich die Schraube bewegt.
5. Ein Torpedo, welcher mit einem in der Mitte angeordneten Schraubenrad und mit
spiralförmig angeordneten, bleibend am Torpedo angebrachten Flügeln versehen
ist, damit der Torpedo eine festgesetzte Rotation in der entgegengesetzten Richtung
zu derjenigen annehmen kann, in welcher sich die Schraube bewegt.
6. Ein freier Torpedo, der mit einer Schraube und mit einer Reihe parallel gelegter Spiralfedern
versehen ist, wobei das innere Ende jeder Feder mit dem äufseren Ende der nächsten mittelst einer verbindenden Trommel
oder anderen geeigneten Mechanismen verbunden ist, wodurch die Wirkung auf die Schraube die einer Spiralfeder von der
vereinigten Länge aller Federn ist.
7. Bei einem Torpedo die Combination einer bewegenden Schraube und der Spiralfeder
und eines Schneckenrades oder gleich entsprechender Mechanismen zum Aufwinden besagter Feder.
8. Ein Torpedo, bestehend aus zwei unabhängigen Schwimmabtheilungen und einer
Mittelverbindung, welche letztere eine bleibende Verbindung zwischen diesen Abtheilungen
zu bewahren hat und zugleich als ein Kanal für den Zünddraht zwischen gedachten Abtheilungen dient.
9. Ein freier Torpedo, welcher mit einer mittelst einer Feder oder einer Reihe Federn
bewegten Schraube und mit einem Verschlufsmechanismus oder Schlüssel versehen
ist, um die Rotation des Schraubenrades oder Ringes zu verhindern, bis der
gedachte Schlüssel vom Manipulanten weggezogen wird.
10. Bei einem Torpedo die Combination eines in dessen Mitte angeordneten Schraubenrades
mit einem im Torpedo conaxial angeordneten Federkraftmechanismus, d. h. einem Federmechanismus, dessen Federn
um die mit dem Torpedo übereinstimmende Axe spiralförmig gewunden sind,
wodurch dem Torpedo eine rotirende, übertragende Bewegung in einer richtigen, geradlinigen Richtung mitgetheilt wird.
11. In einem mit einer Schraube als bewegende
Kraft versehenen Torpedo der Federmechanismus , welcher aus einer Reihe mit einander durch doppelte Trommeln,
wie gezeigt und beschrieben, verbundenen Spiralfedern besteht, wobei das äufsere
Ende einer Feder mit der Innenseite der Trommel verbunden ist, während das innere
Fedeiende mit der Spindel oder Nabe der nächsten Trommel und die Trommel am
Ende einer Reihe mit dem Schraubenrad verbunden ist und wobei die verschiedenen Trommeln des gedachten Federmechanismus
conaxial mit dem Torpedo angeordnet werden.
12. Bei einem Torpedo die Combination eines in der Mittellinie angeordneten den Torpedo
bewegenden Federmechanismus mit spiralförmig angeordneten, bleibend am Steven des Torpedos angebrachten Flügeln, so
dafs der Torpedo in Bewegung beim Rotiren um seine Axe eine zur Schraubenbewegung
entgegengesetzte Richtung erhält, wodurch es einen directen, unveränderlichen Weg durch das Wasser verfolgt.
13. Ein Torpedo, der mit einem in der Mitte angeordneten Schraubenrad und mit spiralförmig
angeordneten, bleibend am Torpedo angebrachten Flügeln versehen ist, damit der Torpedo eine bestimmte Rotation in
der entgegengesetzten Richtung zu derjenigen einnehmen kann, in welcher sich die Schraube bewegt.
Hierzu ϊ Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE11346C true DE11346C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT11346D Active DE11346C (de) | Neuerungen an Torpedos |
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| DE (1) | DE11346C (de) |
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