DE112168C - - Google Patents

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DE112168C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/04Bacteriological retting
    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03BAPPARATUS OR ARRANGEMENTS FOR TAKING PHOTOGRAPHS OR FOR PROJECTING OR VIEWING THEM; APPARATUS OR ARRANGEMENTS EMPLOYING ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ACCESSORIES THEREFOR
    • G03B15/00Special procedures for taking photographs; Apparatus therefor

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
ψ PATENTSCHRIFT
KLASSE 55: Papierherstellung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. August 1899 ab.
Es sind bereits im Jahre 1765 (Hofmann's Handbuch der Papierfabrikation, Band 2) Versuche angestellt, die die Möglichkeit der Verwendung des Torfes für die Zwecke der Papierfabrikation darthun sollen. Es wurden dann eine Reihe von Patenten in verschiedenen Ländern ertheilt, die von der Bearbeitung und Bleichung der Torffaser und der Gewinnung von Torfpapier und Pappen handeln. Aufser dem Verfahren nach Patentschrift 102616 hat keines dieser Verfahren gröfsere Bedeutung erlangt, weil die benutzten technischen Mittel die Fabrikation reiner Torffasern zu sehr vertheuerten, aber auch das neueste patentirte Verfahren nach Zschörner, welches auf der Verwendung von aufschliefsend wirkenden chemischen Lösungen beruht, gestaltet sich in der Praxis wegen der Kosten der einzelnen Behandlungsstadien zu theuer, um ein wirklich billiges RohstofFmaterial für-die Papierfabrikation zu liefern.
Die vorliegende Methode, Torffasern zu isoliren und zu reinigen, lehnt sich nun an den natürlichen Entstehungsprocefs des Torfes aus Vegetabilien an, indem sie einen künstlichen Verwesungs- oder Gährungsprocefs darstellt, bezw. die in bekannter Weise aus Stechtorf gewonnene Stechtorfmasse (wie Torfstreu) einem natürlichen Oxydationsprocefs unterwirft.
Dabei geht man von der Ueberlegung aus, dafs bei der Isolirung der Torffaser aus dem anhaftenden anorganischen und organischen Torfmateriale hauptsächlich dafür Sorge getragen werden mufs, dafs das ganze zu behandelnde . rohe Torfproduct den sauren Charakter verliert und gleichzeitig eine schnelle Oxydation der zahlreich vorhandenen Oxydulverbindungen (huminsaures Eisenoxydul und Huminstoffe) eintritt.
Wenn dieser Punkt erzielt ist, so ist es viel leichter, die noch intacten und verwendbaren Fasern von den unverwendbaren mineralischen und organischen Verunreinigungssubstanzen zu trennen. Es ist dabei gleichgültig, die Trennung der unbrauchbaren oxydablen Stoffe sofort nach der erzielten Oxydation vorzunehmen und eine Nachbehandlung der isolirten Torffaser in beliebiger Weise zur weiteren Reinigung später anzuschliefsen; vielmehr können die oxydirten Reste auch während der Weiterbehandlung der Torffasern noch mit dem Torfmateriale vereinigt bleiben, indem nach dem vorliegenden Verfahren im Anschlufs an die Oxydation das Ganze einer Gährung, besonders unter Benutzung von Alkalien producirenden Bacterien (Litteratur: Sommaruga, Zeitschrift für Hyg., Band 12, 1892 p. 277-278, Behring, Zeitschrift für Hyg., Band 7, 1889 p. 178, H. Buchner, Archiv für Hyg., Band 3, 1885) unterworfen wird, und hierbei die oxydirten Stoffe nicht stören.
Als technische Mittel benutzt das Verfahren die Lagerung der sauren rohen Torfmassen zwischen Alkalien abgebenden und gleichzeitig Luftsauerstoff Zutritt gewährenden porösen Schichten, inmitten welcher' der event, künstlich eingeleitete Verwesungs- und Zersetzungsprocefs stattfindet. Zur Ausführung dieser Methode dienen zweckmäfsig schräg gelagerte Kalkstein-, auch Gaskalk- u. dergl. Schichten, über die man die zu behandelnde Faserschicht,
welche anfänglich nicht mit den Alkalien producirenden Bacterien beschickt zu sein braucht, lagert, und drittens darüber angebrachte Schichten aus porösen Stoffen, wie Koks, Kies, zerschlagenen Klinkern u. dergl.
Die drei abwechselnd in beliebiger Höhe über einander gelagerten Schichten werden deshalb zweckmäfsig nicht parallel horizontal über einander angeordnet, damit die fertig behandelte Torffaser zwischen den in stationären Hürden eingebetteten beiden Kalk- und Koksschichten leichter fortgenommen und durch frische Schichten ersetzt werden kann. Es ist auch angängig, mehrere Schichtenlager über einander anzuordnen.
Sobald die für den Torf bestimmten Zwischenräume beschickt sind, läfst man, wenn das Torfmaterial trocken war, Wasser durch das ganze Schichtenlager rieseln. Es beginnt jetzt mit der Abstumpfung des Säuregrades eine energische Oxydation der an der Torffaser anhaftenden Oxydulstoffe, gleichzeitig wird die Faser durch das Alkalischwerden der Masse und die oxydirende Einwirkung des vorhandenen und event, sich bildenden Sauerstoffes ebenfalls beeinfiufst und weicher und elastischer gemacht.
Nach dieser Einleitung des Processes kommen in sehr verdünnten Lösungen die Zusätze von Alkalien bildenden Bacterien von beliebig saprophytischer Herkunft als weiteres eine Art Gährung einleitendes Agens hinzu, indem man das Kieselwasser mit den nach bekannten Züchtungsmethoden in geeigneten Nährmedien gezüchteten Alkalibacterienculturen beschickt.
Durch die Anwesenheit der Kalkschichten, die ja eftvas gelösten Kalk den Torfschichten zuführen, und der benutzten porösen Koksoder Steinzwischenlager, die für die Lüftung sorgen,. findet der Zersetzungsvorgang den günstigsten Boden. Es wird daher je nach der Natur der chemisch physikalischen Beschaffenheit des Torfmateriales eine mehr oder weniger schnelle Reinigung der Torffaser erzielt.
Wie schon angedeutet, kann man auch, nachdem das Verfahren den gewünschten Effect gebracht hat, das oxydirte Anhängsel der Torffasern unter event. Herausnehmen der Torf beschickung aus den Reinigern und energischer Abspülung von den Torffasern trennen, und dann die getrennten Fasern nochmals der geschilderten Einwirkung des Processes unterwerfen.
Selbstverständlich läfst sich der beschriebene Oxydations- und alkalische, bei Gegenwart von Sauerstoff stattfindende Gährungsprocefs für den gedachten Zweck auch in verschieden abgeänderter Ausführung denken. So kann man beispielsweise auch die Kalkschicht oben und. die Koksschicht unten anordnen.
Das Wesen und der praktische Effect der Erfindung dürften jedoch dadurch keine Veränderung erleiden.

Claims (1)

  1. Pa tent-Anspruch:
    Verfahren zum Reinigen und Bleichen von Torffasern für die Papierfabrikation, dadurch gekennzeichnet, dafs faserhaltige Torfmasse zwischen poröse anorganische Materialien, wie Kalk und Koks, geschichtet und der Einwirkung des Luftsauerstoffes unter Zuhülfenahme alkalibildender Bacterien unterworfen wird, zum Zwecke, einen Entsäuerungs- und Gährungsprocefs einzuleiten.
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