DE110798C - - Google Patents

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DE110798C
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meat
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23BPRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
    • A23B4/00Preservation of meat, sausages, fish or fish products
    • A23B4/14Preserving with chemicals not covered by groups A23B4/02 or A23B4/12
    • A23B4/18Preserving with chemicals not covered by groups A23B4/02 or A23B4/12 in the form of liquids or solids
    • A23B4/20Organic compounds; Microorganisms; Enzymes

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Zoology (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Meat, Egg Or Seafood Products (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 53: Nahrungsmittel.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Juni 1898 ab.
Es fehlte bisher ein wohlfeiles, das Aussehen , den Geschmack und den Nä'hrwerth des Fleisches nicht beeinträchtigendes Conservirungsverfahren. Durch vorliegende Erfindung soll diesem Mangel abgeholfen werden.
Das Verfahren besteht darin, Fleisch in einem geschlossenen Raum der Einwirkung von gasförmigem Formaldehyd auszusetzen und unmittelbar nach vollendeter Sterilisation den Raum mit keimfreier Luft zu ventiliren. Durch diese eigenartige Combination wird erreicht, dafs man mit geringen Mitteln Fleisch auf Wochen und Monate. hinaus frisch erhalten kann, ohne dessen Gebrauchswerth zu verringern.
Durch die Einwirkung von Formaldehyddämpfen allein kann wohl Fleisch auf kurze Zeit von Fäulnifserregern befreit, niemals aber auf längere Zeit hinaus frisch erhalten werden. Das Fleisch würde vielmehr in ganz kurzer Zeit infolge des Eintritts der sogen, stinkenden sauren Gährung völlig ungeniefsbar werden.
Eine Conservirung von Fleisch auf längere Zeit hinaus, in gewissem Sinne auf unbegrenzte Zeit, läfst sich mit Hülfe von gasförmigem Formaldehyd nur erreichen, wenn man die auf der Oberfläche des Fleisches befindlichen Fäulnifsbacterien vernichtet und zur Vervollständigung dieser Sterilisation und behufs Verhinderung des Stickigwerdens dem Fleische in unmittelbarem Anschlufs an die Sterilisation frische, keimfreie Luft in angemessenen Mengen zuführt.
Zur Conservirung des Fleisches sind nur aufserordentlich geringe Formaldehydmengen erforderlich, da frisch geschlachtetes Fleisch völlig keimfrei ist und die Fäulnifs nur von den sich auf der Oberfläche des Fleisches ansammelnden Fäulnifsbacterien ausgeht. Drei Tage altes Fleisch enthält Bacterien nur in den äufsersten Schichten. Es genügt also eine Oberflächendesinfection, und deshalb sind nur bestimmte kleine Formaldehydmengen nothwendig. Zweckmäfsig bedient man sich daher solcher Formaldehydgaserzeuger, welche eine genaue Dosirung des Desinfectionsmittels gestatten. Als sehr praktisch erweist sich z. B. die Anwendung des aus der Patentschrift 96671 bekannten Desinfectionsapparates, in welchem Paraformaldehydpastillen vergast werden, welche je ι g iooproc. Formaldehyd entwickeln.
Zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens kann ein einfacher Apparat benutzt werden, der die nöthigen Vorrichtungen zur Ventilation mit keimfreier Luft besitzt. Das Verfahren gestaltet sich z. B. folgendermafsen: In einem luftdicht verschliefsbaren, zweckmäfsig mit Schauglas versehenen Schrank wird das nicht mehr lebenswarme, möglichst aber nicht über drei Tage alte Fleisch an hierfür bestimmten Haken aufgehängt und in den Schrank ein kleiner Formaldehydgaserzeuger gestellt, welcher mit 1Y2 bis 2 Formalinpastillen pro Cubikmeter Rauminhalt des Schrankes beschickt ist. Nach Ingangsetzung des Formaldehydgaserzeugers schliefst man den Schrank luftdicht ab und läfst die entwickelten FOrmaldehyddämpfe etwa 7 Stunden einwirken, nach welcher Zeit eine vollkommene Oberflächensterilisation eingetreten ist. Nach dieser Zeit
öffnet man vermittelst einer Schiebereinrichtung einige am Schrank vorgesehene Ventilationsklappen, welche mit Wattefiltern versehen sind. Durch die Ventilationsöffnungen strömt nun sterile Luft in den Schrank ein, die durch ein Abzugsrohr entweichen kann, wenn ein darin angebrachter, zum luftdichten Abschlufs dienender Schieber hochgezogen wird.
Das Fleisch hängt also in einem keimfreien und dabei ventilirten Raum und ist absolut bacterienfrei. Hiermit sind alle Bedingungen für die Frischerhaltung des Fleisches erfüllt: Eine Fäulnifs des Fleisches ist ausgeschlossen, weildurch dieFonnaldehyddämpfe die Fäulnifsbacterien abgetödtet sind und ein Zutritt neuer Fäulnifskeime durch die Bakterienfilter verhindert ist; ferner kann die sogen, stinkende saure Gährung (Stickigwerden) nicht eintreten, weil in dem Räume frische, keimfreie Luft cirqiilirt.
Der Schrank wird, am besten in einen mä'fsig kühlen, geruchlosen Raum gestellt.
Die Zuführung von gewöhnlicher Luft an Stelle von keimfreier Luft würde, wie leicht ersichtlich, höchst unzweckmäfsig und praktisch nicht brauchbar sein. Zunächst würden auf diese Weise natürlich wieder neue FSulnifsprocesse einsetzen. Man könnte diese Wirkung nur dadurch beseitigen, dafs man etwa von 2 zu 2 Tagen immer wieder eine Räucherung mit Formaldehydgas vornimmt. Hierdurch würde man aber das Verfahren nicht allein vertheuern, sondern das Fleisch würde auch durch die Zufuhr so bedeutender Formaldehydmengen zu stark gegerbt und daher zum Genufs allmählich ungeeignet werden. Beide Uebelstände umgeht man durch die Anwendung steriler Luft. Hierbei bleibt das Fleisch dauernd bakterienfrei. Neue Formaldehydmengen brauchen erst dann entwickelt zu werden, wenn eine Oeffnung des Schrankes behufs Entnahme eines Theiles des conservirten Fleisches stattgefunden hat. Als ein wesentlicher Vorzug der Ventilation mit keimfreier Luft ist noch der Umstand hervorzuheben, dafs der fortwährende Strom steriler Luft die Wirkung des Desinfectionsgases wesentlich unterstützt, so dafs man an Formaldehyd spart und- das Fleisch deshalb seine natürliche Farbe weniger einbüfst. In strömender keimfreier Luft ist vor allen Dingen auch die Vegetation von Schimmelpilzen, zu deren Abtödtung gröfsere Mengen Formaldehyd erforderlich sind als zur Vernichtung von Bacterien, unmöglich.
Die vorbeschriebene Methode der Fleischconservirung bietet den anderen Methoden gegenüber folgende grofse Vortheile:
1. Der Gehalt des Fleisches an Nähr- und GeschmacksstofFen wird nicht vermindert, während z. B. gesalzenes Fleisch. unter allen Umständen minderwerthig ist, weil es eine er^ hebliche Einbufse an Nährstoffen erlitten hat.
2. Das Fleisch ist für alle Genufszwecke zu verwerthen, da der Geschmack des frischen Fleisches vollkommen erhalten bleibt. Auch das Aussehen des Fleisches bleibt ziemlich unverändert; es verfärbt sich niemals in der Tiefe, sondern höchstens nur in ganz geringfügigem Grade an der Oberfläche.
3. Das nach vorliegender Methode behandelte Fleisch ist nicht im geringsten Mafse gesundheitsschädlich, weil dem Fleische nur ganz geringe Formaldehydmengen anhaften, jedenfalls nicht gröfsere Mengen, als sie in geräuchertem Fleisch enthalten sind. (Der Formaldehydgehalt des Rauchfleisches stammt aus dem zum Räuchern bestimmten Holzrauch.)
4. Die Methode ist aufserordentlich einfach, sauber und wohlfeil. Für einen Schrank von ι cbm Inhalt sind im Maximum nur zwei Formalinpastillen erforderlich.
Die Conservirung durch Hitze (Büchsenfleisch) ist zu theuer und kann nur in Ausnahmefällen Anwendung finden. Kühlanlagen mit maschinellem Betriebe rentiren nur für gröfsere Fleischereigenossenschaften. Auch die Conservirung mittelst Eis ist sehr theuer.
5. Das Fleisch kann so lange frisch erhalten werden, wie es der Fleischer, Händler und Consument wünscht.
6. Das Fleisch hält sich, dem Conservirungsschrank entnommen, viel länger frisch, als das durch kalte Luft bezw. durch Eis conservirte Fleisch.
7. Die Methode kann überall und von Jedem gehandhabt werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Conserviren von Fleisch, dadurch gekennzeichnet, dafs man in einem geschlossenen Raum gasförmigen Formaldehyd auf Fleisch einwirken lä'fst und nach vollendeter Sterilisation den Raum mit keimfreier Luft ventilirt.
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