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Rakete Die Erfindung betrifft Raketen, und insbesondere ist sie darauf
gerichtet, Raketen mit Vorrichtungen zu versehen, die die Rakete über ihren Operationsbereich
hin zu Steuerungszwecken leichter sichtbar machen.
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Gemäß der Erfindung wird eine Rakete vorgeschlagen, bei der die Raketenantriebsdüse
mit einer Verlängerung versehen ist und die dadurch gekennzeichnet ist, daß die
äußere Oberfläche der Düse und/oder die Düsenverlängerung einen Belag aus Magnesium
aufweist, der während des Fluges der Rakete entzündet wird, um die Flugbahn sichtbar
zu machen.
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Es ist an sich bekannt, die Flugbahn von Geschossen dadurch sichtbar
zu machen, daß in der Nähe des hinteren Endes der Geschosse rauch- oder flammenbildende
Stoffe angebracht sind. Es sind auch schon Einrichtungen vorgeschlagen worden, durch
die der Zeitpunkt geregelt wird, an dem die Flamme oder der Rauch an dem Geschoß
sichtbar wird. Bei diesen bekannten Vorschlägen für die Sichtbarmachung von Geschossen
war es erforderlich, an den Geschossen besondere Räume vorzusehen, welche die Massen
oder Einrichtungen aufnehmen, die zur Entwicklung der Rauchbahn dienen. Bei Raketen
ist es aber erforderlich, daß der zur Verfügung stehende Raum restlos für die Unterbringung
der Antriebsmittel ausgenutzt wird. Demgemäß wird nach dem Erfindungsgegenstand
vorgeschlagen, die Raucherzeugung bewirkenden Mittel, nämlich das abbrennende Magnesium,
an die äußere Oberfläche der Düse und/oder einer Düsenverlängerung anzubringen.
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Das Magnesium wird vorzugsweise auf die äußere Oberfläche der Düse
bzw. die äußere Oberfläche einer Verlängerung bzw. eines Ansatzes an der Düse aufgespritzt,
jedoch kann es auch elektrolytisch niedergeschlagen oder auch in Bandform angewandt
und schraubenförmig auf eine derartige äußere Oberfläche aufgewickelt werden.
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Wenn eine Verlängerung der Austrittsdüse verwendet wird, kann diese
Verlängerung ein Rohr sein, dessen Achse mit der Achse der Düse des Raketentriebwerkes
übereinstimmt, wobei das Material sich auf der äußeren Oberfläche des Rohres befindet.
Die Verlängerung bzw. der Ansatz kann jedoch auch anders und nicht rohrförmig gestaltet
sein und in einem Winkel zur Achse der Raketentriebwerksdüse, z. B. in Form einer
durchlöcherten Platte, liegen, wobei deren Achse in rechtem Winkel zur Achse der
Düse liegt, und das Material kann auf die nach rückwärts gerichtete Oberfläche oder
auf die nach vorwärts gerichtete Oberfläche des Ansatzes oder auf beide Oberflächen,
je nach der Richtung, aus der die Rakete während ihres Fluges beobachtet werden
soll, aufgebracht werden. Die Verlängerung bzw. der Ansatz besteht vorzugsweise
aus Stahl oder einem feuerfesten Metall und besitzt geringe Dicke.
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Während des Betriebs des Raketentriebwerks, d. h., wenn das Material
durch Wärmeleitung durch die Wandung der Düse und/oder die Wandung der Verlängerung
von den heißen Ausstoßgasen des Raketentriebwerks auf seine Verbrennungstemperatur
erhitzt worden ist, entzündet es sich und bildet eine sehr intensive Lichtquelle.
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Wenn weiterhin Luft, die über das brennende Material gestrichen ist,
in die aus der Düse bzw. der Verlängerung ausgestoßenen Abgase eintritt, können
alle unverbrannten Gase entzündet werden.
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Die durch das brennende Material erzeugte Lichtmenge und somit auch
die Entfernung, über die das Licht sichtbar ist, hängen von der Oberfläche des Materials
ab. Die Brenndauer ist von der Dicke des aufgebrachten Materials abhängig. Der Zeitunterschied
zwischen dem Zünden des Triebwerks und dem des Materials ist von verschiedenen Faktoren
abhängig, d. h.
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a) der Temperatur, dem Massenfluß und der Geschwindigkeit der ausgestoßenen
Gase, b) der Dicke und der thermischen Leitfähigkeit der Verlängerung bzw. des Ansatzes,
c) der Schichtdicke des aufgebrachten Materials und d) der Zündtemperatur des Materials.
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Gemäß Fig. 1 der Zeichnungen ist der Drosselring 1
eines Raketentriebwerks
zur Verwendung in einer Rakete in ein Drosselgehäuse bzw. einen Expansionskegel
t
eingepaßt, der mit einem dünnwandigen zylindrischen Verlängerungsstück 3 ein Ganzes
bildet. Die äußere Oberfläche des Verlängerungsstücks 3 trägt eine Magnesiumschicht
4. Diese Magnesiumschicht wird auf die äußere Oberfläche des Verlängerungsstücks
3 durch Aufspritzen aus der Schmelze aufgebracht. Während des Betriebs des Raketentriebwerks,
d. h. wenn das Magnesium durch Wärmeübertragung auf seine Zündtemperatur erhitzt
worden ist, bildet das Magnesium unter nur geringem Verspritzen eine gleichbleibende
weiße Lichtquelle.
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Die äußere Oberfläche der Verlängerung kann im Vergleich zu der in
Fig. 1 gezeigten Ausführungsform so modifiziert werden, daß die von jedem gewünschten,
von der Rakete entfernt liegenden Ort sichtbare Lichtmenge erhöht wird. Dies wird
in Fig. 2 der Zeichnungen erläutert, worin 5 das Drosselgehäuse bzw. den Expansionskegel,
6 den Drosselring und 7 ein dünnwandiges zylindrisches Verlängerungsstück bedeutet,
das mit dem Drosselgehäuse 5 ein Ganzes bildet. Das Drosselgehäue 5 besitzt eine
angewinkelte äußere Oberfläche 8, und diese Oberfläche trägt zusammen mit der äußeren
Oberfläche der Verlängerung eine Magnesiumschicht 9.
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Bei anderen Ausführungsformen kann die Verlängerung bzw. der Ansatz
in einem Winkel zur Achse der Düse des Raketentriebwerks, d. h. zum Beispiel im
rechten Winkel und nicht parallel zur Achse liegen.