DE1098677B - Formmasse fuer das Giessen von Metallen - Google Patents

Formmasse fuer das Giessen von Metallen

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DE1098677B
DE1098677B DEE13073A DEE0013073A DE1098677B DE 1098677 B DE1098677 B DE 1098677B DE E13073 A DEE13073 A DE E13073A DE E0013073 A DEE0013073 A DE E0013073A DE 1098677 B DE1098677 B DE 1098677B
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    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22CFOUNDRY MOULDING
    • B22C1/00Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds
    • B22C1/02Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds characterised by additives for special purposes, e.g. indicators, breakdown additives
    • B22C1/08Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds characterised by additives for special purposes, e.g. indicators, breakdown additives for decreasing shrinkage of the mould, e.g. for investment casting

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Mold Materials And Core Materials (AREA)

Description

  • Formmasse für das Gießen von Metallen Die Erfindung bezieht sich auf kohlenstoffhaltige Formmassen für das Gießen von Metallen, und zwar auf Massen, die hauptsächlich aus Koks und einem Bindemittel bestehen. Aus diesen Massen hergestellte Formen und Kerne sind für das Gießen von Gegenständen aus Eisen- und Nichteisenmetallen und deren Legierungen brauchbar.
  • Es wurde gefunden, daß man sehr brauchbare Formmassen für Metalle auf der Grundlage von Koks und einem Bindemittel in der Weise herstellen kann, daß man als Koks einen Wirbelschichtkoks benutzt, der bei der Verkokung einer schweren Erdölbeschickung in Gegenwart einer Wirbelschicht aus feinen Koksteilchen unter schichtweiser Ablagerung kohlenstoffhaltiger Massen auf den aufgewirbelten Koksteilchen erhalten worden ist.
  • Nach vorliegender Erfindung dient der schwefelarme Wirbelschichtkoks allein oder in Mischung mit Sand als ausgezeichnetes Mittel zur Herstellung von grünen, getrockneten und gebrannten Formen, grünen und gebrannten Kernen, als Schlichte für die Innenseite von Gießformen, Schalenformen oder für Kerne u. dgl. Wirbelschichtkoks ist ein idealer Bestandteil für Metallgießformen, da er kohlenstoffhaltig ist, in großen Mengen zur Verfügung steht und von Natur eine ähnliche Verteilung der Korngrößen wie Formsand zeigt.
  • Durch die Verwendung von `Virbelschichtkoks zur Herstellung von Metallgießformen lassen sich insofern hervorragende Ergebnisse erzielen, als die gegossenen Gegenstände maßhaltiger sind, glattere Oberflächen zeigen und schneller abkühlen können. Da die Wärmeausdehnung von Wirbelschichtkoks wesentlich geringer als bei üblichem Gießereisand ist, kann man bei den Güssen mit erheblich niedrigeren Steigern oder ganz ohne solche Steiger auskommen. Auf diese Weise kann man aus einer Schmelze mehr Gußstücke herstellen, und die Menge der Metallabfälle, die zum Wiedereinschmelzen in den Kupolofen zurückkehren muß, ist erheblich geringer als bisher. Ein anderer Vorteil des Wirbelschichtkokses besteht darin, daß er wegen seines Kohlenstoffgehaltes durch geschmolzenes Eisen nicht »benetzt« «,ird. Dadurch erhält man glattere Metalloberflächen, und das Eindringen von Metall und Aderbildungen wird vermieden.
  • Bei den in letzter Zeit, z. B. zur Verkokung von schweren Kohlenwasserstoffölen in Erdölraffinerien, vielfach benutzten Wirbelschicht-Verkokungsverfahren und den mit ähnlichem feinkörnigem Koks arbeitenden Staubfließverfahren erhält man durch Pyrolyse in Berührung mit feinkörnigen, wärmeübertragenden Fe ststoffteilchen, meist bei etwa 450 bis 815° C oder darüber, neben verhältnismäßig leichteren Kohlenwasserstoffen erhebliche Mengen körnigen Kokses. Der bei der Pyrolyse anfallende Koks scheidet sich, Schicht auf Schicht, auf den aufgewirbelten Feststoffen ab und bildet schließlich mit diesen ein Ganzes. Zwar kann man einen Teil des bei der Crackung entstehenden Kokses durch Verbrennung zur Lieferung von Wärme für das Verkokungsverfahren verbrauchen, doch bleibt bei vielen der genannten Verfahren eine beträchtliche Menge Koks übrig, die als Nebenprodukt ausgetragen wird. Man geht meist von Koksteilchen als wärmeübertragenden Feststoffen aus, die bei dem Verfahren selbst anfallen, so daß dann der N ebenproduktkoks durchweg gleichmäßig zusammengesetzt ist. Der als Nebenprodukt erhaltene Wirbelschichtkoks ist sehr kohlenstoffreich und je nach der verarbeiteten Ölbeschickung mehr oder weniger asche- und schwefelarm.
  • Man hat zwar schon zur Herstellung von Formmassen vorgeschlagen, gemahlenen, gewöhnlichen Koks zuzufügen. Dieser ausschließlich durch Mahlung erhaltene Koks ist aber nicht vergleichbar mit dem Wirbelschichtkoks nach vorliegender Erfindung, denn bei dem letzteren haben die einzelnen Koksteilchen einen zwiebelähnlichen Schalenaufbau, der durch die schichtenweise Ablagerung immer neuer kohlenstoffhaltiger Schichten auf einem Kokskern zustande kommt. Durch Vermahlung oder sonstige Zerkleinerungsverfahren erhaltene Koksteilchen sonstiger Art sind hingegen vielfach gekerbt, kantig, mit Zacken versehen oder von unregelmäßiger, rauher Oberfläche. Der erfindungsgemäß gewonnene Wirbelschichtkoks ist außerdem bedeutend abriebfester und weniger porös als andere Koksprodukte.
  • Es sind auch schon Mischungen aus Retortenkoks, Ruß und Borsäure als Formmassen beschrieben worden. Auch diese Mischungen sind aus dem gleichen Grunde mit den erfindungsgemäßen Formmassen nicht vergleichbar. Die Teilchengröße der für das Verkokungsverfahren verwendeten Feststoffe entspricht etwa 0,04 bis zu 1 mm, im Mittel etwa 0,25 bis 0,35 mm. Der als Nebenprodukt anfallende Koks hat etwa die gleiche Größe. Dieser einzigartige Nebenproduktkoks zeichnet sich durch seine kugel- oder eiförmige Gestalt, das Schichtgefüge, hohe Dichte und Härte aus und unterscheidet sich wesentlich von den durch Pyrolyse kohlenwasserstoffhaltiger Feststoffe und Öle nach anderen Verfahren erhaltenen Koksarten. Der Ausdruck »Wirbelschichtkoks« soll in der vorliegenden Beschreibung sowohl das feste Produkt aus Wirbelschicht-Verkokungsverfahren, d. h. den Nebenproduktkoks oder »rohen« Wirbelschichtkoks, wie auch besonders behandelte Formen dieses rohen Kokses umfassen, die nachstehend noch näher beschrieben werden.
  • Die für die vorliegenden Zwecke bevorzugte Vorbehandlung von Wirbelschichtkoks besteht in einem Glühen und/oder einer Entschwefelung, um seinen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen und Schwefel zu verringern und seine Dichte zu erhöhen. Diese Produkte werden in der vorliegenden Anmeldung als geglühter Wirbelscl-ichtkoks bezeichnet. Obwohl nämlich die Entschwefelungsbehandlung des rohen Wirbelschichtkokses normalerweise meist auch mit einem Glühen des Kokses verbunden ist, trifft dies doch nicht immer unbedingt zu, und der hier gebrauchte Ausdruck »geglühter Wirbelschichtkoks« schließt auch solchen mit ein, der nur entschwefelt worden ist.
  • Beim Glühen des rohen Wirbelschichtkokses kann man in jeder üblichen Weise verfahren. Im allgemeinen besteht es lediglich aus einer genügend langen Wärmebehandlung bei verhältnismäßig hohen Temperaturen, z. B. bei 980° C oder mehr, vorzugsweise getrennt von der Verkokung, aber auch im Rahmen dieses Vorganges, etwa indem man den zum Aufheizen des Wirbelschichtkokses verwendeten Brenner so unterteilt, daß eine besondere Hochtemperaturzone entsteht, aus der dann der Nebenproduktkoks abgezogen werden kann. Bei der Glüh- oder Wärmebehandlung kann der Wirbelschichtkoks in Form einer ruhenden, fließenden oder aufgewirbelten Schicht vorliegen. Ein bevorzugtes Glühverfahren besteht darin, daß man den rohen Wirbelschichtkoks durch unmittelbare Berührung mit Abgasen oder heißen Verbrennungsprodukten rasch auf etwa 1300 bis 1540° C aufheizt und anschließend den heißen Koks rasch von den Gasen abtrennt. Den so erwärmten Koks läßt man dann zur Vollendung der Glühbehandlung etwa 1 Stunde als bewegte Schicht in einer Wärmebehandlungskammer mit feuerfester Auskleidung absinken. Bei dieser bevorzugten Ausführungsaxt können flüchtige Schwefelverbindungen, die verhältnismäßig stark mit Abgasen verdünnt sind, aus der Wärmebehandlungszone gewonnen werden.
  • Für den Fachmann ergibt sich von selbst, daß der rohe Wirbelschichtkoks auch durch wiederholte Verwendung im Gießereibetrieb selbst ausgeglüht wird, und der Ausdruck »Glühen« soll auch diesen Vorgang mit einschließen. Auf diese Weise kann man etwa eine kleine Menge rohen Wirbelschichtkokses, z. B. etwa 5 °/o, kontinuierlich den zur Herstellung von Formen und/oder Kernen in einer Gießerei benutzten Massen zusetzen, wobei er bei wiederholter Verwendung der Masse von selbst genügend ausgeglüht wird.
  • Zur Entschwefelung von rohem oder geglühtem Wirbelschichtkoks kann man auf verschiedene Weise vorgehen. Ein bevorzugtes Verfahren besteht darin, daß man den Koks durch Aufwirbelung mit einem sauerstoffhaltigen Gas bei 310 bis 820° C genügend lange oxydiert, wobei über 3 Gewichtsprozent des Kokses verbrannt werden. Ein bevorzugtes Entschwefelungsvarfahren besteht in dieser Oxydationsbehandlung und anschließender Hydrierung mit einem freien Wasserstoff enthaltenden Gas bei wenigstens 600° C. Manchmal kann man den Wirbelschichtkoks auch ohne vorgahende Wärmebehandlung durch bloße Berührung mit einem Entschwefelungsgas, wie Wasserstoff, Ammoniak, Schwefeldioxyd usw., entschwefeln. Bei Verwendung von Wasserstoff arbeitet man vorzugsweise bei wenigstens 600° C, bei Verwendung von Schwefeldioxyd dagegen beträgt die Temperatur vorzugsweise über 980° C. Ferner sind Drücke von etwa 2,4 bis 7 kg/em2 oder mehr während der Entschwefelung zweckmäßig.
  • An Stelle der Behandlung mit einem Gas zur Entschwefelung genügt oft schon eine Wärmebehandlung bei hoher Temperatur. Die Schwefelverbindungen im Koks lassen sich bei etwa 1310 bis 1540° C zersetzen und austreiben. Bei den niedrigen von diesen Temperaturen können mehrere Stunden Wärmebehandlung zur Entfernung des Schwefels erforderlich sein.
  • Für manche Verwendungszwecke können außer dem Glühen des Kokses noch weitere Vorbehandlungen vorteilhaft sein, etwa indem man ihn zur Verminderung seiner Porosität mit einem Lösungsmittel behandelt oder z. B. mit Wasserglas oder feinverteiltem Graphit imprägniert.
  • Bei Verkokung der üblichen Rückstandsöle hat der überschüssige Wirbelschichtkoks bei seiner Austragung aus der Wirbelschicht-Verkokungskammer normalerweise einen Schwefelgehalt bis zu etwa 7 Gewichtsprozent oder mehr. Vorzugsweise verringert man den Schwefelgehalt nach Bedarf zur Vorbereitung auf die spätere Verwendung für Gießereizwecke in der obengenannten Weise bis auf etwa 7 Gewichtsprozent, da höhere Mengen Schwefel zur Entstehung unzulässiger Mengen schädlicher Dämpfe führen.
  • Die folgende Tabelle 1 dient zur Erläuterung der während der verschiedenen Behandlungen von rohem Wirbelschichtkoks eintretenden Änderungen seiner Eigenschaften. Die für jede Koksart angegebenen Beispiele beziehen sich auf rohen Wirbelschichtkoks mit einer ursprünglichen mittleren Teilchengröße von etwa 235 ,u, der durch Wirbelschichtverkokung eines HaWkins-RÜCkstandöls mit einem spezifischen Gewicht von 1,042, einem Kohlenstoffgehalt von 26 Gewichtsprozent nach Co nradson, einem Siedebeginn von 472° C (berechnet auf Normaldruck) und einem 10 °/ö Punkt von 543° C gewonnen worden war. Die Verkokungstemperatur war etwa dabei 540°C gewesen.
  • Bei dem Beispiel für geglühten Wirbelschichtkoks ließ man rohen Wirbelschichtkoks in Form einer bewegten Wirbelschicht in einer langgestreckten senkrechten Glühkammer bei etwa 1150° C innerhalb von etwa 15 Stunden absinken.
  • Den entschwefelten Wirbelschichtkoks erhielt man durch Behandlung von rohem Wirbelschichtkoks in Form einer bewegten Schicht in einem von außen beheizten, langgestreckten, senkrechten, mit Siliziumcarbid ausgekleideten Glühturm. Der Koks wurde etwa 24 Stunden in Gegenwart einer kleinen Menge Stickstoff als Spülgas auf bis zu etwa 1315° C erwärmt.
  • Im allgemeinen führt das Glühen von Wirbelschichtkoks, der normalerweise einen Schwefelgehalt von 1 bis 12 Gewichtsprozent aufweist, zur Verminderung seines Gehalts an flüchtigen Bestandteilen bis unter etwa 1 Gewichtsprozent und zur Verringerung seines Schwefelgehaltes um 5 bis 20 % und zur Erhöhung seines wahren spezifischen Gewichts bis auf über 1,7. Bei der Entschwefelungsbehandlung geht der Schwefelgehalt auf unter 3 Gewichtsprozent zurück.
    Tabelle I
    Beispiele
    Roher Geglühter Entschwefelter
    Wirbel- Wirbel- Wirbel-
    schichtkoks schichtkoks schichtkoks
    I
    Teilchengröße A. F. S., Nr. ........................ 52 68 75
    Wahres spezifisches Gewicht ........................ 1,48 1,95 1,86
    Schüttgewicht, kg/1 ................................ 1,15 1,15 1,15
    Feuchtigkeit, Gewichtsprozent ...................... 0,5 - -
    Schwefel, Gewichtsprozent ......................... 6,7 5,9 2,0
    Asche, Gewichtsprozent ............................ 0,6 0,8 0,3
    Kohlenstoff, Gewichtsprozent ....................... 88,3 - 97,7
    Wasserstoff, Gewichtsprozent ....................... 1,8 - -
    Flüchtige Bestandteile,
    Gewichtsprozent ................................ 5,6 0,2 -
    Grunddurchlässigkeit .............................. 25/45 25/45 25/45
    Man kann den Wirbelschichtkoks roh, geglüht oder entschwefelt für die Herstellung der Formen usw. entweder allein oder vermischt mit Sand verwenden.
  • Zur Herstellung von Formen, Kernen und Überzügen eignen sich die üblichen Zusatzstoffe und/oder Bindemittel, z. B. Wasser, Öle, zusammengesetzte Kernöle, Fischöle, trocknende Öle, Wasserglas, Bentonit, Dextrin, aschearmer feinkörniger Anthrazit, Getreidemehl, Zucker, Sulfitablauge, warmhärtbare und thermoplastische Kunstharze, Pech, natürliche Harze usw. sowie schließlich übliche Form- und Kernüberzüge.
  • Die aus geglühtem Wirbelschichtkoks aufgebauten Formmassen ergeben hervorragende Gußstücke von hoher Maßhaltigkeit.
  • Die im Vergleich zu dem üblichen Form- und Kernsand verhältnismäßig niedrige Wärmeausdehnung des Wirbelschichtkokses mindert Gußfehler. Es wurde gefunden, daß Wirbelschichtkoks in dieser Hinsicht Zirkonsand mindestens gleichwertig, wenn nicht überlegen ist. Eine Form aus Wirbelschichtkoks hat nur ein Zehntel bis ein Siebentel der Ausdehnung einer üblichen Sandform. Beim Gießen in eine Form aus V6'irbelschichtkoks enthaltenden Massen entsteht durch diesen eine genügend reduzierende Atmosphäre, sogar wenn der Koks nur als Zusatzstoff in der Formmasse enthalten ist.
  • Die Verwendung von Wirbelschichtkoks erlaubt eine schnellere Abkühlung der Formen mit den Gußstücken. Beim Gießen von Nichteisenmetallen, z. B. von Messing und Aluminium, ermöglicht diese höhere Abkühlungsgeschwindigkeit die Erzeugung von Gußstücken mit feinerer Korngröße und besserem Gefüge, als es normalerweise erreichbar wäre. Für den Fachmann ist es ferner besonders wertvoll, daß durch die im Vergleich zu Sand höhere Wärmeleitfähigkeit des Wirbelschichtkokses die Brennzeiten und/oder -temperaturen von gebrannten Formen und Kernen wesentlich niedriger sind und die Formen viel gleichmäßiger gebrannt werden können.
  • Da das Schüttgewicht von Wirbelschichtkoks um etwa 20 °% geringer als das von Sand ist, kann man mit einer geringeren Gewichtsmenge davon auskommen und dadurch die Herstellungskosten herabsetzen. Beim Gießen von Stahl wurde ferner gefunden, daß der Wirbelschichtkoks eine Einsatzhärtewirkung verursacht, die in manchen Fällen erwünscht ist. Bei Grauguß jedoch, der ganz mit Kohlenstoff gesättigt ist, verändert die kohlenstoffhaltige Formmasse den Guß nicht mehr.
  • Versuche haben gezeigt, daß der Wirbelschichtkoks bei Verwendung als Formmassenbestandteil keinen wesentlichen Verlust erleidet und mehrfach verwendet werden kann. Es wurde sogar gefunden, daß der erneut verwendete geglühte Wirbelschichtkoks oder »ausgeschüttelter« Wirbelschichtkoks verschiedene Vorteile aufweist, da die vorhergehende Verwendung eine weitere Glühbehandlung und Entschwefelung des Kokses mit sich bringt und dadurch dessen Eigenschaften verbessert.
  • Im allgemeinen soll der Schwefelgehalt von Wirbelschichtkoks wegen der Entstehung von Gasen und/oder zur Verminderung der Schwefelaufnahme an den Oberflächen der Gußstücke möglichst gering sein und höchstens 7 Gewichtsprozent betragen. Bei Eisenlegierungen, insbesondere Grauguß, nimmt man möglichst nur Wirbelschichtkoks mit unter 3 Gewichtsprozent Schwefelgehalt, da höhere Schwefelgehalte zu beträchtlicher Bildung von Eisensulfid auf der Oberfläche der Gußstücke führt, wodurch unerwünschtes Reißen und Oberflächenhärtung verursacht werden kann. Manchmal kann dies jedoch von Vorteil sein, z. B. wenn das Eisen mit Mangan legiert ist. Der Schwefel im Koks bildet dann vorzugsweise Mangansulfid, das die Eigenschaften der Gußstücke verbessert. Bei Nichteisenmetallen, z. B. beim Gießen von Messing und Aluminium, braucht die Anwesenheit von Schwefel nicht unbedingt schädlich zu sein. Beim Gießen von Magnesium wird öfters der rohe Wirb°1-schichtkoks mit hohem Schwefelgehalt bevorzugt, da Schwefel beim Gießen von Magnesium normalerweise als Hemmstoff (Inhibitor) in Form- und Kernmischungen wirkt.
  • Im allgemeinen wurde gefunden, daß bei der Herstellung grüner Formen aus Wirbelschichtkoks größere Mengen bestimmter Zusatzstoffe erforderlich sind, während von anderen Zusätzen die normalerweise zugegebenen Mengen niedriger als bei aus Sand bestehenden Massen sein oder sogar ganz wegfallen können. Bei Verwendung von Wirbelschichtkoks kann man z. B. bis zu 50 % mehr Wasser zur Verarbeitung nehmen. Bei Zusatz von Ölen, z. B. von trocknenden Ölen, Fischölen und/oder üblichen Kernölen, gibt man diese wegen des größeren Volumens je Gewichtseinheit des Wirbelschichtkokses normalerweise in etwas größerer Menge als bei Kernsand zu. Für die Herstellung von Formen und Kernen schreckt man die Koksteilchen vor dem Zusatz des flüssigen Bindemittels vorzugsweise ganz mit Wasser ab.
  • Nach Bedarf zerkleinert man den Wirbelschichtkoks entweder vor oder nach dem Glühen und sortiert die für die verschiedenen Gußverfahren erforderlichen Größen und Korngemische aus.
  • Um diejenigen Anwendungsbereiche festzustellen, innerhalb deren Wirbelschichtkoks brauchbar ist, wurden Versuche durchgeführt. Grauguß, Stahl, Bronze, Messing und Aluminium wurden in technischem '-Maßstab unter, Verwendung von grünen Formen, Schalenformen und Kernen gegossen, in denen roher geglühter oder geglühter und entschwefelter Wirbelschichtkoks enthalten war. Man verwendete hierbei Formherstellungs- und Gießverfahren, wie sie zur Herstellung handelsüblicher Gegenstände gebräuchlich sind. Der Wirbelschichtkoks wurde dabei ganz oder teilweise als Ersatz für den üblichen Formsand verwendet. Man führte auch Versuche unter strengeren Bedingungen zum Gießen von Bronze, insbesondere von bronzenen Kreiselpumpenrädern, durch, wofür sonst zur Erzielung eines guten Gußes Zirkonsand wegen seiner niedrigen Wärmeausdehnung verwendet wurde.
  • In allen Fällen zeigte sich, daß geglühter Wirbelschichtkoks die Herstellung eines den üblichen Gußprodukten entsprechendenundmeistsogarüberlegenen Gußes ermöglicht. Beispiel I Wirbelschichtkoks wurde zur Herstellung eines Ober-und Unterkastens für den Guß eines Pumpenkolbens in technischem Betrieb verwendet. Der Pumpenkolben aus Gräuguß wurde einerseits in Formen aus rohem Wirbelschichtkoks und andererseits aus geglühtem und entschwefeltem Wirbelschichtkoks und zum Vergleich aus üblichem Formsand gegossen. Die physikalischen Eigenschaften des rohen und des geglühten Kokses sind in Tabelle 1 aufgeführt. Die Teilchengröße des Wirbelschichtkokses und des Sandes sind in Tabelle II angegeben und die Zusammensetzung und Eigenschaften der Formen in Tabelle III.
    Tabelle II
    Menge des auf dem Sieb Menge des auf dem Sieb Menge des auf dem Sieb
    Maschenweite zurückbleibenden rohen zurückbleibenden
    mm Kokses geglühten Kokses zurückbleibenden Sandes
    Gewichtsprozent Gewichtsprozent Gewichtsprozent
    3,4 0,2 - -
    1,7 0,2 0,8 -
    0,85 0,4 1,0 0,2
    0,6 0,2 2,6 0,4
    0,4 2,0 3,6 3,8
    0,3 32,2 12,3 17,0
    0,24 43,8 28,7 34,4
    0,15 15,6 23,0 30,2
    0,105 3,4 15,1 8,8
    0,075 1,4 8,7 2,4
    0,05 0,2 2,2 0,8
    Rest 0,2 2,0 0,6
    A.F.S.-Feinheit - - Ton 0,5
    52,7 75 63
    Tabelle III -Gemisch, das Roher geglühten Übliches Wirbel- Wirbel- Sandgemisch schichtkoks schichtkoks enthält Zusammerisetzungl) Roher Wirbelschichtkoks, Gewichtsprozent .......... 100 - -Geglühter Wirbelschichtkoks2) Gewichtsprozent ..... - 100 -Sand, Gewichtsprozent ........................... - - 100 Mogul-Getreidebindemittel, Gewichtsprozent ........ 1,2 1,2 etwa 1,2 Weizenmehl, Gewichtsprozent ..................... - - 1,0 Holzmehl, Gewichtsprozent ....................... - - -Bentonit aus den westlichen USA., Gewichtsprozent . . 3,9 3,9 etwa 2,9 Bentonit aus den südlichen USA., Gewichtsprozent ... - - 5,8 Aschearmer feinkörniger Anthrazit, Gewichtsprozent . . - - 4,4 Wasser, Gewichtsprozent.......................... 5,6 5,0 4,2 Physikalische Eigenschaften Durchlässigkeit in grünem Zustand ................ 130 35 120 Druckfestigkeit in grünem Zustand, kg/cm2 ......... 0,38 0,23 0,39 Verformung, 0% ................................. 0,027 0,022 0,018 Festigkeit bei 815°C, kg/cm2 ...................... 7,5 27,8 _ 6,5 Festigkeit bei 1100°C, kg/cm2 ..................... 0,14 1,41 1,26 Wärmeausdehnung bei 815°C, cm/cm .............. 0,0033) 0,004 0,022 Formhärte, Oberkasten .......................... 70 70 55 Formhärte, Unterkasten .......................... 75 75 - 75 Gießtemperatur, 'C .............................. 1420 1420 1390 s) Diese und die folgenden Tabellen beziehen sich auf Koks (und, wenn vorhanden, Sand) in einer Menge von insgesamt 100 Gewichtsprozent, wobei alle anderen Bestandteile in Gewichtsprozent, bezogen auf Koks und/oder Sand, angegeben sind.
  • -) »Ausgeschüttelter« Koks.
  • 3) Dehnung bei Erwärmung innerhalb von 3 Minuten, sodann innerhalb von 12 Minuten wieder abgekühlt, bis Zusammenziehung 0,024 cm/cm betrug. Bei weiteren Versuchen wurde beim Ausschlagen der Formen 1/2 Stunde nach dem Gießen der Gußstücke festgestellt, daß aus der üblichen Form kommende Gußstücke noch kirschrotwarm waren, während diejenigen schwarz waren, die aus solchen Formen kamen, die aus rohem oder auch aus geglühtem Wirbelschichtkoks bestanden. Daraus geht hervor, daß Wirbelschichtkoks eine viel höhere Wärmeleitfähigkeit hat, die sehr erwünscht ist, da sie die Schrumpfung der Gußstücke auf ein Mindestmaß beschränkt. Beispiel II Aus Wirbelschichtkoks mit einer Korngrößenverteilung wie in Tabelle II wurde eine Form zum Gießen einer Bronze hergestellt. Zum Vergleich wurde in eine übliche Sandform gegossen. Die Zusammensetzung und die Eigenschaften der Formen sind in Tabelle IV angegeben.
    Tabelle IV
    Gemisch
    aus gegIühtem Sand-
    Wirbel- gemisch
    Schichtkoks
    Zusammensetzung
    Sand, Gewichtsprozent .... - 100
    Geglühter Koks, Gewichts-
    prozent ............... 100 -
    Bentonit aus den südlichen
    USA., Gewichtsprozent 5,1 4,8
    Pech, Gewichtsprozent ... 1,0 1,0
    Wasser, Gewichtsprozent 3,9 3,4
    Physikalische Eigenschaften
    Feuchtigkeit, Gewichts-
    prozent ............... 3,8 3,3
    Durchlässigkeit in grünem
    Zustand, kg/cm2 ....... 37 52
    Druckfestigkeit in grünem
    Zustand, kg/cm2 ....... 0,33 0,57
    Verformung, 0% ......... 0,021 0,012
    Festigkeit bei 815°C, kg/cm2 12,6 12,6
    Festigkeit bei 1100°C,
    kg/cm2 . . . . . . . . . . . . . . . 0,42 7,17
    Formhärte, Oberkasten ... 45 75
    Formhärte, Unterkasten .. 55 75
    Gießtemperatur, °C....... 1230 1230
    Beispiel III Wirbelschichtkoks diente zur Herstellung von Schalenformen zum Gießen eines Bohrergehäuses aus Aluminium in technischem Betrieb. Der geglühte und entschwefelte Wirbelschichtkoks mit einer der in Tabelle II angegebenen Teilchengrößen wurde mit 6,1010 eines handelsüblichen Phenolharzbindemittels vermischt und zur Herstellung einer Schalenform verwendet, während 6,0 °/o des gleichen Harzes mit Sand zur Herstellung einer zweiten Schalenform dienten. Die zugehörigen Kerne wurden aus Sand hergestellt. Bei dem in den Formen aus Wirbelschichtkoks gegossenen Werkstück waren die Oberflächenbeschaffenheit, das Metallkorngefüge und die Maßgenauigkeit besser als bei den mit üblichen Schalenformen hergestellten Gußstücken. Dieses Beispiel zeigt, daß man beim Gießen von Aluminium unter Verwendung von Wirbelschichtkoks als Bestandteile der Formen hervorragende Ergebnisse erzielen kann.
  • Man kann auch Mischungen aus Wirbelschichtkoks und Sand für Kerne herstellen, die sich im Vergleich zu üblichen Kernen als gut brauchbar erweisen.
  • In der folgenden Tabelle V sind bevorzugte typische Bereiche für Gemische aufgeführt, die zur Herstellung von grünen, gebrannten, ölgebundenen und Schalenkernen und -formen verwendet werden können und bevorzugte Anwendungen von Wirbelschichtkoks darstellen.
    Tabelle V
    Zusammensetzungsbereiche von Formen und Kernen
    Gewichtsprozent
    Grün ( Gebrannt j Schalenform
    Wirbelschicht-
    koks ......... 25 bis 100 25 bis 100 25 bis 100
    Sand .......... Rest Rest Rest
    Wasser ......... <10 <10 -
    Bentonit ....... <10 - -
    Getreide ....... < 4 <4
    Harz .......... - - <12
    Ö1 ............. - < 4 -
    Die sonst üblichen Zusätze, wie Peche, Glanzerz, Graphit und Anthrazitkohle, die früher dem Formsand zugemischt wurden, können bei der Masse nach der Erfindung wegfallen.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Formmasse für das Gießen von Metallen, die im wesentlichen aus Koks und einem Bindemittel besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Koks ein Wirbelschichtkoks ist, der bei der Verkokung einer schweren Erdölbeschickung in Gegenwart einer Wirbelschicht aus feinen Koksteilchen unter schichtweiser Ablagerung kohlenstoffhaltiger Materialien auf den aufgewirbelten Koksteilchen erhalten worden ist.
  2. 2. Formmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirbelschichtkoks einen Schwefelgehalt von unter 7 Gewichtsprozent, einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von unter 1 Gewichtsprozent und eine wahre Dichte von über 1,7 besitzt.
  3. 3. Formmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirbelschichtkoks mit Sand gemischt ist und das Bindemittel weniger als 10 Gewichtsprozent Wasser und weniger als 12 Gewichtsprozent Getreidemehl, Harz und/oder Öl enthält.
  4. 4. Formmasse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der darin enthaltene Wirbelschichtkoks durch Glühen und/oder Entschwefelung von rohem Wirbelschichtkoks erhalten worden ist. In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschrift Nr. 2 507 390; deutsche Patentschrift Nr. 293 402.
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