DE10029964A1 - Dispersionsklebstoff zum Arretieren von Belägen auf einem Untergrund - Google Patents

Dispersionsklebstoff zum Arretieren von Belägen auf einem Untergrund

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DE10029964A1
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Manfred Koehler
Manfred Pohl
Nina Feuerbacher
Goetz Hillert
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WAKOL CHEMIE WALTER KOLODZIEJ
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WAKOL CHEMIE WALTER KOLODZIEJ
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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09JADHESIVES; NON-MECHANICAL ASPECTS OF ADHESIVE PROCESSES IN GENERAL; ADHESIVE PROCESSES NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE; USE OF MATERIALS AS ADHESIVES
    • C09J133/00Adhesives based on homopolymers or copolymers of compounds having one or more unsaturated aliphatic radicals, each having only one carbon-to-carbon double bond, and at least one being terminated by only one carboxyl radical, or of salts, anhydrides, esters, amides, imides, or nitriles thereof; Adhesives based on derivatives of such polymers
    • C09J133/04Homopolymers or copolymers of esters
    • C09J133/06Homopolymers or copolymers of esters of esters containing only carbon, hydrogen and oxygen, the oxygen atom being present only as part of the carboxyl radical
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L2666/00Composition of polymers characterized by a further compound in the blend, being organic macromolecular compounds, natural resins, waxes or and bituminous materials, non-macromolecular organic substances, inorganic substances or characterized by their function in the composition
    • C08L2666/02Organic macromolecular compounds, natural resins, waxes or and bituminous materials
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    • C08L2666/54Inorganic substances

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)

Abstract

Es wird ein Dispersionsklebstoff zum Arretieren von Belägen mit einer Rückseite aus Vliesmaterial auf einem Untergrund vorgeschlagen, bei dem die Klebstoffpartikel aneinanderhaften und bei einer geringen Schälkraft voneinander lösbar sind.

Description

Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Dispersionklebstoff nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Zum Verlegen von Bodenbelägen wie beispielsweise Teppichböden, PVC oder Polyolefinbeläge werden meist Klebstoffe oder Fixierungen verwendet. Ein Problem ergibt sich meist dann, wenn der Bodenbelag zum Zwecke der Renovierung, im Falle einer Beschädigung oder bei einer falschen Verlegung vom Untergrund entfernt werden muß. Um ein leichtes Entfernen des aufgeklebten Bodenbelages zu ermöglichen, werden häufig Fixierungen, haftende Zwischenschichten wie beiepielsweise Klebefolien oder Klebenetze oder ähnliche Systeme verwendet. Mit Fixierungen geklebte Bodenbeläge weisen in der Regel einen Schaumrücken oder einen synthetischen Zweitrücken auf. Beim Entfernen des Belags vom Untergrund erfolgt bei den Belägen mit Schaumrücken ein Abtrennen der Schaumschicht vom übrigen Belag oder eine Spaltung innerhalb der Schaumschicht. Bei fester Rückseite des Belags kann der gesamte Belag gegebenenfalls mit einer haftenden Zwischenschicht vom Untergrund abgezogen werden. Es bleiben jedoch stets Rückstände auf dem Untergrund. Als nachteilig erweist sich, daß während der Nutzungsdauer des Bodenbelages ähnlich hohe Festigkeiten aufgebaut werden wie bei gewöhnlichen Teppichklebstoffen. Soll der Belag vom Untergrund entfernt werden, so kann dies nur durch aufwendige mechanische Verfahren oder Einnässen über einen längeren Zeitraum erreicht werden.
Bei Klebenetzen handelt es sich um stark oberflächenklebrige Verlegenetzte, die eine Wiederentfernung des aufgeklebten Bodenbelages zulassen. Derartige Klebenetze sind jedoch nur für Beläge geeignet, die sehr dimensionsstabil sind und auch ohne Befestigung am Untergrund flach auf dem Untergrund aufliegen.
Darüberhinaus ist das Kleben einer Papier- oder Papptrennlage auf den Untergrund und das Aufkleben des Belages auf diese Trennlage bekannt. Beim Ablösen des Belages vom Untergrund kommt es zu einer Spaltung in der Trennlage. Ein derartiges System ist sehr aufwendig zu verlegen.
Die Bodenbeläge werden in jüngerer Zeit häufig mit Rückseiten aus Vliesmaterial oder Zweitrücken aus Vliesmaterial ausgestattet. Dadurch entfällt eine Schaumschicht. Beim Aufkleben derartiger Bodenbeläge mit einer Rückseite oder einem Zweitrücken aus Vliesmaterial kommt es zu einer extremen Verankerung des Klebstoffs in dem Vliesstoff. Ein nachträgliches Entfernen des aufgeklebten Belages wird dadurch sehr erschwert oder unmöglich gemacht. Zum Entfernen sind extrem hohe Kräfte notwendig. Diese können ein Auseinanderreißen des Vliesstoffs oder eine Trennung des Vliesstoffs vom übrigen Belag bewirken. Als Folge verbleiben Reste des Belages am Untergrund, welche nur mühsam entfernt werden können.
Die Erfindung und ihre Vorteile
Demgegenüber hat der erfindungsgemäße Dispersionsklebstoff mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 den Vorteil, daß eine geringe Haftung gegen Schälkräfte auftritt. Als Schälkräfte werden Kräfte bezeichnet, die senkrecht zum Untergrund wirken oder eine Kraftkomponente senkrecht zum Untergrund aufweisen. Bei Scherkräften, welche parallel zur Oberfläche des Untergrundes auftreten können, ist die Haftung ausreichend, so daß bei entsprechender Belastung, beispielsweise beim Rollen oder Schieben eines Stuhles, kein Faltenwurf auftritt. Der aufgeklebte Belag haftet so gut, daß er auch bei starker Belastung, wie beispielsweise in Büros, eingesetzt werden kann. Dennoch kann das Trennen des Belags vom Untergrund mit relativ geringen Kräften durchgeführt werden. Dies ist insbesondere bei einer Renovierung der Räume von Bedeutung. Zum Entfernen des Belages ist übliches Handwerksgerät ausreichend. Das Entfernen kann auch durch eine Person allein durchgeführt werden. Damit ist das Lösen des Belages vom Untergrund schneller und einfacher durchzuführen als bei bekannten Klebstoffen.
Nach der Entfernung des Bodenbelages kann eine Klebstoffteilschicht am Untergrund zurückbleiben. Diese läßt einen einfachen Neuaufbau zu. Der Neuaufbau erfolgt in der Regel durch Überspachteln der Klebstoffteilschicht, wodurch unmittelbar ein neuer verlegereifer Untergrund geschaffen wird. Darüberhinaus ist aber auch das vollständige Entfernen der Klebstoffteilschicht durch mechanische Bearbeitung und durch Zuhilfenahme von Wasser möglich.
Als Untergrund zum Aufkleben eines Belages mit dem Dispersionsklebstoff eignen sich Zementestriche, Calciumsulfatestriche, Mischungen von Zement und Calciumsulfat, Gußasphalt und Magnesiaestriche, Spanplatten oder ein entsprechend den geltenden Normen und Vorschriften vorbereiteter Altuntergrund. Im Falle der Verlegung von dampfdichten Belägen muß der Untergrund saugfähig sein. Bei diffusionsfähigen Belägen, kann der Untergrund entweder saugfähig oder nicht saugfähig sein. Der Dispersionsklebstoff ist auch bei einem Untergrund mit Warmwasser-Fußbodenheizung einsetzbar.
Zur Verarbeitung wird der Klebstoff vor Gebrauch gut durchmischt, beispielsweise aufgerührt. Mit einer gezahnten Spachtel kann er gleichmäßig auf den Untergrund aufgetragen werden. Nach entsprechender Ablüftezeit wird der Belag eingelegt und gut angerieben. Nach kurzer Zeit kann ein nochmaliges Nachreiben erfolgen. Damit ist das Verlegen abgeschlossen.
Zur Reinigung des Belages können die üblichen Verfahren wie zum Beispiel Shampoonierung und Sprühextraktionen wie bei bekannten Teppichklebstoffen eingesetzt werden.
Der erfindungsgemäße Dispersionsklebstoff hat die Vorteile, daß er lösemittelfrei (entsprechend der Definition der TRGS 610) und sehr emissionsarm (nach den Kriterien der GEV eingestuft in die Emicode-Klasse EC1), Stuhlrollen-geeignet und zur Verlegung auf verschiedenen Untergründen auch mit Fußbodenheizung geeignet ist. Der Dispersionsklebstoff garantiert einerseits eine ausreichende Haftung am Untergrund und gestattet andererseits ein leichtes Entfernen des Belages vom Untergrund. Darüberhinaus ist der Verbrauch beim Verlegen wesentlich geringer als bei bekannten Teppichklebstoffen. Unter gleichen Bedingungen werden von dem erfindungsgemäßen Dispersionsklebstoff maximal 250 bis 300 g/m2 benötigt, während bei bekannten Teppichklebstoffen ca. 400 g/m2 notwendig sind.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind als Komponenten des Dispersionsklebstoffs Polymerdispersionen, Füllstoffe und Harze vorgesehen. Als Polymerdispersion kann beispielsweise eine Acrylat-Dispersion verwendet werden. Es eignen sich Reinacrylate, Acrylatcopolymere, Styrolbutadien und Ethylenvinylacetat. Dabei sind auch Mischungen der verschiedenen Stoffklassen möglich. Als Comonomere kommen Butyl-, 2-Ethylhexylacrylat, Styrol, Vinylacetat und Acrylnitril in Frage. Der Anteil der Polymerdispersion am Dispersionsklebstoff betägt 20 bis 40 Gewichtsprozent.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind als Harze Kohlenwasserstoffharze, Kolophonium oder deren Derivate vorgesehen. Die Verwendung von Harzen in dispergierter Form ist ebenfalls möglich. Die Harze haben einen Anteil von 5 bis 20 Gewichtsprozent.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden als Füllstoffe Kreide, Schwerspat, Leichtspat und Leichtfüllstoffe wie beispielsweise Mikrohohlkugeln aus Kunststoff oder Glas eingesetzt. Als besonders vorteilhaft erweist sich eine Mischung aus Kreide und Leichtfüllstoff im Verhältnis 3 : 1 bis 5 : 1. Die Füllstoffe haben vorteilhafterweise einen Anteil von 25 bis 50 Gewichtsprozent am Dispersionsklebstoff.
Weitere Vorteile und Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den nachfolgenden Beispielen und den Ansprüchen entnehmbar.
Alle in der Beschreibung und den nachfolgenden Ansprüchen dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.
Die nachfolgenden Beispiele zeigen weitere Einzelheiten und verschiedene Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung:
Beispiel 1
Folgende Komponenten werden zu einem Dispersionsklebstoff vermischt:
20 bis 40 Gewichtsteile einer Mischung aus 60%igen wäßrigen Dispersionen von Copolymeren auf Basis Acrylsäureester der Firmen BASF, Rohm und Haas,
5 bis 20 Gewichtsteile von Harzen, insbesondere Balsamharz und Triethylenglykolester der Firmen Ter Hell oder Akzo,
25 bis 50 Gewichtsteile eines Füllstoffgemischs aus Calciumcarbonat und Mikrohohlkugeln im Verhältnis 3 : 1 der Firmen Alpha Calcit, Omya, Akzo Nobel,
1 bis 5 Gewichtsteile Additive zur Viskositätsregulierung und Stabilisierung des Gemisches: Polyacrylsäure Latekoll D von BASF, Entschäumer Agitan von Münzing, Benetzungshilfsmittel Calgon N von BK Ladenburg,
1 bis 5 Gewichtsteile Wasser zur Viskositätseinstellung.
Beispiel 2
Folgende Komponenten werden zu einem Dispersionsklebstoff vermischt:
40 Gewichtsteile Acrylat-Copolymergemisch Acronal A 380 und/oder Primal PS 83 D,
15 Gewichtsteile Harzester Burez LE 3004 der Firma Akzo Nobel,
40 Gewichtsteile Omyacarb 6 AL in Mischung 3 : 1 mit Expancel 551 WE 20 der Firmen Alpha Calcit, Omya und Akzo Nobel,
1 Gewichtsteil Verdicker Latekoll D von BASF,
2 Gewichtsteile Calgon N, Entschäumer Agitan 218, Konservierungsmittel Acticid SPX,
2 Gewichtsteile Wasser.

Claims (12)

1. Dispersionsklebstoff zum Arretieren von Belägen mit einer Rückseite aus Vliesmaterial auf einen Untergrund, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebstoffpartikel aneinanderhaften und bei einer geringen Schälkraft voneinander lösbar sind.
2. Dispersionsklebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Komponenten Polymerdispersionen, Füllstoffe und Harze vorgesehen sind.
3. Dispersionsklebstoff nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Polymerdispersion eine Acrylat- Dispersion vorgesehen ist.
4. Dispersionsklebstoff nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Polymere Reinacrylate, Acrylatcopolymere, Styrolbutadien, Ethylenvinylacetat oder Mischungen dieser Stoffe vorgesehen sind.
5. Dispersionsklebstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerdispersion einen Anteil von 20 bis 40 Gew.-% hat.
6. Dispersionsklebstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Comonomere, insbesondere Butyl-, 2-Ethylhexyacrylat, Styrol, Vinylacetat oder Acrylnitril vorgesehen sind.
7. Dispersionsklebstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Harze Kohlenwasserstoffharze, Kolophonium und/oder deren Derivate vorgesehen sind.
8. Dispersionsklebstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Harze einen Anteil von 5 bis 20 Gew.-% haben.
9. Dispersionsklebstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Füllstoffe Kreide, Schwerspat, Leichtspat oder Leichtfüllstoffe vorgesehen sind.
10. Dispersionsklebstoff nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Füllstoff eine Mischung aus Kreide und Leichtfüllstoff im Verhältnis 3 : 1 bis 5 : 1 vorgesehen ist.
11. Dispersioneklebstoff nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß als Leichtfüllstoff Mikrohohlkugeln, insbesondere aus Glas oder Kunststoff ausvorgesehen sind.
12. Dispersionklebstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllstoffe einen Anteil von 25 bis 55 Gew.-% haben.
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102008013020A1 (de) * 2008-03-07 2009-09-17 Btf Produktentwicklungs- Und Vertriebs-Gmbh Klebstoff, insbesondere Dispersions-Parkettkleber
US20110189427A1 (en) * 2007-11-07 2011-08-04 Interface Aust. Pty Limited Carpet tile, a method for making a carpet tile and compositions for use in making a carpet tile
EP2610317A1 (de) 2011-12-26 2013-07-03 Bostik SA Zusammensetzung eines abziehbaren Klebers

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