DE10027C - Elektromagnetischer Rad-Motor - Google Patents
Elektromagnetischer Rad-MotorInfo
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Description
1879.
Klasse 21.
ERNST KUHLÖ in STETTIN. Elektromagnetischer Radmotor.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. Juli 1879 ab.
Fig. ι bezw. 2 und Fig. 3 stellen zwei nach demselben Princip construirte Motoren dar, deren
Unterschied nur darin besteht, dafs die Elektromagnete verschiedene Plätze erhalten haben,
und liefsen sich in ähnlicher Weise noch andere Constructionen anfertigen, je nachdem der vorhandene
Raum es als geboten erscheinen läfst. Das Princip dieser Motoren besteht darin, die
Anziehungskraft eines Elektromagneten continuirlich auf einen Kraftleiter oder Uebertrager
wirken oder1 angreifen zu lassen, ohne auch nur einen Augenblick den Strom zu unterbrechen
und dadurch diese Kraft aufzuheben.
Es wird dieses vollständig erreicht durch die von mir getroffene Anordnung dreier Elektromagnete
einer bestimmten Anzahl Anker gegenüber, welche an einem beweglichen Rade sitzen.
Durch die Contactvorrichtung wird ermöglicht, dafs der Strom nicht früher einen Elektromagneten
verlassen kann, bevor ein anderer in Contact getreten ist, ein Elektromagnet also
ständig in Thätigkeit sein mufs. Da nun die Elektricität mit kaum fafsbarer Geschwindigkeit
einen Körper durchläuft, so ist es möglich, diese drei Elektromagnete in der Secunde viele
Hunderte von Malen elektrisch und wieder nicht elektrisch zu machen. Läfst man nun diese
Kraft an einem langen Hebel in der Secunde unendlich oft einwirken, so ist es klar, dafs
auch eine verhältnifsmäfsig kleine Kraft hier eine grofse Last selbst in kurzer Zeit bewältigen
kann, es also wohl möglich ist, mit ganz geringen Kosten eine grofse Arbeit zu leisten.
In Fig. ι und 3 sind die Elektromagnete mit a, b und c bezeichnet, d ist ein um seine Welle
drehbares, eisernes Rad mit elf eisernen Ankern, welche die Nummern 34 bis 44 tragen. Fig. 4
und 5 stellen die Contactvorrichtung dar; dieselbe besteht aus einem aus Isolirmasse gefertigten
Gehäuse e, aus 33 durch Sägeschnitte von einander getrennten Metallstücken von ibis33,
und aus einem Metallarm f, welcher auf die Axe des Rades d aufgesteckt ist. Ungefähr in
der Mitte ist dieser Arm in einem Scharnier bei g beweglich, so dafs die am Ende des
Armes befindliche kupferne Rolle h durch eine Feder i stets auf die Contactstücke 1 bis 33 angedrückt
wird.
Der Metallarm f hat bei k einen Ausschnitt,
.Fig. 6, in welchen eine auf der Axe des Rades d festsitzende Nase η eingreift. Der Ausschnitt k
ist gröfser als die Nase η, und zwar um soviel, dafs sich der Arm/" gerade um die Breite eines
Contactstückes verschieben läfst. Die isolirten Contactstücke 1 bis 33 sind nun in drei Reihen
untereinander durch kupferne Leitungsdrähte verbunden, und zwar so, dafs die drei Reihen
von einander isolirt sind. Es steht also:
r mit 4, 7, 10, 13, 16, 19, 22, 25, 28, 31,
ferner:
2 mit 5, 8, 11, 14, 17, 20, 23, 26, 29, 32
und
3 mit 6, 9, 12, 15, 18, 21, 24, 27, 30, 33
in leitender Verbindung.
Die Enden dieser drei Kupferdrähte führen je eines an das eine Ende der Spirale je eines
Elektromagneten, so dafs also jeder Elektromagnet mit einer Reihe Contactstücke in Verbindung
steht. Die entgegengesetzten Enden der Drahtspiralen des Elektromagneten führen nach
dem einen Pol der Batterie. Der zweite Pol
derselben steht in leitender Verbindung mit der Rolle h, und zwar dadurch, dafs er mit einer
beliebigen Stelle des Apparates in Contact gebracht wird.
Der Apparat functionirt nun in folgender Weise.
Angenommen: Contactreihe 1 stände mit der Spirale des Elektromagneten b, Contactreihe 2
mit c und Contactreihe 3 mit Elektromagnet a in leitender Verbindung, so wird, wenn die
Rolle h auf Contactstück 1 steht, der Strom durch die Spirale des Elektromagneten b gehen,
denselben magnetisch machen und dieser den ihm am nächsten liegenden Anker No. 34 anziehen.
Dadurch wird das Rad d soweit gedreht, bis der Anker 34 mitten über dem Elektromagneten b steht. Da nun die Rolle h,
welche an der Axe des- Rades d festsitzt, diese Bewegung mitmachen mufs, so wird sie in dem
Moment, wo der Anker noch nicht ganz über der Mitte des Elektromagneten steht, schon das
nächste Contactstück 2 berühren; hierdurch wird der Strom einen Augenblick getheilt und macht
derselbe auch den Elektromagneten c magnetisch, welcher nun ebenfalls das Bestreben hat, das
Rad d nach derselben Richtung, nach rechts, zu drehen, da der Anker 43 ihm sehr nahe
liegt. Im nächsten Augenblick aber berührt die Rolle h das Contactstück 1 nicht mehr, sondern
nur noch 2 und wirkt dann der Strom unge-
theilt auf Elektromagnet c so lange, bis der Anker 43 mitten über letzterem steht und die
Rolle Ji das nächste Contactstück 3 berührt. Hierdurch wird dann Elektromagnet α magnetisch,
c hört auf zu wirken und Anker 35 wird sich dem Elektromagnet α gegenüber stellen.
Dann kommt wieder b zur Wirkung und so fort, so dafs stets ein Elektromagnet in Thätigkeit
ist. Soll das Rad mit den Ankern eine entgegengesetzte, also in diesem Falle eine Linksdrehung
machen, so hat man nur nöthig, den Arm/ um das bewegliche Stück bei k zu drehen.
Die Rolle Ji wird dann die Contactstücke in umgekehrter Reihenfolge, wie eben beschrieben,
treffen, es wird also der Strom erst in Elektromagnet b, dann in a, und dann in c und so
wiederholt, circuliren, so dafs das Rad b also jetzt nach links gedreht wird. Es ist aber auch,
da der Arm/ sich sehr leicht um das Stück bei k verstellen läfst, nur nöthig, das Rad d
eine Kleinigkeit nach rechts oder links anzustofsen und dann Contact zu geben; das Rad
wird dann fortfahren, in derselben gegebenen Richtung zu kreisen.
Die Anzahl der Anker hängt von der Gröfse des Rades und des Durchmessers der eisernen
Kerne der Elektromagneten ab, und ist die Zahl der Contactstücke jedesmal drei mal so grofs,
wie die der Anker. Man kann auch solche Elektromagnete in Anwendung bringen, welche
aufser dem eisernen Kern noch ein eisernes Rohr aufserhalb der Spirale haben, um dadurch
an der Zahl der Anker zu sparen.
Man kann diesen Motor benutzen zur Uebertragung irgend einer Bewegung, z. B. der Bewegung
einer Windfahne, es wäre dann nur nöthig, die Fahnenstange an dem Arm/ des Contactstückes zu befestigen, so dafs der Arm
die Drehungen der Fahne mitmachen mufs. Die drei Enden der Contactreihen 1, 2 und 3 könnten
durch Leitungsdrähte beliebig weiter geleitet werden. An dem Bestimmungsort kann dann
ein möglichst klein construirtes System dreier Elektromagnete aufgestellt sein, genau wie Fig. 1,
jedoch ohne die Contactvorrichtung, die ja an der Fahnenstange sitzt, und mit der Welle des
Rades d ein Index > in Verbindung gebracht werden. Da das Rad d stets den Bewegungen
des Armes / folgen mufs, so braucht der Index nur einmal in dieselbe Richtung mit der Fahne
gebracht zu werden, um dann für immer mit derselben zu correspondiren.
Eine fernere Anwendung kann obiges Princip finden zur Uebertragung irgend eines Indexes,
z. B. der Zeiger der Manometer, dem Stande des Niveaus einer Flüssigkeit etc.
Claims (2)
1. Bei einem Elektromagnet-Motor die Anwendung der beschriebenen Contactvorrichtung,
durch welche die Umwindungen beliebig vieler Elektromagneten nach einander in den Stromweg eingeschaltet werden, ohne
dafs dieser unterbrochen wird, in der Weise, dafs jede dieser Umwindungen nicht stromlos
wird, bevor nicht eine zweite in den Stromweg eingeschaltet worden.
2. Bei Benutzung von drei Elektromagneten die Anwendung einer beliebigen, aber durch
drei nicht theilbaren Anzahl von Eisenankern , welche auf dem Umfange eines Rades in gleichen Abständen befestigt werden,
so dafs, wenn einer dieser Anker dem ersten Elektromagnet gerade gegenübersteht,
ein anderer Anker unmittelbar vor dem zweiten und ein noch anderer unmittelbar
hinter dem dritten Elektromagnet sich befindet.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10027C true DE10027C (de) |
Family
ID=34715630
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT10027D Active DE10027C (de) | Elektromagnetischer Rad-Motor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10027C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1019931B (de) * | 1954-05-24 | 1957-11-21 | Friedrich Wilhelm Kiekert | Elektrischer Antrieb fuer Tueren, insbesondere Schiebetueren von Fahrzeugen |
-
0
- DE DENDAT10027D patent/DE10027C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1019931B (de) * | 1954-05-24 | 1957-11-21 | Friedrich Wilhelm Kiekert | Elektrischer Antrieb fuer Tueren, insbesondere Schiebetueren von Fahrzeugen |
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