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Vorrichtung zum Ubertragen der proportionalen Breite und gegenseitigen
Abstände von Buchstaben, Ziffern u. dgl. von einer Vorlage auf eine Zeichenfläche
Beim Aufzeichnen oder Malen von Schriften, hauptsächlich Schriften von längerer
Lebensdauer, vornehmlich in größerem Maßstab, hat es sich als Mangel herausgestellt,
daß es an Hilfsmitteln fehlt, um in jedem einzelnen Fall dem zu zeichnenden Buchstaben
od. dgl. die seiner Höhe proportionale Breite und den gegenseitigen Abständen der
Buchstaben das proportionale Maß zu geben, um ein schönes Schriftbild zu erzeugen.
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Die Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung zum übertragen der proportionalen
Breite und gegenseitigen Abstände von Buchstabmeen, Ziffern u. dgl. von einer Vorlage
auf eine Zcichenfläche.
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Die Erfindung kennzeichnet sich durch einen rechteckigen, an zwei
sich gegenüberliegenden Längsseiten mit Nuten versehenen Rahmen zum Einschieben
einer Buchstaben- und Ziffernvorlage, eines Zwischenraummusters und eines Sehrifthöhen-
bzw. Größenauswahlmusters durch einen an einer Querseite des Rahmens angelenkten
Zeiger, der ein über das Zwischenraummuster gleitendes Ablesefenster hat, und durch
einen in den Nuten der Längsseiten verschiebbar g-eführten Wagen, der in mehreren
Schlaufen einen von einer Vorratsrolle kommenden Papierstreifen quer über das Gerät
führt zum Anmerken der abgelesenen Breiten der Buchstaben, Ziffern u. dgl. und ihrer
Zwischenräume.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
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Fig. 1 ist eine Draufsicht der Vorrichtung; Fig. 2 ist ein
Schaubild derselben.
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Grundlage der Vorrichtung ist ein länglich rechteckiger Rahmen mit
den Längsseiten 9 und den Querseiten 10, etwa aus Holz, der auf seiner
Rückseite durch eine Platte abgedeckt ist. In den Längsseiten 9
sind Nutcn
vorgesehen, in welche die gewünscht-en Vorlagen und Muster von oben her eingeschoben
werden können. An höchster StelleI-->efin-det sich die Vorlage der Buchstaben, Ziffern,
Satzzeichen und sonstiger gewünschter Zeichen. Als Beispiel ist ein Alphabet
1 von Antiqua-Groß dargestellt. Darunter ist für jeden Buchstaben seine proportionale
Breite inEinheitswerteneingetragen, wob-eid-erBuchsta:1)e»1« als Einheit angenommen
wur#de; d#ie beiden Reihen der Einheitswerte sind mit a bezeichnet. Die Werte könnten
auch in mm eingetragen sein.
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Unterhalb der Buchstabenvorlage befindet sich das Zwischenraummuster2,
das aus einer sektorförmig angeordneten Tabelle besteht, wobei der Mittelpunkt des
Sektors sich bei 12, in der Mitte der unteren Querleiste 10 des Rahmens,
befindet.
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Unterhalb des Zwischenraummusters 2 ist das Schriftgrößenauswahltnuster
5 in die Nuten des Rahmens 9, 10 eingeschoben, das, ebenfalls sektorförrnig,
mit dem Mittelpunkt 12 angeordnet ist. Zu den genannten drei auswechselbaren Mustern
tritt als Hilfsmittcl zum Ablesen ein Zeiger 3 in Gestalt einer dünnen Platte,
die um den genannten Mittelpunkt 12 schwenkbar ist, die unterhalb des Schriftlängenmusters
5 hergeht, aher über das Zwischenraummuster 2 hinwegstreicht. Am freien Ende
hat der Zeiger 3 ein längliches Fenster 4, das die Ablesung der in dem Zwischenraummuster
2 eingetragenen Werte gestattet.
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Als weiteres Ablesemittel dient ein Wagen7, der in den Nuten der Längsleisten9
geführt und auf-und abbewegbar ist. DerWagen7 hat zwei Schlaufene und
f, durch die ein Papierstreifen8 geführt wird, der von einer Vorratsrollell
(Fig.2) kommt und quer über die Vorrichtung läuft.
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In dein Zwischenraummuster2 sind sämtliche Ab-
standswerte eingetragen,
zweckmäßig in den genannten Einheiten, d.h. die Größen der Abstände, die jeder Buchstabe
zu jedem anderen haben muß, damit ein schönes Schriftbild entsteht. Gezeichnet sind
nur einige Werte für die Buchstaben V, W und X, sodann aber die ganze Zahlenreihe
c, die gerade in dem Fenster 4 des Zeigers 3 links von dem in der Lä,ngsmitte
des Fensters 4 liegenden Eichstrich b erkennbar ist. Die gezeichnete Stellung
des Zeigers 3
gilt für die darüber eingetragenen Buchstaben: B D E
F. . . usw. Rechts von dem Eichstrich b sind im Fenster 4 bei
d die Werte der Wortabstände ebenfalls in den genannten Einheiten sichtbar,
dlie zwischen je zwei Worten einzuhalten sind, wenn, das Schriftbild
befriedigen
soll. Diese Wortabstände sind verschieden für die beiden jeweils das Ende des voraufgehenden
und den Anfang des folgenden Wortes bil-
denden Buchstaben. In der Mustertafe12
sind nur einige wenige dieser Werte beispielsweise eingetragen.
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Die Radieni, die nach dem Drehpunkt12 des Zeigers3 weisen, sind die
Eichstriche, auf die der Eichstrich.b des Zeigers3 jedesmal einzustellen ist, wobei
die Eichstriche i für den einzelnen, darüber ge-
schriebenen Buchstaben gelten.
Die Abstands-werte für die zu zeichnenden Ziffern sind zweckmäßig in einer besonderen
Tabelle j zusammengestellt. Für alle Abstandswerte gilt bei dem gezeichneten
Beispiel als Einheit die Stärke oder Breite des >J«.
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Zuunterst wird in die Nuten des Rahmens 9, 10,
wie schon gesagt
wurde, das Schriftgrößenmuster 5
eingeschoben. Es ist ebenfalls sektorförmig
angeordnet und ermöglicht die unmittelbare Abtragung sämtlicher Werte in originalgetreuer
Proportion. Das Muster 5 ist durch die radialen Strahlen h etwa in
zehn gleiche Längenteile eingeteilt, die mit 1 bis 10
bezeichnet sind.
An Schriftgrößen oder -breiten sind beispielsweise acht vorgesehen, die mit
6 bezeichnet sind und im Sinne der Seiten 9 übereinanderliegende Querlinien
sind.
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Die Abtragsvorrichtung oder der bereits genannte Papierwagen
7 ist eine- dünne Platte, die zu beiden Seiten ebenfalls in den Nuten der
Rahmenseiten9 verschiebbar gieführt ist; sie bildeteineArtvonLineal, das in der
Zeichnung gerade auf die Schriftgröße»3« eingestellt ist. Auf dem über das Lineal
gezogenen Papierstreifen 8 werden jeweils die Schnittpunkte der radialen
Strahlen k mit Bleistift angemerkt. Die linke Schlaufef ist am äußeren Rande
mit einer Abreißkante g versehen, die das Abtrennen des Papierstreifens
8 ermöglicht.
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Die Vorrichtung wird in folgender Weise benutzt: Zunächst werden das
ausgewählte Alphabet 1, darunter das Abständernuster 2, unter diesem das
Schriftgrößenmuster 5 in die Nuten der Längsseiten 9 des Rahmens eingeschoben.
Alsdann wird der Wagen oder die Abtragsvorrichtung7 mit dem eingezogenen Papierstreifen
8 auf die gewünschte Schriftgröße oder Schriftbreite eingestellt, gemäß der
Zeichnung auf die Größe »3« = 30 mm.
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Die Breite des ersten Buchstabens wird auf dem Alphabet
1 aus der Reihe a abgelesen und auf dem Papierstreifen 8 auf seinem
oberen Rand unter Verwendung der radialen Strahlen k als Maßstab mit Bleistift
eingetragen, in#dein man bei dem Strahl Null beginnt. Als -Beispiel möge das Wort
» S I E « gewählt werden. Die Breite des »S « ist in der Reihe
a mit 4,5 Einheiten angegeben. Der erste Bleistiftstrich ist also bei dem Strahl
Null, der zweite bei dem Strahl 4,5 anzubringen. Diese beiden Striche stellen
das »S«
dar, wie gezeichnet.
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Der Papierstreifen 8 wird nun nach links geschoben, bis die
Schlußmarkierung des Buchstabens »S« auf dem radialen Strahl Null steht.
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Nun ist der Abstand zum nächsten Buchstaben zu ermitteln. Zu diesem
Zweck ist der Zeiger 3 so zu drehen, daß sein Eich-strich b auf dem
Eichstrich i des nächstfolgenden Buchstabens, also dem »I«, steht. Diese Stellung
ist gerade gezeichnet. Auf der Skala 4 des Zeigers 3 findet man nun den Abstandswert
c in dem Fenster des Zeigers neben dem vorangegangenen Buchstaben. Neben dem
»S« steht die Ziffer »3,5«.
Somit ist auf dem Papierstreifen
3,5 Einheiten hinter der Schlußmarkierung des »S« die Anfangsmarkierung
des >J« einzutragen. Die Breite des >J« ist in dem Buchstal>enmuster 1 gemäß
der Angabe in der Zeilea mit »l« angegeben. Somit ist die Schlußmarkierung
des »I« auf dem Papierstreifen 8 um den Abstand eines der radialen Strahlen
h einzutragen.
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Der Abstand zum nächsten Buchstaben »E« läßt sich bei derselben,
gezeichneten Stellung des Zeigers 3
ablesen. Neben dem vorangegangenen Buchstaben
»I« steht in dem Fenster des Zeigers in der Reihe c die Zahl »4,0«. Somit ist der
erste Markierungsstrich des »E« -um 4 Einheiten hinter dem Schlußmarkierstrich
des »I« einzutragen.
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Die Breite des Buchstabens »E« ist in der Reihe a zu 4 Einheiten
angegeben, womit sich die Schlußmarkierung des »E« ergibt. Die Markierungen der
drei Buchstaben » S I E« sind inder Zeichnung so eingetragen, als
ob der Papierstrelfen 8 nicht nach links durchgezogen worden wäre, In der
geschilderten Weise wird der Vorgang so oft wiederholt, bis die Markierung des letzten
Buchstabens des aufzuzeichnenden Wortes auf dem Papierstreifen steht. Der gleiche
Vorgang wiederholt sich, wenn der Abstand zwischen zwei Worten bei d in dem
Fenster des Zeigers 3 abzulesen und auf dem Papierstreifen einzutragen ist.
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Sind alle Buchstaben bzw. Wort-- auf dem Papierstreifen
8 mit Anfang und Ende markiert, so wird der Papierstreifen nach links durchgezogen
und an der Schnittkante g abgetrennt. Der Papierstreifen dient darauf als
ein genaues Maß für die Einteilung der Schrift auf der Zeichenfläche, beispielsweise
bei dem Malen einer großen Plakatschrift auf eine. Wand oder Tafel.
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Die Mitte eines Wortes oder einer Zeile kann, man genau ermitteln,
indem man vor dem Wortanfang und nach dem Schlußbuchstaben mit Wortabstand ein
»1«
oder »i« markiert und die so erreichte Länge halbiert. Auf diese Weise
wird die einwandfreie Schriftbildwirkung oder Satzspiegelwirkung erreicht. Die Vorrichtung
ermöglicht auch nach Wunsch das Sperr-en oder Verringern der Buchstaben- oder Wortabstände.
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Durch die Erfindung ist dem Schriftgestalter ein einfaches und billiges
Hilfsmittel an die Hand gegeben, um ein schönes Schriftbild in jeder Schriftart
mit genauer Schrifteinteilung zu erzeugen. Außerdem gewährleistet das Gerät eine
erhebliche Zeit- und Kostenersparnis.
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Die als Zeiger ausgebildete, um einen Mittelpunkt schwenkbare Platte
3 kanndurch eine Drehscheibe ersetzt werden, die- die Zahlenwerte trägt.
In dem Arbeitsgerät befindet sich ein Fenster, in dem durch Drehen der Scheibe die
gewünschte Zahlenreihe erscheint. Die Scheibe hat vorteilhaft einen solchen Durchniesser,
daß der Umfang etwas über die Seitenkanten vorsteht, damit die Scheibe leicht bedient
werden kann. Man kann die Vorrichtung selbst auch in Form einer Walze gestalten.