Antriebs- und Steuerungsvorrichtung für Nähmaschinen oder andere Kleinmaschinen mit Elektromotorantrieb. Die Erfindung bezieht sieh auf eine An triebs- und Steuerungsvorrichtung für Näh maschinen oder andere Kleinmaschinen mit Elektromotorantrieb, bei welcher eine Kupp lungsvorrichtung mittelst einer von einem Fusstritt betätigbaren Vorrichtung geöffnet und geschlossen werden kann.
Das beweg liche Kontaktglied eines Motoranlassers ist mit der Fusstrittvorrichtung in der Weise verbunden, dass, wenn der Fusstritt losgelas sen wird, das erwähnte Kontaktglied selbst tätig in eine solche Stellung sich bewegt, dass der Motor mit einer vorher bestimmten nie drigen Geschwindigkeit laufen gelassen wird, und bei Betätigung des Fusstrittes eine Er höhung der Motorgeschwindigkeit eintritt, ehe die Antriebsverbindung zwischen dem antreibenden und dem angetriebenen Gliede der Kupplungsvorrichtung hergestellt wird.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes in Ver bindung mit einer Nähmaschine dargestellt.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht desselben, und Fig. 2 eine Ansicht von rechts der Fig. 1, jedoch in grösserem Massstab. Es bezeichnet A die übliche Tischplatte, auf der eine Nähmaschine B aufgesetzt ist, die eine Grundplatte 1, einen Ständer 2 und einen fliegenden Arm 3 aufweist, welcher an seinem freien Ende in einen Kopf 4 ausläuft.
Im Arm 3 ist die Maschinenantriebswelle 9 gelagert, welche ausserhalb des Armes 3 in einem Gehäuse 11, 12, 13, 14 unter Vermitt lung eines Schneckengetriebes 17, 18 und einer Kupplungsvorrichtung, die im schwei zerischen Patent Nr. 97403 erläutert ist, und von welcher auf der Zeichnung nur die Teile 20 und 24 sichtbar sind, von der quer zu ihr liegenden Welle 16 des Elektromotors 15 aus angetrieben wird.
An dem am Ständer 2 be festigten Support 30 ist bei 33 ein dreiarmi- ger Einrück- und Bremshebel 34, 38, 40 ge- lagert, welcher in dem längsdurchbohrten Kopf 35 einen verstellbaren Stosszapfen 36 aus Antrifriktionsmaterlal und am Arm 38 eine bei stillstehender Nähmaschine sich ge gen die als Schwungrad ,ausgebildete Kupp lungshälfte 20 legende Bremsbacke 39 trägt.
Am freien, unterhalb der Tischplatte A lie- genden, Ende des Hebelarmes 40 ist durph einen Bolzen 41 das eine Ende eines Lenkers 42 angelenkt, dessen freies Ende bei 43 an einem Kurbelarm 44 einer in einem Support 46 gelagerten Welle 45 angreift. Der Lenker 42 und der Kurbelarm 44 bilden zusammen einen Kniehebel. Auf der Welle 45 sitzt ferner ein Kurbelarm 47 fest, von dessen freiem Ende eine Fusstrittstange 48 abwärts führt.
Wenn auf die Fusstrittstange ein ab- wvärts gerichteter Zug ausgeübt wird, wird der Kniehebel, welcher durch eine Feder 51 stets in geknickter Stellung gehalten wird, gestreckt, wodurch der Hebel 40, 34 so schwingt, dass der Druckzapfen 36 gegen den Teil 24 gepresst wird, wodurch die Kupplung geschlossen wird. Die Welle 45 trägt einen Arm 49, in welchem einstellbar ein An schlagzapfen 50 eingeschraubt ist, der gegen die untere Fläche der Maschinenplatte 1 an stossen und so die den Kniehebel streckende Bewegung der Welle 45 anhalten kann, wenn die Gelenkverbindung 43 im wesentlichen in einer Ebene mit der Achse der Welle 45 und dem Zapfen 41 liegt.
Wenn die Fusstritt stange 48 losgelassen wird, wird sie durch die Wirkung der Feder 51 aufwärts bewegt und der Kniehebel 42, 44 geknickt, was zur Folge hat, dass der Hebel 34, 38, 40 die Kupp lungsvorrichtung freigibt, das auf der Welle 9 festsitzende Rad 20 bremst und dadurch rdie Nähmaschine stillsetzt.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist der Motoranlasser D, der beliebige Bau- 2r t haben kann, in Form eines Rbeostaten ausgebildet, der an der untern Seite der Tischplatte A befestigt ist. Der Rheostat be sitzt als bewegliches Kontaktglied einen auf- und abwärts schwingbaren Arm 53, der mit drei Kontaktstellen 54 in Berührung ge bracht werden kann, die als Pole zweier Wi derstandsspulen r', r" dienen.
Die Feder 55 hält den Kontaktarm 53 nachgiebig gegen den Anschlag 56 und in elektrischem Kon takt mit der obersten Kontaktstelle 54, so rlass die r' und r" in Reihe mit dem Motorstromkreis geschaltet sind und den Motor mit einer verhältnismässig geringen Geschwindigkeit laufen lassen, wenn die Nähmaschine sich in Ruhe befindet. Eine Kette 57 verbindet den Kontaktarm 53 mit der Fusstrittatange 48. Die Teile sind so bemessen und eingestellt, dass, wenn die Fuss trittstange abwärts gezogen wird, die Wider standsspulen r" und r' nacheinander aus dem Motorstromkreis ausgeschaltet werden, so dass der Motor schnell auf seine volle Geschwin digkeit kommt.
Unmittelbar nachdem der Kontaktarm 53 die unterste Kontaktstelle 54 trifft, erhält der Motor seine volle Geschwin digkeit, und der Hebel 34, 40 stellt hierauf die A@triebsverbindung zwischen dem Motor 1 5 und der Nähmaschine B her.
Wenn der Druck auf den Fusstritt auf hört, lheben die Federn 51 und 55 die Fuss- trittstange 48 und den Kontaktarm 53 und entkuppeln in beschriebener Weise den Mo tor von der Nähmaschine und lassen gleich zeitig den Bremsschuh 39 auf das Schwung rad wirken. Zu derselben Zeit wird die Ge schwindigkeit des Motors verringert, weil die Widerstandsspulen r' und r" in den Motor stromkreis eingeschaltet werden.
Bei den bekannten Antriebsvorrichtun gen, bei denen der Motor mit der Maschine in Arbeitsverbindung steht, ohne dass eine Kupplungsvorrichtung benützt wird, besteht der Übelstand, dass der Motor jedesmal still gesetzt werden muss, um die Maschine anzu halten, was zur Folge hat, dass stets ein er heblicher Zeitverlust entsteht während der jenigen Zeitabschnitte, in denen der Motor mit verhältnismässig niedrigem Geschwindig keitszuwachs läuft. Wenn man versuchen würde, den Motor schnell anlaufen zu lassen, würde in übermässiger und verschwenderi- scher Weise Anlassstrom von dem Motor ver braucht.
Ein Elektromotor, der 5000 bis 8000 Vin- drehungen in der Minute macht, ist bekannt lich kleiner und billiger herzustellen. als ein Motor von geringerer Geschwindigkeit, es ist aber bisher nicht als tunlich angesehen wor den, einen Motor mit so hoher Gescliwin.dig- keit in Verbindung mit einer R.eibungskupp- Iung zu benutzen, weil es wegen des Geräu sches, der Abnutzung, der Zentrifugalbea.n- spruchung und dergleichen unerwünscht ist, den Motor mit hoher Geschwindigkeit wäh rend der Zeiträume,
in denen er von der Ma schine abgekuppelt ist, leer laufen zu lassen.
Die beschriebene und dargestellte An triebs- und Steuerungsvorrichtung hat nun den Vorteil,dass sie die Benutzung eines mit hoher Geschwindigkeit laufenden Motors ge stattet, der vorzugsweise mehr als eine Um drehung auf jede Umdrehung der Maschinen antriebswelle der zu treibenden Maschine macht, ferner dass sie sparsam im Stromver brauch ist und praktisch augenblickliches Anlassen oder Anhalten der Maschine ohne schädliche Beanspruchung öder Stösse ermög licht.
Die erläuterte Vorrichtung ist einfach in der Bauart und leicht zu bedienen, sie lässt sich bequem bei den bekannten Nähmaschi nentypen anbringen und ihre Teile sind zur Besichtigung, Einstellung und Reparatur leicht zugänglich.
Die vorliegende Vorrichtung ist mit be sonderem Vorteil bei einer mit hoher Ge schwindigkeit laufenden Nähmaschine der jenigen Type verwendbar, die gewöhnlich in Kleiderfabriken benutzt werden. Als Motor wird vorzugsweise ein Hauptschlussmotor ge wählt, der eine normale Geschwindigkeit von annähernd 6000 Umdrehungen in der Minute hat und zwangsläufig mit dem antreibenden Glied der Reibungslkupplungsvorrichtung verbunden ist.