Bremse für Fördermaschinen, Aufzüge und ähnliche fIebezeuge. Bei Fördermaschinen, Aufzügen oder ähn lichen Hebezeugen, die mit sogenannten ver steckbaren Trommeln versehen sind und mit denen entweder eintrümig oder zw eitrümig gefahren wird, muss die Haltekraft der Brem sen so stark bemessen werden, dass sie im- @tande sind, bei eintrümiger Förderung die Maschine sicher zu halten. Bei eintrümiger Förderung ist wegen der unausgeglichenen Tasten die am Hebezeug wirkende Kraft grö sser als bei doppeltrümiger Förderung.
Da hei den bekannten Einrichtungen die gleichen Bremsen nun auch bei doppeltrümiger För derung verwendet werden, ist bei dieser Be triebsweise die Bremskraft viel zu gross, und es ergeben sich beim Bremsen zu starke Ver zögerungen, da der Maschinist nicht imstande oder nicht genügend aufmerksam ist, die Bremskraft der jeweiligen Belastung anzu passen.
Bei Fördermaschinen, bei denen so wohl die feste Trommel, wie die Lostrommel mit je zwei Bremsbacken versehen sind, kommt noch der Umstand hinzu, dass bei ein- trümiger Förderung nur zwei Bremsbacken wirken, da die eine Trommel feststeht, bei doppeltrümiger Förderung dagegen vier Bremsbacken, da beide Trommeln in Bewe gung sind.
Es ist in diesem Falle also nicht nur der Bremsdruck zu gross, sondern auch die Zahl der Bremsbacken, so dass sich ganz erheblich zu starke Bremswirkungen ein stellen, die leicht zu Unglücksfällen führen und die Steuerung der Maschine bei doppel- trümiger Förderung sehr erschweren.
Bei einer Fördermaschine zum Beispiel mit einem Seilgewicht von 5000 kg, einer Nutzlast von 5000 kg, einem Schalengewicht von 5000 kg und einem Wagengewicht pro Schale von gleichfalls 5000 kg ergibt sich bei ein- trümiger Förderung ein zu bremsendes Ge wicht von 20,000 kg, bei doppeltrümiger För derung dagegen nur von 10,000 kg, da in die sem Falle ist das Gewicht der Schale und der Wagen ausgeglichen ist. Sind Lostrommel und Festtrommel beide mit einer Backen bremse versehen, so müssen bei eintrümiger Förderung die 20,000 kg mit Hilfe von zwei Backen abgebremst und gehalten werden.
Hierfür wird die Bremskraft bemessen, und es möge eine höchste Beschleunigung von 10 m pro Sekunde erzielt werden, die noch als zulässig angesehen werden luann. Dann sind bei zweitrümiger Förderung nur 10,000 lig abzubremsen und zu halten.
Dies Oleschieht aber mit vier Backen bei sonst glei chem Anpressungsdruck des Bremsgestilinges. Die Bremswirkung ist also wegen Ver ringerung des zu haltenden Übergewichtes auf die Hälfte und wegen Verdoppelung der Zahl der wirksa.inen Bremsbacken das Vierfache wie vorhin und mithin die höchste Ver zögerung 10 m pro Sekunde, die unzulässig ist.
Erfindungsgemäss werden diese Übelstände dadurch vermieden, dass in Abhängigkeit von der. Betriebsweise entsprechend den jeweils zii beherrschenden Kräften die Bremskraft einstellbar ist. Bei. den oben angegebenen Verhältnissen wird beispielsweise bei doppel- trümiger Förderung die auf das Brems gestänge wirkende Kraft auf ungefähr den vierten Teil derjenigen Kraft verringert, die bei. eintrümiger Förderung angewendet wird. Es ergeben sich dann in beiden Fällen selbst tätig ungefähr die gleichen maximalen Ver zögerungen beim Bremsen.
Die Veränderung der Bremskraft kann von Hand oder selbsttätig erfolgen. Dies letz tere kann geschehen, indem die Einrichtun gen zur Regulierung der Bremskraft abhän gig gemacht werden von den Einrichtun gen, mit Hilfe derer die Maschine auf die eine oder andere Betriebsweise eingestellt wird. So kann die Bremskraft in Abhängig keit von dem Signal verändert werden, das den Übergang zum doppeltrümigen oder zu eintrümiger Förderung anzeigt. Sie kann ferner abhängig gemacht werden von der Halte- öder der Kupplungsvorrichtung für die Lostrommel.
Bei festgestellter bezw. abge- kuppelter Lostrommel findet eintrümiger Be trieb statt. Dementsprechend kann die Regel v orriclitung für die Bremskraft mit der Feststellvorrichtung beim Festziehen oder mit der Kupplung für die Lostrommel beim Abkuppeln vergrössert werden. Die Änderung der Bremskraft kann in mannigfaltigster Weise geschehen, so zum Beispiel bei pneumatischen Bremsen durch Veränderung des Luftdruckes, bei elektrischen Bremsen durch Regelung des elektrischen Stromkreises für die Bremse.
Sie kann da durch vergrössert werden, da.ss bei ein trümiger Förderung zusätzliche Bremsvor richtungen, zum Beispiel zusätzliche Brems zylinder, zusätzliche Bremsgewichte oder zu sätzliche Bremsen, eingeschaltet werden. Als eine solche zusätzliche Bremse kann bei spielsweise eine Vorgelegebremse verwendet werden, die lediglich bei eintrümiger Förde rung zur Wirkung kommt.
Statt die Rege hing der Bremskraft vollständig selbsttätig vorzunehmen, können auch Verriegelungen vorgesehen werden, die bei doppeltrümiger Förderung die . Bewegung der Maschine sperren, indem beispielsweise das Abheben der Bremse verhindert wird, solange die Bremskraft noch nicht auf den geringeren Wert eingestellt ist. Diese Einstellung selbst kann von Hand erfolgen; mit der Einstellung wird dann die Verriegelung aufgehoben.
Besitzt die DZaschine eine Bremse, deren Zugkraft abhängig ist von der Grösse des Ausschlages des. Bremssteuerhebels, so kann die Veränderung der Bremskraft dadurch er zielt werden, dass bei zweitrümiger Förderung der Bremshebelausschlag auf einen kleineren Wert begrenzt wird als bei eintrümiger För derung.
Die gleiche Wirkung lässt sich er reichen, wenn das Übersetzungsverhältnis zwischen Bremssteuerhebel und dem Regel organ für die Bremse derart verändert wird, dass trotz gleichen Ausschlages bei zwei- trümiger Förderung das Regelorgan nicht so weit verstellt wird wie bei eintrümiger För derung.
In den Fig. 1 und 2 ist die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen erläutert. In Fig. 1 bedeuten in Seitenansicht 1 und l<B>'</B> die beiden Trommeln einer Fördermaschine. Die Trommeln sind nur der Deutlichkeit hal ber mit verschiedenem Durchmesser gezeich net, während sie in Wirklichkeit gebräuch- licherweise von gleichem Durchmesser sind. Die bei eintrümiger Förderung allein ver wendete Festtrommel 1 ist mit den Brems backen 2 versehen, während die gegen die erste versteckbare Lostrommel 1' mit der Versteckbremse 3 versehen ist. Diese Ver steckbremse wird mit Hilfe des Handrades 4 angezogen.
Für die Bremsbacken 2 sind zwei Luftdruckbremszylinder 5 und 6 vorgesehen, von denen der erste dauernd an die vom Bremssteuerhebel 7 gesteuerte Druckluft leitung 8 abgeschlossen ist, während der Zy linder 6 durch das Ventil 9 ausgeschaltet und damit unwirksam gemacht werden kann. Die Zylinder können von gleichem oder verschie denem Durchmesser sein. Das Ventil 9 -wird üebr das Gestänge 10, 11 von dem Hand- rade 4 mitbewegt, derart, dass bei angezogener Versteckbremse 3 das Ventil 9 geöffnet ist, so dass in diesem Falle beide Bremszylinder 5 und 6 arbeiten.
Ist dagegen, wie es in der Fi.ur gezeichnet ist, die Versteckbremse 3 gelöst, so ist das Ventil 9 geschlossen. Im ersten Falle, bei eintrümiger Förderung also, ist der Bremsdruck grösser als im zweiten Falle bei doppeltrümiger Förderung, voraus gesetzt, dass der Druck in der Leitung 8 in beiden Fällen der gleiche ist und der Steuer hebel 7 stets in gleicher Weise ausgelegt wird. Die Figur zeigt ferner die Gewichte 12 und 13 für zwei. Sicherheitsbremsen, die über das Ge stänge 14 ebenfalls auf die Bremsbacken 2 wirken.
Es ist die Einrichtung so getroffen, dass bei doppeltrümiger Förderung entspre chend der gezeichneten Stellung des Hand ;ades 4 nur das eine Sicherheitsbremsgewicht 12 zur Wirkung kommt. Die Sicherheit;- hremse wird ausgelöst durch die Sicherheits- oder Endschalter 15, indem beim Öffnen die ses Schalters der Stromkreis des aus der Batterie 16 gespeisten Magnetes 17 unter brochen wird, so dass die Feder 17' die Ver riegelung 18 für das Bremsgewicht 12 löst und damit die Sicherheitsbremse zum Ein fallen gebracht wird.
Es wird gleichzeitig der Kontakt 30 für den Stromkreis des Magnetes 19 geöffnet, so dass auch die Ver riegelung 20 für das Zusatzbremsgewicht 13 sich lösen wird, falls nicht der Schalter 21 den Kontakt 30 überbrückt. Diese Über brückung findet aber statt, solange die Versteckbremse 3 gelöst ist, wie es in der Figur gezeichnet ist, also wenn doppeltrümig gefördert wird. Dann kann also auch nur das eine Gewicht 12 zur Wirksamkeit gelangen.
Ist dagegen bei eintrümiger Förderung die Versteckbremse 5 angezogen, das Handrad 4 angezogen und damit über das Gestänge 11' der Schalter 21 geöffnet, so findet gleich zeitig die Auslösung des Gewichtes 13 und damit eine Verstärkung der Bremswirkung der Sicherheitsbremse statt.
In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungs beispiel gezeigt, bei dem die auf der Los trommel 1' sitzende Versteckbremse 3 bei dop- peltrümiger Förderung als Manövrierbremse mitwirkt. Die Festtrommel 1 ist wiederum mit der Bremse 2 versehen. Beide Backen bremsen 2 und 3 werden in an sich bekannter Weise durch ein einziges Gestänge angezogen, indem durch die Schubstange 22 in der Pfeil richtung ein Druck auf den Hebel 23 aus- geübt wird, der seinerseits mit der Lasche 24 auf das Querstück 25 wirkt, an welches rechts und links die Gestänge für die Backen bremsen 2 und 3 angeschlossen sind.
Durch Anziehen des Handrades 4 kann über das Gestänge 26, 27 die Versteckbremse 3 ange zogen werden. Durch das Gestänge 28 wird jedoch eine Verriegelung der Versteckbrem- senbetätigung (26, 4) bewirkt. Es muss also, bevor die eintrümige Förderung beginnen kann, diese Verriegelung aufgehoben werden. Das geschieht, indem- die Lasche 24 ersetzt wird durch eine Lasche 29, die nach links zu verschieben ist, so dass einmal der wirksame Hebelarm des Gestänges 23 verkürzt und die gesamte Bremskraft nunmehr lediglich auf die Gestänge der Bremse 2 übertragen wird.
Es ist also auch hier bei eintrümiger För derung dafür gesorgt, dass die Bremskraft stärker ist als bei zweitrümiger Förderung.
Bei elektrischem Antrieb der Förder maschine oder des Hebezeuges wird häufig neben der mechanischen auch eine elektrische Bremsung mit Hilfe des Antriebsmotors ver endet. Insbesondere wird die elektrische Bremsung bei Notbremsung hinzugezogen. In diesem Falle ist ein Notschalter vorgesehen, der durch die Fördermaschine ausgelöst wird und nun entweder das Feld des Fördermotors verstärkt oder die ihn speisende Steuer- drria.mo, die entweder in Leonardsehaltung oder Gegenschaltung betrieben wird, beein- flusst, so dass ihre Spannung verringert wird.
Die Stärke dieser elektrischen Bremswirkung kann in einfacher Weise dadurch verändert werden, dass der Notschalter mehr oder we niger schnell die elektrische Regelung bee.in- flusst. Zweckmässig wird er also mit einer Dämpfung (Hemmung) versehen, die ver schiedenartig eingestellt wird, je nachdem die elektrische Bremsung stark oder schwach sein soll. Diese Einstellung der Dämpfung kann in Abhängigkeit von der Betriebsweise der Fördermaschine erfolgen, so dass bei ein- 1.rümiger Förderung geringe Dämpfung und damit starke Bremswirkung, bei zweitrümiger Förderung dagegen starke Dämpfung und damit schwächere Bremswirkung erzielt wird.