Vorrichtung zum Betrachten von stereoskopischen Bildern. Die Verbreitung stereoskopischer Bilder, insbesondere von photographischen Aufnah men einzelner Personen oder von Personen- grüppen, ist bisher daran gescheitert, dass man nur mit Hilfe mehr oder minder kon- plizierter Apparate in der Lage war, die Bil der zu betrachten. Insbesondere mussten die Apparate entsprechend der Plattengrösse der photographischen Aufnahme, der Brennweite der zur Aufnahme benutzten Linsen und der Sehweite des Betrachters einstellbar sein.
Die Einstellung beim Beschauen der Bilder hat aber weniger erfahrenen und geschickten Personen stets Schwierigkeiten bereitet, die, wie gesagt, zweifellos die Schuld daran tra gen, dass die Aufnahme solcher stereoskopi scher Bilder in den Verkehr bis jetzt eine äusserst beschränkte war, wobei auch die un handliche Form, sowie das Gewicht der bis her üblichen Betrachtungsapparate eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben dürfte.
Diesem Übelstand soll durch die vor liegende Erfindung abgeholfen werden.
Zu diesem Zwecke werden gemäss der Erfindung der Linsenträger und das Bild der vorliegenden Vorrichtung durch irgend einen Abstandskalter in eine ein für alle mal festgelegte Entfernung gebracht. Die Entfernung kann dabei von vornherein der Bildgrösse; der Brennweite der Luisen und der durchschnittlichen Sehweite des mensch lichen Auges angepasst werden und bleibt für alle Bilder und alle Beschauer die gleiche. Dabei wird der wesentliche-Vorteil erzielt, dass ohne Schwierigkeit eine umständliche und von den meisten nicht richtig vorgenom mene Einstelung des Abstandes zwischen Bild und Auge entbehrlich wird, und jedes zu dem Apparat gehörige Bild ohne weiteres von jedermann betrachtet werden kann. Solche Alpparate sind insbesondere geeignet als Ta schenstereoskope.
Sie eignen sich t-ich vor züglich für Reklamezwecke, für Reisende, die ihre \Waren im Bilde dein Käufer vorführen wollen, usw.
In der beilieuenden Zeichnung sind eine Reihe beispielsweiser Ausführungsformen derartiger stereoskopischer Apparate darge stellt, und. zwar ist Fig. 1 die perspektivische Ansicht, eines Stereoskopes in Form - einer Brieftasche, im Benutzungszusfande, während Fig. 2 die gleiche Vorrichtung in zusammen- geklappter Form darstellt; Fig. 3 zeigt eine einfachere Ausführungsform im Benutzungs zustande; Fig. 4 zeigt eine andere einfache Ausfiihrüngsform perspektivisch; Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform, bei der der Abstands halter durch einen Aufbewahrungstasten für die Bilder selbst gebildet wird;
Fig. 6 schliess lich zeigt eine Ausführungsform, bei der. der Abstandskalter lediglich aus zwei seitlichen Klappen- besteht.
Die Vorrichtung nach Fig. 1 und 2 be steht aus einem Grundrahmen 1, beispiels weise, aus Metall, mit einem Überzug aus Le der 2. An diesem Rahmen ist an der Rück seite ein zweiter Rahmen 3 und an der Vor derseite ein ähnlicher Rahmen 4 angebracht. Die Verbindung der Rahmenteile unterein ander erfolgt durch Scharniere 5. Die Schar niere sind mit Federn 6 verseben, die derart wirken, dass beim Öffnen der in Fig. 2 ge schlossen dargestellten Tasche die Rahmen und 4 sich selbsttätig aufrichten, so dass sie im rechten Winkel zum Grundrahmen 1 und damit, parallel zueinander stehen. Der Rah men 3 wird als Bildträger benutzt.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungs form ist eine Art Tasche 7, welche zur Auf nahme des Stereoskopbildes 8 dient, in die Führungsschlitze 9 des Rahmens 3 einge steckt, so dass nicht nur die einzelnen Bilder, sondern auch die Tasche 7 selbst gegebenen falls ausgewechselt werden tann.
Der vordere Rahmen 4 dient in ähnlicher Weise zur Aufnahme einer Platte 10. die als Linsenträger dient. Die Linsen sind mit 11 bezeichnet; 12 ist ein Aasschnitt für die Nase des Beschauers. Die Platte 10 ist in Schlitzen 13 des Rahmens 4 geführt, so dass sie auch heräusgenommen werden kann. Das ist insofern von Bedeutung, als diese Anord nung eine bequeme Reinigung der Linsen er möglicht. Die Vorrichtung kann, wie aus Fig. 2 ersichtlich, nach Art einer Brieftasahe zusammengefaltet werden und wird dann mit- telst der Klappe 14 und des Druckknopfes 15 verschlössen. Um der Tasche in zusammen gelegtem Zustand eine möglichst flache Form zu geben, können- die Abmessungen der Rah- menteile 3 und 4 so sein, dass diese beim Zusammenlegen der Tasche bündig nebenein ander zu liegen kommen.
An Stelle des Rah mens 1 liesse sich selbstverständlich auch eine Platte verwenden.
Aus Fig. 3 ist ersichtlich, dass man die Anordnung auch etwas einfacher gestalten kann. Hier sind der Bildträger und der Lin senträger nicht durch Metallrahmen versteift; sie bestehen vielmehr einfach aus entsprechend geformten Lederstücken, die auch nicht durch besondere Scharniere mit dem Grundrahmen verbunden zu sein brauchen. Die Feststellung und Sicherung in der Gebrauchslage erfolgt hier durch seitliche Versteifungsklappen 16, die, wie aus Fig. 3 ersichtlich, senkrecht gestellt sind, während sie nach dem Gebrauch einfach nach innen ungelegt werden, so dass der Bildträger 17 und der Linsenträger 18 darübergelegt werden können. Gegebenenfalls tann man übrigens. die Klappen 16 auch bei dieser Ausführungsform mit federnden. Schar nieren versehen, so dass sie sich beim Öffnen der Tasche selbsttätig aufstellen.
Der Ver- sehluss der Tasche erfolgt bei dieser Ausfüh- runigsform mit-Hilfe-von Druckknöpfen 19.
In Fig. 4 ist .eine weitere einfachere- Aus führungsform der vorliegenden Vorrichtung dargestellt. Hier besteht der Abstandskalter zwischen Linsen und Bild einfach aus einem - Stabe 20 aus Holz oder dergleichen,
-.an dem indem vorgeschriebenen Abstande einerseits der Linsenträger 21 durch Einstecken des Zapfens 22-h1- ein entsprechendes Loch und anderseits das stereoskopische Bild 23 durch Einschieben in einen Schlitz bei 24 befestigt wird. Gegebenenfalls kann man auch den Schlitz noch innen mit einer Blattfeder oder dergleichen ausstatten, um,das Bild sicher festzuklemmen, oder man kann auch an Stell, des Schlitzes einen kleinen Halter, etwa. aus Blech,
Draht oder dergleichen-, anordnen: ebenso kann der dargestellte. Linsenträger, der hier einfach aus Draht gebogen gedacht ist, durch einen andern- ersetzt werden, - etwa durch eine Blech- oder Holzplatte oder der gleichen, die die Linsen -trägt. Gegebenenfalls kann sie auch noch einen Ausschnitt für .die.' Nase des Beschauers haben und entweder mit- telst eines Stiftes in einem Löch oder ohne Anwendung eines Stiftes gleichfalls in einem Schlitz des Stabes 20 befestigt werden.
Eine noch einfachere Ausführungsform ist denkbar, indem man Bildträger, bezw. Bild und Linsenträger durch eine oder meh rere Schnüre oder Drähte von bestimmte Länge miteinander verbindet, die in gestreck tem Zustand cden gewünschten Abstand zwi schen Linsenträger und Bild ergeben.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 besteht der Linsenträger 25 aus einer Holz platte mit den Linsen und einem Nasenaus schnitt darunter. Er wird in einem Schlitz 26 auf der obern S eite des Kastens 27 ein geschoben, welcher Schlitz gleichfalls Blatt federn zum Festklemmen besitzen kann. Der Kasten 27 dient dabei gleichzeitig zur Ver packung der Bilder und des Linsenträgers 25, und er kann durch irgend einen (in der Zeich nung nicht dargestellten) Deckel, etwa einen Schiebedeckel, verschlossen werden. Die Bil der 28 werden bei dieser Ausführungsform in einen Schlitz 29 des Kastens eingeschoben. der von dem Schlitz 26 einen bestimmten, den Bildern entsprechenden, ein für allemal fest gelegten Abstand hat.
Der Kasten lässt sich aus jedem beliebigen Material herstellen, zum Beispiel aus Holz oder auch aus Blech, Pappe oder dergleichen, und kann namentlich auch für Reisende grösser ausgeführt werden, so dass man eine grössere Anzahl von Bildern in ihm unterbringen kann.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 ist der festgelegte Abstand zwischen Linsen träger und Bild durch zwei seitliche, an dem. Linsenträger 30 angebrachte Klappen 31 dar gestellt, die bei 32 mit Scharnieren an dem Linsenträger 30 befestigt sind und auf ihn aufgeklappt werden können. Der Linsenträ ger 30 und die Seitenteile 31 sind hierbei aus Blech gedacht, so dass sich alles ganz flach zusammenlegen lässt; die Teile 30 und 31 können natürlich auch aus Holz oder anderem Material bestehen.
Die Seitenteile besitzen Falze 33, in wel che das Bild eingeschoben wird; dabei ist die Entfernung von dem Falz 33 bis zu dem Lin senträger 30 die für cden Apparat von vorn herein bestimmte.
Unter Umständen genügt auch ein ein ziger derartiger Seitenteil 31, und dieser kann auch gegebenenfalls an der obern oder an der untern Kante des Linsenträgers befestigt werden.
Man kann in der gleichen Weise auch einen besonderen Bildträger benutzen in Ge stalt eines Bleches oder einer Holztafel oder dergleichen, mit Falzen zum Einschieben des Bildes, und an diesem Bildträger Abstands- lalter. also etwa Seitenteile 31, gemäss der Fig. 6 mit ihreiri einen Ende mittelst Schar nieren oder sonstwie befestigen.
Dann könnte der Linsenträger in einem Falz an dem an lern Ende der Seitenteile lösbar befestigt werden oder in sonst geeigneter Weise mit ihnen verbunden sein. - ' Man kann die Vorrichtung in den ver schiedenen Ausführungsformen, namentlich nach den Fig. 1 bis 3, auch in Form eines Zigarren- oder Zigarettenetuis, eines Buches, Portemonnaies öder dergleichen - ausbilden, insbesondere sie auch aus Metall oder anderem geeignetem Material herstellen.
Ebenso kann man die Vorrichtung nicht nur zum Betrachten von photögrapliischen Abzügen stereoskopischer Bilder - benutzen, sondern auch für Diapositive. In diesem Falle muss dafür Sorge getragen werden; dass das Licht von hinten her durch die Glasplatte des' Diapositives hindurchfallen kann. Zu diesem Zweck kann der Bildträger entweder an den betreffenden Stellen ausgeschnitten; gegebe nenfalls auch mit einer Glasplatte versehen werden, oder man klappt etwa bei der -Aus führungsform nach Fig. 1 die h_ intere Klappe 1.4 vollständig nach hinten.