Die Erfindung betrifft eine Transportanlage mit mindestens einer geschlossenen Schienenschleife, einer Anzahl entlang der Schienenschleife verteilter Haltestellen und einer Mehrzahl von längs der Schleife umlaufenden Transportorganen.
Transportanlagen dieser Art werden vorzugsweise in Indu striebetrieben eingesetzt, in welchen innerhalb bestimmter Fabrikationsabläufe Materialien oder Stückgüter von einer Fertigungsstelle zu einer anderen transportiert werden müssen. Die nachfolgend beschriebene Anlage ist zur Verwendung in einer Giesserei vorgesehen und bestimmt zum Transport flüssiger Schmelze von der Schmelzerei zu den Abgiessstellen für Giessereiformen.
Es ist eine Hängebahneinrichtung - Cleveland Katalog - bekannt, bei welcher die die Transportorgane führende Schienenstrecke von einer Mehrzahl von Schienenschleifen gebildet ist, welche mittels Weichen miteinander verbunden werden können. Mit einer solchen Anlage können jedoch trotz grossem Aufwand nur relativ geringe Mengen eines Fördergutes pro Zeiteinheit transportiert werden, da die betreffende Schleife stets während der Aufnahme oder der Abgabe von Fördergut für andere Transportorgane blockiert ist. Ein solcher Transportablauf führt besonders beim Transport von Temperatur abhängigem Fördergut, im besonderen von flüssiger Metallschmelze, zu untragbaren Zustandsänderungen des Fördergutes.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehenden Nachteile zu vermeiden und eine Anlage zu schaffen, womit unterschiedliche Mengen von Fördergut von einer beliebigen Aufnahmestelle zu einer beliebigen Abgabestelle transportiert werden können und während der Aufnahme und Abgabe des Fördergutes eine ungehinderte Zirkulation der das Fördergut befördernden Transportorgane gewährleistet ist.
Diese Aufgabe wird nach der im Patentanspruch angegebenen Erfindung gelöst.
Eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Gesamtansicht in schematischer Darstellung,
Fig. 2 einen Ausschnitt von Fig. 1 mit teilschematischer Darstellung einer Haltestelle,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Ausschnittes nach Fig. 2,
Fig. 4 eine Draufsicht des Ausschnittes nach Fig. 2,
Fig. 5 eine Draufsicht einer Haltestelle als Variante von Fig. 4.
Fig. 1 zeigt eine Gesamtansicht einer Transportanlage einer Giesserei in schematischer Darstellung, mit einer geschlossenen Schienenschleife 1 und einer Anzahl entlang der Schienenschleife 1 verteilter Haltestellen 2, wobei an jeder Haltestelle 2 die Schienenschleife 1 mit Unterbrüchen versehen ist, in welchen ein quer zur Schienenrichtung verschiebbares Aggregat 3 eingesetzt ist, das mit zwei parallel angeordneten, mit entsprechend dem Profil der Schienenschleife ausgebildeten Schienenstücken 7 und 8 ausgestattet ist, und mit einem der Schienenstücke 7 oder 8 die Schienenschleife 1 nach jeder Querverschiebung des Aggregates 3 geschlossen hält. Die Ausbildung dieser Aggregate 3 ist nachfolgend mit vergrösserter Darstellung (Fig. 2, 3 und 4) näher beschrieben.
In der Schienenschleife 1 sind mehrere selbstfahrende Transportorgane 4 eingesetzt, welche jeweils an einer Haltestelle 2 in eines der Schienenstücke 7 oder 8 eingefahren und, in der Bewegung einhaltend, mittels des Aggregates 3 wahlweise einer Fördergutaufnahmestelle oder einer Fördergutabgabestelle zugeführt werden können.
An den Fördergutaufnahmestellen sind einerseits Kupol öfen 5 und anderseits ein Schmelzemischer 6 aufgestellt, wobei an einer Stelle zwei Kupolöfen 5', mit einander zugekehrten Abstichlöchern, aufgestellt sind, wodurch nur ein Aggregat 3 benötigt wird, das wahlweise zur einen oder anderen Abstichrinne verschoben werden kann.
Die Fördergutabgabestellen sind derart angeordnet, damit wahlweise den, den jeweiligen Giessstrecken 12, 13, 14, 15 mit Giessformen 24 zugeordneten Abgiesseinrichtungen 18 unbehindert flüssiges Schmelzgut zugeführt werden kann.
Es können auch Haltestellen 2 als Umsetzungsstellen 2' ausgebildet sein, bei welchen ein in ein Aggregat 3' eingefahrenes Transportorgan 4 einer weiteren Schienenschleife 50 zugeführt werden kann. Das Aggregat 3' ist hierbei mit drei parallel zueinander angeordneten Schienenstücken 7, 8, 9 ausgerüstet. Eine weitere Umsetzstelle 2' mit einem, mit wiederum zwei parallelen Schienenstücken 7, 8 ausgebildeten Aggregat 3 ist zum Umsetzen eines Transportorganes 4 in ein Schienenstück 17 vorgesehen, womit das Transportorgan 4 einer Wartungsstation 16 für die Transportorgane 4 zugeführt werden kann. Die Wartungsstation 16 weist ein, dem Prinzip der Aggregate 3, 3' entsprechend ausgebildetes Verschiebeaggregat 21 auf, welches in einem quer zur Schienenrichtung des Schienenstückes 17 angeordneten Schienenpaar 22, 22' verschiebbar eingesetzt ist.
Mittels des Verschiebeaggregates 21 können einerseits die Transportbehälter 19 einer Vorwärmestation 20 zugeführt werden, anderseits die Transportorgane 4 an der Wartungsstation 16 überholt werden. Im weiteren sind Haltestellen 2 vorgesehen, welche zusätzlich mit einem Schienenstück versehen als Reservestation 23 für die Transportbehälter 4 ausgebildet sind, die vorteilhaft bei besonders umfangreichen Schienenschleifen 1 eingebaut werden.
Um der Giessstrecke 12 mit beispielsweise zwei Abgiesseinrichtungen 18 eine der Kapazität der Abgiesseinrichtungen 18 entsprechende Menge flüssigen Schmelzgutes zuführen zu können, ist entlang der Abgiesseinrichtungen 18 ein Schienenstück 11 eingebaut. In einer weiteren Ausbildung weist die Giessstrecke 13 mehrere Abgiesseinrichtungen 18 zwischen zwei Haltestellen 2 auf, deren Abstände einem Teilbaren des Haltestellenabstandes entsprechen. Um eine Beschickung der Abgiesseinrichtungen 18 mit flüssiger Schmelze zu ermöglichen, ist zwischen den Haltestellen 2 parallel zur Schienenschleife 1 ein Schienenstück 10 angebracht. Mittels des Schienenstückes 10 können die Transportorgane 4 über die Abgiesseinrichtungen 18 gefahren und im weiteren Verlauf ungehemmt in die Schienenschleife 1 eingegliedert werden.
Es können somit zu jeder beliebigen Giessstrecke entsprechende Beschickungsstellen zugeordnet werden.
Fig. 2, 3 und 4 zeigen in vergrösserter Darstellung eines der Aggregate 3 mit zwei parallel angeordneten, mittels einer Verstrebung 25 miteinander verbundenen Schienenstücken 7 und 8. Die Schienenstücke 7, 8 weisen hierbei die gleiche Querschnittsform wie diejenige der Schienenschleife 1 auf, welche einer der gebräuchlichen Querschnittsformen für Hängebahnen entspricht.
Das Aggregat 3 ist zwischen zwei parallel und quer zur Schienenrichtung der Schienenschleife 1 fest montierten Laufschienen 26, 26', die aus Profilmaterial bestehen, und mittels in die Laufschienen 26, 26' eingreifender Rollen 27 verschiebbar gelagert. Über den Schienenstücken 7, 8 ist eine, die Schienenstücke 7, 8 verbindende Verstrebung 25 vorgesehen. Auf je einer Seite, entlang der Laufschienen 26, 26' sind, entsprechend der Belastung, beispielsweise drei Lagerböcke 28 aufgesetzt, welche die Rollen 27 tragen. Auf einer der Querseiten der Verstrebung 25, senkrecht zur Verbindungsachse der Rollen 27 ist ein Stützlager 29 für eine Kolbenstange 30 eines die Verschiebebewegung des Aggregates 3 erzeugenden, hydraulisch oder pneumatisch betriebenen Zylinders 31 angeordnet.
Der Zylinder 31 stützt sich hierbei gelenkig an einer fest montierten Konsole 32 ab und ist mittels Steuerleitungen 33, 34 mit einer nichtdargestellten, die gesamte Anlage steuernden Kommandoeinrichtung verbunden. Anstelle des Zylinders 31 kann mi, gleicher Wirkung eine mechanische Einrichtung, beispielsweise ein Kurbeltrieb oder dergleichen vorgesehen sein.
Der Abstand zwischen den Schienenstücken 7, 8 ist so gross gewählt, damit bei eingefahrenen Transportorganen 4 in je eines der Schienenstücke 7 und 8 ein vorschriftsgemässer Sicherheitsabstand zwischen den Transportbehältern 19 oder der grössten Abmessung der Transportorgane 4 gewährleistet ist. Mit dem Abstand der Schienenstücke 7, 8 ist auch ein Taktabstand 35 des Verschiebeweges des Aggregates 3 bemessen.
Das Aggregat 3' mit drei Schienenstücken 7, 8, 9 entspricht mit entsprechend der Anzahl der Schienenstücke 7, 8, 9 vergrösserten Abmessungen im übrigen mit den Bauteilen des Aggregates 3 überein und weist im weiteren einen Taktabstand 35 mehr auf.
Die Ausbildung der Transportorgane 4 besteht im wesentlichen aus einem Fahrteil 36 und einer im Fahrteil 36 hebund senkbar geführten Halteeinrichtung 37 für einen Transportbehälter 19, beispielsweise eine Giesspfanne. Der Fahrteil 36 weist mehrere Transportrollen 38 auf und ist mit einem Getriebemotor 39 zum Antrieb dieser Transportrollen 38 ausgerüstet. Der Fahrimpuls wird dem Getriebemotor 39 von nichtdargestellten Stromschienen zugeführt. Es besteht ohne weiteres die Möglichkeit, anstelle des Getriebemotors 39 eine andere Antriebsart zu wählen, je nach Art der zentralen Kommandoeinrichtung oder den gegebenen Örtlichkeiten.
Damit der Getriebemotor 39 beim Transport flüssiger Schmelze gegen Hitzeeinwirkung geschützt ist, ist zwischen dem Getriebemotor 39 und dem Transportbehälter 19 ein Hitzeschild 40 vorgesehen.
Die Halteeinrichtung 37 ist mit einer Heb- und Senkeinrichtung gebräuchlicher Bauform und einer Kippeinrichtung 41 für den Transportbehälter 19 ausgerüstet, wobei je nach der Grösse der Transportbehälter 19 unterschiedliche Kippeinrichtungen 41 zur Anwendung gelangen.
Fig. 5 zeigt als Variante ein Aggregat 49 in schwenkbarer Ausführung mit Schienenstücken 42, 43, welche mittels Verstrebungen 44, 45 segmentförmig miteinander verbunden sind und während eines Schwenkaktes 46 in einen der Unterbrüche in die Schienenschleife 1 eingeschwenkt werden können. In der Verstrebung 44 ist ein Drehzapfen 47 eingesetzt, welcher mit einer Schwenkeinrichtung 48 verbunden ist, die an die zentrale Kommandoeinrichtung anschliessbar ist. In dem mit der Schienenrichtung der Schienenschleife 1 korrespondierenden Schienenstück 43 ist ein Transportorgan 4 eingefahren.
Die erfindungsgemässe Anlage beschränkt sich nicht nur auf Giessereibetriebe, sondern kann weitgehend auch in anderen Industriebetrieben oder Transportunternehmen mit Lageranlagen eingesetzt werden. Anstelle der beschriebenen Öfen können beispielsweise Silos oder ähnliche Behälter und anstelle der Abgiesseinrichtungen Einrichtungen zur Weiterverarbeitung des betreffenden Transportgutes, beispielsweise
Mischer oder dergleichen, vorgesehen sein.
Ebenso beschränkt sich die Ausführung nicht nur für eine Hängeschienenbahn, sondern kann auch als Standbahn ausgeführt sein. Mit einer derartigen Anlage sind Variationen möglich, die weitgehend beliebig kombiniert werden können und steuerungstechnisch mit relativ geringem Aufwand lösbar sind.