CH538482A - Verfahren zur Herstellung einer Verbindung aus Deoxyribonucleinsäure und basischem Polyamin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Verbindung aus Deoxyribonucleinsäure und basischem Polyamin

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CH538482A
CH538482A CH1059870A CH1059870A CH538482A CH 538482 A CH538482 A CH 538482A CH 1059870 A CH1059870 A CH 1059870A CH 1059870 A CH1059870 A CH 1059870A CH 538482 A CH538482 A CH 538482A
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CH1059870A
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Sekiguchi Toyozo
Fujli Tomio
Kobayashi Hideo
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Kakenyaku Kako Kk
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H21/00Compounds containing two or more mononucleotide units having separate phosphate or polyphosphate groups linked by saccharide radicals of nucleoside groups, e.g. nucleic acids
    • C07H21/04Compounds containing two or more mononucleotide units having separate phosphate or polyphosphate groups linked by saccharide radicals of nucleoside groups, e.g. nucleic acids with deoxyribosyl as saccharide radical

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Description


  
 



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen, die aus basischem Polyamin und Deoxyribonucleinsäure (DNA) zu   sammengesetzt    sind und   Idie    sich   zur    Heilung von durch Strahlung verursachten   Verletzungen    sowie zum Schutze vor solchen Verletzungen im menschlichen Körper eignen.



   Es ist im allgemeinen bekannt, dass die   Biosynthese    von   1)NA    in Zellen menschlicher Wesen und Säugetieren durch ionisierende Bestrahlung stark beschädigt wird.



  Es ist auch erkannt worden, dass eine solche Biosynthese von DNA für   Idie      Zellteilung    unentbehrlich ist, so dass die Verhinderung oder Einschränkung der   DNA- Biosyn-    these die   Zellteilung    verunmöglicht und schliesslich zum Absterben dieser Zellen führt.



   in letzter Zeit hat die   Diagnose    und die Behandlung von Krebs im Frühstadium die medizinische Fachwelt stark beschäftigt, wobei verschiedene   Behandl ungsarten    zur Bekämpfung genannten   Leiden,    wie z.B. jene mit ionisierender Bestrahlung, mit pharmakologischen Präparaten oder chirurgischen   Eingriffes    eingeführt wurden.



   Die Bestrahlungstherapie sowie die Behandlung mit pharmakologischen Mitteln ist im allgemeinen mit mehreren Arten von Nebenwirkungen begleitet, insbesondere in hematologischen Organen, wo die Zellteilung am aktivsten ist. Deshalb ist es öfters unmöglich, die Krebsbehandlung fortzusetzen, da   ste      Nebenwirkungen,    wie Leukämie, abnormales Anwachsen der weissen Blutzellen usw., auftraten.



   Aus diesem Grunde ist eine von zur Heilung von durch Strahlung verursachten Verletzungen sowie zum Schutze vor solchen Verletzungen geeignete Substanz in höchstem Grade erwünscht, wobei erwartet wird, dass eine solche Substanz die Nebenwirkungen bei der   Krebsbehandiung    verhindert   bzw.    heilt.



     Ge,oenwärfig    sind einige schützende Arzneimittel, wie   Sulihydryl    enthaltende Verbindungen, bekannt, welche   Verbindungen    wirksam sind mittels durch Strahlung induzierten freien Radikalen, die sich im   menschlichen    Körper durch ionisierende Bestrahlung   gebildet    haben und deshalb nur   dann    wirksam sind, wenn diese Arzneimittel dem menschlichen Wesen vor der Röntgenbestrahlung verabreicht werden. Es gibt aber nur wenige Arzneimittel, welche die   Bestrahlungsschäden    heilen können, wenn sie nach der   RöntgenbestraThlung    verabreicht werden.

  Solche Heilmittel werden   gewöhnllich    Wiederher   stellungsnaittel    (Restoratoren) genannt und unterscheiden sich von den ersteren Mitteln, den   Schutzmitteln.   



   Gegenwärtig wird somit ein Wiederherstellungs- oder   fleilmittet    sehr erwünscht, ,das imstande ist, die bei der   K-rebsbehandiung    durch ionisierende   Bestrahlung    wie Röntgenstrahlen oder Kobalt60-Gammastrahlen auftretenden Nebenwirkungen aufzuheben bzw. zu heilen.



   Substanzen,   die    fähig sind,   Idie    Inhibition der DNA Biosynthese wieder einzuleiten, sind ,gegenwärtig kaum bekannt, sie sind nur bestätigt durch die Tatsache, dass hochmolekulares, aus einigen   Arten eines      lebendigen    Körpers isoliertes   DNA      wirksam    ist   bei    der Teilung von Strahlungsschäden bei bestrahlten Zellen oder Tieren.



   Es ist aber ziemlich schwierig, solche aus menschlichen Wesen isolierte   lDNA-Präparate    zur Heilung von   Strahlungsschäden    bei Menschen zu verwenden, nachdem es ziemlich   beschwerlich    ist, solche   menschliche    Ge   webematerialien    als DNA-Quelle zu erhalten. Zwecks praktischer Verwendung eines   DNA- Präparates    als pharmakologisches Heilmittel müsste dieses DNA aus anderen, von menschlichen Wesen abweichenden Arten isoliert werden.



   Bei Verwendung eines sehr hochmolekularen heterologen DNA als pharmazeutisches Mittel besteht die Möglichkeit einer erblichen Gefahr für menschliche Wesen, weshalb es notwendig ist, ein DNA mit einem mehr niedermolekularen Gewicht im Bereiche von mehr als 200 000 zu verwenden, um eine solche erbliche Gefahr ein er solchen genetischen Mutation zu verhindern. Es ist nämlich gut bekannt, dass ein solches DNA vom niedermolekularen   Gewicht    die genetische Transformation auch in Bakteriensystemen nicht induzieren kann.



   Es ist auch bekannt, dass das   DNA    in höheren tierischen Lebewesen nicht im freien Zustand, sondern mit Histon, einem basischen Protein vereinigt anwesend ist.



   Auch ist es möglich, dass die Inhibition der DNA Biosynthese oder der Strangspaltung der DNA-Doppelspirale, die von der Bestrahlung herrührt, sekundär verursacht wird durch die Beschädigung des an DNA gebundenen basischen Proteins. Es wird deshalb in Betracht gezogen, nicht nur die Inhibition der DNA-Biosynthese herzustellen oder die Schäden am DNA-Molekül zu beheben, sondern auch die Schäden am Histon, einem an das   DNA-Moleküll    gebundenen basischen Protein, zu beheben und auf diese Weise die biologische Funktion von DNA zu modifizieren.   Dies      alles    ist notwendig, um die wirksamste   Heilwirkung    der Strahlungsschäden nach   Röntgenbestrahlung    von   Säugetieren    zu erzielen.



   Es ist nicht sehr möglich, ein heterologes Histon, anderes als von menschlichen Wesen herrührend, zwecks Heilung der durch   Strahlnng    hervorgerufenen Verletzungen von   Histonteilen    zu verwenden und dies aus die   sein    Grunde, da nicht verhindert werden kann, dass ernste allergische Reaktionen im menschlichen Wesen bei Verabreichung von heterologem Protein induziert werden, bekannt   als    Antigen-Antikörperreaktion.



   Andererseits ist bekannt, dass niedermolekulare Aminosäuren oder Polyamine mit einem molekularen Ge   weicht    von mehreren hundert die oben genannte Antigen Antikörperreaktion bei Säugetieren nicht hervorzurufen imstande sind.



   Gestützt auf die oben angeführten Tatsachen wurde   berechtigterweise      angenommen,    dass die Verabreichung von synthetischen   Verbindungen    aus DNA mit basischen Polyaminen oder basischen Polyaminosäuren, die eine gewisse anti gene Sicherheit geben und welche Verbindingen den natürlichen Komplexverbindungen von   DNA    und basischem Protein, dem Histon, ähneln,   gegen    die oben angeführten   Strahlungsverletzunqgen      wirksamer    sein würden als die Verabreichung von   DNA    allein;

   es   wurde    deshalb versucht, verschiedene Verbindungen aus DNA mit   Niedermolelçullargevicht    und mehreren Arten von basischem Polyamin oder basischer Polyaminsäure herzustellen.



   Die   vorliegende    Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen aus DNA und basischem Polyamin, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass man die   Deoxyribonucleinsäure    mit einem Molekulargewicht von mindestens 200000, das aus   Spennen    von Fischen oder inneren Organen von Säugetieren isoliert wurde, und das basische Amin jedes separat in verdünnter Natriumchloridlösung und Natriumcitrat enthaltenden Natriumchloridlösung löst, zwecks   Durchführung    der   Reaktion    die so erhaltenen Lösungen   mischt,    das Reaktionsgemisch bei 370C während 6 bis 18 Stunden stehen lässt, dann den pH-Wert des genannten Gemisches auf 7,0 einstellt, 

   zum genannten Gemisch Alkohol zusetzt und den so gebildeten Niederschlag abzentrifugiert. Mit Vorteil kann das Verfahren im einzel  nen auf folgende Weise durchgeführt werden, wobei das Mischen der Lösungen   gemäss    einem   Alternativverfah-    ren erst nach   dem      Einstellen    auf ein pH = 7 erfolgte.



  DNA, mit   einem    Molekulargewicht im Bereiche von mindestens   200000,    das aus   Sperren    von Fisch, wie z.B.



  Salm   oder    Forelle, oder von inneren Organen, wie z.B.



  der Thymusdrüse, Leber oder Niere von Säugetieren, wie Kalb oder jungem Schwein isoliert wird. und basische   Polyamine    oder gegebenenfalls basische Polyaminosäu- ren, in einer Menge von 1/25 oder 1/50 des   Gewichtes    von   DNA,    werden jedes separat in verdünnter Natriumchloridlösung, vorteilhafterweise in einer   0,001 5N-Lösung    und in einer gemischten Lösung von   Natriumilorid    und Natriumcitrat, vorteilhafterweise in 0,0015N u.   0,00015M    gelöst;

   hernach wird jede dieser Lösungen auf einen pH von genau 7,0 am besten   durch    Zugabe von   0,1N    Natriumhydroxydlösung oder   0, iN    Chlorwasserstoffsäure eingestellt, dann jede dieser Lösungen   nu"teinander    vermischt   aund    reagieren gelassen, wobei das   Gemisch    bei 370C während etwa   6    bis 18 Stunden stehen gelassen wird. Danach wird zum   Reaktionsgemlsch    zweckmässi   gerweise    das fünffache Volumen 99%igem Äthanol zugegeben und das   Gemisch    während 30 Minuten stehen gelassen, hernach der weisse   Niederschlag    durch Zentrifugieren bei etwa 5 000 Upm während 10 Minuten separiert.

  Hernach kann noch das   zweifache    Volumen an 99%igem Äthanol zum gesammelten Niederschlag unter Rühren zugesetzt werden, dann nochmals das Gemisch bei 5 000   Upm    während 10 min zentrifugieren gelassen werden; nach   UinkYistallisieren    des gesammelten Niederschlages aus Äthanol oder Äthyläther erhält man die gewünschte DNA,   basische    Polyamin- oder basische Polyaminosäureverbindung.



   Die wesentliche Natur der chemischen Reaktion des vorliegenden erfindungsgemässen Verfahrens besteht in der Reaktion   zwischen    der Phosphorgruppe von DNA (Deoxyribonucleinsäure) und der Aminogruppe des basischen   Polyamins bzw.      der    basischen Polyaminosäure, wobei gleichzeitig NaCI als Nebenprodukt erhalten wird.



  Im Hinblick auf   die    komplizierte Zusammensetzung des DNA als Ausgangsmaterial wird hier auf die genaue Be- schreibung der Ausgangs- und Endsubstanzen verzichtet.



  Es ist aber wichtig anzuführen, dass das Produkt des erfindungsgemässen Verfahrens sich wesentlich von den Eigenschaften des   DNA    als Ausgangssubstanz in bezug auf die chemischen und   physikochemischen      EigenschaM-    ten unterscheidet.



  1. Es besteht zunächst ein wesentlicher Unterschied in der Ausfällbarkeit.



   Die Ausfällbarkeit von DNA als Ausgangsmaterial durch Äthylalkohol ist variabel in Abhängigkeit von seinem Molekulargewicht. DNA mit einem Molekularge   weicht    im Bereiche von 200000 bis 500000 wird durch   Zugabe    von 5 Volumen Äthylalkohol trübe und fällt nicht aus. auch nach Zentrifugieren mit 3 000 Upm während 10 Minuten. Dagegen fällt das erfindungsgemäss, aus einem DNA vom selben Moleklulargewicht erzeugte Produkt gleich nach Zugabe von 5 Volumen   Äthylalko-    hol aus.

  Falls beim DNA mit einem Molekulargewicht von über 500000 als Ausgangsmaterial verwendet   war-    de, konnte es nach Zugabe von 5   Volumen    Äthylalkohol ausgeschieden werden, wobei aber das durch die   erfin-    dungsgemässe chemische Reaktion erhaltene Produkt aus dem gleichen DNA vom gleichen Molekulargewicht leicht gewonnen wurde   durch    Reiben mit dem   Giasstab    nach Zugabe von 2 Volumen   Äthyiakohol.   



   2. Unterschied in den physikochemischen Eigenschalften    Es    ist bekannt, dass das doppelsträngige DNA auf Hitze oberhalb 650C   lunstabil gist    und   dass    sich durch Erhitzen die Wasserstoffbindung   allmählich    lockert. Mit dieser Lockerung des doppelten   Stranges    und Bildung des einfachsträngigen DNA tritt gleichzeitig eine Erhöhung des UV-Absorptionswertes bei 2600 A von DNA auf (Hyperchromizität).   Die    Temperatur, die dem mittleren Maximum des Ansteigens des UV-Absorptionswertes entspricht, wird als   Schmelztemperatur    (Tm) von DNA genannt und dieser Wert wird als wichtiges Merkmal der physikochemischen Natur von   DNA    angenommen.



   Die Ergebnisse der Bestimmung des Schmelzpunktes Tm des   erfindungsgemäss,    auf chemischem Wege, mit   Kalbthymus-DNA    als Ausgangssubstanz und mit Spermidin.   3HGl    als eines des basischen   Polyamins    erzeugten Produktes werden in   ibeiliegender    Figur gezeigt. Die Reaktionen wurden unter Aufrechterhaltung von zwei Bedingungen durchgeführt.



     Sper,midin.      3HC1    wurde mit demselben Gewicht des   Kalbsthymus-DNA,    somit   unter    dem Gewichtsverhältnis   1:1,    reagieren gelassen (Kurve C). Die zweite   Reaktion    bedingung besteht darin, dass man   Spermlidin.    3HCl mit dem zehnfachen Gewicht von DNA, somit unter   dem    Gewichtsverhältnis   von 1:1/10 (Kurve    B),   reagieren lässt.   



   Wie aus der Figur ersichtlich ist, beträgt der Schmelz   punktwert    Tm von Kalbsthymus-DNA als Ausgangssub-   stand,      gelöst    in   0,0l5M    NaCl + 0,0015 M Natriumcitratlösung gemäss Kurve A,   69,50C;    der Tm-Wert des Pro duktes, erhalten gemäss den Gewichtsverhältnissen 1 1/10, steigt entsprechend der Kurve B auf 74,00C   lund    der T-Wert des Produktes, erhalten unter den   Bedin-      gen      1:1,    betrug schliesslich gemäss Kurve C 78,50C.



   Die oben angeführten   Ergebnisse    zeigen die Stabi   lisierunlg    des DNA   mittels    der   genannten    chemischen Reaktion und es wird angenommen, dass eine solche Stabilisierung von DNA durch die Bildung von Phosphor-amin-phosphor-Brücken zwischen zwei Strängen von DNA verursacht sein kann.



   Andere chemische und physikochemische Eigenschaften des erfindungsgeinäss, auf chemischem Wege erzeugten Produktes werden in folgender Tabelle angeführt.

 

   3. Molekulargewicht mehr als 200 000
4. Sedimentationskonstante 12s oder höher
5. Spezifisches Gewicht   1,C650    - 1,700
6. Viskosität n sp/c = 3 X   10-46    X 10-4
7. Spezifische optische Rotation tan   α     = 5  - 10   10w3      
8. Absorptionsspektrum Emax = 2600 Ä - 2657 Ä   
9. Aussehen: farbloses kristallines Pulver 10.

  Löslichkeit: löslich in Wasser, verdünnter Salzlösung von 0,015 N, unlöslich in Äthanol, Aceton und  Äthyläther
Aus den oben angeführten Angaben und Vergleichsversuchen kann geschlossen werden, dass es sich beim erfindungsgemäss erzeugten Produkt um eine Substanz mit eigenartigen, von den der   Ausgangssubstanzen    sich wesentlich unterscheidenden   chemischen    und physikochemischen Eigenschaften handelt.  



   Die Heilwinkung auf   diie    durch Strahlung verursachten Verletzungen des erfindungsgemäss erzeugten Pro   duktes    wurde   im    nachfolgenden durch zwei Methoden   getestet   
Die erste Methode ist die sogenannte Kolonie- oder   Gruppenbilduntgsrnethode    unter   Verwendung    eines Gewebens aus gezüchteten Zellen; diese Methode besteht darin, dass man Zellen, bestehend aus   Changs-Leber-    zellen   menschlichen    Ursprungs, mit Eagles-Medium unter   Hinzufügung    eines 10%igen Kalbsserums in Glas   petri2Schalen      während    2 Wochen züchtet unter   Bildung    sichtbarer Kolonien.

  Dabei wird die Wiederherstellung der Röntgen-bestrahlten Zellen aus den durch   BestraSh-    lung   verletzten    Zellen   geschätzt.    Da   die    abgestorbenen Zellen unfähig sind, sichtbare Kolonien zu bilden, wurde die Wiederhersteilungswirkung der erfindungsgemäss erzeugten   Verbindungen    mit Hilfe der überlebenden Menge der   Ibestrahlten    Zellen durch Zählen der Anzahl der sichtbaren Kolonien   bestimmt      Die    oben genannten Changs-Leberzeilen wurden der Bestrahlung von 200, 400, 600 und 800R mit Röntgenstrahlen von 300 KVP unterworfen und die Anzahl der überlebenden Zellen nach   zwei    Wochen   durch    Zählen der Kolonien bestimmt
Die Gruppen,

   bei welchen DNA allein anwesend war, zeigten, im Vergleich mit   einer tGruppe,    bei welcher kein DNA   hinzugefägt    wurde, ein   1,Sfaches    Ansteigen der Anzahl der Kolonien nach jeder Bestrahlungsdosis.



   Die Verwendung der erfindungsgemäss erzeugten   kom-    plexen Verbindung von DNA und Spermidin, welches letztere eines der Grund-Polyamine darstellt, führte zu einer bedeutsamen Wirksamkeit, falls die genannte   kom-    plexe Verbindung zum Kulturmedium gleich nach der   Röntgenbestrahlung    der Zellen   hinzugefügt    wurde. Es zeigte sich, dass die Anzahl der Kolonien auf etwa das Vierfache als jene der Vergleichsgruppe angestiegen war.



   Bei der   zeiten    Testmethode wurde die Wiederherstellungswirkung der   erfindungsgemäss    erzeugten Verbindungen unter Verwendung von Röntgen-bestrahlten Mäuse testiert. Die verwendeten Mäuse waren vom   Stramm    ddn, weiblich, und das Körpergewicht betrug 20 - 25 g. Die Bestrahlungsfaktoren waren 550R am gan   zen    Körper mit   Röntgenstrahlen    von 300   KVP.   



   Zum Vergleich wurde in eine Gruppe von Mäusen intraperitoneal gleich nach der Röntgenbestrahlung verdünnte Salzlösung von 0,015M NaCl und 0,0015M Natriumcitratlösung,   welche    Lösung ein Lösungsmittel von   DNA    oder der DNA-basischen   Polyamidikomplexverbin-    dung war,   injiziert    Die Injektionen wurden dreimal wöchentlich wiederholt.



   In die zweite Gruppe wurde   Heringspermen-DNA,    deren Molekulargewicht 200 000 betrug, bei einer Dosis von 25   ,ug/g    Körpergewicht Mäusen intraperitoneal   gleich    nach der   Röntgenbestrahlung    injiziert. Die Injektionen wurden dreimal wöchentlich während 4 Wochen wiederholt.



   In die dritte   Gruppe    wurde eine Komplexverbindung von   HeringspernienDNA    eines Molekulargewichtes von 200000 und Spermidin, einem basischen Polyamin, injiziert. Das Gewichtsverhältnis von DNA zu Spermidin in der Komplexverbindlung betrug 50:1. Die intraperitoneal injizierte Dosis genannter Komplexverbindung gleich nach der Röntgenbestrahlung betrug 25   sg    DNA Äquivalentmenge/g   Körpergewicht    und die Injektionen wurden   dreimal    wöchentlich während 4 Wochen wiederholt.



   In   die    vierte Gruppe wurde die Komplexverbindung desselben DNA und Spermidins injiziert, wobei aber das Gewichtsverhältnis von DNA zu Spermidin   25:1    betrug. Die Injektionen wurden auf dieselbe Weise wie in der zweiten   gruppe    durchgeführt.



   In die fünfte Gruppe wurde die Komplexverbindung desselben DNA   iund      Speimidins    injiziert, wobei aber das Gewichtsverhältnis von DNA   zu Sperinidin      10:1    betrug.



  Die Injektionen erfolgten auf   dieselbe    Weise wie in der zweiten Gruppe.



   Die Anzahl der am Leben gebliebenen Mäuse 30 Tage nach der   Röntgenbestrahlung    mit 550R und die durchschnittliche Lebensdauer der   Röntgen-bestrahlten    Mäuse   wurde    für jede experimentelle Gruppe in die folgende Tabelle I eingetragen.



   TABELLE I am Leben gebliebene Mäuse Durchschnittliche
Gruppe   Anzahl    30 Tage nach Röntgenbestrahlung Lebensdauer    Gruppe Mäuse (%) (%) in Tagen    1. verdünnte Salzlösung 48 8 16,5 13,75 2. niedermolekulares DNA 25   ,ug/g    48 9 19,5 15,88 3. niedermolekulares DNA: Spermidinkomplex 40 14 34,0 19,25
50   :1    25  g DNA Äquivalent/g 4. niedermolekulares DNA: Spermidin-Komplex 48 15 31,0 16,17    25:1    25   1tg    DNA Äquivalent/g 5. niedermolekulares DNA: 

  Spermidin-Komplex 40 14 34,0 18,43
10:1 25   ug      DNA    Äquivalent/g
Aus der oben angeführten Tabelle ist ersichtlich, dass die   DNA-Injektion    allein meistens für das Überleben der mit Röntgenstrahlen am ganzen Körper bestrahlten Mäuse unwirksam war; die Bestrahlungsdosis betrug mehr als   LD55.     



   Es wurde aber festgestellt, dass die Injektionen von Verbindungen   mit    DNA und   Spermidiin    in verschiedenem Gewichtsverhältnis die   Anzahl    der am Leben bleibenden Mäuse mehr als verdoppelte, die   durchschnitt-    liche Lebensspanne um etwa 1 Woche verlängerte und somit eine allgemeine Wirkung bei tierischen Experimenten, im Vergleich mit der Vergleichsgruppe, auf   wiesen.   



     IDas    oben beschriebene erfindungsgemässe Verfahren   zur Herstellu'nggenannter    Verbindungen wird im nachfolgenden mit Hilfe einiger Beispiele näher erörtert.



   Beispiel 1
0,5 g   Spermin      (CloH26lN4;    Molekulargewicht 202,27) und 10   g    DNA eines   Molekulargewichtes    von etwa 500 000,   extrahiert    aus Lachsspermen, wurden jedes separat in der gemischten Lösung von 0,01M   Natniumchlo-    rid und 0,014M Natriumcitrat gelöst und jede Lösung wurde auf pH 7,0 durch   Zugabe    von O,lN   Natn.umhy-    droxyd oder 0,1N Chlorwasserstoffsäure eingestellt. Diese zwei Lösungen wurden zwecks Durchführung der Re   aktion      igut      veruii'scht    und bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen.

  Danach wurden zum   Gemisch    5 Volumen 99%iger Äthylalkohol zugesetzt und 30 Minuten stehen gelassen. Der entstandene weisse Niederschlag wurde mit 5000   Upm    während 10 Minuten abzentrifugiert, dieser wurde dann mit 2 Volumen 99%igem Äthylalko   hol    unter Rühren versetzt und nochmals bei   5000    Upm   während    10 Minuten zentrifugiert. Der Niederschlag wurde   gesammelt    und aus Äthylalkohol   umkristailisiert,      wobei    10,4 g eines farblosen kristallinen Pulvers erhalten wurden.



   Beispiel 2
0,2 Ig   Spermidin-trihydrochlorid    (C7H19N3;   Molekular-      gelvicht    145,25) und 10 g DNA eines Molekulargewichtes von 500000, extrahiert aus Heringspermen, wurden jedes separat in einem Gemisch von   0,01 5M    Natriumchlorid und   0,01 5M      Natriumcitratlösung    gelöst und die Lösungen wurden auf pH 7,0 mit   O,lN    Natriumhydroxydlösung und 0,1N Chlorwasserstoffsäure eingestellt. Dann wurden   diese    zwei Lösungen gut vermischt, um die Reaktion herbeizuführen und bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen. Hernach wurden zu diesem Gemisch 5   Volumen    99%iger Äthylalkohol zugesetzt und das ganze System   während    30 Minuten stehen gelassen.



   Der entstandene weisse Niederschlag wurde mit 5 000   Upn    während 10 Minuten abzentrifugiert, dann wurden zum Niederschlag 2 Volumen 99%iger Äthylulkohol unter   Rühren    zugefügt   lund    nachher wurde der Nieder   soltlag      nochmals    bei 5000 Upm während 10 Minuten zentrifugiert.   Der    so   gesammelte    Niederschlag wurde aus Äthyläther umkristallisiert lund man erhielt 10,1 g des gewünschten Produktes in Form eines farblosen kristallinen Pulvers.



   Beispiel 3
0,5 g von   Cadavenn    (C5H14N2; Molekulargewicht 102,18) und 5 g Deoxyribonucleinsäure eines Moleku largewichtes von etwa   300000,    extrahiert aus   Kaibsthy-      musbrühen,      wurden    jedes separat in einer Lösung von 0,01   Molen    Natriumchlorid gelöst, wonach die Lösungen   dann    vermengt und bei 370C während 36   Std.    stehen gelassen wurden. Das Reaktionsgemisch wurde dann, wie in Beispiel 1 beschrieben, behandelt, wobei 5,3 g des gewünschten Produktes in Form eines kristallinen Pulvers erhalten   wurden.   



   Beispiel 4
1 g Polylysin, d.h. einer basischen   Polyaminosäure,    und 10 g Deoxyribonucleinsäure eines   Molekulargewich-    tes von   etwa      200000,    extrahiert   aus    dem Kalbsthymus, wunden jedes separat in einer Lösung von 0,01 Molen Natriumchlorid gelölst, worauf die Lösungen vermengt u.



  bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen wurden.



  Das Reaklionsemisch wurde   Idann    auf ähnliche, in Beispiel 1 beschriebene Weise behandelt und man erhielt 10,1 g an gewünschtem Produkt in Form eines farblosen kristallinen Pulvers.

 

   Beispiel 5
0,1 g Polyarginin, d.h. einer basischen Polyaminosäure, und 5 g   Deoxyribonuclein'säure    eines Molekular   gewichtes    von etwa   500000,    extrahiert aus Lachsspermen, wurden jedes separat   in    einer Lösung von 0,01 Molen Natriumchlorid gelöst, worauf die so erhaltenen Lösungen   zwecks    Umsetzung miteinander vermischt   iund    dann bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen wurden. Das Reaktionsgemisch wurde dann gemäss Verfahren von Beispiel 1 behandelt, wobei 5,0 g an gewünschtem Produkt in Form eines farblosen kristallinen Pulvers erhalten wurden. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Herstellung einer zur Heilung von durch Strahlung verursachten Verletzungen und zum Schutze vor Verletzungen durch Strahlen nützlichen Verbindung aus Deoxyribonueleinsäure und basischem Polyamin, dadurch gekennzeichnet, dass man die IDeoxyribonuclein- säure mit einem Molekulargewicht von mindestens 200000, die aus Spermen von Fischen oder inneren Organen von Säugetieren isoliert wurde, und das basische Polyamin jedes separat in verdünnter Natriumchllorid- lösung und Natriumcitrat enthaltenden Natriumchlorid- lösung löst,
    zwecks Durchführung der Reaktion die so erhalltenen Lösungen mischt, das Reaktionsgemisch bei 370C während 6 bis 18 Stunden stehen lässt, dann den pHWert des genannten Gemisches auf 7,0 einstellt, zum genannten Gemisch Alkohol zusetzt und den so gebilde- ten Niederschlag ahzentrifugiert.
    UNTERANSPRÜC1E 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Deoxyribonucleinsäure aus der Thymusdrüse, Leber oder Niere von Säugetieren, wie Kalb oder jungem Schwein, isoliert wird.
    2. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Deoxyribonucleinsäure ein Molekular gewicht von 200000 bis etwa 500000 hat.
    3. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Deoxyribonudein- säure zu basischem Polyamin 25:1 oder 50:1 im Gewicht beträgt.
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