Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen, die aus basischem Polyamin und Deoxyribonucleinsäure (DNA) zu sammengesetzt sind und Idie sich zur Heilung von durch Strahlung verursachten Verletzungen sowie zum Schutze vor solchen Verletzungen im menschlichen Körper eignen.
Es ist im allgemeinen bekannt, dass die Biosynthese von 1)NA in Zellen menschlicher Wesen und Säugetieren durch ionisierende Bestrahlung stark beschädigt wird.
Es ist auch erkannt worden, dass eine solche Biosynthese von DNA für Idie Zellteilung unentbehrlich ist, so dass die Verhinderung oder Einschränkung der DNA- Biosyn- these die Zellteilung verunmöglicht und schliesslich zum Absterben dieser Zellen führt.
in letzter Zeit hat die Diagnose und die Behandlung von Krebs im Frühstadium die medizinische Fachwelt stark beschäftigt, wobei verschiedene Behandl ungsarten zur Bekämpfung genannten Leiden, wie z.B. jene mit ionisierender Bestrahlung, mit pharmakologischen Präparaten oder chirurgischen Eingriffes eingeführt wurden.
Die Bestrahlungstherapie sowie die Behandlung mit pharmakologischen Mitteln ist im allgemeinen mit mehreren Arten von Nebenwirkungen begleitet, insbesondere in hematologischen Organen, wo die Zellteilung am aktivsten ist. Deshalb ist es öfters unmöglich, die Krebsbehandlung fortzusetzen, da ste Nebenwirkungen, wie Leukämie, abnormales Anwachsen der weissen Blutzellen usw., auftraten.
Aus diesem Grunde ist eine von zur Heilung von durch Strahlung verursachten Verletzungen sowie zum Schutze vor solchen Verletzungen geeignete Substanz in höchstem Grade erwünscht, wobei erwartet wird, dass eine solche Substanz die Nebenwirkungen bei der Krebsbehandiung verhindert bzw. heilt.
Ge,oenwärfig sind einige schützende Arzneimittel, wie Sulihydryl enthaltende Verbindungen, bekannt, welche Verbindungen wirksam sind mittels durch Strahlung induzierten freien Radikalen, die sich im menschlichen Körper durch ionisierende Bestrahlung gebildet haben und deshalb nur dann wirksam sind, wenn diese Arzneimittel dem menschlichen Wesen vor der Röntgenbestrahlung verabreicht werden. Es gibt aber nur wenige Arzneimittel, welche die Bestrahlungsschäden heilen können, wenn sie nach der RöntgenbestraThlung verabreicht werden.
Solche Heilmittel werden gewöhnllich Wiederher stellungsnaittel (Restoratoren) genannt und unterscheiden sich von den ersteren Mitteln, den Schutzmitteln.
Gegenwärtig wird somit ein Wiederherstellungs- oder fleilmittet sehr erwünscht, ,das imstande ist, die bei der K-rebsbehandiung durch ionisierende Bestrahlung wie Röntgenstrahlen oder Kobalt60-Gammastrahlen auftretenden Nebenwirkungen aufzuheben bzw. zu heilen.
Substanzen, die fähig sind, Idie Inhibition der DNA Biosynthese wieder einzuleiten, sind ,gegenwärtig kaum bekannt, sie sind nur bestätigt durch die Tatsache, dass hochmolekulares, aus einigen Arten eines lebendigen Körpers isoliertes DNA wirksam ist bei der Teilung von Strahlungsschäden bei bestrahlten Zellen oder Tieren.
Es ist aber ziemlich schwierig, solche aus menschlichen Wesen isolierte lDNA-Präparate zur Heilung von Strahlungsschäden bei Menschen zu verwenden, nachdem es ziemlich beschwerlich ist, solche menschliche Ge webematerialien als DNA-Quelle zu erhalten. Zwecks praktischer Verwendung eines DNA- Präparates als pharmakologisches Heilmittel müsste dieses DNA aus anderen, von menschlichen Wesen abweichenden Arten isoliert werden.
Bei Verwendung eines sehr hochmolekularen heterologen DNA als pharmazeutisches Mittel besteht die Möglichkeit einer erblichen Gefahr für menschliche Wesen, weshalb es notwendig ist, ein DNA mit einem mehr niedermolekularen Gewicht im Bereiche von mehr als 200 000 zu verwenden, um eine solche erbliche Gefahr ein er solchen genetischen Mutation zu verhindern. Es ist nämlich gut bekannt, dass ein solches DNA vom niedermolekularen Gewicht die genetische Transformation auch in Bakteriensystemen nicht induzieren kann.
Es ist auch bekannt, dass das DNA in höheren tierischen Lebewesen nicht im freien Zustand, sondern mit Histon, einem basischen Protein vereinigt anwesend ist.
Auch ist es möglich, dass die Inhibition der DNA Biosynthese oder der Strangspaltung der DNA-Doppelspirale, die von der Bestrahlung herrührt, sekundär verursacht wird durch die Beschädigung des an DNA gebundenen basischen Proteins. Es wird deshalb in Betracht gezogen, nicht nur die Inhibition der DNA-Biosynthese herzustellen oder die Schäden am DNA-Molekül zu beheben, sondern auch die Schäden am Histon, einem an das DNA-Moleküll gebundenen basischen Protein, zu beheben und auf diese Weise die biologische Funktion von DNA zu modifizieren. Dies alles ist notwendig, um die wirksamste Heilwirkung der Strahlungsschäden nach Röntgenbestrahlung von Säugetieren zu erzielen.
Es ist nicht sehr möglich, ein heterologes Histon, anderes als von menschlichen Wesen herrührend, zwecks Heilung der durch Strahlnng hervorgerufenen Verletzungen von Histonteilen zu verwenden und dies aus die sein Grunde, da nicht verhindert werden kann, dass ernste allergische Reaktionen im menschlichen Wesen bei Verabreichung von heterologem Protein induziert werden, bekannt als Antigen-Antikörperreaktion.
Andererseits ist bekannt, dass niedermolekulare Aminosäuren oder Polyamine mit einem molekularen Ge weicht von mehreren hundert die oben genannte Antigen Antikörperreaktion bei Säugetieren nicht hervorzurufen imstande sind.
Gestützt auf die oben angeführten Tatsachen wurde berechtigterweise angenommen, dass die Verabreichung von synthetischen Verbindungen aus DNA mit basischen Polyaminen oder basischen Polyaminosäuren, die eine gewisse anti gene Sicherheit geben und welche Verbindingen den natürlichen Komplexverbindungen von DNA und basischem Protein, dem Histon, ähneln, gegen die oben angeführten Strahlungsverletzunqgen wirksamer sein würden als die Verabreichung von DNA allein;
es wurde deshalb versucht, verschiedene Verbindungen aus DNA mit Niedermolelçullargevicht und mehreren Arten von basischem Polyamin oder basischer Polyaminsäure herzustellen.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen aus DNA und basischem Polyamin, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Deoxyribonucleinsäure mit einem Molekulargewicht von mindestens 200000, das aus Spennen von Fischen oder inneren Organen von Säugetieren isoliert wurde, und das basische Amin jedes separat in verdünnter Natriumchloridlösung und Natriumcitrat enthaltenden Natriumchloridlösung löst, zwecks Durchführung der Reaktion die so erhaltenen Lösungen mischt, das Reaktionsgemisch bei 370C während 6 bis 18 Stunden stehen lässt, dann den pH-Wert des genannten Gemisches auf 7,0 einstellt,
zum genannten Gemisch Alkohol zusetzt und den so gebildeten Niederschlag abzentrifugiert. Mit Vorteil kann das Verfahren im einzel nen auf folgende Weise durchgeführt werden, wobei das Mischen der Lösungen gemäss einem Alternativverfah- ren erst nach dem Einstellen auf ein pH = 7 erfolgte.
DNA, mit einem Molekulargewicht im Bereiche von mindestens 200000, das aus Sperren von Fisch, wie z.B.
Salm oder Forelle, oder von inneren Organen, wie z.B.
der Thymusdrüse, Leber oder Niere von Säugetieren, wie Kalb oder jungem Schwein isoliert wird. und basische Polyamine oder gegebenenfalls basische Polyaminosäu- ren, in einer Menge von 1/25 oder 1/50 des Gewichtes von DNA, werden jedes separat in verdünnter Natriumchloridlösung, vorteilhafterweise in einer 0,001 5N-Lösung und in einer gemischten Lösung von Natriumilorid und Natriumcitrat, vorteilhafterweise in 0,0015N u. 0,00015M gelöst;
hernach wird jede dieser Lösungen auf einen pH von genau 7,0 am besten durch Zugabe von 0,1N Natriumhydroxydlösung oder 0, iN Chlorwasserstoffsäure eingestellt, dann jede dieser Lösungen nu"teinander vermischt aund reagieren gelassen, wobei das Gemisch bei 370C während etwa 6 bis 18 Stunden stehen gelassen wird. Danach wird zum Reaktionsgemlsch zweckmässi gerweise das fünffache Volumen 99%igem Äthanol zugegeben und das Gemisch während 30 Minuten stehen gelassen, hernach der weisse Niederschlag durch Zentrifugieren bei etwa 5 000 Upm während 10 Minuten separiert.
Hernach kann noch das zweifache Volumen an 99%igem Äthanol zum gesammelten Niederschlag unter Rühren zugesetzt werden, dann nochmals das Gemisch bei 5 000 Upm während 10 min zentrifugieren gelassen werden; nach UinkYistallisieren des gesammelten Niederschlages aus Äthanol oder Äthyläther erhält man die gewünschte DNA, basische Polyamin- oder basische Polyaminosäureverbindung.
Die wesentliche Natur der chemischen Reaktion des vorliegenden erfindungsgemässen Verfahrens besteht in der Reaktion zwischen der Phosphorgruppe von DNA (Deoxyribonucleinsäure) und der Aminogruppe des basischen Polyamins bzw. der basischen Polyaminosäure, wobei gleichzeitig NaCI als Nebenprodukt erhalten wird.
Im Hinblick auf die komplizierte Zusammensetzung des DNA als Ausgangsmaterial wird hier auf die genaue Be- schreibung der Ausgangs- und Endsubstanzen verzichtet.
Es ist aber wichtig anzuführen, dass das Produkt des erfindungsgemässen Verfahrens sich wesentlich von den Eigenschaften des DNA als Ausgangssubstanz in bezug auf die chemischen und physikochemischen EigenschaM- ten unterscheidet.
1. Es besteht zunächst ein wesentlicher Unterschied in der Ausfällbarkeit.
Die Ausfällbarkeit von DNA als Ausgangsmaterial durch Äthylalkohol ist variabel in Abhängigkeit von seinem Molekulargewicht. DNA mit einem Molekularge weicht im Bereiche von 200000 bis 500000 wird durch Zugabe von 5 Volumen Äthylalkohol trübe und fällt nicht aus. auch nach Zentrifugieren mit 3 000 Upm während 10 Minuten. Dagegen fällt das erfindungsgemäss, aus einem DNA vom selben Moleklulargewicht erzeugte Produkt gleich nach Zugabe von 5 Volumen Äthylalko- hol aus.
Falls beim DNA mit einem Molekulargewicht von über 500000 als Ausgangsmaterial verwendet war- de, konnte es nach Zugabe von 5 Volumen Äthylalkohol ausgeschieden werden, wobei aber das durch die erfin- dungsgemässe chemische Reaktion erhaltene Produkt aus dem gleichen DNA vom gleichen Molekulargewicht leicht gewonnen wurde durch Reiben mit dem Giasstab nach Zugabe von 2 Volumen Äthyiakohol.
2. Unterschied in den physikochemischen Eigenschalften Es ist bekannt, dass das doppelsträngige DNA auf Hitze oberhalb 650C lunstabil gist und dass sich durch Erhitzen die Wasserstoffbindung allmählich lockert. Mit dieser Lockerung des doppelten Stranges und Bildung des einfachsträngigen DNA tritt gleichzeitig eine Erhöhung des UV-Absorptionswertes bei 2600 A von DNA auf (Hyperchromizität). Die Temperatur, die dem mittleren Maximum des Ansteigens des UV-Absorptionswertes entspricht, wird als Schmelztemperatur (Tm) von DNA genannt und dieser Wert wird als wichtiges Merkmal der physikochemischen Natur von DNA angenommen.
Die Ergebnisse der Bestimmung des Schmelzpunktes Tm des erfindungsgemäss, auf chemischem Wege, mit Kalbthymus-DNA als Ausgangssubstanz und mit Spermidin. 3HGl als eines des basischen Polyamins erzeugten Produktes werden in ibeiliegender Figur gezeigt. Die Reaktionen wurden unter Aufrechterhaltung von zwei Bedingungen durchgeführt.
Sper,midin. 3HC1 wurde mit demselben Gewicht des Kalbsthymus-DNA, somit unter dem Gewichtsverhältnis 1:1, reagieren gelassen (Kurve C). Die zweite Reaktion bedingung besteht darin, dass man Spermlidin. 3HCl mit dem zehnfachen Gewicht von DNA, somit unter dem Gewichtsverhältnis von 1:1/10 (Kurve B), reagieren lässt.
Wie aus der Figur ersichtlich ist, beträgt der Schmelz punktwert Tm von Kalbsthymus-DNA als Ausgangssub- stand, gelöst in 0,0l5M NaCl + 0,0015 M Natriumcitratlösung gemäss Kurve A, 69,50C; der Tm-Wert des Pro duktes, erhalten gemäss den Gewichtsverhältnissen 1 1/10, steigt entsprechend der Kurve B auf 74,00C lund der T-Wert des Produktes, erhalten unter den Bedin- gen 1:1, betrug schliesslich gemäss Kurve C 78,50C.
Die oben angeführten Ergebnisse zeigen die Stabi lisierunlg des DNA mittels der genannten chemischen Reaktion und es wird angenommen, dass eine solche Stabilisierung von DNA durch die Bildung von Phosphor-amin-phosphor-Brücken zwischen zwei Strängen von DNA verursacht sein kann.
Andere chemische und physikochemische Eigenschaften des erfindungsgeinäss, auf chemischem Wege erzeugten Produktes werden in folgender Tabelle angeführt.
3. Molekulargewicht mehr als 200 000
4. Sedimentationskonstante 12s oder höher
5. Spezifisches Gewicht 1,C650 - 1,700
6. Viskosität n sp/c = 3 X 10-46 X 10-4
7. Spezifische optische Rotation tan α = 5 - 10 10w3
8. Absorptionsspektrum Emax = 2600 Ä - 2657 Ä
9. Aussehen: farbloses kristallines Pulver 10.
Löslichkeit: löslich in Wasser, verdünnter Salzlösung von 0,015 N, unlöslich in Äthanol, Aceton und Äthyläther
Aus den oben angeführten Angaben und Vergleichsversuchen kann geschlossen werden, dass es sich beim erfindungsgemäss erzeugten Produkt um eine Substanz mit eigenartigen, von den der Ausgangssubstanzen sich wesentlich unterscheidenden chemischen und physikochemischen Eigenschaften handelt.
Die Heilwinkung auf diie durch Strahlung verursachten Verletzungen des erfindungsgemäss erzeugten Pro duktes wurde im nachfolgenden durch zwei Methoden getestet
Die erste Methode ist die sogenannte Kolonie- oder Gruppenbilduntgsrnethode unter Verwendung eines Gewebens aus gezüchteten Zellen; diese Methode besteht darin, dass man Zellen, bestehend aus Changs-Leber- zellen menschlichen Ursprungs, mit Eagles-Medium unter Hinzufügung eines 10%igen Kalbsserums in Glas petri2Schalen während 2 Wochen züchtet unter Bildung sichtbarer Kolonien.
Dabei wird die Wiederherstellung der Röntgen-bestrahlten Zellen aus den durch BestraSh- lung verletzten Zellen geschätzt. Da die abgestorbenen Zellen unfähig sind, sichtbare Kolonien zu bilden, wurde die Wiederhersteilungswirkung der erfindungsgemäss erzeugten Verbindungen mit Hilfe der überlebenden Menge der Ibestrahlten Zellen durch Zählen der Anzahl der sichtbaren Kolonien bestimmt Die oben genannten Changs-Leberzeilen wurden der Bestrahlung von 200, 400, 600 und 800R mit Röntgenstrahlen von 300 KVP unterworfen und die Anzahl der überlebenden Zellen nach zwei Wochen durch Zählen der Kolonien bestimmt
Die Gruppen,
bei welchen DNA allein anwesend war, zeigten, im Vergleich mit einer tGruppe, bei welcher kein DNA hinzugefägt wurde, ein 1,Sfaches Ansteigen der Anzahl der Kolonien nach jeder Bestrahlungsdosis.
Die Verwendung der erfindungsgemäss erzeugten kom- plexen Verbindung von DNA und Spermidin, welches letztere eines der Grund-Polyamine darstellt, führte zu einer bedeutsamen Wirksamkeit, falls die genannte kom- plexe Verbindung zum Kulturmedium gleich nach der Röntgenbestrahlung der Zellen hinzugefügt wurde. Es zeigte sich, dass die Anzahl der Kolonien auf etwa das Vierfache als jene der Vergleichsgruppe angestiegen war.
Bei der zeiten Testmethode wurde die Wiederherstellungswirkung der erfindungsgemäss erzeugten Verbindungen unter Verwendung von Röntgen-bestrahlten Mäuse testiert. Die verwendeten Mäuse waren vom Stramm ddn, weiblich, und das Körpergewicht betrug 20 - 25 g. Die Bestrahlungsfaktoren waren 550R am gan zen Körper mit Röntgenstrahlen von 300 KVP.
Zum Vergleich wurde in eine Gruppe von Mäusen intraperitoneal gleich nach der Röntgenbestrahlung verdünnte Salzlösung von 0,015M NaCl und 0,0015M Natriumcitratlösung, welche Lösung ein Lösungsmittel von DNA oder der DNA-basischen Polyamidikomplexverbin- dung war, injiziert Die Injektionen wurden dreimal wöchentlich wiederholt.
In die zweite Gruppe wurde Heringspermen-DNA, deren Molekulargewicht 200 000 betrug, bei einer Dosis von 25 ,ug/g Körpergewicht Mäusen intraperitoneal gleich nach der Röntgenbestrahlung injiziert. Die Injektionen wurden dreimal wöchentlich während 4 Wochen wiederholt.
In die dritte Gruppe wurde eine Komplexverbindung von HeringspernienDNA eines Molekulargewichtes von 200000 und Spermidin, einem basischen Polyamin, injiziert. Das Gewichtsverhältnis von DNA zu Spermidin in der Komplexverbindlung betrug 50:1. Die intraperitoneal injizierte Dosis genannter Komplexverbindung gleich nach der Röntgenbestrahlung betrug 25 sg DNA Äquivalentmenge/g Körpergewicht und die Injektionen wurden dreimal wöchentlich während 4 Wochen wiederholt.
In die vierte Gruppe wurde die Komplexverbindung desselben DNA und Spermidins injiziert, wobei aber das Gewichtsverhältnis von DNA zu Spermidin 25:1 betrug. Die Injektionen wurden auf dieselbe Weise wie in der zweiten gruppe durchgeführt.
In die fünfte Gruppe wurde die Komplexverbindung desselben DNA iund Speimidins injiziert, wobei aber das Gewichtsverhältnis von DNA zu Sperinidin 10:1 betrug.
Die Injektionen erfolgten auf dieselbe Weise wie in der zweiten Gruppe.
Die Anzahl der am Leben gebliebenen Mäuse 30 Tage nach der Röntgenbestrahlung mit 550R und die durchschnittliche Lebensdauer der Röntgen-bestrahlten Mäuse wurde für jede experimentelle Gruppe in die folgende Tabelle I eingetragen.
TABELLE I am Leben gebliebene Mäuse Durchschnittliche
Gruppe Anzahl 30 Tage nach Röntgenbestrahlung Lebensdauer Gruppe Mäuse (%) (%) in Tagen 1. verdünnte Salzlösung 48 8 16,5 13,75 2. niedermolekulares DNA 25 ,ug/g 48 9 19,5 15,88 3. niedermolekulares DNA: Spermidinkomplex 40 14 34,0 19,25
50 :1 25 g DNA Äquivalent/g 4. niedermolekulares DNA: Spermidin-Komplex 48 15 31,0 16,17 25:1 25 1tg DNA Äquivalent/g 5. niedermolekulares DNA:
Spermidin-Komplex 40 14 34,0 18,43
10:1 25 ug DNA Äquivalent/g
Aus der oben angeführten Tabelle ist ersichtlich, dass die DNA-Injektion allein meistens für das Überleben der mit Röntgenstrahlen am ganzen Körper bestrahlten Mäuse unwirksam war; die Bestrahlungsdosis betrug mehr als LD55.
Es wurde aber festgestellt, dass die Injektionen von Verbindungen mit DNA und Spermidiin in verschiedenem Gewichtsverhältnis die Anzahl der am Leben bleibenden Mäuse mehr als verdoppelte, die durchschnitt- liche Lebensspanne um etwa 1 Woche verlängerte und somit eine allgemeine Wirkung bei tierischen Experimenten, im Vergleich mit der Vergleichsgruppe, auf wiesen.
IDas oben beschriebene erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellu'nggenannter Verbindungen wird im nachfolgenden mit Hilfe einiger Beispiele näher erörtert.
Beispiel 1
0,5 g Spermin (CloH26lN4; Molekulargewicht 202,27) und 10 g DNA eines Molekulargewichtes von etwa 500 000, extrahiert aus Lachsspermen, wurden jedes separat in der gemischten Lösung von 0,01M Natniumchlo- rid und 0,014M Natriumcitrat gelöst und jede Lösung wurde auf pH 7,0 durch Zugabe von O,lN Natn.umhy- droxyd oder 0,1N Chlorwasserstoffsäure eingestellt. Diese zwei Lösungen wurden zwecks Durchführung der Re aktion igut veruii'scht und bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen.
Danach wurden zum Gemisch 5 Volumen 99%iger Äthylalkohol zugesetzt und 30 Minuten stehen gelassen. Der entstandene weisse Niederschlag wurde mit 5000 Upm während 10 Minuten abzentrifugiert, dieser wurde dann mit 2 Volumen 99%igem Äthylalko hol unter Rühren versetzt und nochmals bei 5000 Upm während 10 Minuten zentrifugiert. Der Niederschlag wurde gesammelt und aus Äthylalkohol umkristailisiert, wobei 10,4 g eines farblosen kristallinen Pulvers erhalten wurden.
Beispiel 2
0,2 Ig Spermidin-trihydrochlorid (C7H19N3; Molekular- gelvicht 145,25) und 10 g DNA eines Molekulargewichtes von 500000, extrahiert aus Heringspermen, wurden jedes separat in einem Gemisch von 0,01 5M Natriumchlorid und 0,01 5M Natriumcitratlösung gelöst und die Lösungen wurden auf pH 7,0 mit O,lN Natriumhydroxydlösung und 0,1N Chlorwasserstoffsäure eingestellt. Dann wurden diese zwei Lösungen gut vermischt, um die Reaktion herbeizuführen und bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen. Hernach wurden zu diesem Gemisch 5 Volumen 99%iger Äthylalkohol zugesetzt und das ganze System während 30 Minuten stehen gelassen.
Der entstandene weisse Niederschlag wurde mit 5 000 Upn während 10 Minuten abzentrifugiert, dann wurden zum Niederschlag 2 Volumen 99%iger Äthylulkohol unter Rühren zugefügt lund nachher wurde der Nieder soltlag nochmals bei 5000 Upm während 10 Minuten zentrifugiert. Der so gesammelte Niederschlag wurde aus Äthyläther umkristallisiert lund man erhielt 10,1 g des gewünschten Produktes in Form eines farblosen kristallinen Pulvers.
Beispiel 3
0,5 g von Cadavenn (C5H14N2; Molekulargewicht 102,18) und 5 g Deoxyribonucleinsäure eines Moleku largewichtes von etwa 300000, extrahiert aus Kaibsthy- musbrühen, wurden jedes separat in einer Lösung von 0,01 Molen Natriumchlorid gelöst, wonach die Lösungen dann vermengt und bei 370C während 36 Std. stehen gelassen wurden. Das Reaktionsgemisch wurde dann, wie in Beispiel 1 beschrieben, behandelt, wobei 5,3 g des gewünschten Produktes in Form eines kristallinen Pulvers erhalten wurden.
Beispiel 4
1 g Polylysin, d.h. einer basischen Polyaminosäure, und 10 g Deoxyribonucleinsäure eines Molekulargewich- tes von etwa 200000, extrahiert aus dem Kalbsthymus, wunden jedes separat in einer Lösung von 0,01 Molen Natriumchlorid gelölst, worauf die Lösungen vermengt u.
bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen wurden.
Das Reaklionsemisch wurde Idann auf ähnliche, in Beispiel 1 beschriebene Weise behandelt und man erhielt 10,1 g an gewünschtem Produkt in Form eines farblosen kristallinen Pulvers.
Beispiel 5
0,1 g Polyarginin, d.h. einer basischen Polyaminosäure, und 5 g Deoxyribonuclein'säure eines Molekular gewichtes von etwa 500000, extrahiert aus Lachsspermen, wurden jedes separat in einer Lösung von 0,01 Molen Natriumchlorid gelöst, worauf die so erhaltenen Lösungen zwecks Umsetzung miteinander vermischt iund dann bei 370C während 18 Stunden stehen gelassen wurden. Das Reaktionsgemisch wurde dann gemäss Verfahren von Beispiel 1 behandelt, wobei 5,0 g an gewünschtem Produkt in Form eines farblosen kristallinen Pulvers erhalten wurden.