CH475792A - Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Herstellung chemischer Verbindungen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Herstellung chemischer Verbindungen

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CH475792A
CH475792A CH743765A CH743765A CH475792A CH 475792 A CH475792 A CH 475792A CH 743765 A CH743765 A CH 743765A CH 743765 A CH743765 A CH 743765A CH 475792 A CH475792 A CH 475792A
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CH743765A
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William Haycock Ernest
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Shell Int Research
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Description


  Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Herstellung chemischer Verbindungen    Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vor  richtung zur elektrolytischen Herstellung chemischer  Verbindungen.  



  Elektrochemische Verfahren können in eine Folge  von Grundvorgängen zerlegt werden:  1. die     Adsorption    des Reaktionspartners an der Elek  trode,  2. den Elektronenübergang zwischen dem Reaktions  partner und der Elektrode,  3. die     Desorption    des Reaktionsproduktes von der  Elektrode.  



  Jeder dieser Vorgänge kann eine Polarisation veran  lassen     (Aktivierungspolarisation).    Eine andere Art von  elektrochemischer Polarisation, die in elektrolytischen  Verfahren eine Rolle spielt, ist die sogenannte Konzen  trationspolarisation. Diese Erscheinung entsteht durch  die ungenügende Zufuhr von Reaktionspartnern zur       Elektrodenoberfläche.    Die elektrochemische Polarisation,  die als Zunahme des Spannungsabfalles längs der     Grenz-          schicht    zwischen Elektrode- und Elektrolyt gemessen  wird, verursacht einen erhöhten Energieverbrauch, hin  sichtlich einer äquivalenten chemischen Umwandlung.

    Die Wirtschaftlichkeit elektrochemischer Verfahren  hängt in hohem Masse von der Möglichkeit einer Verrin  gerung der Polarisationswirkungen ab. Tatsächlich stellt  die Notwendigkeit der Verwendung hoher Ströme und  Spannungen ein ernsthaftes Hindernis für die Herstellung  chemischer Verbindungen durch elektrochemische Um  setzungen dar. Es ist ein Ziel der Erfindung, die Durch  führung     präparativer    elektrolytischer Umsetzungen durch  Herabsetzung der Polarisation zu verbessern.  



  Die Erfindung betrifft     deshalb    ein Verfahren zur  elektrolytischen Herstellung chemischer Verbindungen,  das dadurch gekennzeichnet ist, dass     man     a) einen elektrischen Strom mittels zwei Elektroden,  die mit einer Gleichstromquelle in Verbindung stehen,  durch einen Elektrolyten fliessen lässt, wobei mindestens  ein Teil der einen Elektrode in einer Zone angeordnet ist,  welche in für Ionen durchlässiger und für Flüssigkeit  praktisch undurchlässiger Weise von der andern Elektro  de getrennt ist,    b) einen Strom von festen leitenden Teilchen, an  denen wenigstens ein Teil des Reagens     adsorbiert    ist,  durch die Zone schickt um eine elektrische     Ladung     zwischen diesen Teilchen und derjenigen Elektrode zu  übertragen,

   welche in der Zone angeordnet ist, und dabei  das     adsorbierte    Reagens in die gewünschte chemische  Verbindung umzuwandeln, und  c) die festen leitenden Teilchen und das Reaktions  produkt aus der Zone austrägt.  



  Bei einer bevorzugten Ausführungsform des     erfin-          dunsgemässen    Verfahrens werden die Vorgänge der       Adsorption    der Reaktionspartner und/oder der     Desorp-          tion    der Produkte wenigstens teilweise getrennt von dem       Ladungsübertragungsvorgang    durchgeführt. Auf diese  Weise     knan    die eigentliche Reaktionszeit,     d.h.    die     Zeit,     während der sich die Reaktionspartner unter elektrolyti  schen Bedingungen befinden, auf die für die Ladungs  übertragung erforderliche Zeit herabgesetzt werden, wo  durch unerwünschte Neben- und Folgereaktionen unter  drückt werden.

   Besonders für die Herstellung organischer  Verbindungen ist die dadurch bedingte Verbesserung der  Selektivität von grosser Wichtigkeit. Ein weiterer Vorteil  der Trennung der drei Grundvorgänge     besteht    darin, dass  die mit der     Adsorption    und     Desorption    verbundene  Konzentrationspolarisation und     Aktivierungspolarisatio-          nen    allein durch die Fliessgeschwindigkeit der     Elektro-          denteilchen    bestimmt werden.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht durch  die kontinuierliche Entfernung des     Elektrodenmaterials     aus dem System     (d.h.    durch Austragen aller oder eines  Teiles der     Elektrodenteilchen    aus der Trennkammer und  Ersatz durch frische oder regenerierte Teilchen) in  hohem Masse eine Überwachung und Anpassung.  



  Die Anpassungsfähigkeit des Systems kann insofern  ausgenutzt werden, als verschiedene Metalle für die  leitenden Teilchen einerseits und die ersten Elektroden  andererseits verwendet werden können. Dadurch ist es  möglich, für die ersteren ein Metall zu verwenden, das  die Reaktion katalysiert, und für die letzteren ein Metall,  das     inert    und für eine längere Betriebszeit geeignet ist.  Die Anpassungsfähigkeit des erfindungsgemässen Ver  fahrens kann ferner für die Untersuchung     kombinierter         elektrokatalytischer Verfahren verwendet werden. Es ist  bekannt, dass die     Adsorption    organischer Stoffe aus der  Lösung an Metalloberflächen von dem Potential der  Metalloberfläche gegenüber der Lösung abhängt.

   Wenn  die erste Elektrode auf einem bestimmten Potential  gegenüber dem Elektrolyten gehalten wird, so wird es  möglich, eine erhöhte und selektive     Adsorption    organi  scher Moleküle an einer aus Teilchen bestehenden     Kata-          lysatorelektrode    zu     verwirklichen    und hierdurch die  Ausbeute oder Selektivität bei solchen Reaktionen zu       verbessern,    die man nunmehr allein als     thermisch-kataly-          tische    Vorgänge betrachtet. Ein typisches Beispiel hierfür  sind die Reduktionsreaktionen, z.

   B. die Bildung von  Alkoholen aus Aldehyden, für die bisher in der Praxis       Raney-Nickel    als Katalysator in einem wässrigen Me  dium verwendet wird.  



  Da die     Elektrodenteilchen        klein    gehalten werden  können, haben sie     eine    grosse Oberfläche im Verhältnis  zum Volumen und weisen damit offensichtlich den  Vorteil einer verbesserten Oberfläche auf, an der die  Reaktionspartner     adsorbiert    werden     können.    Die beste  henden elektrolytischen Anlagen könnten dadurch in der  Grösse beträchtlich verringert werden. Ferner ist die  Aufteilung einer festen Elektrode in kleine Teilchen  wirtschaftlicher, als die Herstellung einer porösen Dauer  elektrode, und ausserdem wird die     Desorption    erleich  tert.  



  Wenn der Strom der Reaktionspartner und die     Elek-          trodenteilchen    kontinuierlich durch die Zelle fliessen,  wird auch eine bessere Energieverteilung erreicht. Indu  strielle elektrolytische Anlagen könnten deshalb leichter  überwacht und die Wärme könnte ausgenutzt werden.  



  Die festen     Elektrodenteilchen    bestehen aus elektrisch  leitendem Material, vorzugsweise werden sie frisch herge  stellt, um saubere Oberflächen sicherzustellen. Die Be  zeichnung  leitend>> wird bekanntlich für Leiter wie  Metalle und Graphit und für Halbleiter,     z.B.    Silicium,  Germanium, Selen und deren Salze, verwendet. Spezifi  sche Beispiele sind Silber, Kupfer, Eisen Kupferoxyd und  Teilchen, die mit Metallen,     z.B.    Platin, überzogen sind.  Die Teilchengrösse erweist sich nicht als kritisch, sie  beträgt     z.B.    etwa 0,001 bis 1 mm im Durchmesser.  



  Da jedoch     kleinere    Grössen zu einer vergrösserten       Oberfläche    im Verhältnis zum Volumen führen, wird im       allgemeinen    die Verwendung der kleinsten Durchmesser  bevorzugt, die mit einer leichten Trennung vom Produkt  strom vereinbart sind. Deshalb werden     Teilchengrössen     von 10 bis 500     Mikron    bevorzugt. Ferner wird die  Handhabung der Teilchen durch eine     Begrenzung    der  Teilchengrösse auf einen engen Bereich erleichtert, so  dass z. B. 90     Gew.-7p    der Teilchen Durchmesser im  Verhältnis von 1 :3 aufweisen.

   Die Teilchen können  gegenüber der Reaktion     inert    sein oder katalytisch wir  ken, sie können     z.B.    aus einem Katalysator bestehen oder  damit überzogen sein.  



  Die     Erfindung    ist für alle     präparativen    elektrochemi  schen Umsetzungen geeignet, in denen Dauerelektroden  verwendet werden. Beispiele sind die Reduktion von  Aldehyden zu Alkoholen, die Oxydation von Aldehyden  zu Säuren, die Reduktion von Mehrfachbindungen,     z.B.     im Naphthalin, und die Reduktion von Nitrobenzol zu  Anilin. Es ist offensichtlich, dass die Stammelektrode  (erste Elektrode), an der das gewünschte Reaktionspro  dukt gebildet wird, die Kathode oder Anode sein     kann.     So finden die Reduktionsreaktionen an der Kathode  statt, während die Oxydationsreaktionen an der Anode  durchgeführt werden.

      Wenn nur eine Elektrode in Form kleiner Teilchen  angewendet wird, so ist die andere Elektrode gegebenen  falls irgendeine     verbrauchbare    Elektrode, die für den an  der erstgenannten Elektrode     stattfindenden    Hauptprozess  geeignet ist. Es ist jedoch offensichtlich, dass in vielen  Fällen, und wenn keine     verbrauchbaren    Elektroden ver  wendet werden, beide Elektroden in Form von Teilchen  vorliegen können.  



  Die Erfindung     wird    nun weiter beschrieben anhand  der Zeichnungen, die bevorzugte Ausführungsformen  darstellen.  



       Abb.    1 ist eine schematische Ansicht einer Anlage,  die elektrolytische Zelle wird im Schnitt gezeigt.  



       Abb.    2 ist ein Querschnitt längs der Linie 2-2 der       Abb.    1.  



       Abb.    3 ist ein senkrechter Schnitt durch eine spezielle  Ausführungsform einer Vorrichtung, die zur Herstellung  der Beschickung dient und für die Verwendung in der  Anlage gemäss     Abb.    1 geeignet ist.  



       Abb.4    ist ein senkrechter Schnitt durch eine zweite  Ausführungsform eines Teiles einer solchen     Beschik-          kungsvorrichtung,    die für die Verwendung eines gasför  migen     Reaktonspartners    geeignet ist.  



       Abb.    5 ist ein senkrechter Schnitt durch eine elektro  lytische Zelle gemäss einer abgeänderten Anordnung, die  einen     Durchflusskanal    für jede Elektrode enthält.  



       Abb.    6 ist ein Querschnitt längs der Linie 6-6 der       Abb.    5.  



       Abb.    7 ist ein senkrechter Schnitt durch eine poröse  Stammelektrode, die eine weitere Ausführungsform der  Erfindung darstellt.  



       Abb.    8 ist eine vergrösserte Ansicht eines Teiles einer       Elektrodenwand,    die der Verwendung für gasförmige  Ströme angepasst ist.  



  Unter Bezugnahme auf die     Abb.    1 und 2 wird     ein     geschlossenes Gefäss 10 gezeigt, das die festen Dauerelek  troden 11 und 12 enthält. Sie werden durch eine durch  lässige Wand 13 getrennt, die beispielsweise zylindrisch  ist und die letztere Elektrode umschliesst. Die Wand  besteht aus irgendeinem geeigneten Material,     z.B.    Kera  mik, gesintertem Glas oder einem durchlässigen Harz,  das den Durchgang der Ionen erlaubt, aber Flüssigkeiten  im wesentlichen abtrennt. Sie ist     in    Endfassungen am  Boden des Gefässes und im Deckel 14 befestigt. Die  Elektrode 11 ist gegebenenfalls porös,     z.B.    in Form einer  Netzelektrode, die die Wand 13 umgibt und mit einem  Leiter 15 elektrisch verbunden ist.

   Ein Zuleitungsrohr 16  und ein     Austragsrohr    17 stehen mit dem durch die Wand  13 gebildeten     Durchflusskanal    in Verbindung. Die Elek  trode 12 wird hierbei als Stammelektrode bezeichnet und  die Elektrode 11 als Gelenkelektrode. Die Stammelektro  de befindet sich in dem     Durchflusskanal    und besitzt  vorzugsweise     langgestreckte    Berührungsstäbe,     z.B.    Me  tallfinger 18, um die Berührung mit den     Elektrodenteil-          chen    zu verstärken.  



  Die Elektroden sind von dem Gefäss durch Flansche  19 und 20 elektrisch     isoliert    und mit den     Stromleitern    21  und 22 verbunden. Diese sind ihrerseits mit einer Gleich  stromquelle verbunden. Zwischen den Elektroden befin  det sich eine Elektrolyt.     In    der gezeigten Ausführungs  form setzt er sich zum Teil aus dem flüssigen Elektroly  ten 23, der sich in dem Gefässraum ausserhalb des durch  die Wand bezeichneten     Durchflusskanals    befindet, und  zum Teil aus dem     Flüssigkeitsstrom,    der durch den  Kanal fliesst, zusammen.

   Es wird jedoch darauf hinge  wiesen, dass auch ein anderer geeigneter bekannter  Elektrolyt als     Elektrolyt    23 verwendet werden kann, der      gegebenenfalls in Form einer Paste vorliegt und sich in  einem porösen festen Stoff befindet. Ferner kann die  Stammelektrode in direkter Berührung mit dem Elektro  lyten 23 stehen, indem die Stammelektrode an der Wand  13 angebracht wird oder indem die Elektrode selbst mit  Poren versehen wird und die Wand bildet, wie es in  Verbindung mit den     Abb.    7 und 8 gezeigt wird.  



  Das Zuleitungsrohr 16 erhält einen Flüssigkeitsstrom  von der Vorrichtung zur Herstellung der Beschickung 24.  Wenn die Stammelektrode 12 im Abstand von der Wand  13 angebracht ist, wie es hier gezeigt ist, so muss dieser  Strom einen flüssigen Elektrolyten enthalten. Wenn die  Elektrode jedoch gemäss     Fig.    8 aufgebaut ist, so ist das  nicht notwendig, und der Strom kann aus einem flüssigen  Nichtelektrolyten oder     einem    Gas bestehen.  



  In beiden Fällen enthält der Strom aber den Reak  tionspartner,     d.h.    entweder ist er es selbst oder er ist ein  Träger oder ein Lösungsmittel dafür. Der Reaktionspart  ner ist eine Flüssigkeit, ein fester Stoff oder ein Gas, das  in der Flüssigkeit gelöst und teilweise an die festen  Teilchen     adsorbiert    ist. Diese den Reaktionspartner ent  haltende Flüssigkeit wird durch ein Rohr 25, eine Pumpe  26 und ein Rohr 27 in die Vorrichtung zur Herstellung  der Beschickung geleitet, und von dem Vorratsbehälter  28 werden frische oder regenerierte feste     Elektrodenteil-          chen    über eine Kontrollanlage     z.B.    einen Sternaufgabe  apparat 29 und ein Fallrohr 30 zugeführt.

   Der     Durchfluss     durch das Fallrohr wird ferner durch ein Quetschventil  31 überwacht, der     Sternaufgabeapparat    wird zur Kontrol  le der Zugabe der vorbereiteten Teilchen verwendet.  



  Die Vorrichtung zur Herstellung der Beschickung ist       z.B.    eine     Mitnehmeranlage,    wie sie     Abb.3    zeigt. Die  Vorrichtung besteht aus einem Gehäuse 24a, das eine       Venturi-Düse    32 enthält, wobei diese mit den Rohren 16  und 27 verbunden ist und an der engsten Stelle die  Öffnungen 33 für die aus dem umgebenden Raum  einströmenden     Elektrodenteilchen    enthält.  



  Wenn sich der Reaktionspartner zu Beginn in gasför  migem Zustand befindet, ist das Gehäuse 24a wahlweise  mit einem zusätzlichen Zuleitungsrohr 34 verbunden, das  durch ein Ventil 35 geregelt wird. Der gasförmige  Reaktionspartner     tritt    in den Raum ein, der die     Elektro-          denteilchen    für die     Adsorption    enthält, und gelangt mit  diesen in den Flüssigkeitsstrom.  



  Einer abgeänderten Ausführungsform entsprechend  gelangt der gasförmige Reaktionspartner in der in     Abb.    4  gezeigten Weise in den Flüssigkeitsstrom. Hierbei ist ein  Gasraum 36 mit einer     Gaszuleitung    37 versehen. Durch  den Raum erstreckt sich im Abstand zu den Wänden ein  zentraler Durchgang, der an den Enden durch die       Flanschenrohre    38 und dazwischen durch eine poröse  Muffe 39 begrenzt wird. Die Vorrichtung ist durch die       Endflansche    mit der Vorrichtung 24 und entweder dem  Rohr 16 oder dem Rohr 27 verbunden, so dass     eine     Diffusion des Gases in die Flüssigkeit durch die poröse  Muffe 39 hindurch ermöglicht wird.  



  Das     Austragsrohr    17 ist mit einer Trennvorrichtung  40 verbunden, die für die Trennung der Bestandteile des  Auslaufes und gewöhnlich für die     Desorption,        d.h.    für  die Trennung der     Elektrodenteilchen    vom Reaktionspro  dukt, geeignet ist. Verschiedene Methoden, wie Verdamp  fung durch Erhitzen, Extraktion mit einem Lösungsmit  tel und Kristallisation, werden in der Trennvorrichtung  40 angewendet, aus der das Reaktionsprodukt und die  nicht umgesetzte Flüssigkeit durch ein oder mehrere  Abflussrohre 41 abgezogen werden. Das solche Trennme  thoden an sich bekannt     sind,    werden sie hier nicht näher    beschrieben.

   Es wird jedoch bemerkt, dass die Art der  Trennung von der Natur des Reaktionsproduktes ab  hängt.     In    den meisten Fällen werden     z.B.    das Reaktions  produkt und die nicht umgesetzten Anteile des Stromes  von den     Elektrodenteilchen    abgetrennt, und letztere  werden, vorzugsweise in trockenem Zustand, durch ein  Rohr 42 ausgetragen.  



  Die abgetrennten und durch das Rohr 42 ausgetrage  nen     Elektrodenteilchen    können zwecks     Widerverwen-          dung    zu dem Fallrohr 30 zurückgeführt werden, oder sie  werden insgesamt oder zum Teil durch ein Rohr 43 unter  der Kontrolle des Ventils 44 aus dem System entfernt.  Obwohl in der gezeigten Ausführungsform die Austra  gung der     Elektrodenteilchen    in trockener Form bevor  zugt wird, um den Transport unter dem Einfluss der  Schwerkraft durch ein Fallrohr und die Überführung in  die Flüssigkeit in der vorher beschriebenen Weise zu  erleichtern, ist es nicht unbedingt erforderlich.

   So kann  das erfindungsgemässe Verfahren auch unter Verwen  dung nasser Teilchen und anderer bekannter oder geeig  neter Vorrichtungen für den Transport und die Überfüh  rung der Teilchen in den Flüssigkeitsstrom durchgeführt  werden. Solche Anordnungen enthalten     z.B.    bewegte  Teile und rotierende Schrauben.  



  Das Gefäss 10 ist für die Zufuhr und den Abzug des  Elektrolyten 23 mit den mit den Ventilen 47 und 48  versehenen Verbindungsrohren 45 und 46 ausgestattet.  



  Während des Betriebes wird der Reaktionspartner,  der in flüssiger Form bei 25 oder als Gas bei 34 oder 37  zugeführt wird, von den festen     Elektrodenteilchen,    die  von dem Vorratsbehälter 28 und/oder von der Trennvor  richtung 40 zugeführt werden,     adsorbiert.    Diese Teilchen  werden in dem Flüssigkeitsstrom     dispergiert,    der durch  das Rohr 16 in die Zelle eingeführt wird. Die Elektroden  11 und 12 werden durch Anlegung eines direkten Poten  tials auf verschiedenen elektrischen Spannungen gehalten.  Durch den Elektrolyten 23, die durchlässige Wand 13  und die Flüssigkeit die durch das Rohr 16 in die Zelle  eingeführt wird, und gleichfalls als Elektrolyt wirkt,  fliesst zwischen den Elektroden 11 und 12 ein Ionen  strom.

   Wenn die     dispergierten        Elektrodenteilchen    mit der  Stammelektrode 12 oder mit der von ihr ausgehenden  Fingern 18 in Berührung kommen, findet eine Ladungs  übertragung statt, die zu einer elektrochemischen Umset  zung des     adsorbierten    Materials führt. Gegebenenfalls  wird ein Teil des Reaktionsproduktes von den     Elektro-          denteilchen    freigesetzt, während ein anderer Teil absor  biert bleibt. In beiden Fällen verbleiben die Reaktions  produkte zusammen mit den genannten Teilchen im  Flüssigkeitsstrom, der durch das Rohr 17 ausgetragen  wird.

   Es ist verständlich, dass gegebenenfalls auch andere  Reaktionsprodukte im Elektrolyten durch eine Reaktion  oder Kombination entgegengesetzt geladener Ionen gebil  det werden können und dass diese ebenfalls aus der Zelle  entfernt werden. So verlassen die in dem durch die Wand  13 umschlossenen Raum gebildeten Produkte die Zelle  mit dem Flüssigkeitsstrom, während die in dem Elektro  lyten 23 an der Gegenelektrode gebildeten Produkte  entweder kontinuierlich oder in Abständen durch das  Rohr 45 entfernt werden.  



  Die     Elektrodenteilchen    werden     in    der Vorrichtung 40  nach einer der vorher erwähnten Methoden vom Reak  tionsprodukt und gewöhnlich auch von der nicht umge  setzten Flüssigkeit abgetrennt.  



  Es wird bemerkt, dass sich in der vorstehenden  Ausführungsform das Interesse auf die elektrochemische  Umsetzung konzentriert, die an der Stammelektrode 12-      18 stattfindet und von einigen anderen Reaktionen an der  Gegenelektrode begleitet wird. Wenn der Elektrolyt 23  nicht im Kreislauf zurückgeführt wird, so wird er oder  das Material der Gegenelektrode 11 verbraucht. Jedoch  kann der     Reaktionspartner    kontinuierlich zugeführt und  die Reaktionsprodukte können durch die Rohre 45     und     46 ausgetragen werden. Es ist auch möglich, das Prinzip  der zerteilten Elektroden sowohl für die Kathode als  auch für die Anode zu verwenden. Eine für diese  Anwendung geeignete Zelle zeigen die     Abb.    5 und 6.

   Das       Zellgefäss    wird durch zwei bogenförmige Seitenwände 50  und 51 gebildet, die an der entgegengesetzten Seite durch  eine durchlässige Membran 52 miteinander verbunden  und mit oberen     Deckeln    53 und 54 sowie unteren  Verschlussblechen 55 und 65 versehen sind. Die zuletzt  genannten Bleche haben Düsen 57 und 58, die mit  einzelnen Vorrichtungen zur Herstellung der     Beschik-          kung    gemäss einer der vorher erwähnten Anordnungen  verbunden sind, wodurch ein die     dispergierten        Elektro-          denteilchen    enthaltender     Flüssigkeitsstrom    zugeführt  werden kann.

   Ferner hat das Gefäss zwei     Austragsdüsen     59 und 60, die mit     Austragsrohren    verbunden sein  können, die zu Trennungsvorrichtungen zur Abtrennung  der     Elektrodenteilchen    führen.  



  Jeder der senkrechten     Durchflusskanäle,    die an den  entgegengesetzten Seiten von der Membran begrenzt  werden, enthält eine Stammelektrode 61 bzw. 62, die  elektrisch leitende Berührungsmittel trägt,     z.B.    horizonta  le Siebe 63 bzw. 64. Die Stammelektroden sind in den  oberen     Deckeln    durch isolierende     Flansche    65 bzw. 66  befestigt.  



  Die Zelle gemäss dieser zweiten     Ausführungsform     arbeitet wie vorher beschrieben, nur mit dem Unter  schied, dass die getrennten Vorgänge der     Adsorption,          Ladungsübertragungsreaktion    und     Desorption    für beide  Elektroden 61 und 62 durchgeführt werden.  



  Wie vorstehend schon bemerkt wurde, bilden die  Elektroden gegebenenfalls selbst die durchlässige Wand  oder sie sind ein Teil von ihr. Das zeigt     Abb.    7, in der die  zylindrische Wand 70 aus porösem Material besteht, das  ein leitendes Metall enthält. Die Wand wird an ihren  Enden über die isolierenden Rohre 71 und 72 von den  Endfassungen 73 und 74 gehalten, die den Halterungen  14 und 15 in     Abb.    1 entsprechen und wie letztere in der  Zelle angeordnet sind. Die Wand 70 schliesst einen  senkrechten     Durchflusskanal    ein und bildet die nicht  Dauerelektrode, die mit einem durch die isolierende  Buchse 76 aus dem Gefäss austretenden Leiter 75  verbunden ist.  



  Die Wand besitzt gegebenenfalls elektrische Berüh  rungsmittel, wie die Finger 77, die sich in das     Innere     erstrecken, um die Berührung mit den     Elektrodenteilchen     zu erleichtern, die von der durch das Rohr fliessenden  Flüssigkeit mitgeführt werden. Die Wand 70 besteht  gegebenenfalls aus einem porenhaltigen Metall, dessen  Poren gross genug sind, um einen     Durchtritt    der Ionen zu  ermöglichen, oder aus einem     inerten    Material,     z.B.    einem  porösen Harz, auf dem Metall in einer ausreichenden  Menge abgelagert ist, um einen kontinuierlichen Strom  kreis zu bilden. Die Teile 11, 14, 15 und 20 entsprechen  der vorangegangenen Beschreibung.  



  Wenn der mit     Elektrodenteilchen    beladene Strom ein  Gas ist, so sind die Finger 77 nur von Nutzen, wenn sie  durch einen Elektrolyten befeuchtet werden, da ein Weg  für die Ionen von dem ausserhalb der durchlässigen  Trennwand befindlichen Elektrolyten zu dem     Punkt,    an  dem der Ladungsübergang und die Reaktion stattfinden,    vorhanden sein muss. Eine für Reaktionen mit einem  Gasstrom geeignete Anordnung zeigt     Abb.    8, wobei die  poröse Wand 80 aus dem gleichen Material wie die Wand  70 der     Abb.    7 bestehen kann.

   Die innere Oberfläche ist  vorzugsweise uneben und mit einer Schicht eines Metal  ler 81 überzogen, die durch die ganze Länge des Rohres  hindurch elektrisch leitend ist und die Stammelektrode  bildet, die jedoch mit Porenöffnungen versehen ist, durch  die der Elektrolyt 82 von aussen her durch das Rohr die  Elektrode befeuchten kann. Die von dem Gasstrom  mitgeführten     Elektrodenteilchen    83 besetzen die feuchte  Stammelektrode und bewirken einen Ladungsübergang  und die elektrochemische Reaktion.  



  Es wird darauf hingewiesen, dass sich die Erfindung  nicht auf eine     aufwärts    gerichtete     Flussrichtung    des mit       Elektrodenteilchen    beladenen Stromes durch den die  Stammelektrode enthaltenden Kanal beschränkt.  



  <I>Beispiel</I>  Zur Reduktion von Nitrobenzol zu Anilin wird eine       0,002molare    Lösung von Nitrobenzol in wässriger     1-          molarer        HZS04    hergestellt. Die Versuche werden bei  Raumtemperatur in einem 200 ml     Becherglas    durchge  führt, das zwei Elektroden enthält; als Stammelektrode  wird ein Platinblech mit einer Oberfläche von 4,2     cm2     auf jeder Seite verwendet, als Gegenelektrode diente  Platin, das von einer porösen Wand aus gesintertem Glas  umgeben ist. Das     Becherglas    wird mit einem wässrigen  Elektrolyten gefüllt, der mit einem     Propellerrührer    ge  rührt wird.

   Die Spannung der Stammelektrode gegenüber  dem Elektrolyten beträgt -0,5 V (gemessen an     Ag/AgCl     in lm     NaCI    als Bezugselektrode). Die in den Versuchen 2  und 3 verwendeten     Elektrodenteilchen    bestehen aus     Silber,     das die Reaktion katalysiert. Die Teilchen haben Durch  messer zwischen 50 und 150     Mikron    und werden in der  Lösung in solchen Konzentrationen suspendiert, die die  Tabelle angibt. Versuch 4 als Vergleichsversuch verwen  det eine     Silberstammelektrode,    um die katalytische Wirk  samkeit     zu    bestimmen. Die Ergebnisse sind in der  Tabelle angegeben.

    
EMI0004.0054     
  
    TABELLE
<tb>  <I>Versuch <SEP> Silberteilchen <SEP> Strom, <SEP> mA</I>
<tb>  g/,
<tb>  1 <SEP> keine <SEP> 5
<tb>  2 <SEP> 2.5 <SEP> 40
<tb>  3 <SEP> 3.75 <SEP> 71
<tb>  4 <SEP> keine <SEP> 14       Dieses Beispiel zeigt die     Wirksamkeit    der katalyti  schen zerteilten Elektrode sowohl im Vergleich zu einer  nichtkatalytischen Elektrode als auch in Versuch 4 zu  einer katalytischen Elektrode. Obwohl die jeweilige Ober  fläche der mit der     Stammelektrode    in einem gegebenen  Moment in Berührung stehenden Silberteilchen in bezug  auf diejenige der Stammelektrode selbst gering ist, sind  die Silberteilchen weit wirksamer als eine vollständig aus  Silber bestehende Elektrode.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I Verfahren zur elektrolytischen Herstellung chemi scher Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass man a) einen elektrischen Strom mittels zwei Elektroden, die mit einer Gleichstromquelle in Verbindung stehen, durch einen Elektrolyten fliessen lässt, wobei mindestens ein Teil der einen Elektrode in einer Zone angeordnet ist, welche in für Ionen durchlässiger und für Flüssigkeit praktisch undurchlässiger Weise von der andern Elektro de getrennt ist, b) einen Strom von festen leitenden Teilchen, an denen wenigstens ein Teil des Reagens adsorbiert ist, durch die Zone schickt, um eine elektrische Ladung zwischen diesen Teilchen und derjenigen Elektrode zu übertragen, welche in der Zone angeordnet ist,
    und dabei das adsorbierte Reagens in die gewünschte chemische Verbindung umzuwandeln, und c) die festen leitenden Teilchen und das Reaktions produkt aus der Zone austrägt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass wenigstens ein Teil des Reaktionspro duktes nach dem Austragen aus der Zone von den festen leitenden Teilchen abgetrennt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass wenigstens ein Teil des Reagens von den festen leitenden Teilchen ausserhalb der Zone adsor- biert wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass eine organische Verbindung herge stellt wird.
    PATENTANSPRUCH 1I Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch folgende Tei le: a) ein Gefäss, das eine feste erste Elektrode, eine feste zweite Elektrode und einen Raum zwischen den genann ten Elektroden enthält, in dem sich ein Elektrolyt befindet, b) eine durchlässige Wand, die einen Durchflusskanal begrenzt und von der zweiten Elektrode trennt und die für Ionen durchlässig und für Flüssigkeit praktisch undurchlässig ist, wobei der Kanal wenigstens einen Teil der ersten Elektrode enthält und eine zur Aussenseite des Gefässes geöffnete Zuleitung und Ableitung aufweist, c)
    Mittel zur Bildung eines Stromes aus adsorbierte Reagentien enthaltenden festen leitenden Teilchen, d) Mittel, um den Teilchenstrom mit adsorbierten Reagentien durch die Zuleitung in den Durchflusskanal strömen zu lassen, um eine elektrische Ladung zwischen den Teilchen und der ersten Elektrode auszutauschen und dadurch die Umwandlung des adsorbierten Reagens in die gewünschte chemische Verbindung zu bewirken, und e) Mittel zum Austragen der festen leitenden Teilchen und des Reaktionsproduktes durch die genannte Ablei tung. UNTERANSPRÜCHE 4.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch ge kennzeichnet, dass der Raum innerhalb des Gefässes, der die zweite Elektrode enthält, einen zweiten Durchflusska- nal bildet, wobei das Gefäss mit Zuleitungs- und Ablei tungsöffnungen versehen ist, die mit dem genannten zweiten Durchflusskanal in Verbindung stehen, und dass Mittel vorgesehen sind, um einen zweiten Strom aus den das Reagens enthaltenden festen leitenden Teilchen durch den zweiten Durchflusskanal zu leiten und dabei diese letzteren Teilchen mit der zweiten Elektrode in Berührung zu bringen. 5.
    Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch ge kennzeichnet, dass die erste Elektrode vollständig inner halb und im Abstand von der für Ionen durchlässigen Wand angebracht ist. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch ge kennzeichnet, dass die erste Elektrode ein Teil der für Ionen durchlässigen Wand ist, welche derart porös ist, dass eine Befeuchtung des innerhalb des erstgenannten Durchflusskanals gelegenen Teiles der Elektrode durch den Elektrolyten ermöglicht wird. 7. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch ge kennzeichnet, dass sie Mittel zur Trennung der festen leitenden Teilchen und des Reaktionsproduktes ent hält.
    <I>Anmerkung des</I> Eidg. <I>Amtes für geistiges Eigentum:</I> Sollten Teile der Beschreibung mit der im Patentan spruch gegebenen Definition der Erfindung nicht in Einklang stehen, so sei daran erinnert, dass gemäss Art.<B>51</B> des Patentgesetzes der Patentanspruch für den sachlichen Geltungsbereich des Patentes massgebend ist.
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