CH419340A - Verfahren zur Bestimmung der durch dreiphasige Asynchronmaschinen hervorgerufenen Netzoberströme und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung der durch dreiphasige Asynchronmaschinen hervorgerufenen Netzoberströme und Einrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Verfahren zur Bestimmung der durch dreiphasige Asynchronmaschinen hervorgerufenen
Netzoberstrome und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Seit einiger Zeit werden in vermehrtem Masse Netzkommandoanlagen mit Tonfrequenz verwendet.
Hierbei überlagert man dem 50-Hz-Netz tonfrequente Impulse, wodurch sich die Fernsteuerung verschiede- ner Objekte, beispielsweise der Strassenbeleuchtung, von Zählern, Ofen, Heisswasserspeichern usw. ermöglichen lässt. Es ist auch bereits bekannt, dass s Asynchronmaschinen zu Störungen soloher Kom mandoanlagen führen können. Da die Maschinenwicklungen in Nuten verteilt sind, entstehen bei der Drehung des Rotors Impedanzschwankungen, so dass sich dem 50-Hz-Motorstrom Oberströme überlagern, deren Frequenz etwa zwischen 500-2000 Hz liegt.
Ist nun der Motor an eine längere Leitung angeschlossen, dann tritt ein tonfrequenter Spannungsabfall auf, der einige Volt betragen kann. Stimmt ferner die Steuerfrequenz der Netzkommandoanlagen etwa mit der Störfrequenz überein, so kommt es zu Fehlschal tungen, da die Ansprechspannung der zu betätigenden Relais ungefähr 1,5 V beträgt. Zur Vermeidung solcher Störungen sollte beispielsweise der grösste Oberstrom eines 20-PS-Motors bei Nennlast nicht mehr als 0,6 /o, der eines 2-PS-Motors nicht mehr als 5 O/o des Nennstromes betragen. Es ist daher notwendig, die Motoren vor dem Einbau in eine Anlage zu prüfen.
Die bisher verwendete Methode zur Ermittlung des Oberstromgehalts erfordert neben qualifiziertem Personal einen erheblichen Aufwand an Geräten. So werden z. B. Stromwandler mit induktionsarmen Shunts, Spannungs-und Strommesser, ein Frequenzanalysator, eine Belastungsmaschine usw. erforderlich.
Die Mängel des Bekannten lassen sich vermeiden, wenn erfindungsgemäss bei spannungsloser Maschine zwischen mindestens zwei aufeinanderfolgenden Ma schinenklemmen die Induktivität für mindestens zwei verschiedene Rotorstellungen gemessen wird und die maximale Induktivitätsschwankung sowie der Induk tivitätsmittelwert zur Bestimmung der Netzoberströme dienen.
Die Erfindung zeichnet sich durch ausserordentliche Einfachheit aus. Sie ist für Messungen am Fliess- band geeignet, benötigt nur eine Impedanzmessbrücke und kann auch von ungeschultem Personal messtechnisch durchgeführt werden.
An Hand der Zeichnung wird das erfindungsge- mässe Verfahren beispielsweise erläutert. Sowohl in Fig. 1 als auch in Fig. 2 ist auf der Abszisse a die jeweilige Rotorposition, auf der Ordinate die gemessene Induktivität L aufgetragen.
Gmäss Fig. 1 besteht bezüglich der Induktivitäts- schwingungen, welche zwischen den Klemmen u-v, v-w und w-u gemessen werden, etwa eine Phasen verschiebung von 120 . Die maximale Induktivitätsschwankung ist mit AL und der Induktivitätsmittel- wert mit Lm bezeichnet. Eingehende Untersuchungen haben ergeben, dass man bei Induktivitätsschwingun- gen, welche um etwa 120 gegeneinander phasenverschoben sind, den Oberstrom in Prozenten des Nennstromes mit Hilfe der Beziehung Ii/Ii=100AL/2L ermitteln kann.
Hierbei stellt b eine Kennziffer für die Oberstromfrequenz, bIt den Netzoberstrom, Il" den Motornennstrom, AL umd Lm die vorerwähnten Grossen dar. Der absoute Betrag von b ist gleich der Anzahl der Induktivitätswellen je Rotornutteilung zN2. Aus Fig. 1 folgt b = 1. Bei Käfigläufern ist b immer eine ganze Zahl und gleich oder grösser als 1.
Das Vorzeichen von b, das einen Hinweis auf die Phasenfolge gibt, bestimmt man aus der Beziehung (b Z,/p) + l =j= 3g, wobei g = 1, 2, 3... ist.
Mit Z2 wird die Rotornutenzahl, mit p die Polpaarzahl bezeichnet. Bei dem Motor, dessen Kennlinien in Fig. 1 gezeigt sind, beträgt Z2 = 28, p = 2. Also gilt : b =-1, da mit b = +1 der Ausdruck (bZ2/p +1 gleich 3g wäre. Sobald b der Grosse und dem Vorzeichen nach bekannt ist, wird auch die Frequenz bf des b-ten Oberstromes gemäss dem Ausdruck bf = [l+ (bZ2nlpnO)]-fN bestimmbar. Hierbei bezeichnet n die Nenndrehzahl, no die synchrone Drezahl, fun dite Netzfrequenz.
Falls die Induktivitätschwingungen ungefähr gleichphasig sind, wie in Fig. 2, entstehen zwei Stör- strome mit benachbarter Frequenz, da hier die Kennziffer b für die Oberstromfrequenz sowohl positiv als auch negativ sein kann. Der Betrag von b ist aber wiederum gleich der Anzahl der InduktivitätsweJIen je Rotornutteilung 2. Für einen Motor, dessen In duktivitätsschwingungen der Fig. 2 ents. prechen, gilt demnach b = 2. Bei Schleifringläufem kann b auch eine gebrochene Zahl sein. Bei Schleifenringmotoren wird die Induktivität ebenfalls zwischen den Statorklemmen gemessen, die Rotorwicklung ist vorher kurzzuschliessen.
Zur Bestimmung des Oberstromes in Prozenten des Nennstromes dient die Beziehung bIt n = 50AL/2Lm. Die Frequenz der Oberströme folgt aus dem schon oben angegebenen Ausdruck für bf.
Als Einrichtung zur Durchführung des beschriebe- nenVerfahrens dient eine an sich bekannte Impedanz messbrücke, deren Messfrequenz zweckmässigerweise etwa der Frequenz der zu erwartenden Störströme entspricht, welche im Mittel etwa 1000 Hz beträgt.
Die Induktivitätsschwingungen sind in den meisten Fällen ungefähr sinusförmig. Falls dies nicht zutrifft, kann eine Fourieranalyse durchgeführt werden. Mit den einzelnen Sinus-Schwingungen ist dann in der vorbeschriebenen Weise zu verfahren. Ein nichtsinus- förmiger Verlauf bedeutet das Auftreten von mehreren Oberströmen.
Für eine grobe KontroXic, des Oberstromgehalts genügt die Ermittlung des Maximal-und Minimalwertes der Induktivität zwischen zwei beliebigen Maschinenklemmen, woraus sich AL und Lm ergeben.
Es konnte experimentell nachgewiesen werden, dass das Verfahren mittels Impedanzmessbrücke Ergebnisse liefert, die eine gute Übereinstimmung mit dem bekannten Verfahren unter Verwendung eines Frequenzanalysators aufweisen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Bestimmung der durch dreiphasige Asynchronmaschinen hervor, gerufenen Netzoberströme, dadurch gekennzeichnet, dass bei spannungs- loser Machine zwischen mindestens zwei aufein- anderfolgenden Maschinenklemmen die Induktivität für mindestens zwei verschiedene Rotorstellungen gemessen wird und die maximale Induktivitätsschwan- kung (AL) sowie der Induktivitätsmittelwert (Lm) zur Bestimmung der Netzoberströme dienen.UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass bei um etwa 120 phasenverschobenen Induktivitätsschwingungen die Beziehung bIl/Iln=100AL/2Lm zur Bestimmung des Oberstromes bIl in Prozenten des Nennstromes Itn dient, wobei b eine Kennziffer für die Oberstromfrequenz, AL die maximale InduktivitätsschwankCUng und Lm den Induktivitätsmittelwert darstellen.2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass bei etwa phasengleichen Induktivi- tätsschwingungen die Beziehung bIl/Iln=50AL/2Lm zur Bestimmung des Oberstromes bIl in Prozenten des Nennstromes Iln. dient, wobei b eine Kennziffer für die Oberstromfrequenz, AL die maximale Induktivitätsschwankung und Lm den Induktivitätsmittelwert darstellen.3. Verfahren nach den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der absoute Betrag der Kennziffer b für die Oberstromfrequenz gleich ist der Anzahl der Induktivitätswellen ! je Rotornutteilung TN2.4. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorzeichen der Kennziffer b für die Oberstromfrequenz bei um etwa 120 phasen- verschobenen Induktivitätsschwingungen aus der Be ziehung (bZ2/p) +1+3lg ermittelt wird, wobei Z2 die Rotornutenzahl, p die Polpaarzahl und g = I, 2, 3... ist.5. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorzeichen der Kennziffer 2 für die Oberstromfrequenz bei etwa phasengleichen Induktivitätsschwingungensowohl positiv als auch negativ ist.6. Verfahren nach den Unteransprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz bf des Oberstromes aus der Gleichung bf = [1 + (bZ2n/pnO)] fN bestimmt wird, wobei n die Nenndrehzahl, nO die synchrone Drehzahl und fN die Netzfrequenz bezeich nen.PATENTANSPRUCH II Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch eine Impedanzmessbrücke.UNTERANSPRtSCHE 7. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Messfrequenz praktisch der Frequenz der zu erwartenden Störströme entspricht.8. Einrichtung nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Messfrequenz 1000 Hz beträgt.
Priority Applications (2)
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| CH1446164A CH419340A (de) | 1964-11-09 | 1964-11-09 | Verfahren zur Bestimmung der durch dreiphasige Asynchronmaschinen hervorgerufenen Netzoberströme und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| DE19651488989 DE1488989A1 (de) | 1964-11-09 | 1965-09-14 | Verfahren zur Ermittlung der durch dreiphasige Asynchronmaschinen hervorgerufenen Netzoberstroeme |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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| CH419340A true CH419340A (de) | 1966-08-31 |
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1964
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1965
- 1965-09-14 DE DE19651488989 patent/DE1488989A1/de active Pending
Also Published As
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|---|---|
| DE1488989A1 (de) | 1969-04-03 |
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