CH396644A - Verfahren und Einrichtung zum schnellen Inbetriebsetzen eines hydroelektrischen Maschinensatzes mit geregelter Wasserturbine - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum schnellen Inbetriebsetzen eines hydroelektrischen Maschinensatzes mit geregelter WasserturbineInfo
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Description
Verfahren und Einrichtung zum schnellen Inbetriebsetzen eines hydroelektrischen Maschinensatzes mit geregelter Wasserturbine Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum schnel len Inbetriebsetzen eines hydroelektrischen Maschi nensatzes mit geregelter Wasserturbine und eine Ein richtung zur Durchführung des Verfahrens.
Speicherkraftwerke werden in der Regel zur Dek- kung von Belastungsspitzen eingesetzt. Solche Bela stungsspitzen treten oft plötzlich auf, besonders dann, wenn andere Maschinensätze infolge von Schäden oder Störungen im elektrischen Netz ausfallen. Um ein Zusammenbrechen des Netzes zu vermeiden, ist es dann notwendig, die Maschinensätze der Speicher anlagen sehr schnell auf Leistungsabgabe an das Netz zu bringen.
Stellt man beim Anfahren das Einlassorgan der Turbine auf Leerlauföffnung, das heisst auf jene Öffnung, bei der der Maschinensatz ohne Leistungs abgabe auf Netzfrequenz gehalten wird, so ergibt sich ein Verlauf der Drehzahl n in Funktion der Zeit<I>t</I> etwa gemäss Kurve<I>a</I> von Fig. 1. Die Dreh zahl n nähert sich asymptotisch der Synchrondreh zahl n. entsprechend der Netzfrequenz. Praktisch wird -diese gemäss Punkt A nach verhältnismässig langer Zeit erreicht.
Das Anfahren kann zwar im unteren Drehzahl bereich beschleunigt werden, indem das Einlassor- gan auf grössere Öffnung, z. B. auf 50 % Öffnung, ge bracht wird. Es ergibt sich aber auch dann insge samt keine wesentliche Verbesserung, weil die Re gelung erst verhältnismässig spät eingreift und daher nicht mehr genügend Zeit bleibt, um das Einlassor- gan bis zum Erreichen der Netzfrequenz auf die Leerlaufstellung zurückzubringen.
Es ist hierbei zu bedenken, dass die Schliessgeschwindigkeit zwecks Vermeidung von Druckstoss zu begrenzen ist. Die Maschinendrehzahl überschreitet daher vorerst die Synchrondrehzahl und schwingt erst in einer folgen den Zeitspanne etwa gemäss Kurve b in Fig. 1 auf diese ein.
Diese Erscheinung ist bei den Turbinen von Speicherkraftwerken besonders ausgeprägt, weil bei diesen der Regler meist mit verhältnismässig kleiner bleibender Regelabweichung oder sogar annähernd isodrom eingestellt wird. Wie beispielsweise durch Kurve c in Fig.2 dargestellt ist, bedarf es dann einer verhältnismässig geringen Drehzahlsenkung ge genüber Leerlauf, damit der Regler die Öffnung a. des Turbineneinlassorgans von der Leerstellung aoo auf 100 % bringt.
Dies ist erwünscht, um im norma len Betrieb den Maschinen des Speicherkraftwerks die Übernahme des Hauptanteils der Belastungs schwankungen im elektrischen Netz zuzuweisen, ist aber beim Anfahren der Turbine insofern nach teilig, als der Regler, wie erwähnt, erst eingreift, wenn die Netzfrequenz schon nahezu erreicht ist, also bei 50 % Öffnung, wie oben angenommen, im Punkt P der Fig. 2.
Die zur Stabilisierung des Regelvorgan ges mit Rücksicht auf den Druckstoss vorgesehene nachgebende Rückführung bewirkt vom Punkt P aus vorübergehend einen Verlauf nach Kurve d in Fig. 2 und das schon erwähnte Überschwingen der Dreh zahl über die Netzfrequenz gemäss Kurve b der Fig.l. Das Verfahren gemäss dieser Erfindung er möglicht nun ein wesentlich schnelleres Inbetrieb- setzen eines hydroelektrischen Maschinensatzes mit geregelter Wasserturbine, bei welcher die Regelein richtung eine nachgebende Rückführung aufweist, da durch,
dass für die Dauer des Anfahrvorganges die Nachstellzeit (Isodromzeit) der Rückführung auf un endlich grossen Wert eingestellt wird. Die Einrichtung zur Durchführung des Verfah rens weist erfindungsgemäss ein während des An fahrvorganges wirksames Steuerglied auf, welches in seiner Wirklage die Nachstellzeit der Rückführung auf unendlich grossem Wert hält. Dieses Steuer glied wird vorzugsweise mit dem Leistungsschalter derart verbunden, dass es beim Einlegen des Lei stungsschalters selbsttätig aus seiner Wirklage in eine Lage gelangt,
bei der die Nachstellzeit der Rückführung den für den Netzbetrieb des Maschinen satzes erforderlichen kürzeren Wert annimmt.
Fig.3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfin dungsgemässen Einrichtung in vereinfachter Darstel lung. Anhand dieses Ausführungsbeispiels wird im folgenden auch das Verfahren erläutert.
Ein zur Betätigung des nicht dargestellten Tur- bineneinlassorgans dienender Stellmotorkolben 1 ist als Stufenkolben ausgebildet. Über eine Leitung 2 mit Druck p zugeführte Druckflüssigkeit gelangt einerseits in eine Kammer 3, wo sie die kleinere Stirnfläche des Kolbens 1 beaufschlagt. Ein Steuer schieber 4 kann anderseits je nach seiner Stellung den Zufluss von Druckflüssigkeit von der Leitung 2 in eine Kammer 5 freigeben,
in welcher die Druckflüssigkeit die grössere Stirnfläche des Kolbens 1 beaufschlagt, oder auch Flüssigkeit aus der Kam mer 5 abfliessen lassen. Der Steuerschieber 4 ist am freien Ende eines Hebels 6 angelenkt.
Der Steuerschieber 4 steht unter dem Einfluss der Drehzahl der Turbine, indem von einer nicht ge zeigten Einrichtung aus über eine Leitung 7 ein etwa zum Quadrate der Drehzahl n proportionaler Flüssigkeitsdruck p. auf eine Kammer 8 bzw. auf einen Belag 9 dieser Kammer 8 übertragen wird, der über eine Stange 10 mit dem Hebel 6 verbunden ist.
Die Bewegung des Kolbens 1 wird auf eine Steuerwelle 11 übertragen, die ihrerseits über einen Nocken 12 und einen Winkelhebel 13 mit Rolle 14 eine mit dem Hebel 6 verbundene Feder 15 in einem von der Lage des Steuermotorkolbens 1 ab hängigen Mass spannt.
Mit dem Hebel 6 ist ferner das eine Ende einer Feder 16 verbunden, welche über ein Zahnrad 17 mit von Hand betätigbarem Hebel 18 und eine Zahnstange 19, an der das andere Ende der Feder 16 befestigt ist, gespannt werden kann.
Zur Regeleinrichtung gehört ferner ein Winkel hebel 20, der am einen Ende mit einer Rolle 21 an einem Nocken 22 der Reglerwelle 11 anliegt und dessen anderes Ende über eine Feder 23 mit einem Belag 24 verbunden ist, der dem Flüssigkeitsdruck in einer Kammer 25 ausgesetzt ist. Ein weiterer, dem Flüssigkeitsdruck in der Kammer 25 ausgesetzter Balg 26 steht über ein Gestänge 27, 28, 29 mit dem He bel 6 in Verbindung. Eine Blende 30 stellt normaler weise eine Verbindung zwischen der Kammer 25 und einem der Atmosphäre ausgesetzten Flüssigkeitsraum 31 her.
Im stationären Betriebszustand befindet sich der Steuerschieber 4 in der dargestellten Lage. Die am Hebel 6 angreifenden Kräfte sind im Gleichgewicht. Eine Änderung der Drehzahl und damit eine Ände rung des Druckes p" bedingt zur Aufrechterhal tung des Gleichgewichtes eine entsprechend verän derte Spannung der Feder 15 und damit eine ver änderte Lage des Stellmotorkolbens 1 und des mit ihm verbundenen Einlassorgans der Turbine.
Die Rückführung der Steuerung über den Winkelhebel 13 ergibt eine bleibende Statik (P-Abweichung), wie sie durch die Kurve c der Fig. 2 dargestellt ist.
Die Feder 16 mit den Teilen 17, 18, 19 bildet eine Drehzahlverstellvorrichtung. Durch Veränderung der Spannung der Feder 16 kann die Kurve c in Fig. 2 nach unten oder nach oben verschoben werden.
Die Teile 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26 be wirken dagegen eine nachgebende Rückführung der Steuerung. Bei einer Verschiebung des Stellmotor kolbens 1 wird wohl die Feder 23 gespannt, wo bei über die Flüssigkeit in der Kammer 25 eine Kraftübertragung auf das Gestänge 27, 28, 29 und weiter auf den Hebel 6 stattfindet. Die Verbindung der Kammer 25 mit dem Raum 31 sorgt indessen dafür, dass sich nach Ablauf einer gewissen Zeit spanne in der Kammer 25 wieder der Atmosphären druck herstellt, so dass die Kraftwirkung auf das Gestänge 27, 28, 29 aufhört.
Ein Mass für diese Zeitspanne bildet die sogenannte Nachstellzeit (Iso- dromzeit), die vom Querschnitt der Blende 30, ab hängig ist. Diese nachgebende Rückführung wirkt grundsätzlich in gleicher Weise auf den Hebel 6 wie die Rückführung durch den Winkelhebel 13 und die Feder 15. Sie ergibt eine vorübergehende Regelabweichung (Statik), die in der Regel ein Viel faches der bleibenden Statik oder P-Abweichung beträgt.
Um nun die durch die Erfindung erstrebte Wir kung zu erhalten, ist bei der dargestellten Einrich tung ein als Drehschieber ausgebildetes Steuerglied 32 mit Durchgangskanal 33 vorgesehen, welches die Verbindung zwischen der Kammer 25 und dem Raum 31 zu unterbrechen ermöglicht. Ein zur Betätigung des Drehschiebers 32 dienender Hebel 34 wird nor malerweise durch eine Feder 35 an einen Anschlag 36 gepresst, wobei der Drehschieber in einer Lage gehalten wird, bei welcher der Kanal 33 die Ver bindung zwischen der Kammer 25 und dem Raum 31 offenhält. Ein Elektromagnet 37 erlaubt dagegen, den Hebel 34 entgegen der Wirkung der Feder 35 zu drehen und so den Drehschieber 32 in eine Wirk lage zu bringen, bei welcher die Verbindung zwi schen Kammer 25 und Raum 31 unterbrochen ist. Ein Druckausgleich ist daher nicht mehr möglich.
Die Nachstellzeit erhält somit einen unendlich grossen Wert, und die vorübergehende Regelabweichung wird damit zu einer bleibenden Regelabweichung, die sich zu jener addiert, die durch die Rückführung über den Winkelhebel 13 erhalten wird. Es ergibt sich so anstelle der Kurve c insgesamt die Kurve e nach Fig. 2. Für die Dauer des Anfahrens des Maschinen satzes wird nun der Elektromagnet 37 unter Strom gesetzt. Durch entsprechende Einstellung des Reg lers kann erreicht werden, dass sich die Kurven e und c der Fig.2 im Leerlaufpunkt Q schneiden.
Wegen der erhaltenen beträchtlichen Vergrösserung der bleibenden Statik (P-Abweichung) greift nun die Regeleinrichtung schon bei verhältnismässig tie fer Drehzahl ein, so dass genügend Zeit verbleibt, um das Einlassorgan bis zum Erreichen der Netz frequenz auf Leerlauföffnung zu schliessen. Es ist daher möglich, mit voller Öffnung anzufahren, und es wird dann beispielsweise etwa nach Kurve f der Fig. 1 ohne Überschwingen der Drehzahl über die Synchrondrehzahl bei B nach verhältnismässig kurzer Zeit der Leerlaufzustand erreicht.
Nach dem Parallelschalten des Maschinensatzes an das Netz wird der Magnet 37 stromlos gemacht, so dass die zusätzliche bleibende Statik wieder in eine vorüber gehende Statik übergeht.
Es kann mit Vorteil eine Vorrichtung vorgesehen werden, welche z. B. beim Einlegen des Leistungs schalters den Stromdurchgang durch den Magneten 37 selbsttätig unterbricht, so dass dann das Steuer glied 32 aus seiner Wirklage in die dargestellte Lage zurückfällt, bei der die Nachstellzeit den für den Netzbetrieb des Maschinensatzes erforderlichen Wert annimmt.
Statt der beschriebenen hydraulischen Mittel kön nen auch entsprechende elektrische Mittel mit glei cher Wirkung angewendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum schnellen Inbetriebsetzen eines hydroelektrischen Maschinensatzes mit geregelter Wasserturbine, bei welcher die Regeleinrichtung eine nachgebende Rückführung aufweist, dadurch gekenn zeichnet, dass für die Dauer des Anfahrvorganges die Nachstellzeit der Rückführung auf unendlich gro ssem Wert gehalten wird.II. Einrichtung zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch ein während des Anfahrvorganges wirksames Steuer glied (32), welches in seiner Wirklage die Nachstell- zeit der Rückführung auf unendlich grossem Wert hält.UNTERANSPRÜCHE 1. Einrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied (32) mit dem Leistungsschalter derart verbunden ist, dass es beim Einlegen des Leistungsschalters selbsttätig aus seiner Wirklage in eine Lage gelangt, bei der die Nach stellzeit der Rückführung den für den Netzbetrieb des Maschinensatzes erforderlichen kürzeren Wert annimmt. 2. Einrichtung nach Patentanspruch II, bei wel cher die Nachstellzeit durch eine flüssigkeitsdurch strömte Drossel bestimmt ist, dadurch gekennzeich net, dass das Steuerglied (32) in seiner Wirklage die Drossel (30) völlig abgesperrt hält.
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1963
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