CH386233A - Verfahren zur Herstellung von veredeltem Papier - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von veredeltem PapierInfo
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Description
,Verfahren zur Herstellung von veredeltem Papier Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von wasserdampfdichtem, gasdichtem, fettdichtem, elastischem, reissfestem und heisssiegelfähigem Papier durch Beschichtung des Papiers mit Polyäthylen.
An preiswerte Verpackungsmaterialien, wie be schichtete Papiere, werden in der Technik ständig erhöhte Anforderungen gestellt, da derartige Materia lien in der Technik und im Alltag zu immer grösserem Einsatz gelangen und hierbei auch für Zwecke ver wendet werden, für die das Material hohen Beanspru chungen standhalten muss.
Um den gestellten Anforderungen entsprechen zu können, wurden bereits verschiedene Verfahren .ent wickelt, einem Papier als Trägermaterial durch Be schichtung und Kasehierung die erforderlichen Eigen schaften zu verleihen. So ist .es bereits bekannt, Papier mit Metallfolien, vorzugsweise Aluminiumfolien, zu kaschieren, wobei das Papier zur Erhöhung .der Qualität gegebenenfalls auch noch mit einer Beschich tung aus Kunststoff, Wachs oder dergleichen versehen wird. Metallfolien haben aber in jedem Fall den Nachteil, dass sie verhältnismässig brüchig sind und daher die für Verpackungsmaterialien, wie Tüten, Beutel und dergleichen dringend erwünschte Elastizität beeinträchtigen.
Zudem sind Metallfolien verhältnis mässig teuer und bedingen daher einen gerade für Verpackungsmaterialien unerwünscht hohen Preis. Man hat daher auch schon versucht, das gewünschte Ziel durch Beschichtung von Papier mit Kunststoffen oder mit Kombinationen von Kunststoffen und Wachs oder anderen in Frage kommenden Materialien zu erreichen. Alle bekannten Verfahren lieferten jedoch nur unvollkommene Ergebnisse.
Während heispiels- weise Polyvinylidenchlorid als Beschichtungsmater..ial den Nachteil hoher Siegeltemperaturen hat, was die Verarbeitung :damit beschichteter Papiere erschwert, gibt zwar eine Beschichtung von Papier mit Hochdruck- polyäthylen, das bisher als geeignetster Werkstoff galt, sehr gute Resultate, erfüllt jedoch in der Fettdichtigkeit und Gasdichtigkeit nicht restlos die heute gestellten sehr hohen Anforderungen. Zudem wird durch die vor stehend genannten bekannten Beschichtungsstoffe die Festigkeit des Materials nicht erhöht, entspricht also der nicht immer voll befriedigenden des als Träger material dienenden Papiers.
Auch Kombinationen ver schiedener Beschichtungsstoffe konnten diese Mängel nicht beheben. Auch Niederdruckpolyäthylen ergibt, mittels des Extruders au Papier aufgebracht, kein Matenal, das die gestellten Anforderungen erfüllen würde. Es wurde nun gefunden, dass es gelingt, die ge schilderten Schwierigkeiten einwandfrei zu über winden und die gestellte Aufgabe optimal zu lösen, also ein Material zu schaffen, das den verschiedenen von der Praxis gestellten Anforderungen gleichzeitig gerecht wird,
wenn man Niederdruckpolyäthylen in Form biaxia1 gereckter Folien mit Hilfe einer mittels eines Extruders aufgebrachten Schicht von Hochdruck polyäthylen auf dem Papier befestigt. Während es bisher nur schwer möglich odergar unmöglich erschien, biaxial gereckte Folien von Niederdruckpolyäthylen auf Papier zu befestigen, gelingt dies auf die geschilderte Weise einwandfrei, wodurch ein Erzeugnis erzielt wird, das in überraschender Weise sowohl wasserdampfdicht, gasdicht, fettdicht, elastisch und besonders reissfest als auch .einwandfrei heisssiegelfähig ist.
Das neue, erfindungsgemäss hergestellte Material erfüllt daher erstmalig gleichzeitig alle Eigenschaften, die die Praxis verlangt, und von denen man bisher bei der Benutzung bekannter Verfahren bei dem Erzeugnis stets auf die eine oder andere oder gar mehrere verzichten musste.
Materialien der Art, wie sie erfindungsgemäss her gestellt werden, werden unter anderem vorzugsweise auch zur Erzeugung von Säcken, Beuteln, Tüten und dergleichen verwendet. In den meisten Fällen erfolgt hierbei die Herstellung der Schlauchnaht durch Ver- klebung, während der fertige und gefüllte Behälter durch Heisssiegelung verschlossen wird.
Die Schlauch bildung wird bei dem erfindungsgemässen Verfahren zweckmässig dadurch erleichtert; dass die Niederdruck polyäthylen-Folie etwas kleiner gehalten wird als die Papierbahn, so dass bei dem fertigen Material auf einer Seite oder auf beiden Seiten der Niederdruckpoly- äthylen-Folie ein mit Hochdruckpolyäthylen be schichteter Papierrand frei bleibt, der bei der Schlauch bildung zur Verklebung der Naht dienen kann.
Man kann auf ähnliche Weise auch mehrere Bahnen gerin gerer Breite gleichzeitig erzeugen, indem man auf eine breitere Papierbahn mehrere schmalere Niederdruck polyäthylen-Folien auflaufen und zwischen ihnen wie auch an ihren Seiten Streifen frei lässt, bei denen das Papier nur mit Hochdruckpolyäthylen beschichtet wird. Um eine besonders gute Heisssiegelfähigkeit des ferti gen Materials zu gewährleisten, ist es bei einer Aus bildung der Erfindung besonders zweckmässig, wenn man auf die Niederdruckpolyäthylen-Folie noch eine Aussenschicht von Hochdruckpolyäthylen aufbringt.
Das Verfahren ist einer sehr weiten Anwendung fähig. Papiere verschiedenster Art können hiermit ver edelt werden und erhalten dabei einerseits eine her vorragende Dichtigkeit gegen Gase, Wasserdampf und Fette und zugleich hiermit sehr gute mechanische Eigenschaften, nämlich sowohl grosse Elastizität als auch hohe mechanische Festigkeit. Zu alledem ist eine gute Heisssiegelfähigkeit gewährleistet.
Zur Aufbringung der Schichten sind beliebige Extruder mit Kaschierpresse und ähnliche Vorrichtun gen geeignet. Um zu vermeiden, dass die Folie aus Niederdruckpolyäthylen ihre durch die biaxiale Rek- kung erworbenen guten Eigenschaften ganz oder teil weise wieder einbüsst, wird zweckmässig dafür gesorgt, dass die Folie vor ihrer Aufbringung auf das Papier vor dem Einfluss der Strahlungswärme des Extruders durch geeignete Abschirmung geschützt wird.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn man die Folie so um den Kühlzylinder des Extruders führt, dass sie diesen zu mindestens 90 umschlingt.
Die einzelnen Arbeitsbedingungen richten sich natürlich vor allem nach den Eigenschaften der ver wendeten Materialien, Papier und Polyäthylen. Als besonders vorteilhaft zeigte es sich, wenn man für die Aufbringung der Zwischenschicht von Hochdruck polyäthylen die Heizung der Extruderdüse auf etwa 270-320 , vorzugsweise auf 270-300 , einstellt. Des gleichen erwies es sich für die Aufbringung einer Aussenschicht von Hochdruckpolyäthylen als besonders vorteilhaft, die Düsenheizung auf etwa 240-280 ein zustellen. Die sonst übliche Vorheizung vor der eigent lichen Kaschierzone kann hierbei entfallen.
Als besonders günstig haben sich Arbeitsgeschwindigkeiten von mindestens 40 m/Min. erwiesen, da hierbei die Niederdruckpolyäthylenbahn, wenn sie kalt mit der heissen Hochdruckpolyäthylenschicht zusammenge führt wird, keine Schrumpfung zeigt.
Ausführungsbeispiele 1. a) Auf ein Cellulosepapier von etwa 80 g/m2 Flächengewicht wird im Extruderverfahren eine bi- axiale gereckte Folie aus Niederdruckpolyäthylen (NdPE) von etwa 30,u Stärke mit Hilfe von Hochdruck polyäthylen (HdPE) aufkaschiert. Dazu führt man das Papier in die Kaschierpartie des Extruders ein.
Von einer zweiten Abrollung kommend läuft die biaxial gereckte NdPE-Folie gleichfalls in die Kaschierpresse, und zwar so, dass sieamKühlzylinderanliegt und diesen zu 1/3 1/2 des Gesamtumfanges umschlingt, ehe sie in den Walzenspalt der Kaschierzone einläuft. Aus der Extruderdüse wird auf übliche Weise Polyäthylen zwischen Papier und NdPE-Folie ausgepresst.
Mit etwa 20 g/m2 HdPE erhält man eine sehr gute Kaschie- rung. Die Düsentemperatur beträgt 270-300 C bei einer Laufgeschwindigkeit der Papierbahn von 60-80m pro Minute. Die Bahn wird nach der Kaschierung wenn nötig beidseitig beschnitten und aufgerollt.
b) Meist entspricht die Breite der NdPE-Folie etwa der Breite des fertigkaschierten Materials. In besonde ren Fällen kann es z. B. der Klebung wegen, erwünscht sein, dass das Papier an beiden oder an einer Seite einen nur mit HdPE beschichteten Randstreifen besitzt; dann ist die Folie gegenüber dem Papier und der aus dem Extruder austretenden HdPE-Schicht entspre chend schmäler zu wählen.
2. Ein kaschiertes Material nach Beispiel 1 a wird mit Hilfe eines Extruders auf der Seite der NdPE-Folie mit einer weiteren Schicht HdPE versehen. Die Material bahn läuft ohne Vorheizung mit einer Laufgeschwin digkeit von etwa 80 m pro Minute in die Kaschierpartie ein. Die Extruderdüse wird auf eine Temperatur von etwa 250-270 C erhitzt. Man trägt in diesem Arbeits gang etwa 15-20 g/m2 HdPE auf. Die Bahn wird nach dem üblichen Beschnitt aufgerollt. (Bei höheren Lauf geschwindigkeiten erfolgt zweckmässig eine Vor heizung.)
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von wasserdampf dichtem, gasdichtem, fettdichtem, elastischem, reiss festem und heisssiegelfähigem Papier durch Beschich tung des Papiers mit Polyäthylen, dadurch gekenn zeichnet, dass eine biaxial gereckte Folie von Nieder druckpolyäthylen auf dem Papier mit Hilfe einer mittels eines Extruders aufgebrachten Schicht von Hochdruckpolyäthylen befestigt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass auf der äusseren Seite der Nieder druckpolyäthylen-Folie eine weitere Schicht von Hochdruckpolyäthylen aufgebracht wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Niederdruckpolyäthylen-Folie bei ihrer Aufbringung auf das Papier vor der Erhitzung durch die Strahlungswärme des Extruders geschützt wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass die Niederdruckpolyäthylen-Folie so um den Kühlzylinder des Extruders geführt wird, dass sie ihn mindestens zu 90 umschlingt.
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