CH385656A - Maschine zum Feinarbeiten vorgearbeiteter Zentrierbohrungen - Google Patents
Maschine zum Feinarbeiten vorgearbeiteter ZentrierbohrungenInfo
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Description
Maschine zum Feinbearbeiten vorgearbeiteter Zentrierbohrungen Die zur Erzeugung oder Feinbearbeitung von Zentrierbohrungen dienenden Maschinen, die entweder nach dem Formbohrverfahren oder nach einem Schleif- bzw. Läppverfahren arbeiten, haben bekannt lich verschiedene Nachteile, die darin bestehen, dass sie zu rauhe Oberflächen oder nur kegelförmige, aber keine balligen Flächen erzeugen.
Ausserdem ist die Rundheit der Zentrierungen von der Genauig keit einer Vorbearbeitung an den Werkstückaussen- flächen abhängig. Dabei erfordern die bekannten Maschinen einen hohen Aufwand an Zeit und Ge schicklichkeit im Verhältnis zur erreichten Trag- und Zentrierqualität und arbeiten mit teuren Werkzeugen geringer Lebensdauer.
Zur Vermeidung dieser Nachteile wendet man in Fällen hoher Genauigkeitsansprüche mitunter eine Arbeitsweise an, bei der unter Verwendung von Läpp- Paste das Werkstück von Hand gegen eine schnell rotierende Körnerspitze gedrückt wird, während das freie Ende des Werkstücks gleichzeitig in eine mög lichst kreisförmige Taumelbewegung versetzt wird, so dass sich ein in Nähe der freien Endes des Werk stückes liegender Punkt der Werkstückachse etwa auf einem Kreis bewegt.
Durch geschickte Wälzbewegun- gen zwischen Werkstückende und Handfläche kann der Kreisbewegung noch eine zusätzliche Drehbewe gung um die Werkstückachse überlagert werden, was die Genauigkeit der Bearbeitung weiter erhöht.
Gleichviel, ob nun die Wandung der Zentrierboh- rung als Kegel oder als Rotationskörper einer ge krümmten Linie vorbearbeitet wird, entstehen in jedem Fall bei Anwendung dieser Arbeitsweise ge krümmte, d.h. im Verhältnis zur Kegelspitze ballige Flanken, wenn während der Läppbearbeitung der Durchmesser des Schwingkreises am freien Werk stückende rhytmisch zwischen Null und einem Grösst- mass verändert wird.
Die Taumelbewegung ist für den Läpp-Prozess sehr wirksam, weil sie anfangs infolge des erzwun genen Punkttragens zwischen Läppkörnern und Wan dung Hohlräume schafft, deren Lage sich dauernd ändert, und die immer wieder frischem Läppkorn Zutritt zu den bearbeitenden Flächen ermöglichen.
Den Vorteilen der Handläppmethode stehen aber wesentliche Nachteile entgegen, die darin zu sehen sind, dass die Arbeitsweise sehr zeitraubend ist, weil die Frequenz der Taumelbewegung stark begrenzt ist, dass sie weiter sehr anstrengend ist, weil die Anpress- kraft von Hand ausgeübt werden muss.
Die Erfindung löst die Aufgabe, die Vorteile der erläuterten Handläppmethode durch Mechanisierung auf wirtschaftlicherem Wege erreichbar zu machen und darüberhinaus durch genauere Bewegungsvor gänge den Genauigkeitsgrad der Bearbeitung zu stei gern.
Hierzu wird ausgegangen von bekannten Maschi nen zur Bearbeitung von Zentrierbohrungen mittels rotierender, sich zum Werkstück hin verjüngender Bearbeitungswerkzeuge bei axialer Werkstückabstüt- zung durch die in die Zentrierbohrungen greifenden Bearbeitungswerkzeuge. Erfindungsgemäss wird eine derartige Anordnung dadurch weiter gebildet, dass wenigstens eine axiale Werkstückabstützung exzen trisch um die Spindelstockhauptachse rotierend an geordnet ist.
Bei einer so ausgebildeten Maschine wirken sich geringe Fehler in Rundlauf und Flucht der Bearbei tungswerkzeuge nich auf die Bearbeitungsgenauigkeit aus.
Die Maschine kann auch so ausgebildet werden, dass gleichzeitig beide Zentrierbohrungen bearbeitet werden können.
Demgemäss ergibt sich eine bevorzugte Ausfüh rungsform der Erfindung, wenn beide axialen Werk stückabstützungen exzentrische an je einem drehbaren Träger angeordnet und als Bearbeitungswerkzeuge, z.B. Läppkegel, ausgebildet sind.
Die Erfindung ist nachstehend anhand gezeichne ter Ausführungsbeispiele erläutert.
Es zeigt: Fig. 1 eine erste Ausführungsform der Maschine in Seitenansicht, Fig. 2 eine zweite Ausführungsform der Maschine im Schnitt nach der Linie III - III der Fig. 3 durch das eine Ende der in ihrem sonstigen Aufbau der Fig. 1 entsprechenden Maschine; Fig. 3 eine Ansicht zu Fig. 2.
Nach Fig. 1 treiben zwei Motoren 1, 1 je ein stufenlos regelbares Getriebe 2a bzw. 2b mit ent gegengesetztem Drehsinn an. Die Drehzahlen der beiden Abtriebswellen 5, 5, die um ein Geringes voneinander verschieden sein sollen, sind mittels Handhebel 4 einstellbar und an Drehzahlmessern 3 ablesbar. Auf den Abtriebswellen 5,5 sind drehbare Werkzeugträger 6, 6 aufgesetzt, mit denen über Schei ben 7, 7 Bearbeitungswerkzeuge 8a und 8b drehfest mit einer gewissen Exzentrizität verbunden sind.
Die Exzentrizität jedes gleichzeitig als Axialabstützung für das Werkstück 17 ausgebildeten Bearbeitungswerk- zeuges 8a bzw. 8b ist durch Verschieben der Scheibe 7 gegenüber dem Träger 6 ein- und feststellbar. Die Motoren 1, 1 mit den Abtriebswellen 5, 5 bilden somit mit den Werkzeugträgern 6, 6 sowie den verstellbaren Scheiben 7, 7 und den Läppkegeln 8, 8 die Spindel stöcke a und b der Maschine.
Der Spindelstock a ist zur Anpassung der Ma schine die Werkstücklänge mittels Schlitten 9 in Achs richtung verschieb- und feststellbar. Der Spindelstock b ist mittels des Schlittens 10 ebenfalls in Achsrichtung beweglich und wird über einen Arm 11 und eine Zugstange 12 durch eine Zugfeder 13 dauernd in Richtung des Spindelstockes a gezogen. Die Federkraft ist je nach dem gewünschten Arbeitsdruck mittels einer Kordelschraube 14 einstellbar.
Die Maschine ist ferner mit einem Schlitten 15 versehen, der zwei federnde Stützen 16 für das Werk stück 17 trägt. Mittels eines Hebels 18 ist ein Nocken 19 verschwenkbar, der sich beim Verschwenken nach rechts an den Arm 11 legt und den Spindelstock b von dem Spindelstock a nach rechts so weit verschiebt, dass die Entfernung zwischen den Läppkegeln 8, 8 grösser wird als die Länge des Werkstücks 17. Dabei verschiebt ein ein- und feststellbarer Anschlag 20 den Schlitten 15 über einen am Schlitten 15 angebrachten Arm 21 ebenfalls so weit nach rechts, dass das Werk stück 17 quer zur Achse ausgehoben werden kann.
Nach Einlegen eines Werkstückes 17 wird der Hebel 18 nach links geschwenkt. Der Spindelstock b wird dabei durch die Feder 13 in seine Arbeitsstellung gezogen, wobei gleichzeitig auch der Schlitten 15 durch einen ein- und feststellbaren Anschlag 22 in die Mittelstel lung gebracht wird.
Bei dieser Ausführungsart ist, da die Läppkegel oder sonstigen Bearbeitungswerkzeuge gegenüber ihrem Träger 6 undrehbar sind, die dem Werkstück 17 übermittelte Schwingfrequenz etwa gleich der grössten Läppkegeldrehzahl. Da diese verhältnismässig hoch sein kann, ist auch die Schwingfrequenz des Werkstückes entsprechend hoch. Diese Ausführungs form eignet sich daher vorwiegend für achssymme trische, leichtere Werkstücke, wenngleich auch durch die mögliche Herabsetzung der Läppkegeldrehzahlen eine Anpassungsmöglichkeit gegeben ist, die dann aber auf Kosten der Bearbeitungszeit geht.
In den Fig. 2 und 3 ist demgegenüber eine Aus führungsform der Maschine dargestellt, die sich auch für schwere und asymmetrische Werkstücke eignet, weil bei ihr die Schwingfrequenz unabhängig von der Läppkegeldrehzahl gewählt werden kann. In Fig. 2 ist nur der Spindelstock a mit Hinweisen auf seine Beziehungen zu dem Spindelstock b gezeigt, weil der übrige Aufbau der Maschine demjenigen nach Fig. 1 entspricht.
Der Motor 1 treibt hier eine als Keilwelle ausge bildete Welle 5 an, die über Riementriebe 3a und 3b die Werkzeugspiendeln 8c schnell und gegenläufig antreibt. Gleichzeitig versetzt die Welle 5 über Rie mentriebe 5a und 5b die Träger 6, 6, die hier als Spindelträger ausgebildet sind, gleich- oder wahlweise gegenläufig in langsame Umdrehungen. An den Spin- delträgern 6, 6 ist wiederum die Scheibe 7 mit ein- und feststellbarer Exzentrizität angeordnet, die hier mit einem hülsenförmigen Ansatz 7a zur drehbaren Aufnahme der Werkzeugspindel 8c versehen ist.
Die Riementriebe 3a und 3b sind elastisch, um die infolge der aussermittigen Einstellung der Scheibe 7 exzentri schen Bewegungen der kleinen Riemenscheiben auf den Spindeln 8c auszugleichen, auf denen die Bear beitungswerkzeuge 8a bzw. 8b zentrisch angebracht sind. Die Riementriebe 5a und 5b haben geringfügig differierende Übersetzungsverhältnisse.
Bei beiden Ausführungsformen wird die Grösse der Aussermittigkeit der Bearbeitungswerkzeuge je nach Länge, Gewicht und Grösse der vorgebohrten Zentrierungen der Werkstückes sowie entsprechend dem Zustand der Maschine gewählt, auf der die Werkstücke später weiter bearbeitet werden sollen. In der Regel kann die Exzentrizität auf beiden Seiten der Maschine gleichgross gewählt werden. Die Gegen läufigkeit der Bearbeitungswerkzeuge wird im all gemeinen eine Haltevorrichtung erübrigen, die aber gegebenenfalls elastisch im Schwingungszentrum an zugreifen hätte.
Bei beiden Ausführungsformen ist ferner der Schwingvorgang gleich, sofern gegenläufig gearbeitet wird. Das Werkstück nimmt, kontinuierlich schwin gend, zwischen den beiden Extremstellungen Achs versatz Null (wenn sich die beiden Exzentrizitäten aufheben) und Achsversatz Maximum (wenn sich die beiden Exzentrizitäten addieren) jede mögliche Stellung ein, wobei die Maxima der Schwingungskurve sich wesentlich langsamer um das Werkstück bewegen, als sich die Läppkegel exzentrisch bewegen (Dreh zahldifferenz!).
Hierdurch wird die im Handläppver- fahren beschriebene, zusätzliche Drehung des Werk- Stückes um seine Achse in ihrer Wirkung nachgeahmt, so dass sie bei der maschinellen Bearbeitung entfallen kann. Auch bei nicht umlaufendem Werkstück werden alle Stellen der Zentrierbohrungswandung gleichmässig und in bestimmten Rhythmus von den Läppkegeln angegriffen.
Wird bei der Maschine nach den Fig. 2 und 3 gleichläufig gearbeitet, so ist der Schwingvorgang bezüglich des Bewegungsablaufs ähnlich und in seiner Wirkung gleich dem bei der Maschine nach Fig. 1. Die Schwingfrequenz ist jedoch wesentlich niedriger als bei der Ausführungsform nach Fig. 1, weil die Exzentermittelpunkte sich langsamer drehen als die Läppkegel. Auch tritt hierbei während etwa einer Exzenterumdrehung nur eine Schwingbewegung zwi schen den Extremlagen auf, während es bei Gegen läufigkeit zwei Schwingbewegungen sind.
Die Maschine gemäss der Erfindung eignet sich für die Anwendung von Läppwerkzeugen, Läppkegel, Schabewerkzeugen, Glättwerkzeugen und Schleifwerk zeugen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Maschine zum Feinbearbeiten von Zentrierbohrun- gen mittels rotierender, sich zum Werkstück hin verjüngender Bearbeitungswerkzeuge bei axialer Werkstückabstützung durch die in die Zentrierbohrun- gen greifenden Bearbeitungswerkzeuge, dadurch ge kennzeichnet, dass wenigstens eine axiale Werkstück abstützung exzentrisch um die Spindelstockhauptachse rotierend angeordnet ist. UNTERANSPRÜCHE 1.Maschine nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass beide axialen Werkstückabstützun- gen (8a und 8b) exzentrisch an je einem drehbaren Träger (6) angeordnet sind. 2. Maschine nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide axialen Werkstückabstützungen (8a und 8b) als Bearbeitungs werkzeuge ausgebildet sind. 3. Maschine nach Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Umdrehungszahl der beiden drehbaren Träger (6) verschieden und vorzugsweise einstellbar ist. 4. Maschine nach einem der Unteransprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Träger (6) gegenläufig drehbar sind. 5.Maschine nach Patentanspruch und einem der Unteransprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialstützen (8a, 8b) bezüglich ihrer Exzentrizität in ihren Trägern (6,6) einstellbar sind. 6. Maschine nach Patentanspruch und einem der Unteransprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialstützen (8a, 8b) mit ihrem Träger (6) fest verbunden sind (Fig. 1). 7. Maschine nach Patentanspruch und einem der Unteransprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder beide Werkstückabstützungen als Läppkegel ausgebildet sind. B.Maschine nach Patentanspruch und einem der Unteransprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder beide Werkstückabstützungen als Schaber werkzeug ausgebildet sind. 9. Maschine nach Patentanspruch und einem der Unteransprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder beide Werkstückabstützungen als Glätt werkzeuge ausgebildet sind. 10. Maschine nach Patentanspruch und einem der Unteransprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder beide Werkstückabstützungen als Schleif werkzeuge ausgebildet sind.
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