Verfahren zur Herstellung einer Hälfte eines Rumpfteiles eines Kleidungsstückes und nach diesem Verfahren hergestellte Hälfte eines Rumpfteiles eines Korsetts Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer Hälfte eines Rumpfteiles, z. B. der Vorder-, Seiten- oder Hinterteilhälfte eines Klei dungsstückes, z. B. eines Korsetts, eines Korseletts, einer Hose, eines Büstenhalters oder eines Bade anzugs aus Stoff mit parallelen elastischen Fäden.
Die Erfindung bezieht sich auch auf eine nach diesem Ver fahren hergestellte Hälfte eines Rumpfteiles. Einfach- heitshalber soll im nachstehenden als Beispiel nur auf ein Korsett Bezug genommen werden.
Die Erfindung bezweckt die betreffende(n) Teil hälften) so auszuführen, dass die daraus hergestell ten Teile des Korsetts einen verhältnismässig starken, nachgiebigen Druck auf die entsprechenden Körper teile ausüben, um diese Körperteile, besser als es mit bekannten Korsetts erreichbar ist, zusammenzuhalten und zu stützen sowie schlanker zu machen.
Bisher wird diese Wirkung ausschliesslich durch den Schnitt des Korsetts sowie durch die Verwen dung von verhältnismässig schwerem, .meistens nicht elastischem Stoff und von Korsettstangen hervorgeru fen, also nicht verstärkt durch die Formänderung, welche das Korsett erfährt, wenn es sich um den Kör per spannt. Bei einem nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Korsett kann diese Wirkung ohne diese Hilfsmittel weitgehend erzielt werden.
Das eingangs genannte erfindungsgemässe Ver fahren zeichnet sich dadurch aus, dass ein längliches Stoffstück, dessen Längsseiten wenigstens annähernd parallel zu den elastischen Fäden verlaufen, um 180 längs einer zu den elastischen Fäden parallelen Linie gefaltet, das gefaltete Stoffstück längs der Schenkel eines stumpfwinkligen., gleichschenkligen Dreiecks, dessen Basis die Faltlinie ist, zusammengenäht, das zusammengenähte Stoffstück wieder aufgeklappt und um 180 längs einer Linie gefaltet wird,
welche die erstgenannte Faltlinie wenigstens annähernd in deren Mitte unter einem vom 90 abweichenden Winkel schneidet.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird im folgen den an Hand der Zeichnung beispielsweise beschrie ben. Im Zusammenhang damit wird auch ein Korsett nach der Erfindung beispielsweise beschrieben.
Fig. 1 lässt die Herstellung der linken (auf der Zeichnung Fig. 2 rechten) Vorderteilhälfte eines Kor setts erblicken., welche aus sehr elastischem, vorzugs weise in verschiedenen Richtungen dehnbarem, aus parallellaufenden, durch dünnes Garn miteinander verbundenen Kautschukfäden bestehendem Stoff her gestellt ist.
Fig. 2 zeigt ein Korsett, dessen beide Vor- derteilhälften (Rumpfteile eines Kleidungsstückes) aber noch nicht scharrierend aneinandergenäht wor den sind, während Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 111-111 in Fig. 2 erblicken lässt.
Gemäss Fig. 1 wird die linke Vorderteilhälfte aus einem. Stück elastischen Stoffes hergestellt, welches annähernd die Form eines länglichen Rechteckes 4, 5, 6, 7, 8, 9 aufweist, dessen beide Kurzseiten ko#n- vex gebogen sind und dessen Längsseiten je durch die Schenkel eines ausspringenden stumpfen Winkels ge bildet werden,
der verhältnismässig wenig von 180 abweicht und den Winkel eines gleichschenkligen, nach aussen vorstehenden Dreiecks bildet. Die Kau- tschukfäden des Stoffes laufen den Längsseiten des Stoffstückes annähernd parallel. Letzteres wird über die zwischen beiden Längsseiten laufende Mittellinie 10, 11 parallel zu den Kautschukfäden .so über 180 umgefaltet, dass der obere Teil des Stückes vom un teren verdeckt wird und die Punkte 4 und 6 also in 4' bzw. 6' zu liegen kommen.
Danach werden die beiden Stoffschichten durch eine punktiert gezeichnete Naht 12, 13, 14 mitein- ander verbunden. Das gefaltete Stoffstück wird also längs der Schenkel eines stumpfwinkligen, gleich- schenkligen Dreiecks, dessen Basis die Faltlinie ist, zusammengenäht. Diese Naht läuft von dem auf der Linie 10, 11 liegenden Punkte 12 an schräg nach unten bis zum etwas unterhalb der Mitte dieser Linie liegenden Punkte 13 und von letzterem an wieder schräg nach oben bis zu dem auf dieser Linie liegen den Punkte 14. Die Punkte 12 und 14 liegen dichter bei den Kurzseiten als bei der Mitte des Stoffstückes.
Danach wird die untenliegende Stoffschicht wie der zurückgefaltet. Das Stoffstück zeigt dann eine von dem durch die Naht 12, 13', 14 begrenzten, dop pelstarken Teil des Stoffes gebildete Falte, deren Breite sich von der Mitte an nach beiden Enden hin bis auf Null verschmälert. Der obere Rand des Stoff stückes liegt dann auf der Linie 4, 5', 6, der untere auf der Linie 9, 8', 7.
Auf diese Weise kann man das Stoffstück auch mit zwei oder mehreren, etwa parallelen Falten im Abstand zueinander versehen.
Schliesslich faltet man das Stoffstück über die Linie 5', 8' so um, dass der linke Teil des Stoffstückes auf dem rechten Teil desselben zu liegen kommt. Der Punkt 4 nimmt dann die Lage 4", der Punkt 9 die Lage 9" ein. Die Linie 5', 8' schneidet die Falte dort wo diese die grösste Breite hat und läuft schräg in be- zug auf die Richtung der Kautschukfäden. Diese Faltlinie 5'-8' ist, wie dargestellt, gebogen, da das Stoffstück infolge der darin angebrachten Falte nicht mehr flach ist, und schneidet die Faltlinie 10-1l wenigstens annähernd in deren Mitte unter einem von 90 abweichenden Winkel.
In der oberen Schicht des Stoffstückes läuft die eine Faltenhälfte l3", 12" nunmehr von der Linie 5', 8' an schräg nach oben, die andere Faltenhälfte 13", 14 in der unteren Schicht schräg nach unten, wie der Fig. 2 klar zu entnehmen ist. In dieser Figur nimmt die linke (auf der Zeichnung rechte) Vord'er- teilhälfte 5', 4", 9", 8' des Korsetts die in Fig. 1 dar gestellte Lage ein.
Die rechte (auf der Zeichnung linke) Vorderteil hälfte des Korsetts wird in derselben Weise her gestellt, wonach die beiden Hälften mit ihren ein ander zugekehrten, gebogenen Rändern durch eine scharnierende Naht 5', 8' miteinander verbunden wer den. Nach Fig. 2 liegen diese Ränder noch lose nebeneinander, so dass sie eine linsenförmige Öffnung begrenzen.
Die scharnierende Naht wird natürlich nicht gerade, sondern (in einer senkrecht zur Zeich nungsebene .liegenden Ebene) konkav, so dass das Korsett in der Mitte auf dem entsprechenden Körper teil einen Druck ausübt, der zunimmt im Verhältnis zu der durch den Körper verursachten Dehnung des Korsetts in der Breitenrichtung. Dieser Druck wird durch die sich dehnenden, in bezug auf die Richtung der Kautschukfäden schräg und in Gegenrichtung verlaufenden Falten verstärkt.
Schliesslich werden die noch losen Ränder 5', 6 und 8', 9" der linken (auf der Zeichnung rechten) Vorderteilhälfte mit dem oben bzw. untenliegenden Stoff verbunden, und dasselbe gilt für die losen Rän der der rechten (auf der Zeichnung linken) Vorderteil hälfte.
Die weitere Fertigstellung des Korsetts bedarf einer weiteren Erklärung nicht. Sie kann in der üb- lich@en Weise erfolgen.