Verfahren und Vorrichtung zur Feststellung und Ausmerzung von spontanen
Querschnittsänderungen in Textilmaterial
Es wird in der Spinnerei angestrebt, möglichst fehlerfreie, d. h. in bezug auf ihren Querschnitt gleichmässige Garne herzustellen. Es sind dabei vor allem zwei Gruppen von Gleichmässigkeitsfehlern zu unterscheiden :
Erstens sogenannte Nummerschwankungen, welche wellenförmig verlaufen und Wellenlängen von etwa 10 cm bis mehrere Tausend Meter aufweisen.
Diese Nummerschwankungen sind durch eine unvollkommene Arbeitsweise der Spinnmaschinen bedingt, d. h. sie können durch verbesserte Einstellung der Maschinen in ihrer Amplitude vermindert werden.
Zweitens die spontanen Verdickungen und Verdünnungen, welche meistens viel kurzwelliger, d. h. nur einige Zentimeter lang sind und verschiedene Ursachen haben. Die spontanen Verdickungen sind in der Praxis besonders unerwünscht, da sie in der Wirkerei oft zu Nadelbrüchen führen, weil sie nicht durch die Ösen der Nadeln hindurchgleiten können.
Aber auch in der Weberei führen die spontanen Verdickungen zu einer Reihe von Schwierigkeiten, wie beispielsweise zu schlechtem Aussehen des Gewebes und zu zusätzlichen Stillständen der Webstühle. Das letztere deshalb, weil sich die Verdickungen infolge zu geringer Drehung in den Geschirren durchscheuern, wobei der Faden schliesslich bricht. Die spontanen Verdünnungen beeinträchtigen die Festigkeit der Garne, führen deshalb ebenfalls zu Fadenbrüchen und somit zu Stillständen der Produktionsmaschinen.
Es wurde bereits verschiedentlich versucht, durch den Einbau von Oberwachungssystemen in den Garn- verarbeitungsmaschinen, beispielsweise in der Spulerei, alle spontanen Querschnittsänderungen im Textilmaterial zu erfassen, den Faden an solchen Stellen abzureissen und den Fehler auszumerzen. Es sind verschiedene Systeme bekanntgeworden, welche diesem Zwecke dienen, nämlich rein mechanische Vorrichtungen und in neuerer Zeit auch kombinierte mechanisch-optische Apparate.
Mechanische Vorrichtungen arbeiten mit Platten, welche Schlitze von ganz bestimmter Weite aufweisen, durch welche Schlitze das zu kontrollierende Textilmaterial hindurchgezogen wird. Dabei führen spontane Verdickungen, welche einen bestimmten Grenzwert überschreiten, zur Arretierung und zum Bruch des Fadens. Diese Vorrichtungen haben den Nachteil, dass bei der Wahl eines zu engen Schlitzes das Textilmaterial unter Umständen beschädigt wird, während bei der Wahl eines etwas weiteren Schlitzes Stellen im Textilmaterial, welche an und für sich zu beanstanden wären, ungehindert passieren können.
Die bekannten Vorrichtungen mit optischen Mess- organen weisen andere Nachteile auf, welche vor allem in ihrem optischen Messteil liegen.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe müssen näm- lich die langwelligen Nummerschwankungen von den spontanen Querschnittsänderungen (kurzwellige Querschnittsschwankungen) unterschieden werden. Zu diesem Zwecke wird bei den bekannten Vorrichtungen aus dem Verlaufe des Querschnittes des Textilmaterials vorerst ein optisches Abbild erzeugt und aus diesem eine dem jeweiligen Querschnitt des sich in der Messstelle befindenden Materialquerschnittes proportionale elektrische Grösse gebildet. Der Verlauf des Querschnittes von Textilmaterial weist nun, wie eingangs erwähnt, Schwankungen um einen Mittelwert auf, welche Schwankungen mit verschiedenen Wellenlängen R charakterisiert werden können.
Die Vorschubgeschwindigkeit des zu prüfenden Textilmate- rials in den genannten optischen Messorganen ist dabei identisch mit der Fortpflanzungsgeschwindigkeit v der wellenförmigen Ungleichmässigkeiten. Das elektrische Abbild enthält daher neben einer Gleichspannungskomponente eine überlagerte Wechselspannung, deren Frequenz aus der Wellenlänge i durch die Beziehung v bestimmt werden kann. Dabei bedeuten : f = Frequenz der Wechselstromkomponente des elek trischen Abbildes, v = Vorschubgeschwindigkeit des Textilmaterials, 2 = Wellenlänge der Querschnittsschwankungen.
Die genannte überlagerte Wechselspannung stellt ein sehr komplexes Frequenzgemisch dar. Zur alleinigen Erfassung derjenigen Stellen im Textilmaterial, welche spontane Veränderungen des Querschnittes, also kleine Wellenlängen aufweisen, wurden bisher beispielsweise elektrische Frequenzfilter benötigt.
Diese Frequenzfilter sind so eingerichtet, dass sie nur bestimmte, verhältnismässig hohe Frequenzen des elektrischen Abbildes des Querschnittes des Textilmaterials berücksichtigen. Die hierbei noch zu erfassenden Frequenzen hängen nun aber nicht nur vom Querschnittsverlauf des geprüften Stückes, d. h. von den Wellenlängen seiner Ungleichmässigkeiten, sondern auch von der Geschwindigkeit, mit welcher dieses das Messorgan durchläuft, ab.
Da die Ge schwindigkeiten der Verarbeitungsmaschinen, beispielsweise der Spulmaschinen, sehr verschieden sind, muss die Charakteristik von entsprechenden Frequenzfiltern der bekannten optischen Messapparaturen der jeweiligen Verarbeitungsgeschwindigkeit angepasst werden, was einen grossen Nachteil darstellt und die Betriebssicherheit solcher Vorrichtungen beeinträch- tigt.
Ein weiterer Nachteil bekannter Vorrichtungen ist der, dass durch störende Einflüsse im optischen Messsystem, beispielsweise durch Alterungserscheinungen, langfristig verlaufende Abweichungen des mittleren Anzeigewertes der dem Querschnitt des Textilmaterials äquivalenten optischen und der entsprechenden elektrischen Grösse vorgetäuscht werden.
Dadurch werden die vorhandenen Querschnittsschwankungen verzerrt angezeigt und unrichtig ausgewertet.
Die vorliegende Erfindung überwindet diese Nachteile und betrifft ein Verfahren zur Feststellung und Ausmerzung von spontanen Querschnittsänderungen in Textilmaterial, insbesondere in Garnen, Vorgarnen und Bändern, vermittels photoelektrischer Zellen und elektrischen Brückenschaltungen, gemäss welchen das zu kontrollierende Textilmaterial durch eine optische Projektionsanordnung mit mindestens zwei benachbarten gerichteten Lichtbündeln, deren zugehörige photoempfindlichen Elemente in zwei verschiedene Zweige einer elektrischen Brücke geschaltet sind, hindurchgezogen wird, derart, dass spontane Querschnittsänderungen gleichzeitig nur eines der beiden photoempfindlichen Elemente beeinflussen können, so dass das Gleichgewicht der elektrischen Brücke durch spontane Querschnittsänderungen gestört wird,
während anderseits langwellige Querschnittsänderungen in beiden photoempfindlichen Elementen gleichzeitig eine gleich grosse Beeinflussung zur Folge haben, so dass durch langwellige Querschnittsände- rungen keine Störung des Brückengleichgewichts erfolgt.
Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit photoelektrischen Zellen in einer elektrischen Brückenschaltung und Mitteln zur Registrierung und Ausmerzung von spontanen Querschnittsänderungen und umfasst eine optische Projektionsanordnung mit mindestens zwei gerichteten Lichtbündeln und mindestens zwei benachbarten photoempfindlichen Zellen, welche in verschiedenen Zweigen der Brückenschaltung liegen und welche alle beide vom zu kontrollierenden Textilmaterial beeinflusst werden.
Im folgenden sollen anhand von schematisch gehaltenen Figuren Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Verfahrens sowie der Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens beschrieben werden.
Dabei zeigt :
Fig. 1 ein Beispiel einer optischen Projektionsanordnung,
Fig. 2 eine mögliche Schaltungsanordnung,
Fig. 3 eine mögliche Abart der optischen Projektionsanordnung nach Fig. 1,
Fig. 4 als Diagramm eine sinusförmige Quer schnittsänderung,
Fig. 5 einen Funktionsverlauf für verschiedene Lichtbündeldurchmesser,
Fig. 6 als Diagramm eine weitere sinusförmige Querschnittsänderung,
Fig. 7 einen Funktionsverlauf für verschiedene Abstände von Lichtbündeln,
Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer optischen Projektionsanordnung,
Fig. 9 eine ausführliche Schaltungsanordnung mit beispielsweisen Mitteln zur weiteren Auswertung,
Fig. 10 ein Schema eines Details.
In Fig. 1 stellt 1 eine Lichtquelle dar, deren Strahlen über die Spiegel 2 und 6 auf die Linsen 3 und 7 gelangen. Diese Linsen 3 und 7 bilden aus den eintreffenden, divergierenden Lichtstrahlen je ein paralleles Lichtbündel 13 und 14, durch welche Lichtbündel das zu kontrollierende Textilmaterial 9 hindurchgeführt wird. Die der Lichtquelle zugekehrte Seite des Textilmaterials 9 absorbiert und reflektiert einen Teil des eintreffenden Lichtes, so dass auf die der Lichtquelle abgewandte Seite ein Schatten entsprechend dem Querschnitt des Textilmaterials geworfen wird. Die parallelen Lichtbündel 13 und 14 werden je vermittels einer weiteren Linse 4 und 8 auf die Photozellen 5 und 10 fokussiert.
Die Ausbeute an Photostrom in jeder der Photozellen 5 und 10 ist daher ein Mass für den Grad der Abdeckung der Lichtbündel durch das Textilmaterial 9 und somit ein Mass für den im Lichtstrahl durchlaufenden projizierten Materialquerschnitt.
Fig. 2 zeigt die einfachste Form einer Messbrücke als Bestandteil der erfindungsgemässen Vorrichtung. Eine Spannungsquelle 11 liefert Spannung an die beiden in Reihe geschalteten Photozellen 5 und 10 sowie an die beiden Brückenwiderstände 23 und 24. Die Verbindungsstelle 15 zwischen den beiden Photozellen und die Verbindungsstelle 22 zwischen den beiden Widerständen 23 und 24 ergeben das Brückenpotential U, welches im Falle gleicher Beleuchtungsdichte auf jeder der beiden Photozellen 5 und 10 Null beträgt. Sobald eine spontane Querschnittsänderung die Messstelle passiert, d. h. wenn sich in einem der Lichtbündel 13 resp. 14 mehr Textilmaterial befindet als im anderen, wird das Gleichgewicht der Brückenschaltung gestört, und an den Klemmen 12-15 ergibt sich eine Spannung U.
Eine solche Spannung U ist somit ein Merkmal dafür, dass sich in den beiden Lichtbündeln ungleich grosse Materialmengen befinden, was gleichbedeutend mit spontanen Querschnittsänderungen ist. Diese Spannung U kann verstärkt und zur Steuerung geeigneter Registrier-und Korrekturmechanismen herangezogen werden. Beispielsweise kann diese Spannung U ein Steuersignal abgeben. welches seinerseits in bekannter Weise das Abschneiden des zu prüfenden Textilmate- rials 9 bewirkt.
Von wesentlicher Bedeutung für das erfindungsgemässe Verfahren ist, dass die Grösse der an den Klemmen 15 und 12 auftretenden Spannung U nur von der Differenz der in den beiden Lichtbündeln 13 und 14 befindlichen Menge des Textilmaterials 9 bestimmt wird und nicht von der Geschwindigkeit abhängt, mit welcher das genannte Textilmaterial die optische Projektionsanordnung durchläuft.
Wesentlich ist ferner, dass langperiodige Schwankungen des Materialquerschnittes, d. h. sogenannte Nummerschwankungen, die Brückenschaltung nicht verstimmen können, weil bei solchen langwelligen Schwankungen beide Lichtbündel gleichzeitig durch mehr oder weniger Material beeinflusst werden.
Durch entsprechende Dimensionierung des Durchmessers b der Lichtbündel und ihres gegenseitigen Abstandes a kann die Wellenlänge der Querschnittsschwankungen, die noch erfasst werden sollen, nach Belieben-dem zu prüfenden Material entsprechend -festgelegt werden.
In Fig. 3 ist eine optische Projektionsanordnung als Variante der in Fig. 1 gezeigten optischen Projektionsanordnung dargestellt, bei welcher der Abstand a zwischen den Lichtbündeln 13 und 14 vergrössert wurde, während der Durchmesser b der genannten Lichtbündel nicht verändert wurde. Der Abstand a zwischen den Lichtbündeln richtet sich danach, welche Art von spontanen Querschnittsände- rungen zur Anzeige gebracht werden soll. Der kleine Abstand nach Fig. 1 ist für die Anzeige von-in der Durchlaufrichtung des Textilmaterials 9-kur- zen spontanen Querschnittsänderungen geeignet, wäh- rend ein grosser Abstand a nach Fig. 3 bei langgezogenen spontanen Querschnittsänderungen verwendet wird.
Wie ohne weiteres ersichtlich ist und weiter unten mathematisch bewiesen wird, bestimmt auch der Lichtbündeldurchmesser b die Grösse und Form der mit dem erfindungsgemässen Verfahren möglichen Anzeige von spontanen Querschnittsänderungen. Es besteht somit die Möglichkeit, durch geeignete Dimensionierung der Grössen a und b der optischen Projektionsanordnung verschiedene Arten von spontanen Querschnittsänderungen im Textilmaterial 9 getrennt zu registrieren. Weiter ist aus den Figuren zu ersehen, dass alle Querschnittsänderungen im Textilmaterial, welche länger als der totale Abstand beider Lichtbündeldurchmesser b sind, die Vorrichtung nicht oder nur sehr wenig zu beeinflussen vermögen, so dass keine Anzeigefunktion ausgelöst wird.
Dies er möglicht es, dass auch ohne Zuhilfenahme von Fre quenzfiltern und dergleichen spontane Querschnitts änderungen im Textilmaterial 9 festgestellt und zur Anzeige gebracht werden können. Dadurch lassen sich erhebliche Vereinfachungen erzielen, was zur Herstellung von wesentlich billigeren, zuverlässigeren und betriebssicherer arbeitenden Vorrichtungen führt.
Diese arbeiten zudem unabhängig vom Vorschub pro Zeiteinheit des Textilmaterials.
Wie die Erfahrung zeigt, bestimmt die sogenannte mittlere Stapellänge der Einzelfasern, aus welchen sich das zu prüfende Textilmaterial 9 zusammensetzt, Form und Grösse der spontanen Querschnitts änderungen. Kurzstapelige Fasern, wie z. B. Baumwolle, bilden kurze spontane Querschnittsänderungen.
Die mittlere Stapellänge beträgt bei Baumwolle-je nach Provenienz und anderen Wachstumsfaktoren22 bis 32 mm. Faseranhäufungen, die als spontane Querschnittsänderungen angesehen werden, weisen häufig eine Länge von 25 mm auf. Für die Messung von Baumwollgarnen,-vorgarnen und-bändern ist somit ein Durchmesser der Lichtbündel b von 4 bis 30 mm zu wählen.
Langstapelige Textilmaterialien, wie beispielsweise Wolle, mit mittleren Stapellängen von 80 bis 150 mm ergeben anderseits langgezogene spontane Querschnittsänderungen, die auch mit entsprechend grossen Lichtbündeldurchmessern b von 4 bis mm gemessen werden können. Es ist daher in der Praxis wünschbar, für die Messung verschiedener Faserarten des zu prüfenden Textilmaterials Geräte mit verschiedenen optischen Projektionsanordnungen zu verwenden, oder aber an ein-und demselben Gerät austauschbare, für die zu prüfenden Faserarten abgestimmte optische Projektionsanordnungen vorzusehen.
Die nachstehende mathematische Ableitung und die zugeordneten Fig. 4 und 5 zeigen, welche Anzeigewerte spontaner Querschnittsänderungen in einer optischen Projektionsanordnung mit dem Lichtbündel- durchmesser b resultieren. Es bedeuten : 2 = Wellenlänge untersuchten Querschnittsän- derung = a, b = Lichtbündeldurchmesser in Millimeter, b = Lichtbündeldurchmesser im Bogenmass, A= Augenblickswert der Amplitude der Quer schnittsänderung, A = Scheitelwert der Amplitude der Querschnitts änderung.
Der augenblickliche Anzeigewert an einer beliebigen Stelle ai ist gegeben durch
EMI4.1
Somit ist die neue, als gedämpfte Schwingung erscheinende spontane Querschnittsänderung gegeben durch
EMI4.2
Die entstehende Funktion ist wiederum eine Sinusschwingung, weshalb die Berechnung der Dämp- fung des Scheitelwertes genügt :
EMI4.3
b im Längenmass eingesetzt :
EMI4.4
Diese Abhängigkeit ist in Fig. 5 als Funktion von ilb gezeigt.
Als Zahlenbeispiel dient folgende Tabelle : Lichtbündeldurch-Wellenlänge Anzeige A/A messer b (mm) i. (mm) %
10 10 0
10 20 63
10 30 82
10 50 95
Daraus kann entnommen werden, dass ein Lichtbündeldurchmesser b von gleicher Länge wie die Wellenlänge einer spontanen Querschnittsänderung (welche aus einer Verdickung und einer unmittelbar nachfolgenden Verdünnung oder umgekehrt besteht) überhaupt keinen zusätzlichen Anzeigewert der dem Materialquerschnitt proportionalen elektrischen Grösse ergibt. Bei allen Wellenlängen, die kleiner als die Lichtbündeldurchmesser b sind, erreicht der Anzeigewert A/A im besten Falle noch 10 bis 200/o der ursprünglichen Amplitude.
Diese Erkenntnis zeigt, dass die Lichtbündeldurchmesser b nicht grosser als etwa die halbe Wellenlänge einer spontanen Querschnittsänderung sein dürfen. Bei steigendem Wert i. lb, d. h. mit zunehmender Wellenlänge der spontanen Querschnittsänderungen bei konstantem Lichtbündel- durchmesser b strebt das Verhältnis A ! A asymptotisch gegen eins und erreicht bei dem Wert 5 für . 1/b 95 /o der vollen Amplitude A.
Ist das der Prüfung unterworfene Textilmaterial Baumwolle, bei welcher die häufigsten spontanen Querschnittsänderungen in der Grössenordnung der mittleren Stapellänge, d. h. bei 20 bis 33 mm Länge, auftreten, so ist als untere Grenze der Lichtbündeldurchmesser b = 4 mm zu wählen. Lichbündeldurchmesser b von über 30 mm vermögen anderseits spontane Querschnittsänderungen von 20 mm Länge überhaupt nicht mehr zur Anzeige zu bringen.
Für langfaserige Wolle ergeben sich-da auch die spontanen Querschnittsänderungen andere Grössenordnungen aufweisen-folgende Lichtbün- deldurchmesser :
Für spontane Querschnittsänderungen von 50 mm Länge : kleinster Lichtbündeldurchmesser b = 4 mm, grösster Lichtbündeldurchmesser b = 60 mm.
Als weitere charakteristische Grösse der optischen Projektionsanordnung tritt der Abstand a auf, welcher von den einander gegenüberliegenden Randstrahlen der Lichtbündel 13 und 14 eingehalten wird, respektive die Grösse d als Abstand der Lichtbündelachsen. Der Einfluss dieser Grösse a auf die Form und die Grösse der zu bestimmenden spontanen Querschnittsänderungen kann ebenfalls für die Annahme sinusförmiger Querschnittsänderungen berechnet werden. Fig. 3 zeigt die der Berechnung zugrunde liegenden Dimensionen und Bezeichnungen. Es bedeuten : b = Lichtbündeldurchmesser, a = Randstrahlenabstand, d = Abstand zwischen den Lichtbündelachsen (= a + 22)' p = Abstand der Lichtbündelachsen im Bogenmass (= Phasenverschiebung).
Fig. 6 zeigt die für die Berechnung benötigten Amplitudenwerte. Es gilt : Ai = ,. sin co t (6) Az==A-sin (tu+p) (7) A A = Â [sin cv t-sin (cv t +)] (8) DIA = sin tsin (sv t +)
EMI5.1
<SEP> = <SEP> 2 <SEP> cos <SEP> 2 <SEP> cot <SEP> sin <SEP> - <SEP> (9)
<tb> <SEP> 2
<tb> d <SEP> A-2 <SEP> cos <SEP> u <SEP> t
<tb> <SEP> d' <SEP> 2
<tb> <SEP> J <SEP> l
<tb> <SEP> A <SEP> 2z <SEP> A
<tb> <SEP> 2 <SEP> au
<tb> ;
<SEP> - <SEP> = <SEP> 2. <SEP> cos <SEP> t <SEP> + <SEP> sin
<tb> <SEP> L/
<tb> <SEP> Zeitfunktion <SEP> Dämpfungsfunktion
<tb>
Für die Bewertung der Amplitude in Funktion des Lichtbündelabstandes d wird nur die Dämpfungsfunk- tion benötigt :
EMI5.2
In Fig. 7 ist der Verlauf dieser Dämpfungsfunk- tion in Abhängigkeit von/ gezeigt. Auch hier zeigt sich, dass für bestimmte Werte ; ; J, z. B. 1, 0,5,0,33 usw. überhaupt kein Anzeigewert abgegeben wird, während andere Verhältnisse d, z. B. 2,0,7,0,41 die volle Amplitude der spontanen Querschnittsände- rungen wiedergeben.
Diese mathematische Ableitung erklärt, dass durch geeignete Wahl des Abstandes d zwischen den Lichtbündelachsen spontane Querschnittsänderungen bestimmter Wellenlängen teils voll zur Anzeige gebracht, teils gänzlich unterdrückt werden können.
Wie weiter oben gesagt, liegt die Länge der häu- figsten spontanen Querschnittsänderungen bei Baumwolle etwa zwischen 20 und 30 mm. Für die sichere Feststellung der spontanen Querschnittsänderungen ist es daher von Vorteil, wenn der Abstand der Lichtbündel d durch Verschiebung der Lichtbündel 13 und 14 so eingestellt werden kann, dass für verschiedene Baumwollarten die typischen spontanen Querschnitts änderungen mit möglichst voller Amplitude angezeigt werden.
Insbesondere die in Fig. 7 zutage tretende grosse Flankensteilheit-entsprechend einer sehr selektiven Filterwirkung-der einzelnen Kurventeile erfordert eine Justierung des Lichtbündelabstandes a. Dasselbe gilt auch für optische Projektionsanordnungen, die für die Messung von Textilmaterial aus Wolle geeignet sind ; auch in diesem Falle sind die Lichtbündel- abstände a der grösseren Länge der spontanen Quer schnittsänderungen-infolge grösserer Stapellänge der Wollfasern-dem Verhältnis i./d entsprechend auszubilden, und zwar im Minimum für d = 10 mm, im Maximum d = 80 mm.
Selbstverständlich können für Textilmaterial 9, dessen Stapellänge von den erwähnten Durchschnittswerten für Baumwolle und Wolle abweicht, sowohl der Lichtbündelabstand a als auch der Lichtbündeldurchmesser b von den angegebenen Abmessungen abweichende Grössen aufweisen. Beispielsweise wird für Zellwolle mit 40 mm Sta pellänge benötigt : Lichtbündeldurchmesser b min. 4 mm max. 40 mm Lichtbündelabstand d min. 10 mm max. 40 mm
Fig. 8 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel einer optischen Projektionsanordnung mit verschiebbaren Lichtbündeln 13 und 14.
Zu diesem Zwecke sind die Lichtbündelsysteme 13 und 14 mit ihren Basen in Gleitbahnen 71 und 71'geführt und können vermittels der Stellschrauben 72 und 73 in ihrer Querrichtung um die Strecken a'und a"gegeneinander verschoben und fixiert werden. Zur Vereinfachung der Bedienung eines erfindungsgemässen Gerätes ist es weiter von Vorteil, wenn bestimmte Lichtbündel- abstände a für häufig einzustellende Werte mittels einer Skala 74 im Einstellbereich markiert werden.
Ein weiterer, sehr wesentlicher Vorteil der beschriebenen Anordnung besteht darin, dass die durch Temperaturschwankungen, Helligkeitsänderungen und andere äussere Einflüsse hervorgerufenen unerwünsch- ten Variationen der einzelnen Elemente der ganzen Messanordnung das Brückengleichgewicht nicht oder nur äusserst wenig stören, weil der ganze Aufbau der Messanordnung bis ins letzte Detail symmetrisch aufgebaut werden kann.
Fig. 9 zeigt eine beispielsweise Schaltungsanordnung entsprechend Fig. 2, ergänzt durch eine Verstärkerstufe mit einem Transistor 42 und zugehörigen Arbeitswiderständen 41,43 und 44, sowie einer Kippschaltung 46 zur Umformung der Gleichspan- nungsänderungen am Ausgang des Transistors 42 in Stromstösse zur Betätigung eines Relais 47.
Das Relais 47 bewegt in der beispielsweisen, schematischen Darstellung der Fig. 9 einen Anker 51, welcher vermittels einer Feder 52 in seiner Ruhelage gehalten wird und dabei eine Klinke 53 festhält.
Klinke 53 erleidet durch die in der gezeichneten Lage gespannte Rückholfeder 54 einen Zug nach links, wird aber durch den Anker 51 so lange festgehalten, als das Relais 47 stromlos ist. Klinke 53 steht mit ihrer Schneide 56 einer festen Schneide 55 gegenüber, zwischen welchen Schneiden das Textilmaterial 9 hindurchgeführt wird.
Durchläuft nun eine spontane Querschnittsände- rung im Textilmaterial 9 die optische Projektionsanordnung, so wird durch die dabei entstehende Spannung U die Kippschaltung 46 angeregt und die Wicklung des Relais 47 unter Strom gesetzt. Dadurch wird der Anker 51 gegen die Kraft der Feder 52 nach unten gezogen, wodurch die Klinke 53 freigegeben wird. Das zwischen den Schneiden 55 und 56 durchlaufende Textilmaterial 9 wird somit durchschnitten. Die Reaktionszeit zwischen dem Gleichspannungsstoss an den Klemmen der Brückenschal tung und dem Schliessen der Schneidorgane 55, 56 kann dabei auf die Durchlaufzeit des Textilmaterials von der optischen Projektionsanordnung bis zu der Schneidstelle abgestimmt werden.
Dies, damit in jedem Falle die beim Durchgang durch die optische Projektionsanordnung den Schneidvorgang auslösende fehlerhafte Stelle des Textilmaterials 9 kurz nach dem Moment in den Bereich der Schneiden 55,56 gelangt, in welchem der Schneidvorgang stattfindet.
Hierdurch wird das zu prüfende Textilmaterial unmittelbar vor der fehlerhaften Stelle abgeschnitten.
Die fehlerhafte Stelle kann somit leicht aufgefunden und der notwendigen Verbesserung zugänglich gemacht werden. Nach jedem erfolgten Schneidvorgang kann der beschriebene Mechanismus mit bekannten Mitteln wieder in die Bereitschaftsstellung zurückge- bracht werden.
In Fig. 10 ist ein Schaltungsbeispiel für eine Kippschaltung 46 zur Betätigung des Relais 47 gezeigt.
Der über den Trennkondensator 45 eintreffende, durch eine spontane Querschnittsänderung ausgelöste Impuls reduziert das vom Spannungsteiler mit den Widerständen 63 und 66 der Basis des ersten Transistors 61 aufgedrückte negative Potential. Dadurch erniedrigt sich der Kollektorstrom des Transistors 61, so dass der Spannungsabfall am Arbeitswiderstand 67 kleiner wird. Das Kollektorpotential des Transistors 61 und damit das Basispotential des Transistors 62 werden dadurch negativer. Infolgedessen steigt der Strom vom Emitter zum Kollektor des Transistors 62 so stark an, dass das an den Klemmen 49 und 50 angeschaltete Relais 47 aufzieht und die weiter oben beschriebenen Funktionen auslöst.
Der Stromfluss durch das Relais 47 wird durch den Rückkopplungswiderstand 69, welcher zusätzlich zum Eingangsimpuls den vom Spannungsabfall über dem Relais 47 erzeugten positiven Spannungsstoss auf die Basis des Transistors 61 überträgt, in Sinne der ursprünglichen Arbeitsweise unterstützt. Die beschriebene Kippschaltung erhält die erforderliche Speisespannung aus der Spannungsquelle 70.
Solange die Spannungsquelle 11 an die Brücken- schaltung Gleichspannung abgibt, erscheint an den Klemmen 12 und 15 im Falle von Unsymmetrie in der Brückenschaltung eine Gleichspannung. Wird jedoch die Brückenschaltung mit Wechselspannung gespeist, so erhält man an den Ausgangsklemmen 12 und 15 eine pulsierende Gleichspannung, was den Vorteil besserer, d. h. stabilerer Verstärkungsmöglichkeit für die nachfolgenden Verstärkerstufen bietet.
Die Frequenz der genannten Wechselspannung ist dabei nicht kritisch. Sie wird zweckmässig im Tonfrequenzbereich, beispielsweise 400 Hz, gewählt.