Verfahren und Einrichtung zum Kuppeln von Fahrzeugantrieben mittels einer Hilfskraftkupplung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Kuppeln von Fahrzeugantrieben mittels einer Hilfskraftkupplung unter Verwendung eines vom Fahrer zu bedienenden Steuerventils und mindestens eines mit diesem Steuerventil verbunde nen Arbeitsraumes, in dem ein auf das Kupplungs gestänge einwirkendes Antriebsglied unter dem Ein fluss des Druckmittels bewegbar ist.
Bei Getriebekupplungen in Kraftfahrzeugen soll der Fahrer die Kupplungskraft feinfühlig abstufen, je nach Bedarf rasch auskuppeln und beim Ein kuppeln den Leerlauf der Kupplungsglieder rasch ausschalten, aber trotzdem diese Glieder dann stoss frei greifen lassen können.
Das wurde bei Hilfskraft-Kupplungen z. B. da durch zu erreichen versucht, dass man das Druck mittel über ein Rückschlagventil zum Arbeitsraum führte und in den Weg des von. dem Arbeitsraum zurückkehrenden Druckmittels eine Drosselstelle und ein diese umgehendes Überdruckventil einschaltete. Dadurch kann die Kupplung zwar rasch gelöst wer den, und beim Einrücken wird der Druckabfall im Arbeitsraum zunächst abgebremst. Er wird dann aber mit gleichbleibendem Druckunterschied dem vom Steuerventil verursachten Druckabfall nachge führt. So kann das Eingreifen der Kupplung anfäng lich zwar verlangsamt werden, doch bleibt der Man gel, dass die Kupplung verspätet anspricht, dann aber zu rasch einfällt, so dass sie der Fahrer wieder zu lösen versucht und die Kupplung zum Rucken kommt.
Lässt der Fahrer den Druck aber besonders langsam sinken, so greift die Kupplung wieder nicht schnell genug mit voller Kraft ein.
Diese Nachteile werden durch das Verfahren nach der Erfindung beseitigt, das darin besteht, dass die vom Antriebsglied des Arbeitsraumes auf das Kupp- lungsgestänge ausgeübte Kraft sich beim Auskuppeln entsprechend dem vom Fahrer hinter dem Steuer ventil hervorgerufenen Druckanstieg steigert, dem zum Einkuppeln vom Steuerventil her verminderten Druck aber nur bis zu einem bestimmten ersten Druckwert proportional, dann bis zu einem niedrige-. ren zweiten Druckwert verlangsamt und dann bis zu einem noch niedrigeren Druckwert rascher bis zum entsprechenden Mindestwert folgt.
Ausführungsbeispiele der Einrichtung (Anlage) nach der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 den schematischen Aufbau einer Kupp lungsanlage nach der Erfindung, Fig. 2 ein Schaubild von deren Wirkungsweise, Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel der zugehörigen Hilfsventile, Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel dieser Ventile, Fig. 5 eine Abwandlung der erfindungsgemässen Anlage in schematischer Darstellung, Fig. 6 ein Schaubild über die Wirkungsweise dieser Anlage, Fig. 7 ein.
Ausführungsbeispiel dazu mit einge bauten Hilfsventilen, Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Zylinderanordnung, Fig. 9 ein Ausführungsbeispiel mit zwei parallelen Zylindern und eingebauten Ventilen.
Bei der Anlage nach Fig. 1 beliefert ein Luft- presser 1 einen Vorratsbehälter 2. Von diesem führt eine Druckmittelleitung 3 zu einem Trittplatten ventil 4. Dieses Ventil wird von dem Fahrer des die Anlage enthaltenden Fahrzeuges mit Hilfe einer Trittplatte 5 bedient.
Von dem Trittplattenventil geht eine Druck- leiteng 6 aus. Mit der Trittplatte ist ein nicht dar gestellter Reaktionskolben verbunden, der unter dem Druck der Leitung 6 steht. Von dieser Leitung führt ein Leitungszweig 7 über eine regelbare Drosselstelle 8 zu einer Leitung 9. Ein zweiter Leitungszweig 10 liegt parallel zu dem Leitungszweig 7 und enthält ein Rückschlagventil 11 mit einem Schliessglied 12, das von einer Feder 13 belastet ist.
Mit dem Schliessglied 12 ist ein Bolzen 12' ver bunden, der in der in Fig. 1 gezeigten Lage einen Kolben 14 berührt. Der Kolben steht auf seiner. Oberseite unter dem Druck der Druckleitung 6, auf seiner Unterseite unter dem Druck einer Öffnungs feder 15. Die Kraft der Öffnungsfeder 15 ist so bemessen, dass sie über den Bolzen 12' das Schliess glied 12 von seinem Sitz abhebt, solange auf der Oberseite des Kolbens 14 kein oder nur ein geringer Druck wirkt.
An der Druckleitung 6 ist ausserdem noch ein zu der Leitung 9 führender Leitungszweig 16 ange schlossen. In diesen Zweig ist ein L7berströmventil 17 eingeschaltet. Es enthält zwei Räume 18 und 19, die mit je einem Teil des Leitungszweiges 16 ver bunden sind, aber von einem Kolben 20 unter dem Druck einer Feder 21 voneinander getrennt gehalten werden, solange der auf die Unterseite des Kolbens 20 wirkende Druck unter einem bestimmten Wert bleibt.
Die Leitung 9 führt zu einem Arbeitszylinder 22. In diesem befindet sich ein Kolben 23 mit einer Kolbenstange 24. An deren aussen liegendem Ende ist das eine Ende eines Kupplungshebels 25 ange- lenkt, der auf einer festen Achse 26 gelagert ist und mit seinem andern Ende eine Kupplungshülse 27 umgreift. Diese Hülse ist mit einer Kupplungsscheibe 28 verbunden und sitzt verschiebbar, aber nicht dreh bar auf einer Motorwelle 29. Der Kupplungsscheibe 28 steht eine Kupplungsscheibe 30 gegenüber, die an einer Getriebewelle 31 sitzt. Eine Kupplungsfeder 32 sucht die beiden Kupplungsscheiben aneinanderzu- drücken. und sichert bei eingerückter Kupplung die Kraftübertragung von der Motorwelle zur Getriebe welle.
Am Kupplungshebel 25 ist eine Rückzugsfeder 33 angebracht.
Die Wirkungsweise dieser Anlage wird an Hand der Fig. 2 beschrieben. Sie zeigt, über der Zeit t aufgezeichnet, den Verlauf von Drücken p und Kräften k.
Im Ruhezustand berührt der Fahrer die Tritt platte 5-nicht. Das Trittplattenventil 4 hält die Druck leitung 6, die Leitung 9, die dazwischenliegenden Leitungszweige und den Arbeitszylinder 22 entlüftet. Die Kupplung ist unter der Wirkung der Kupplungs feder 32 eingerückt.
Tritt der Fahrer auf die Platte 5, so lässt das Trittplattenventil Druckluft in die Druckleitung 6 strömen. Der Druck in dieser Leitung (ausgezogene Linie der Fig. 2) soll in verhältnismässig kurzer Zeit bis zu einem Wert A ansteigen; dadurch öffnet sich das Rückschlagventil 11 und der Druck im Arbeits- zylinder 22 steigt mit Hilfe der durch den Leitungs zweig 10 zugeleiteten Druckluft ebenfalls rasch auf den Wert A an. Der Kolben 32 bewegt sich nach rechts, schwenkt den Kupplungshebel und hebt die Kupplungsscheibe 28 von der andern Scheibe 30 ab, so dass die Kupplung geöffnet wird.
Die Kraft, welche von der Kolbenstange 24 auf den Kupplungshebel 25 ausgeübt wird (strichpunktierte Linie) ist dabei proportional dem Druck im Arbeitszylinder 22 und hat bei völlig ausgerückter Kupplung die Grösse N.
Die Kupplung bleibt offen, solange der Druck A erhalten bleibt. Dabei ist der Kolben 14 gesenkt, so dass er nicht auf das Schliessglied 12 einwirkt. Der Kolben 20 ist angehoben, so dass die Teile des Lei tungszweiges 16 miteinander verbunden sind.
Will der Fahrer die Kupplung wieder einrücken, so senkt er den Druck in der Druckleitung 6. Durch den Leitungszweig 16 folgt diesem auch unmittelbar der Druck im Arbeitszylinder 22. Dieser Druck ist auf den Wert B abgefallen, wenn die dazu propor tionale Kraft an der Kolbenstange den Wert Q erreicht hat. In diesem Augenblick beginnen sich die beiden Kupplungsscheiben zu berühren. Die Feder 21 ist so stark, dass sich nunmehr der Kolben 20 nach unten schiebt und den Leitungszweig 16 unterbricht.
Auch wenn der Druck in der Druckleitung 6 weiterhin gleichmässig abnimmt, fällt nun der Druck im Arbeitszylinder 22 (gestrichelte Linie) vorerst nur noch langsam, da lediglich durch die Drossel 8 noch Druckluft abströmen kann. Auch die Kraft der Kol benstange 24 nimmt deshalb nur langsam ab und die Kupplungsscheiben legen sich langsam immer stärker gegeneinander. Hat die Kraft der Kolbenstange bis auf den Wert R abgenommen, so presst die Kupp lungsfeder 32 die Scheibe 28 mit einer vorausbe stimmten Kraft an die Scheibe 30. Der Druck im Arbeitszylinder 22 ist dabei auf den Wert C gesunken und der Druck in der Druckleitung 6 auf den Be trag D.
Die Öffnungsfeder 15 ist so stark, dass sie nun mehr den kleiner als D werdenden Druck auf den Kolben 14 und die Kraft der Feder 13 überwindet und das Schliessglied 12 anhebt.
Damit ist wieder eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Arbeitszylinder 22 und der Druck leitung 6 hergestellt. Der Druck im Arbeitszylinder fällt deshalb rasch bis auf den Druck in der Druck leitung 6 und erreicht mit diesdm wieder den Wert Null, wenn der Fahrer die Trittplatte wieder freigibt. Auch die Kraft der Kolbenstange fällt damit rasch ab, so dass die Kupplung auf keinen Fall mehr schlei fen kann.
Bei allen diesen Vorgängen spürt der Fahrer eine dem Druck in der Druckleitung 6 entsprechende Kraft an der Trittplatte, so dass er nach Gefühl kuppeln kann.
Die Hilfsventile (Rückschlagventil 11 und Ober strömventil 17) sind bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 zusammen mit der Drosselstelle 8 und den Leitungszweigen 7, 10, 16 in einem gemein- Samen Gehäuse 40, 47 untergebracht. Der Gehäuse teil 40 hat eine Bohrung 41, welche mit der Druck- leitung'6 verbunden ist, und eine mit der Leitung 9 verbundene Bohrung 42. Auf seiner Oberseite befin den sich eine flache Ringnut 43 und eine tiefere Ringnut 44. Zwischen beiden befindet sich eine Schulter 45. Eine Membran 46 ist mit ihrem Rand ausserhalb der Ringnut 43 mit Hilfe eines glocken förmigen Deckels 47 gegen den Gehäuseteil 40 ge presst.
Auf ihrer Oberseite liegt ein Druckring 48, welcher der Ringnut 43 und der Ringschulter 45 gegenüberliegt und von einer verhältnismässig kräf tigen Feder 49 belastet ist. Diese entspricht der Feder 21 in Fig. 1. Ihr oberes Ende wird in einem Schraub ring 50 gehalten, dessen Lage in dem Deckel 47 veränderlich ist, so dass die Spannung der Feder 49 genau eingestellt werden kann.
Auf der Mitte der Membran 46 liegt eine Druck platte 51, die von einer verhältnismässig schwachen Öffnungsfeder 52 belastet ist. Das obere Ende die ser Feder ruht auf einem Federteller 53, dessen Lage mit Hilfe einer Schraube 54 eingestellt wer den kann. Eine Mutter 55 hält die Schraube 54 in ihrer Lage fest. Die Öffnungsfeder 52 entspricht der Öffnungsfeder 15 in Fig. 1.
Von der Bohrung 41 führt eine verhältnismässig enge Bohrung 56 in die Ringnut 43. Eine von aussen einstellbare und mit Hilfe einer Mutter 57 fest zuhaltende Schraube 58 bestimmt den freien Quer schnitt am Ende dieser Bohrung, die damit als ein stellbare Drosselstelle dient.
Die Bohrung 42 ist durch eine verhältnismässig weite Ausnehmung 59 mit der Ringnut 43 verbunden. Senkrecht zu der Achse der Bohrungen 41 und 42 und gleichachsig zu der Achse der Membran 46 befindet sich in dem Gehäuseteil 40 eine Bohrung 60. Sie hängt durch Schlitze 61 mit der Ringnut 44 zusammen und enthält einen Bolzen 62 mit vier kantigem Querschnitt.
Durch eine Erweiterung 63 der Bohrung 60 ist ein Ventilsitz 64 gebildet, gegen den sich eine Ventilplatte 65 unter dem Druck einer Feder 66 zu legen sucht. Das äussere Ende der Feder 66 stützt sich an einer Verschlussschraube 67 ab.
Von der Erweiterung 63 führt ein Kanal 68 in die Bohrung 42. Die Bohrung 41 und die Ring nut 44 hängen über eine Ausnehmung 69 mitein ander zusammen.
Die Wirkungsweise der Hilfsventile entspricht dem, was bei der Anlage nach Fig. 1 gesagt wurde. Dem Leitungszweig 7 entspricht die Bohrung 56, dem Leitungszweig 10 der Kanal 68, dem Leitungs zweig 16 entsprechen die Ausnehmungen 59 und 69.
Durch die Bohrung 41 zugeleitete Druckluft kommt durch die Ausnehmung 69 und die Schlitze 61 an dem Bolzen 62 vorbei, hebt die Ventilplatte 65 von dem Sitz 64 ab und strömt durch den Kanal 68 und die Bohrung 42 weiter. Bei vollem Druck ist die Membran 46 ganz abgehoben, so dass die Ringnuten 43 und 44 über die Schulter 45 hinweg verbunden sind. Die Ventilplatte 65 liegt unter dem Druck der Feder 66 gegen den Sitz 64.
Sinkt der Druck in der Bohrung 41 wieder, so strömt die Luft zunächst über die Schulter 45 hinweg unmittelbar durch die Ausnehmungen 59 und 69 zurück. Ist der Druck B erreicht, so drückt die Feder 49 den äussern Teil der Membran 46 auf die Schulter 45, so dass die Ringnuten 43 und 44 voneinander getrennt sind und die Luft nur noch durch die Bohrung 56 zurückströmen kann. Fällt der Druck in der Ringnut 44 unter den Wert D, so drückt die Öffnungsfeder 52 auch den Mittelteil der Membran 46 nach unten und hebt dadurch die Ventilplatte 65 wieder von ihrem Sitz ab, so dass durch den Kanal 68 und die Schlitze 61 wieder eine Verbindung mit grossem Querschnitt zwischen den Bohrungen 42 und 41 geöffnet ist.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 sind die Hilfsventile in einem Gehäuse 70, 77, 96 unter gebracht. Der Gehäuseteil 70 besitzt eine mit der Druckleitung 6 verbundene Bohrung 71 und eine mit der Leitung 9 verbundene Bohrung 72. Die Bohrung 71 ist mit einem Hohlraum 73 verbunden, der nach unten von einer Membran 74 begrenzt wird. Diese Membran ist durch Platten 75 und 76 armiert, die gleichzeitig den Ausschlag der Membran nach beiden Seiten durch Anschlagen am Gehäuse begrenzen. Der Rand der Membran ist mit Hilfe eines topfförmigen Deckels 77 an dem Gehäuseteil 70 festgespannt. Eine durch diesen Deckel gedrehte Schraube 78 stützt einen Federteller 79; zwischen diesen und die' Platte 76 ist eine Öffnungsfeder 80 eingespannt. Ihre Kraft kann mit der Schraube 78 eingestellt werden..
Gleichachsig zu der Membran 74 liegt in dem Gehäuseteil 70 eine Bohrung 81. Sie bildet in ihrem untern Teil eine Führung 82 für einen Bolzen 83, der mit einer Ventilplatte 84 verbunden ist und unter dem Druck einer Feder 85 an der Platte 75 anliegt. Der mittlere Teil der Bohrung 81 ist un mittelbar mit der Bohrung 71 verbunden. Am Übergang zu einer Erweiterung 86 ist in der Boh rung 81 ein der Ventilplatte 84 zugeordneter Ventil sitz 87 gebildet. Die Erweiterung 86 ist nach oben mit Hilfe einer Schraube 88 verschlossen, gegen die sich auch das obere Ende der Feder 85 abstützt, und mit der Bohrung 81 durch einen Kanal 89 verbunden, in dem eine mit Hilfe einer Schraube 90 regelbare Drosselstelle 91 liegt.
Von der Erweiterung 86 geht eine Bohrung 92 aus, die mit der Bohrung 72 verbunden ist und um deren linkes Ende, getrennt durch eine Schulter 93, eine Ringnut 94 gelegt ist.
Ausserhalb dieser Ringnut ist der Rand einer die Ringnut und die Bohrung 92 bedeckenden Mem bran 95 mit Hilfe eines glockenförmigen Deckels 96 an dem Gehäuseteil 70 festgespannt. Auf der Aussen seite der Membran liegt eine Platte 97; eine Feder 98 ist zwischen den Deckel 96 und diese Platte eingespannt. Eine Schraube 99 sitzt in dem Deckei 96 und stützt mit ihrem innern Ende einen Feder teller l00; zwischen diesen und die Platte 97 ist eine weitere Feder 101 eingefügt. Der Hohlraum 73 ist mit der Ringnut 94 durch eine Bohrung 102 verbunden. .
Die Wirkungsweise dieser Hilfsventilgruppe ist gleich wie die der Ventilgruppe nach Fig. 3. Dem Leitungszug 7 entspricht der Kanal 89, dem Lei tungszug 10 die Bohrung 81 mit ihrer Erweiterung 86 -und das rechte Ende der Bohrung 92. Dem Leitungszug 16 entspricht der Hohlraum 73, die Bohrung 102, die Ringnut 94 und die Bohrung 92.
Durch die Bohrung 71 zugeführte Druckluft hebt die Ventilplatte 84 an und strömt durch die Erweite rung 86 in die Bohrung 72. Ist der Druck grösser als der Wert B, so ist die Membran 95 von der Schulter 93 abgehoben und ein Verbindungsweg durch die Bohrungen 102 und 92 geöffnet. Sinkt der Druck in dem Hohlraum 73 unter den Wert D, so hält die Öffnungsfeder 80- über den Bolzen 83 die Ventilplatte 84 von dem Sitz 87 entfernt, so dass wiederum eine unmittelbare Verbindung zwi schen den Bohrungen 71 und 72 geöffnet ist.
Der Vorteil dieser Bauart gegenüber der Bauart nach Fig. 3 ist, dass die einzelnen Hilfsventile un abhängig voneinander fein und genau mit Hilfe der Schrauben 78 und 99 eingestellt und auch leicht überwacht werden können. Ihre Teile können un abhängig voneinander bemessen werden, was ge legentlich eine konstruktive Erleichterung bedeutet.
Die Anlage nach Fig. 5 ist wie folgt aufgebaut: Ein Luftpresser 110 liefert über einen Vorrats behälter<B>111</B> Druckluft zu einem Trittplattenventil 112. Von diesem geht eine Druckleitung 113 aus, die sich in Leitungen 114 und 115 gabelt. Die Leitung 115 teilt sich in einen Zweig 116, der ein Rückschlagventil 117 enthält, und einen Leitungs zweig 118 mit einem überströmventil 119. Beide Leitungszweige vereinigen sich zu einer Leitung 120.
In zwei hintereinanderliegenden Arbeitszylindern 121 und 122 liegen Kolben 123 und 124, die an einer gemeinsamen Kolbenstange 125 sitzen. Die Trennwand zwischen beiden Zylindern wird von einer Dichtung 126 gebildet. Das Ende der Kolben stange betätigt eine Kupplung, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, und ist zu diesem Zweck an den Kupplungshebel 25 angelenkt.
Die Leitung 120 führt zu dem Arbeitszylinder 121, dessen Kolben mit seinem vollen Durchmesser wirkt. Die Leitung 114 ist an den Arbeitszylinder 122 angeschlossen; von dem in diesem Zylinder liegenden Kolben 124 ist nur die um die Kolben stange liegende Ringfläche dem Druck der zuge führten Luft ausgesetzt.
Das überströmventil 119 ist wie das überström ventil 17 nach Fig. 1 ausgebildet. Auch das Rück schlagventil 117 entspricht dem Rückschlagventil 11 nach dieser Figur und sein Bolzen 12' wirkt mit dem Kolben 14 zusammen, der durch die Kraft der COffnungsfeder 15 belastet ist. Die Wirkungsweise dieser Anlage wird an Hand der Fig. 6 erläutert. Sie zeigt, über die Zeit t aufgezeichnet, den Verlauf von Drücken p und Kräften k.
Zunächst soll der Druck in der Druckleitung 113 (ausgezogene Linie) rasch bis zu der Grösse E ansteigen. Der Druck im Arbeitszylinder 122 ist stets dem Druck in der Druckleitung 113 gleich. Der ansteigende Druck wird aber auch über das Rückschlagventil <B>117</B> ohne Verzögerung auf den Arbeitszylinder 121 geleitet. Die von der Kolben stange ausgeübte Kraft (strichpunktierte Linie) steigt deshalb proportional diesem Druck bis zu einem Wert S, der die Kupplung völlig gelöst hält. Dabei ist das überströmventil 119 geöffnet.
Senkt der Fahrer den Druck in der Druck leitung 113 wieder, so fällt zunächst der Druck in beiden Arbeitszylindern entsprechend. Das Rück schlagventil 117 wird geschlossen. Hat die Kraft der Kolbenstange einen Betrag T angenommen, bei dem sich die Kupplungsscheiben gerade berühren, so schliesst sich das überströmventil 119. In der Druckleitung 113 herrscht dabei der Druck F. Sinkt dieser Druck weiter, so nimmt die auf den Kolben 124 wirkende Kraft ebenfalls ab; die auf den Kolben 121 wirkende Kraft bleibt aber nahezu gleich, da der Arbeitszylinder 121 völlig abgeschlos sen ist; der Druck also nicht sinkt (gestrichelte Linie). Die Kraft der Kolbenstange sinkt verlang samt auf den Wert U, bei dem die Kupplung ganz eingerückt ist.
In diesem Augenblick hat der Druck in der Druckleitung 113 den Wert G erreicht, und das Rückschlagventil 117 wird von der Kraft der Öffnungsfeder 15 aufgestossen. Der Druck im Arbeitszylinder 121 fällt daher rasch auf den Druck in der Druckleitung 113 und wird Null, wenn der Fahrer die Trittplatte loslässt. Damit wird auch die von der Kolbenstange ausgeübte Kraft wieder Null.
Der Vorteil dieser Anordnung ergibt sich aus dem Vergleich mit der Fig. 2. In beiden Fällen muss die Kraft vom Angreifen der Kupplung bis zum vollständigen Einkuppeln um den gleichen Be trag abnehmen (Q-R gleich T-U). Die Änderung des Zylinderdruckes, die bei der Anlage nach Fig. 1 zum Hervorrufen dieses Kraftabfalles zur Verfügung steht, ist verhältnismässig klein (B bis C). Bei der Anlage nach Fig. 5 ist sie wesentlich grösser (F bis G), so dass man die Kupplung wesentlich feinfühliger einsetzen oder auch schleifen lassen kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Ventile und Zylin der zu einer solchen Anlage ist in Fig. 7 dargestellt. Die beiden Zylinder 121 und 122 sind auf entgegen gesetzten Seiten in ein Gehäuse 130 eingeschraubt. Die ganze Einheit wird mit Hilfe eines Lagerauges 131, das am Ende des Zylinders 121 sitzt, schwenk bar befestigt. Das Ende der Kolbenstange 125 trägt einen Gabelkopf 132 und wird dort mit dem nicht dargestellten Kupplungshebel gelenkig verbunden. Die Kolben 123 und 124 bestehen aus einer Man- schette 133, einem Stützring 134 und einer Klemm mutter 135 mit Zwischenscheibe 136.
Die Kolbenstange 125 ist mit Spiel durch das Gehäuse 130 geführt, eine Manschette<B>137</B> dichtet gegen den Arbeitszylinder 122 hin ab.
Eine Bohrung 138 des Gehäuses 130 ist mit der Druckleitung 113 und dem rückwärtigen Ende des Arbeitszylinders 122 verbunden, ausserdem mit einem Hohlraum 139, der nach aussen von einer Membran 140 begrenzt wird. Die Membran ist mit Hilfe eines Deckels 141 an dem Gehäuse 130 fest gespannt und von einer Öffnungsfeder 142 belastet, deren Druck über eine Federscheibe 143 und eine Schraube 144 einstellbar ist.
Oberhalb des Hohlraumes 139 befindet sich in dem Gehäuse 130 eine Bohrung 145 mit einer Er weiterung 146 und einem dazwischenliegenden Ventil sitz 147. Gegen diesen Sitz wird von einer Feder 148 eine Ventilplatte 149 gedrückt; zwischen der Ventilplatte und der Membran 140 ist ein - vier kantiger Bolzen 150 eingefügt.
Von der Erweiterung 146 führt ein Kanal 151 zu einer an der Oberseite des Gehäuses 130 liegen den Ringnut 152. Diese Ringnut wird nach innen durch eine Schulter 153 begrenzt; innerhalb dersel ben führt eine Bohrung 154 in den Arbeitszylinder 122. über der Ringnut 152 und dieser Bohrung ist eine Membran 155 mittels eines Deckels 156 be festigt, die unter dem Druck einer mit einer Schraube 157 und einem Federteller 158 einstellbaren Feder <B>159</B> steht. Von der Ringnut 152 führt eine Leitung 160 zu dem rückwärtigen Ende des Arbeitszylin ders 121.
Die Wirkungsweise dieser Anordnung entspricht der zur Fig. 5 beschriebenen. Der Arbeitszylinder 122 ist ständig mit der Druckleitung<B>113</B> über die Boh rung 138 verbunden. Der Arbeitszylinder 121 ist mit der Bohrung 138 verbunden bei hohem Druck (oberhalb des Wertes F) über die Schulter 153 hin weg, bei niedrigem Druck (unterhalb des Wertes G) durch das von der Öffnungsfeder 142 offengehal tene Rückschlagventil.
Eine Abwandlung dieser Ausführungsform zeigt Fig. B. Die Hilfsventilgruppe ist dabei gesondert zu denken, etwa wie in den Fig. 3 und 4 darge stellt, wobei die Drosselstelle ganz verschlossen ist.
Die Leitung 114 führt zum Ende eines Arbeits zylinders 161, in dem ein zweiseitig abdichtender Kolben 162 gleitet. An diesen Arbeitszylinder schliesst sich ein Arbeitszylinder 163 mit wesentlich grösserem Durchmesser an, dessen Kolben 164 mit dem Kolben 162 auf einer gemeinsamen Kolben stange 165 sitzt. Das Ende dieser Kolbenstange trägt einen Gabelkopf 166 und ist über einem Falten balg 167 mit dem Ende des Arbeitszylinders 163 verbunden. Der Raum zwischen den Kolben 162 und 164 ist an die Leitung 120 angeschlossen.
Die rückwärtige Seite des Kolbens 162 steht so ständig unter dem Druck der Druckleitung 113, das entspricht der Wirkung des Kolbens 124 der Fig. 5. Die wirksame Fläche des Kolbens 164 ist gleich dem Unterschied zwischen der Fläche der beiden Kolben; sie entspricht der wirksamen Fläche des Kolbens 123 nach Fig. 5. Die Kraft an der Kolben stange 165 verhält sich daher ebenso wie die Kraft an der Kolbenstange 125.
Bei dem in Fig. 8 gezeigten Ausführungsbeispiel wurde eine Rückführfeder <B>168</B> unmittelbar in den Arbeitszylinder 161 eingebaut und mit einem Ende an dem Kolben 162, mit dem andern Ende an einem Sprengring 169 abgestützt.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 zeigt eine weitere Abwandlung der Betätigungseinrichtung einer Hilfskraftkupplung. Die Hilfsventile (Rückschlag- ventil <B>170</B> und überströmventil 171) können gleich ausgebildet sein wie in den Ausführungsbeispielen nach Fig. 4 oder 7, und sie sind in einem Gehäuse 172 zu einem Block vereinigt. Eine Öffnung 173 dieses Gehäuses ist z. B. mit der Druckleitung 113 (Fig. 5) verbunden.
Eine der Leitung 114 in Fig. 5 entsprechende Bohrung 174 führt unmittelbar in einen Arbeitszylinder 175, an dessen Kolben 176 eine Kolbenstange 177 sitzt. über das Rückschlagventil 170 und einen Kanal<B>178</B> sowie-über einen Kanal 179 und das überströmventil 171 ist die Öffnung 173 mit einem zweiten Arbeitszylinder 180 verbunden, dessen Kolben 181 einen grösseren Durchmesser als der Kolben 176 hat und eine Kolbenstange 182 trägt.
Die Enden der Arbeitszylinder werden von einer Platte 183 aufgenommen, die über Schrauben 184 gegen das Gehäuse 172 gespannt ist. Zwischen die Platte 183 und die Kolben 176 und 181 sind Rück führfedern 185 und 186 eingesetzt. Die Kolben stangen werden in der Platte 183 gleitend geführt.
Die Enden der Kolbenstangen 177 und 182 sind durch eine Lasche 187 gelenkig verbunden; an ihrem einen Ende dient dazu ein Langloch<B>188</B> der Lasche. An der Lasche ist, näher bei der Kolbenstange<B>182</B> als bei der Kolbenstange 177, ein Zwischenstück 189 angelenkt, das seinerseits an einem Kupplungshebel 190 gelenkig befestigt ist.
Die Hilfsventile steuern den Druckverlauf in den Arbeitszylindern 175 und<B>180</B> so, wie es bei der Anlage nach Fig. 5 für die Arbeitszylinder 122 und 121 beschrieben wurde. Bei Ausrücken der Kupp lung gehen daher beide Kolben gleichmässig nach links; ihre Kräfte stehen im umgekehrten Verhältnis der Hebelarme an der Lasche 187. Ihre vereinte Kraft dreht den Kupplungshebel 190 und rückt die Kupplung aus.
Fällt der Druck an der Öffnung 173, so gehen zunächst beide Kolben unter der Kraft der Rück führfedern 185 und 186 nach rechts, bis sich die Kupplung anzulegen beginnt. Dann schliesst sich das überströmventil 171 und der Kolben 181 bleibt zu nächst in seiner Lage. Der Kolben 176 geht,-dem weiteren Druckabfall folgend, weiter nach rechts; der von ihm zurückgelegte Weg wird aber nur zu einem Teil - dem Hebelverhältnis der Lasche 187 ent sprechend - auf den Kupplungshebel 190 übertra- gen. Sinkt der Druck an der Öffnung 173 entspre chend weiter, so wird das Rückschlagventil 170 auf gestossen und beide Kolben gehen rasch nach rechts, so dass der Kupplungshebel 190 entlastet wird.
Diese Anordnung hat den Vorteil, dass eine ver hältnismässig grosse Druckspanne zur Verfügung steht, um die Kupplung vom ersten Berühren bis zum voll ständigen Eingreifen zu bringen. Damit kann der Fahrer sehr feinfühlig die Kupplung so weit schlei fen lassen, wie er es braucht.
Die Erfindung ist nicht an die dargestellte Bauart der Hilfsventile, des Steuerventils oder der Zylinder und Kolben gefunden. Die erfindungsgemässen Merk male und Wirkungen lassen sich mit den verschie densten Bauarten dieser Teile in ähnlicher Weise erreichen.