Mehrteilige Form zur Herstellung von Werkstücken mit einer Längskante,
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine mehrteilige Form zur Herstellung von Werkstücken mit einer Längskante.
Es sind solche mehrteiligen Formen be kannt, deren Trennflächen mit der Kante des zu formenden'Werkstückes zusammenfallen.
Es besteht somit stets die Gefahr, da# das geformte'Werkstück an seiner Längskante, das heisst längs der Trennlinie der Form, einen kleinen Grat aufweist. Als Beispiel sei das Formen eines Waehsmodells einer Dampfoder Gasturbinenschaufel oder einer entsprechend geformten Kompressorschaufel genannt, welches Modell zum Giessen einer solchen Schaufel naeh dem Verfahren mit verlorener Form dient. Das Wachs zur Herstellung des Modells wird üblicherweise in eine Form gegossen, die längs der Mitte der Vorderkante und längs der Mitte der Hinterkante der Schaufel getrennt ist.
In der Folge verbleibt längs dieser Kanten stets ein kleiner Grat am m Modell und somit auch an dem mittels dieses Modells hergestellten Gussstück. Die Vordlerkante der Schaufel sollte aber glatt, und von exakter aerodynamischer Form sein, so dass wenigstens an dieser Kante der genannte Grat entfernt werden muss. Beim Entfernen des Grates wird aber gleichzeitig und unvermeid- lieherweise die Kante etwas abgeflacht, so dass die Sehaufelkante anschliessend von Hand oder maschinell nachbearbeitet werden muss, damit das Werkstüek die exakte Form erhält.
Das Nachprüfen der Kante auf ihre genaue Form und eine solche Nachbehandlung sind aber äusserst schwierig.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Vermeidung des genannten Nachteils. Zu diesem Zweek ist die erfindungsgemässe Form längs solcher Flächen geteilt, die die genannte e Kante des Werkstückes nicht schneiden. Bei einem Ausführungsbeispiel der erfindungsge- mässen Form ist diese längs einer ersten Fläche geteilt, die sich in Längsrichtung des Formhohlraumes über den ganzen Hohlraum erstreckt, in der Breitenrichtung dagegen vor der genannten Kante endet, sowie längs einer zweiten Flache, welche im Abstand von der genannten Kante e quer auf die erstgenannte Fläche trifft.
Die Form ist zweckmässig in drei Teile geteilt, wovon der eine Teil eine Aussparung besitzt, welche als Formhohlraum für die genannte Kante dient.
Die zweckmässig ebene Fläche, längs welcher zum Beispiel der mit der Ausnehmung versehene Teil vom Rest der Form getrennt ist, schneidet diie Oberfläche des Formhohl- raumes in zwei einander gegenüberliegenden Linien in einigem Abstand von der Kante.
Längs dieser Linien wird beim Herstellen des Werkstückes ein Grat entstehen, der jedoch weiter nicht störend ist oder wenn nötig in einfaeher Weise entfernt werden kann, ohne dass dadurch die exakte Form der Kante zerstört wiirde.
Ein Ausführmgsbeispiel des Erfindungs- gegenstandes zum Formen von Wachsmodellen zur Herstellung von Schaufeln eines Axialkompressors ist in der beiliegenden Zeich nnng dargestellt, wobei
Fig. 1 eine Oberansicht,
Fig. 2 eine Seitenansicht und
Fig. 3 eine Endansicht der Form zeigen, während
Fig. 4 den mit einer Aussparung zur Er zeugung der Vorderkante der Schaufel versehenen Block in Ansicht zeigt.
Zurn Formen der Schaufel, mit Ausnahme der Schaufelvorderkante, ist eine zweiteilige Form vorgesehen, die in Längsrichtung der Schaufel in einen obern Teil 1 und einen untern Teil 2 geteilt ist. Die Form ist längs einer Fläche getrennt., die sich in Breitenrich- tmg der Schaufel längs der Profilmittellinie, das heisst von der Hinterkante zur Mitte der Vorderkante der Schaufel erstreekt. Der zum Formen der Schaufel dienende Hohlraum ist mit gestrichelten Linien 9 angedeutet, während der den Schaufelfuss formende Teil mit 9a bezeichnet ist. Das eine Ende der Trennfläehe der Form ist in Fig. 3 durch die Linie a angegeben.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist die herzustellende Schaufel verdrillt, und demzufolge endet die Trennfläche der Form nahe der Vorderkante der Schaufel in der in Fig. 2 gestrichelt gezeichneten Linie b. Der Oberteil l und der Unterteil 2 der Form sind in bekannter Weise mittels der Bolzen 3 miteinander verbunden.
Die vorangehend beschriebene Form entspricht im allgemeinen den bisher üblichen Ausführungen zur Herstellung von Wachs- modellen für Turbinen oder Kompressorsehaufeln, mit der Ausnahme, dass in die Form ein tiefer Kanal eingeschnitten ist. Zu diesem Zweck sind Stücke der beiden Formteile I und 2 weggeschnitten, und zwar längs den Linien c, d und e in Fig. 3. Die Linie d durchquert den Formhohlraum und trennt jenen Teil des Hohlraumes ab, der zur Herstellung der Vorderkante der Schaufel dient.
Dieser sich längs der Schaufel erstreckende Hohlraumteil wird durch die Ausnehmung In einem Block 4 gebildet, welcher Block in den durch die Linien c, d und e begrenzten Ranal passt. Der Block 4 ist durch die Seitenwände des Kanals und, in Längsrichtung, durch Bolzen 8 in seiner genauen Lage gesichert, welche Bolzen im Boden des Kanals im Formoberteil 1 und in der anliegenden Fläche des Blockes 4 sitzen.
Die Mittel, mit welchen der Block 4 dicht gegen den Boden des Kanals gedriickt. wird und mit welchen die beiden Formteile l und 2 zusammengehalten werden, sind die für solehe Zweeke üblichen Mittel. Um das äussere Ende des-Kanals bei eingesetztem Block 4 ist eine Klammer 5 gelegt, welche durci eine Klemm sehraube 7 zusammengehalten wird. Die Klammer 5 kann um einen Stift 6 am untern Formteil 2 geschwenkt werden und ist mit einem Schlitz versehen, in welchen ein weiterer Stift 6 am obern Fomnteil 1 eingreifen kann.
Am einen Formteil ist wie üblich ein Ein- lass 10 zum Eingiessen des Wachses oder andern Modellmaterials vorhanden. Nach dem Giessen des Modells wird die Klammer 5 durch Loden der Schraube 7 gelöst lad ut den Stift 6 zuriiekgesehwenkt, worauf die drei Teile 1, 2 und 4 der Form voneinander getrennt werden, so dass das 1'Lodell aus der Form genommen werden kann. Am Modell sind längs der Linien, an welches es den Boden des Kaiials passiert, Grate vorhanden, die jedoch ohne Beschädigung der Kante des Modells entfernt werden können.