CH285482A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formlingen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formlingen.

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CH285482A
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Roland Dr Runkel
Jost Joachim
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Roland Dr Runkel
Jost Joachim
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08HDERIVATIVES OF NATURAL MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08H8/00Macromolecular compounds derived from lignocellulosic materials

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Description


  Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formlingen.    Man hat     aus    Holzabfällen, wie Sägemehl.  Formlinge, zum Beispiel Platten hergestellt,  indem man das Ausgangsgut mit Bindemit  teln, wie Kunstharz, vermengt und das       (äemisch,    gegebenenfalls in der Wärme,     ver-          presst    hat. Auch hat man eine Art Phenol  Aldehyd-Kondensationsprodukte gewonnen,  indem man Phenol mit zerkleinertem Holz als       Stoff.'    mit  verdecktem     Aldelivdcharaktei-      oder mit     Lignin    der     Zellstoffablaugen        ver-          presst    hat.

   Man hat auch empfohlen, Holz  abfälle ohne Zusatz von Bindemitteln in einer       Pressform    zu verdichten. Dabei war aber die  Form nicht völlig geschlossen, so dass die gas  förmigen Produkte entweichen konnten und  eine     Druckentlastung    durch Verbindung mit  der Aussenluft hergestellt wurde. Auch hat  man Holzsubstanz im.     Autoklaven    unter Gas  druck bei 2 atü zweimal hintereinander auf  800 bis<B>9000</B> erhitzt. und dabei eine amorphe  zähflüssige Masse erhalten, die beim Erkalten  erhärtete.

   Endlich hat man Holz in Druck  stufen von 3,5 atü bis 84 atü bzw. 105 atü  bei 204     bis    246   C, vorzugsweise bei 239 bis  240  C, bis zur     beginnenden        Verteerung,        zu     Platten und dergleichen     verformt    und dabei  nach jeder     Druekstufe    die gebildeten Gase  abgelassen.     Indessen    hat, wie die Berichte er  geben, keines der ohne Bindemittel arbeiten  den     Ilitze-Druck-Verfalireti    sieh technisch  durchsetzen können.

      Es wurde nun die überraschende Beobach  tung gemacht, dass man hochwertige     Form-          linge    unter technisch und wirtschaftlich vor  teilhaften Bedingungen herstellen kann, wenn  man erfindungsgemäss     Lignocellulose    enthal  tende Stoffe pflanzlicher Herkunft bzw. aus  solchen durch     teilweise    Hydrolyse erhaltene  Stoffe in     einer        geschlossenen        Pressform    bei  Temperaturen von<B>125-2801</B> C und Drücken  von 50 bis 1000     a,tü    so behandelt, dass Wasser  dampf und flüchtige Reaktionsprodukte prak  tisch nicht. entweichen können.

   Die Ab  dichtung des Druckraumes kann mittels des  Behandlungsgutes selbst oder durch vorher  in der genannten Weise Hergestellte Form  linge bewerkstelligt werden.     32lan        kann    dein.  Reaktionsraum in einer früheren Reaktion ge  wonnene Glase, ihre Kondensate oder Um  setzungsprodukte zuführen.

   Zweckmässig wird  der     Wassergehalt    des Ausgangsgutes auf etwa  5     bis        251/o,        vorzugsweise        auf        10        bis        17%        ein-          gestellt.    Die     Beheizung    des Reaktionsgutes  kann nach Eintritt der     maximalen    V     erdich-          tung    der Masse unterbrochen und das Gut  abgekühlt werden.

       Zweckmässig    erfolgt die  Behandlung bei einer Temperatur von 180 bis       21011    C und einem Druck von etwa 180     atii.     Man kann auch nach Eintritt der maximalen  Verdichtung der Masse     Gien    Druck im  Reaktionsraum durch     Nachpumpen    noch  einige Zeit, konstant     halten.    oder auch noch       weiter    erhöhen, zum Beispiel um weitere      50 atü, etwa indem man noch 10 bis 30 Minn  ten weiter     erhitzt,    bis eine Drucksteigerung  eintritt.  



  Das     Reaktionsprodukt    kann allenfalls zer  kleinert     und    das Pulver einer weiteren Hitze  behandlung unter gleichzeitiger Formgebung  unterworfen werden. Auch kann man das  Ausgangsgut,     zum    Beispiel Sägespäne oder.  sonstiges zerkleinertes Pflanzengut, zuvor  einer Teilhydrolyse unterwerfen, gegebenen  falls auswaschen und     das    Gut anschliessend       auf        einen        Wassergehalt        von        etwa    5     bis        25%     bringen.

   Ferner kann man dem Ausgangsgut  oder dem     Presspulver    Härtemittel, wie     Hexa-          methylentetramin,    oder auch Reaktions  beschleuniger, wie Basen, Säuren oder Salze,       und    schliesslich auch     Füllstoffe    anorganischer  oder organischer     Herkunft    zusetzen.  



  Die Erfindung betrifft ferner eine Vor  richtung zur Ausübung des     Verfahrens,     welche durch eine     Pressform    gekennzeichnet.  ist, die Mittel zur     Erzielung    eines gasdichten       Verschlusses    aufweist. Die Abdichtung kann  durch Nuten an den Trennstellen der     Press-          form    bewerkstelligt werden, in die die     Press-          masse    teilweise     hineingepresst    wird.

   Zweck  mässig erfolgt die     Abdichtung    durch nuten  artige Kammern, die den     Pressraum    umgeben  und die durch Kanäle von geringem Quer  schnitt und hohem     Strömungswiderstand    mit  einander     verbunden    sind, wobei diese  Kammern so gestaltet und angeordnet sind,       da.ss    die     Lignocellulosemasse    in sie     eingepresst     wird, wobei in der innern Nute ein derart  hoher Druck entsteht, dass bei Erhitzung der       Masse    diese sehr schnell plastisch bis flüssig  wird, während in der äussern Kammer die       Lignocellulosemasse    komprimiert,

   aber nur  wenig     plastisch    wird, so dass die hier befind  liche     Masse    der dünnflüssigen der innern       Kammer        als    Stütze und Halt gegen das Aus  fliessen dient. Diese Kammern können infolge  dessen     als    Druck und Stützkammern bezeich  net werden. Auch kann die Reaktionskammer  mit     Offnungen    zum regelbaren     Auslass    der  Reaktionsmasse versehen sein, die in plasti  schem Zustand, gegebenenfalls unter gleich-    zeitiger Verformung,     ausgelassen    werden  kann.  



  Die vorliegende Erfindung beruht auf der  Beobachtung, dass bei der Behandlung ver  holzter, das heisst also     Lignocellulose    ent  haltender pflanzlicher Stoffe unter Hitze und  Druck zwei Reaktionsstufen unterschieden       w=erden    müssen.

   In der ersten     Reaktionsstufe     bilden sich infolge der Wärmeeinwirkung  unter Spaltung der Holzbestandteile im  wesentlichen     kondensierbare    und daneben  permanente Gase.     Unter    diesen flüchtigen  Produkten bewirken     insbesondere    die Essig  säure bzw.     Ameisensäure    eine teilweise Hydro  lyse der Holzbestandteile, deren Kennzeichen  einmal in der Aufspaltung der     Lignin    Kohlen  hydratbindung unter Bildung von Aktiv  lignin, in besonderem Masse aber auch in der  Bildung von Aldehyden, wie     Furfurol    und  wahrscheinlich auch     Oxymethyl-furfurol    usw.,  besteht.

   Im Verlaufe dieser Reaktion steigt  der Druck im Reaktionsraum, auch wenn man  die Temperatur nicht erhöht, bis zur Er  reichung eines Maximums an. Die Reaktions  masse hat dann eine maximale Verdichtung  erreicht, und die Gasbildung hört auf. In der  zweiten     Reaktionsstufe    treten die     wirksamen     Gase mit der veränderten Holzsubstanz in  Reaktion unter Kondensation zu einer plasti  schen kunststoffartigen Masse.

   Auch werden  gewisse     1'11dehy    de zum Teil weiter gespalten,  zum Beispiel     Furfurol    zu     Succindialdehy        d          und    Ameisensäure,     Oxymethyl-furfurol    zu       Lävulinsäure    und Ameisensäure, wobei die  Ameisensäure zusammen mit dem Wasser  gehalt des Holzes eine weitere Hydrolyse des  Kohlenhydrates bewirkt, so dass die Umwand  lung des Holzes den Charakter einer Ketten  reaktion annimmt. Diese zweite Reaktions  stufe hat man bei den bekannten Verfahren  nicht beachtet, weil man in offenen Formen       arbeitete,    wobei die Gase, denen man keine  Bedeutung für die Umsetzung zumass, ent  weichen konnten.

   Man masste daher,     um    zur  Verfestigung der Masse     zu    gelangen, lediglich  von den plastischen     Eigenschaften    des     Lignins     Gebrauch machen, oder die Temperatur  wesentlich erhöhen, bis zur beginnenden Ver-           teerung    des     $olzes.    Dabei waren aber dem  Grad der Verfestigung enge Grenzen gesetzt,  und es war unmöglich, zu mehr oder weniger       kunstharzartigen        Reaktionsprodukten    zu ge  s langen, welche die erwünschten Eigenschaften  einer hohen Plastizität, hoher     Festigkeiten,

            Wasserabweisung    und für gewisse Zwecke  einer günstigen     Dielektrizitätskonstante    auf  weisen. Das Wesen der vorliegenden Erfin  dung liegt also in der Massnahme, die in der  ersten Stufe     gebildeten    flüchtigen Stoffe in  gasförmigem oder flüssigem Zustand im       Reaktionssystem    im geschlossenen Raum zur  Umsetzung auszunutzen.  



  Als harzbildende Stoffe treten unter den  genannten Bedingungen einerseits solche     reit          Hydroxylgruppen    auf, und zwar in erster  Linie     Ligninumwandlungsprodukte,    wie     Phen-          ole,        Alkylphenole,        Phenolalkohole,        alkylierte          Phenoläther,        Katechin-    oder     Pyrogallolgerb-          stoffe,        Huminstoffe,    je nach dem     Ausgan.gs-          tnaterial,

      und anderseits Stoffe mit     Karbonyl-          gruppen,    die sieh aus den     Polysaechariden          (Cellulose    und     Hemicellulose)    bilden, insbe  sondere     Pentosane    und     Polyuronide.    Daneben  können auch ungesättigte     Kohlenwasserstoffe,     zum Beispiel     Kohlenwasserstoffe    der     Terpen-          tinreihe,    wie Terpentinöl, und/oder Natur  harze, wie Kolophonium, zugegen sein, die an  der komplizierten Umsetzung teilnehmen.

    Ferner bilden sich im Laufe der     hydrolyti-          schen    Einwirkungen     aliphatische    Säuren, wie       Essigsäure    aus dem     Acetyl    des     Xylans.     Ameisensäure aus Spaltprodukten des     Fur-          furols,    welche die fortlaufende Hydrolyse und  damit Bildung von Stoffen mit     Karbonyl-          gruppen    (Aldehyde) katalysieren sowie  ausserdem die Reaktionsbedingungen für  Harzkondensationen     schaffen.       Als     Ausgan2-rgut    kommen Holz in zer  kleinertem Zustand, wie Holzabfälle.

   Säge  späne,     Fräs-    oder     Hobelspäne,    Holzfasern aus  allen Holzarten, Holzschliff, Baumrinden,  Wurzeln, Stockholz oder verholzte Pflanzen  teile der verschiedensten Zerkleinerungsgrade  in Frage. Auch     Lignocellulose    enthaltende  Samenschalen, zum Beispiel solche von Öl-    Saaten, wie     Sonnenblumenkerne,    Ölkürbis  kerne, Erdnüsse, ferner     Ölpresskuchen    ver  schiedener Art, sowie Getreide-, Raps-, Kar  toffelstroh und Getreideabfälle, wie     Kleie,     Spreu, Maisschalen, ferner     Lignit    der Braun  kohlengruben, soweit darin     Lignocellulose     enthalten ist,

   und andere     huminhaltige    und       lignocellulosehaltige    Stoffe oder Gemische  verschiedener Holzarten oder der andern auf  geführten Stoffe können vorteilhaft verwendet  werden. Frische     Koniferen-Holzspäne    eignen  sich infolge ihres Terpentin- und Harzgehaltes  gut für die Herstellung     kunstharzartiger     Formlinge, wobei eine weitgehende Ver  netzung und Polykondensation zu solchen  Molekülgrössen vor sich geht, dass die Löslich  keit der Reaktionsprodukte in organischen  Lösungsmitteln, wie Benzol, verlorengeht.

   Da  ein grösserer     Wassergehalt    des Ausgangsgutes  nachteilig ist, empfiehlt es sich, die Ausgangs  stoffe auf einen Wassergehalt von etwa 5 bis       25%,        vorzugsweise        von    8     bis        151/o,        vorzu-          trocknen.     



  In der Zeichnung sind einige Ausführungs  formen der Erfindung und einige Diagramme  beispielsweise veranschaulicht.  



       Fig.    1 zeigt     schematisch    eine     Pressform    im  Schnitt.  



  In     Fig.2    und 3 sind     Druck-Zeit-Tempe-          ratur-Kurven        des        Pressvorganges    wieder  gegeben.  



       Fig.    4 zeigt einen Schnitt durch eine     Press-          form    mit Überdruck- und Stütznuten.  



       Fig.    5 ist ein Diagramm einer     andern    Ver  suchsanordnung.  



       Fig.    6 zeigt eine weitere Dichtung der       Pressform    im Schnitt vor dem Zusammen  pressen. In     Fig.    7 ist die     Pressform    nach  Fis. 6 nach dem Zusammenpressen dargestellt.  



  Man kann auch fertige Faser- bzw. Span  platten nach dem erfindungsgemässen Ver  fahren behandeln.    <I>Beispiel 1:</I>  In eine     Pressform    1     (Fig.    1) mit dem  Unterteil 2, die durch eine     Heizquelle,    zum  Beispiel elektrische Heizkörper 3, geheizt  werden kann, wird     zunächst    zur Abdichtung      ein     Pressling    4 aus Sägespänen oder der  gleichen, der in einem vorhergehenden     Arbeits-          gang    gewonnen wurde, gelegt.

   Darauf wird  eine Metallplatte 5, darauf ein weiterer     Press-          ling    6 und wiederum eine Metallplatte 7 ge  bracht und darüber     Brzchenmaschinenhobel-          späne    8 mit einem Gehalt von etwa     1511/o     Wasser     asser    in einer Schüttelhöhe von etwa 10 cm  geschichtet, darauf eine Metallplatte 9 gelegt,  darüber wieder Buchenhobelspäne 10 ge  schichtet, das Ganze     gegebenenfalls    zur     Vor-          v        erdichtung    zusammengepresst, darauf eine  Metallplatte 10 gelegt,

       darüber    eine dritte  Schicht Buchenhobelspäne 12 geschichtet,  darauf eine Metallplatte 13, darüber ein       Pressling    14, dann wieder eine     Metallplatte    15  und schliesslich noch ein     Pressling    16 ge  bracht. Die     Presslinge    4, 6, 11 und 16 haben  den Zweck, die Form abzudichten, so     daP)     während des Vorganges die an der Reaktion  teilnehmenden Gase nicht entweichen können  oder doch nur in geringem Umfange.  



  Bei manchen     Pflanzenstoffen    oder zur Er  ziehnig bestimmter Endprodukte empfiehlt es  sich, das zerkleinerte Pflanzengut, bevor es  der Einwirkung von Hitze und Druck aus  gesetzt wird, einer Teilhydrolyse mit Wasser  in der Wärme oder mit Säuren zu unter  werfen, gegebenenfalls auszuwaschen und das  Gut dann auf einen Wassergehalt von       5-25%,        vorzugsweise        10-17%        zu        bringen.     



  Nun wird der     Pressstempel    17, der eben  falls eine Heizung 3 haben kann, in die       Cffnung    der     Form    eingebracht und zugleich  auf den     Pressstempel    17 in der Richtung des  Pfeiles<B>A</B> ein Druck von 180 atü ausgeübt, der  nach der in     Fig.    2 dargestellten     ausgezogenen     Kurve in     4---5    Minuten erreicht ist (Punkt R ) .

    Der Druck fällt infolge der     Zusammendrüek-          barkeit    der Buchenspäne bis zum Punkt C  und wird durch erneutes Erhöhen des     Press-          druekes,    zum Beispiel erneutes     Aufpiunpen     der nicht dargestellten hydraulischen Presse,       wieder    auf etwa 180 atü (Punkt D) gebracht.  Die Temperatur der     Pressform,    im Innern ge  messen, steigt nun an und hat nach etwa 75  Minuten<B>1900</B> C erreicht, wie aus der ge  strichelten Kurve in     Fig.2    hervorgeht.

   Der    Druck wird dabei durch Nachpumpen so  lange auf der Höhe von 180 atü gehalten, bis  er ohne Nachpumpen stehen bleibt oder einen  geringen     Anstieg    erfahren hat. Dies zeigt den  Höhepunkt der ersten     Reaktionsstufe    (Gas  bildungsphase) an (Punkt. E). Die Heizung  wird nun abgestellt (Punkt F) und die Vor  richtung der     Abkühlung    überlassen bzw.  durch Kühlung innerhalb einer halben     Stunde     auf annähernd Zimmertemperatur gebracht.  Während dieser Zeit, tritt in der     Masse    die  zweite Reaktionsstufe ein, die durch die Ein  wirkung der Gase oder deren Kondensate auf  die     Holzmasse    gekennzeichnet ist.

   Wenn eine       Temperatur    von     -10-20      C erreicht ist, wird  die Form geöffnet und das Reaktionsgut ent  nommen. Um die Vorrichtung     zeitökonomisch     zu nutzen, kann man die     Pressform    in eine       Druclz-haltun-,    zum Beispiel eine Schrauben  zwinge, einführen und bereits nach Eintritt  der maximalen Verdichtung der     Masse    bei  der Temperatur von 190   C der hydraulischer.

    Presse entnehmen,     wodurch    diese für einen       neuen        Ansatz        frei        wird.        Die          karre        arieh    wie in     Fig.    3 dargestellt  erfolgen.  <I>Beispiel</I>     ?:     Zwischen den Formteilen 18 und 7.9       (Fig.4)    wird ein     Vorpressling    23 eingeführt.

    Der     Vorpressling    besteht aus kalt     vorgepress-          ten    Spänen oder dergleichen und bedeckt       fläeherrmässig    die gesamte Form einschliesslich  der Dichtungsnuten 20 und     21..    Die     mittela          Heiz-Kühlplatten    22 auf<B>180-2600</B> C er  wärmte Form wird bis zu einem     spez.    Masse  druck von     50-200        kg"em2        zusammengepresst.     Das Ende der ersten Reaktionsstufe wird in  wenigen Minuten     erreicht.    .Je nach Art des       Pressmaterials  

  (Reaktionsfähigkeit) wird     irr     der zweiten Reaktionsstufe die Kühlung ein  geleitet     (Fig.5).    Nach einer Abkühlung bis  auf 60-100   C wird die Form     auseinander-          gefahren    und das fertige     Pressstück    entnom  men. Gleichfalls     werden    die in den Nuten  sich befindenden Dichtungsringe ausgestossen.  Während des     Pressvorganges    (Reaktion)  dichtet, die     -Cberdrucknut    20     (Fig.    4) gas  dicht ab.

   Die Nut. 21 gibt bei hoher Gasdruck-           lührung    dem während des     Pressvorganges          plastisch    gewordenen Druckring 20 Halt.  Dieser Halt kommt dadurch zustande, dass in  der Nut 21 das Holzmaterial zwar kompri  miert wird, aber unter den physikalischen  Einwirkungen, unter denen es in dieser Nut  steht, nicht oder nur sehr langsam einen  plastischen Zustand annimmt. Dadurch ist die  in der Nut 21 befindliche     Lignocellulosemasse     imstande, das in der Nut 20 zähflüssig ge  wordene Material     zurückzuhalten,    woraus sich  die Wirkung der Nut 21 als Stütznut ableitet..

    Je nach der Gestalt der Form und dem Stoff  umwandlungsgrad sind die     Nutenprofile    in  ihren     Druckverhältnissen    und Profilierungen  verschieden     zu    gestalten.  



  Wie     Fig.    6 und 7 zeigen, können zur Dich..       tung    auch     Nutringe    23 verwendet werden, die       etwas    geringere Stärke als der Formling 24  nach dem Pressen aufweisen und die auf bei  den den     Pressplatten    25 und 26 zugewendeten  Seiten mit kreisringförmigen Nuten versehen  sind.

   Der     Vorpressling    27 wird beim Zusam  menpressen der Oberplatte 25 und der Unter  platte 26 verdichtet, nimmt einen     plastischen     Zustand an und fliesst, wie     aus        Fig.7    zu  ersehen     ist,    in den Raum     zwischen    Ober-     itnd     Unterplatte in die Nuten des     Nutringes    23.  Infolge der darin auftretenden grossen Rei  bung wird eine wirksame     Abdichtung    des       Presslings    21 erreicht, so dass ein Entweichen  von Gasen aus der     Pressform        unmöcylieh    ist.  



  Die     Pressform    kann     auch    durch eine       Laby        rinthdichtung    abgedichtet werden, in die  die Masse teilweise     hineingepresst    und so eine  vollkommene Dichtung bewirkt wird. Auch  kann die Form selbst mit Düsen, Schlitzen  oder dergleichen versehen sein, durch die die  plastisch gewordene Masse austreten kann,  wonach sie verformt wird. Der Druck kann  auf hydraulischem oder mechanischem Wege,  zum Beispiel in einer Schneckenpresse, erzielt  und das Verfahren absatzweise oder fort  laufend durchgeführt werden.

   Der Vorgang  kann kontinuierlich auch     auf.    dem Wege ge  staltet werden, dass die     Lignocellulosemasse     auf endlosen Bändern einer     Bandpresse    be  handelt wird, wobei mittels einer an sieh be-         kannten        wandernden        hydraulischen        Presse     oder eines     Walzensystems    der erforderliche  Druck auf die mit Nuten versehenen Metall  bänder ausgeübt wird.  



  Die     Druck-Hitze-Behandlung    kann in ver  schiedener Hinsicht abgewandelt werden. Man  kann die     Belieizung    nach Eintritt der durch  einen Druckstillstand angezeigten ersten Ver  fahrensstufe unterbrechen und die Reaktions  masse nach einer gewissen Einwirkungszeit  abkühlen. Ist der Druck zum Beispiel bis auf  180 atü gestiegen und zeigt sieh dann eine  Abflachung der Druckkurve, so ist die Masse  in diesem Augenblick noch nicht verfestigt.  Lässt man sie aber noch einige Zeit, zum Bei  spiel 10 bis 30 Minuten, bei diesem Druck und  der Temperatur, so vollzieht sich die Um  setzung der Masse mit den Gasen unter Poly  kondensation.

   Man kann während dieser zwei  ten     Reaktionsstufe    den Druck durch Auf  pumpen konstant halten oder auch zum Bei  spiel um weitere 50 atü, auf über 200 atü,  erhöhen (Punkt G,     Fig.    3). Man kann aber  auch die Temperatur steigern, wobei auch der  Druck ansteigt. Die Versuchsbedingungen  hängen von der Art und     Zusammensetzung     der Ausgangsstoffe,     beispielsweise    von ihrem       Lignin-    und     Pentosangehalt    ab, der bekannt  lich bei den verschiedenen Holzarten Schwan  kungen unterworfen ist.

   Auch der     Terpen-          und    der Harzgehalt spielen     eine    Rolle und  der Wassergehalt ist von erheblichem Einfluss.  



  Die Kondensation der Holzbestandteile  bzw. ihrer     Spaltprodukte    nach dem vorliegen  den     zweistufigen    Verfahren vollzieht sich im  geschlossenen Raum unter wesentlich milde  ren Bedingungen     als    bei den bekannten Ver  fahren, was sich nicht nur wirtschaftlich aus  wirkt, sondern vor allem auch infolge der  weitgehenden Kondensation und Vernetzung  zu grösseren Molekülen führt, was in der Er  zielung von     Formlingen    wertvoller mechani  scher und chemischer Eigenschaften zum Aus.  druck kommt. Die Reaktion vollzieht sich an  Ort und Stelle in der     Zellmembran,    an deren.

         Aussenschicht        Lignin    oder     Ligninbildner    und  in deren weiteren Schichten die     Cel.lulose,          Hemicellulose    und! oder     Polyuronide    abgela-      fiert sind.

   Die unmittelbare Nachbarlage     der          Polvsaccharide    bzw. der Stoffe mit     Furfurol-          struktur    oder anderer     Karbonylverbindungen          ni    den aromatischen Stoffen, in denen offen  bar unter anderem     Methoxyl    unter Hitze-,  Druck- oder Säurewirkung durch     Phenol-          hydroxyl    ersetzt wird, bewirkt vermutlich die       phenoplastartige        Kondensation.    Daneben  treten zweifellos kompliziertere Umsetzungen       finit    höheren Säuren,

   Bildung von     esterartigen     Verbindungen,     Aldolumlagerungen    und mit  den Harzen, wie Kolophonium, und den unge  sättigten     Kohlenwasserstoffen,    wie Terpentin  öl. weitere Kombinationen unter     Vernetzung     der Seitenketten im Sinne der modifizierten       Phenolharze    auf, die     zii    weiteren -Molekül  vergrösserungen führen, wie     ans    der ab  nehmenden Löslichkeit     der        Erzeugnisse    in  organischen Lösungsmitteln her vorgeht.  



  Je nach Art des     Pflanzenmaterials,    zum  Beispiel der Holzart, und den     Versuclisbedin-          gningen    werden Kondensationsprodukte von  verschiedenen Eigenschaften erhalten, was in  der Farbe, die von strohgelb bis schwarz  schwanken kann, der Löslichkeit und der       Festigkeit    zum Ausdruck kommt. Die Er  zeugnisse können zum Beispiel mehr hartholz  artige oder, bei längerer Behandlung, mehr  kunststoffartige Beschaffenheit zeigen.  



  Das Verfahren kann ohne künstliche Zu  sätze durchgeführt werden. In     gewissen    Fällen  empfiehlt es sich jedoch, Härtemittel, wie  Aldehyde oder äquivalente Verbindungen     zu-          zusetzen,    wie     Hexamethylentetramin,        Hexa-          methylentetramintriphenol,        Anhydroformal-          dehydanilin,        ÄthS-lidenanilin,        Furfuramid,          Phenylendiamin    und dergleichen.  



  In gleicher     Weise    kann man Beschleuniger  oder Katalysatoren zusetzen, obwohl die aus  dem Ausgangsgut gebildeten niederen     alipha-          tischen    Säuren, wie Ameisensäure und ihre  Homologen, bereits eine ausreichende kataly  tische Wirkung ausüben.

   Man kann die Wir  kung aber durch Zusatz von Phosphorsäure,  Milchsäure oder     Sulfonsäuren,    wie     Oktohydro-          anthrazensulfosäiire,    oder deren Salzen, ins  besondere auch der Salze der dreiwertigen  Metalle, oder von     Estern,    wie saurem ithyl-         sillfat,    der     Alonoester    des     Glycerins    mit       rlmeisensä.ure,ZVeinsiiure,        Benzoesäure,        Phth;Ll-          säure        usw.,    noch verstärken.

   Auch     cl @reli     Basen kann man eine     Beschleunigung    der  Härtung erzielen, insbesondere bei der mehr  stufigen     Behandlung    und der     Verarbeitung     von     Presspulvern,        zum    Beispiel durch Zusätze  von     Calciumoxyd,        Zinkoxyd        oderAlkoholateii.          Phenolaten        usw.        Aucb    kann man.

   der Holz  substanz     Füllstoffe    wie Tonmehl, Glaspulver,  Zinkweiss, Glimmer oder gemahlenen Stroh  häcksel, Heidekraut.,     Lignin    der     Holzver-          zuckeiungsindustirie    oder     andere    technische       Lignine    zusetzen, die infolge ihrer wirksamen  Gruppen an der     Polykondensation    teilnehmen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH 1: Verfahren zur Herstellung von Form- lingen, dadurch gekennzeichnet, dass man Lignocellulose enthaltende Stoffe pflanzlicher Herkunft bzw. aus solchen durch teilweise Hydrolyse erhaltene Stoffe in einer geschlos senen Pressforin bei Temperaturen von 135-280 C und Drücken von .50-1000 atü so behandelt, dass Wasserdampf und flüchtige Reaktionsprodukte praktisch nicht entweichen können. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man zerkleinerte Pflanzenstoffe in der genannten Weise behandelt. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man Sägespäne in der genannten Weise behandelt. 3. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass man geformte Er zeugnisse aus Lignocellulose enthaltenden pflanzlichen Stoffen in der genannten Weise behandelt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet., dass man so arbeitet, dass die Abdichtung der Pr essfoian dur eh das Behandlungsgut selbst erfolgt. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Abdichtunm der Pressform durch in der genannten Weise erhaltene Formlinge erfolgt. 6. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass der Wassergehalt des Ausgangsgutes auf 5 bis 250/0 eingestellt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Erhitzung nach Eintritt der maximalen Verdichtung der.
    Masse unterbrochen wird. B. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Ausgangsgut einer Temperatur von 180 bis<B>2600</B> C und einem Druck von etwa 180 atü ausgesetzt wird und dal3 nach Eintritt der maximalen Verdichtung der Masse die Erhitzung ab gebrochen wird. !). Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet., dass der Druck nach Eintritt der maximalen Verdichtung, der Masse dureb Nachpumpen konstant gehalten wird. 10.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass nach Eintritt der maximalen Verdichtung der ':Masse der Druck noch weiter erhöht wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass naeli Eintritt der maximalen Verdichtung der Masse noch 10-30 Minuten weiter erhitzt wird, so dass eine Drucksteigerung eintritt. 72. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Reaktionspro dukt nach der genannten Behandlung zer kleinert. und das Pulver unter Einwirkung von Hitze und Druck verformt wird. 13. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass dem Ausgangsgut Härtemittel zugesetzt. werden. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass dem Ausgangsgalt Reaktionsbeschleuniger zugesetzt werden. 15. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass dem :Iusgangsgtit Füllstoffe zugesetzt werden. PATENTANSPRUCI-1 1I Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet durch eine Pressform, die Mittel zur Erzielung eines gasdichten Verschlusses aufweist. UNTERANSPRÜCHE: 16.
    Vorrichtung nach Patentanspruch Il k, dadurch gekennzeichnet, dass eine Labvrinth- dichtung vorgesehen ist. 17. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abdichtung der Form an den Trennstellen. Nutringe vor gesehen sind, in die die Pressmasse teilweise hineingepresst wird. 18.
    Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abdichtung mehrere hintereinanderliegende nutartige Kammern vorgesehen sind;, welche bei ge schlossener Form durch öffnungen von ge ringem (Auerschnitt und hohem Strömungs widerstand miteinander verbunden und so gestaltet und angeordnet sind, dass beim Pres sen wenigstens das in der äussersten Nut be- i:
    indliche lignocellulosehaltige Material prak tisch nicht. plastisch wird und so das in den innern Nuten befindliche plastische Material am Austritt aus der Form hindert. 19. Vorrichtung nach Patentanspruch II, gekennzeichnet durch eine Bandpresse mit. endlosen Bändern, die durch ein Druckmittel mit wachsendem Druck zusammengepresst werden. 20. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass sie ausserdem eine Strangpresse ,aufweist.
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