Vorrichtung zur Abgabe zähflüssiger Substanzen.
Die Erfindung hetrifft eine Vorrichtung zur Abgabe zähflüssiger Substanzen, wie Senf, Saucen, Pasten oder dergleichen.
Es ist bereits bekannt, zu diesem Zwecke einen in einem Behälter versehiebbar angeord- neten Kolben mit einer hohlen Kolbenstange vorzusehen, die mit Spiel durch die Bohrung eines federbelasteten Knopfes verläuft, so dass durch Druck auf einen exzentriseh am Knopf angeordneten Griff der Knopf gegenüber der Kolbenstange verkantet wird und dadurch die Kolbenstange mitnimmt.
Erfindungsgemäss ist der Knopf in einer halbkugelformigen, aus thermoplastisehem Material hergestellten Kappe angeordnet, die ausser der Durchtrittsoffnung fiir die Kolbenstange nur ein Fenster für den Durchtritt des Griffes des Knopfes naeh aussen aufweist, wobei mindestens drei auf clem Umfange verteilte e Innengewindestollen vorgesehen sind zwecks Aufsehraubens der Kappe auf ein am Behäl- terrand vorgesehenes Aussengewinde. Durch die besondere Ausbildung des Kappen-Innen- gewindes ist die Herstellung der Kappe mit einem verhältnismässig einfaehen Kern im Spritzgussverfahren moglieh.
Hierbei ist zu be- denken, dass die Kosten für die Beschaffung der Formen für das Spritzgussverfahren von erheblicher Bedeutung für die Kosten des Fertigerzeugnisses sind. Die Herstellung der durehlanfenden Aussengewindegänge am Rande des Behälters selbst maeht auch im Spritzgussverfahren keine Schwierigkeiten, da diese Gewindegänge mit Hilfe von mehrteiligen Backenformen ausgegossen werden, die von au#en her die Behälterformen schliessen.
Es ist auch möglich, eine Mehrzahl von Gewindestollen gleicher Länge axial hintereinander anzuordnen. Die Sehwierigkeiten bei der Herstellung werden hierbei, wenn über- haupt, nur geringfügig erhöht.
Die auf den Knopf wirkende Feder kann sich gegen einen Zwischenboden abstiitzen, der zwischen zwei Anschlägen der Kappe gehal- ten wird, von denen der eine dureh mindestens drei Knaggen gebildet ist, die in axialer Richfung auf die Gewindestollen ausgerichtet sind.
Man erhält hierdurch fiir den Knopf einen in sieh geschlossenen Raum. der mit dem äussern nur durch das Fenster in Verbindung steht, dureh das der Knopfgriff hindurchtritt.
In diesem Raum wird der Knopf sicher auch dann gehalten, wenn die Kolbenstange aus der Knopfbohrung herausgezogen ist. Die niedrigen, in den gleichen Axialebenen wie die Gewindestollen angeordneten Knaggen ermögliehen einerseits die Verwendung von billigen Kernen und anderseits eine einwandfreie und sichere Halterung des Zwischenbodens, ohne dass die Möglichkeit eines späteren Ausbaues dieses Bodens darunter leidet.
Die Höhe der Knaggen ist insbesondere von dem Werkstoff abhängig, aus dem der Zwischenboden hergestellt ist. Es empfiehlt sich, auch den Zwisehenboden aus thermopla stischem Material herzustellen.
Vorzugsweise besteht der Kolben mit der Kolbenstange aus einem Stüek thermoplasti- schen Materials, wobei der Kolben zur Aufnahme eines Kolbenringes mit einer ringför- migen Nut versehen ist, deren radiale Abmes- sung ein Vielfaehes ihrer axialen Abmessungen beträgt.
In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich, dass der Kolbenring aus einem Ring aus säurefestem Gummi besteht, dessen Breite ein Vielfaches seiner Dicke beträgt und dessen Aussendurchmesser grö#er ist als der Innendurchmesser des Behälters, so dass er sieh beim Einführen in ihn nach seiner offenen Seite manschettenartig umlegt. Statt des säurefesten Gummis kann auch dieser Ring aus säurefestem Kunststoff bestehen. Auf diese Weiseergibtsich eine einwandfreie Abdiehtung des Kolbens, die praktisch unbe- grenzt haltbar ist.
Falls wirklich dieser Kolbenring in seiner einen Lage gewisse Ermüdungserscheinungen zeigen sollte, kann er auch derart herumgedreht werden, dass nunmehr seine andere Seite gegen die innere Behälterwand zu liegen kommt. Die Herstellung des Kolbens und der Kolbenstange aus thermoplastischem Material sowie die Verwendung von säurefestem Werkstoff für den Kolbenedichtungsring ist im übrigen auch insofern vorteilhaft, als die von dem Behälter aufzu- nehmenden zähflüssigen Stoffe, wie Senf, Sau cen, Pasten oder dergleichen, meist mehr oder weniger Säuren enthalten.
Zweckmässigerweise ist ein abnehmbarer Deekel vorgesehen, um die Austrittsoffnung der hohlen Kolbenstange bei Nichtgebraueh der Vorriehtung zu verschliessen.
Die beiliegende Abbildung zeigt ein Aus führungsbeispiel der Erfindung in vereinfachter Darstellung. Es zeigen :
Fig. 1 einen Axialsehnitt durch die Vorrichtung,
Fig. 2 eine Ansicht der Behälterkappe in Pfeilrichtung a-b gesehen,
Fig. 3 eine Teilansicht der Behälterkappe von oben. allie Teile des dargestelltem Ausführungs- beispiels mit Ausnahme der Feder 25 und eventuell des Kolbenringes sind aus thermo- plastischem Material mittels Spritzguss herge- stellt. Am Au#erand des Behälters 1 ist ein Aussengewinde 2 vorgesehen.
In dem Behälter ist versehiebbar ein Kolben 3 angeordnet, der eine Ringnut zur Aufnahme eines Kolbenrin- ges 4 aufweist. Wie aus der Fig. 1 ersichtlich, beträgt die radiale Abmessung des Kolbenrin- ges ein Vielfaches seiner axialen Abmessung.
Während die untere Lippe 5 des Kolbens bis dicht an die Innenwandung des Behälters her- anreicht, ist seine obere Lippe 6 im Durchmesser etwas kleiner ausgebildet, so dass der Kolbenring beim Einführen in das Behälterinnere sich-wie bei 7 gezeigt ist-mansehettenartig naeh oben umlegt. Eine Kolbenstange 8, die mit dem Kolben aus einem Stück her- gestellt ist, ist im Innern hohl zur Bildung eines Durchtrittskanals 9, der durez einen Deekel 10 abschliessbar ist.
Eine halbkugelförmige Kappe 11 ist mit einem vorspringenden Rand 12 versehen, auf dem zur Erhöhung der Griffigkeit Rippen 13 vorgesehen sind. Auf der Innenseite des vor springenden Taudes sind eine Anzahl von Gewindestollen 14, 15, 16 vorgesehen. Im. Aus führungsbeispiel sind drei Gruppen von Gewindestollen l4, 15, 16 vorgesehen, welche mit dem Au#engewinde 2 zusammenwirken und die auf dem Umfang gleichmässig verteilt sind.
Während nur ein einziger Gewindestollen 15 angeordnet ist, sind jeweils zwei Gewindestollen 14, 16 vorgesehen, die axial hintereinande angeordnet und von gleicher Breite sind.
Die Kappe 11 ist mit einem herausnehm baren Zwisehenboden 17 versehen. Er stützt sich einerseits gegen einen festen ringsherum- laufenden Anschlag 18 der kugelförmigen Kappe 11 und anderseits gegen drei Knaggen 19, 20, 21 von ganz geringer Höhe, die an der Kappe 11 vorgesehen sind. Die drei Knaggen 19, 20, 21 sind in Umfangsrichtung höchstens so breit wie die Gewindestollen 14, 15 und 16 und sind in axialer Richtung mit diesen ausgerichtet. Inn Ausführungsbeispiel haben diese Knaggen etwa eine Höhe von 1/10 mm.
Der federnde Zwischenboden 17 kann über diese Knaggen. 19, 20, 21 geschoben werden, so dass er dann sicher in seiner in Fig. l gezeigten Stellung gehalten wird. Er lässt sieh aber auch wieder in gleicher Weise entfernen.
Die Kolbenstange 8 ist mit Spiel durch die zentrale Bohrung eines Knopfes 22 geführt, der eine topfförmige Aussparung 24 aufweist, in die eine Schraubenfeder 25 eingreift und die sich einerseits gegen den Knopf 22 und anderseits gegen den Zwischenboden 17 ab- stützt. Zur Betätigung dieses Knopfes 22 dient ein Griff 26, der mit dem Knopf aus einem Stück besteht und durch ein Fenster 27 in der Kappe 11 nach aussen ragt. Das Fenster 27 ist in der Breite nur wenig grö#er als der Griff 26 und gestattet vor allem eine Bewegung des Knopfes samt Griff in axialer Richtung. Der Knopf selbst wird durch die Feder 25 gegen die Kuppe der Kappe gedrüekt, in der eine Bohrung für den Durchtritt der Kolbenstange 8 vorgesehen ist.
Durch Niederdrücken des exzentriseli ge legenen Knopfgriffes 26 wird der Knopf 22 verkantet und dadureh mit der Kolbenstange kraftschlüssig verbunden. Dadurch werden die Kolbenstange 8 und damit der Kolbenknopf etwas in den Behäl. ter l. hineingedrüekt, so da# nunmehr der Behälterinhalt, beispielsweise der Sent, durch den Kanal 9 nach aussen gedrüekt wird, nachdem vorher der Deckel 10 entfernt wurde.
Wenn der Knopfgriff 26 losgelassen wird, kehrt der Knopf 22 unter dem Einfluss seiner Feder 25 in seine in Fig. l gezeigte Aus gangsstellung zurück, wobei der Kolben 3 in seiner neuen Stellung stehenbleibt.
Ein besonderer Vorteil der beschriebenen Vorrichtung besteht darin, dass derjenige Teil des Behälters, der nicht mit dem Behälterinhalt in Verbindung steht, völlig rein bleibt.
Hierdurch wird die Appetitliehkeit beträehtlich erhöht.
Für die Herstellung der hal. örmi- gen Kappe 11 wird im Ausführungsbeispiel ein Kern mit drei einziehbaren Backen benutzt, die an denjenigen Stellen angeordnet werden, wo sich die Gewindestollen 14, 15, 16 und die Knaggen 19, 20, 21 befinden. Nach beendeter Spritzung brauchen blo# die drei Baeken des Kernes eingezogen zu werden, um ein Herausbewegen des ganzen Kernes und ein Entfernen der fertigen Kappe aus der Form zu ermöglichen.