CH246643A - Verfahren zur Herstellung von Fäden aus Viskose und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Fäden aus Viskose und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Fäden aus Viskose und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Bei der Nachbehandlung frisch gesponne ner Viskosefäden im ununterbrochenen Ar beitsgang entstehen folgende Aufgaben: 1. Die nach dem Austritt der Spinnflüs sigkeit aus- der Düse ins Fällbad noch nicht zu Ende geführte -Fällreaktion. muss bi in den Kern eines jeden Einzelfädchens hinein zu Ende geführt sein, bevor man den Faden mit Wässer in Berührung bringen kann, d. h.
es muss das wasserlösliche Zellulosexanthoge- nat durch und durch in das wasserunlösliche Zellulosehydrat umgewandelt sein. Dies kann entweder durch Einwirkung neu zugeführter verdünnter Schwefelsäure auf den frisch ge bildeten Faden geschehen, oder auch durch die Reaktion des vom Faden mitgeführten, langsamer wirkenden Natriumbisulfats. Im letzteren Falle handelt es sich um eine Re aktion, welche eine gewisse Mindestzeit be ansprucht, die ihrerseits von verschiedenen Faktoren, wie Stärke des Einzeltiters, Säure- und Salzgehalt des Spinnbades.
Temperatur und anderem abhängig ist und beispielsweise 40 Sekunden betragen kann.
Bei einer Spinngeschwindigkeit von 60 Me tern in der Minute legt deshalb der Faden einen Weg von 40 Metern zurück, bevor die Umwandlung von wasserlösliehem Zellulose- xanthat in das unlösliche Zellulosehydrat völlig zu Ende geführt ist. Diese Umwand lung wird als Nachfixierung bezeichnet.
2. Nach erfolgter Nachfixierung des frisch gesponnenen Fadens müssen die vom Fällbad mitgeführten sowie die durch die Nachfixie rung entstandenen sauren und neutralen Salze sowie kolloidal gelöster oder schon auf der Faser ausgeschiedener Schwefel aus dem Faden entfernt werden. Bei einem frisch ge sponnenen Faden kann dies in praktisch genügender Weise durch heisses Wasser ge schehen. Die dazu nötige Zeit hängt wiederum von einer Reihe von Faktoren ab, wie Ein zeltiter, Gesamttiter, Fadenspannung, Wasch effekt, Wassertemperatur u. a. und kann bei spielsweise 40 Sekunden betragen, entspre chend einer Fadenlänge von 40 Metern.
3. Unter Umständen ist noch eine Seifung des Fadens erforderlich, damit der Faden bei der späteren Trocknung seine Starre verliert.
Es ist bekannt, einen frisch gesponnenen Viskosefaden ohne Fadenführer in spiraligen Windungen über ein Walzen- oder Haspel paar zu führen, dessen Achsen sich kreuzen oder schneiden, und ihn auf diesem Walzen- oder Haspelpaar der Einwirkung von Behand lungsflüssigkeiten, z. B. durch Berieselung der Walzen oder Haspel, auszusetzen. Dabei ist man aber gezwungen, den FadenwinJun- gen durch entsprechende Einstellung der Walzen oder Haspel einen bestimmten Min destabstand, z.
B. 15-20 mm, zu :geben.
Tut man dies nicht und lässt man den Fa den in engeren Windungen über die Walzen oder Haspel laufen, so hängen sich selbst bei vorsichtigster Berieselung oder auch nur Benebelung einzelne Windungen aneinander und lösen sich nicht mehr auf. Sie bilden un regelmässige bandartige Streifen, die über das Walzen- oder Haspelpaar wandern und aus denen sich beim Ablauf der aus vielen Einzelfädchen bestehende Gesamtfaden nicht mehr störunb los abziehen lässt.
Diese Erscheinung lässt sich nur vermei den, wenn man den Windungen einen gewis sen Mindestabstand gibt, der je nach Titer, Fadenspannung, Walzenabstand u. a. ver schieden ist, der aber immer grösser ist, als erforderlich wäre, wenn derselbe Faden unter sonst gleichen Bedingungen ohne Berieselung oder Benebelung über das Walzenpaar laufen würde.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist nun dadurch gekennzeichnet, dass der Faden nach Verlassen des Spinnbades ohne Berieselung über ein Walzen- oder Haspelpaar mit nicht parallelen Achsen geführt wird, derart, dass der Gesamtweg vom Auflauf auf das Wal zen- oder Haspelpaar bis zum Ablauf von demselben so bemessen ist, dass beim Ablauf der Faden lediglich durch Einwirkung der an ihm haftenden Spinnbadflüssigkeit vollstän dig nachfixiert ist, worauf er einem zweiten Walzen- oder Haspelpaar mit nicht parallelen Achsen zugeführt wird,
auf dem er zwecks Abwaschens der an ihm haftenden Stoffe mit Waschflüssigkeit berieselt wird, wobei die Entfernung der Fadenwindungen auf dem ersten Walzen- oder Haspelpaar geringer ist als die Entfernung der Fadenwindungen auf dem zweiten Walzen- oder Haspelpaar.
Dieses Verfahren hat zunächst den Vor teil, dass die Nachfixierung des Fadens ohne Anwendung einer besonderen Behandlungs flüssigkeit durchgeführt wird. Dazu kommt, dass die Fadenwindungen auf dem ersten Walzenpaar sehr eng liegen können, so dass die zur Nachfixierung erforderliche Faden länge auf einem Walzen- oder Haspelpaar untergebracht werden kann, dessen Walzen bezw. Haspel wesentlich kürzer sind als die Walzen oder Haspel des zweiten Paares, wo dllrcheine Platzersparnis erzielt wird.
In ge- wissen Fällen kann die Walzen- bezw. Haspellänge des ersten Paares auf ein Drittel bis ein Viertel der Walzen- bezw. Haspel länge des zweiten Paares reduziert werden. Hieraus erwächst der Vorteil eines gedräng ten Baues und einer leichten Bedienung der Spinnseite der Vorrichtung sowie die Mög lichkeit, dass die aus dem Spinnbad hochstei genden warmen und feuchten Dämpfe wäh rend der gesamten Zeit der Nachfixierung auf den Faden beschleunigend einwirken und ein schädliches Auskristallisieren der Salze auf dem Faden verhüten.
Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens veran schaulicht schematisch die beiliegende Zeich nung.
Die Viskoseflüssigkeit tritt aus der Düse 1 in das Fällbad 2. Der gebildete Faden läuft dann in Windungen von beispielsweise 3 bis 5 rnm Abstand ohne Berieselung über ein Walzenpaar 3, 3' mit nicht parallelen Achsen. Dabei legt er einen Weg von beispielsweise 40 Metern Länge zurück und verwandelt sieh dabei durch die Einwirkung der anhaftenden Spinnflüssigkeit in das wasserunlösliche Zel- lulosehydrat.
Der am Ende der untern Walze 3 abge zogene Faden wird über einen Stabhaspel 4 geleitet und läuft auf der andern Seite der Vorrichtung über ein Haspel- oder Walzen paar 5, 5', .dessen Achsen ebenfalls nicht par allel sind. Auf seinem Weg vom Auflauf- bis zum Ablaufende des Haspel- oder Walzen paares 5, 5' wird er durch ein Spritzrohr 6 mit heissem Wasser berieselt, das im Gegen- e3trom zum Faden über die Walzen bezw. Haspel 5, 5' laufend, den Faden von Säure, Sadzen und Schwefel in genügendem Masse befreit. Der von 5' ablaufende Faden wird in bekannter Weise in einer Spinnzentrifuge 7 zu Spinnkuchen gezwirnt..
Das Walzen- bezw. Haspelpaar 3, 3' erhält seinen Antrieb :durch die Längswellen 8, 8' über Schrauben-,oder Hyperbelräder 10 und das Walzen- oder Haspelpaar 5, 5' durch die Längswellen 9, 9' über die Schrauben bezw. Hyperbelräder 10'.
Die Längswellen, Schrauben- bezw. Hyperbelräder, Lager sowie- die Walzen- bezw. Haspelantriebs- wellen liegen in den geschlossenen Ölkästen 1.1, 14', die sich waagrecht in der Länb rich teng durch die Vorrichtung hinziehen und ohne weiteren Mechanismus eine selbsttätige Schmierung aller beweglichen Teile gestatten.
Die Agen der beiden Walzen eines Wal zenpaares bezw. der beiden Haspel eines Haspelpaares können entweder den gleichen oder einen verschiedenen Winkel zur Waag rechten bilden. Bei gleichem Winkel werden die Fadenwindungen durch eine zusätzliche Kreuzung der beiden Agen erzeugt, bei ver- sehiedenem Winkel, d. h. wenn sich die Agen schneiden, entstehen die Fadenwindungen auch ohne zusätzliche Kreuzung der Agen.
Die Spinnseite der Vorrichtung ist von der Nachbehandlungsseite durch Bleche 11 getrennt und mit einer nicht gezeichneten Ventilation versehen.
Das Auffangblech 12 leitet das Beriese- luno@swasser ab, soweit dies nicht schon durch die Rinnen 13 und 13' geschieht. Am Auf fangblech 12 ist noch ein Sieb 15 angebracht, das nach Beginn des Spinnens den vom Haspel 4 abfallenden Faden auffängt, der dann vom Arbeiter über die Haspel oder Walzen 5, 5' geleitet wird.
Zur Herstellung von Viskoseseide hoher Festigkeit, wie sie unter Streckung des frisch gesponnenen Fadens erhältlich ist, werden die zylindrischen Walzenoder Haspel 3, 3' durch ganz oder teilweise konische Walzenersetzt. Der von der Düse aufsteigende Faden läuft beim kleinen Durchmesser der obern ko- ni3ehen Walze auf und wird auf seinem Wege bis zum Ablauf nach Massgabe der lionizität der Walzen ausgestreckt.
Treten beim Nachbehandlungsvorgang auf den berieselten Haspeln 5, 5' Längengen oder Kürzungen des Fadens auf, denen man Rech nung tragen will, so können diese durch ent sprechende Umfangsänderungen der Walzen bezw. Haspel ausgeglichen werden.
Statt den nassen Faden in einer Spinn zentrifuge zu Spinnkuchen zu zwirnen, kann er auch unter Kreuzung ungezwirnt auf Spu len oder zu Fadenwickeln aufgewunden wer den. Auch ist es möglich, ihn auf seinem Wege zwischen Auswaschen und Aufwinden iu bekannter Weise zu trocknen und gege benenfalls mittels Ringspindeln oder Glocken spindeln zu zwirnen.
Es sei noch bemerkt, dass die beschriebene Vorrichtung natürlich eine ganze Reihe von Spinndüsen mit zugehörigen Fällbädern auf weist und da.ss jeder Spinndüse das beschrie bene Aggregat von zwei Walzen- bezw. Haspelpaaren zugeordnet ist.
Claims (1)
- PATEN TAN SPRU CH I Verfahren zur Herstellung von Fäden aus Viskose durch Verspinnen, dadurch gekenn zeichnet, dass der Faden nach dem Verlassen des Spinnbades ohne Berieselung über ein Walzen- oder Haspelpaar mit nicht parallelen Achsen geführt wird, derart, dass der Gesamt weg vom Auflauf auf das Walzen- oder IIaspelpaar bis zum Ablauf von demselben so bemessen ist, dass beim Ablauf der Faden lediglich durch Einwirkung der an ihm haf tenden Spinnbadflüssigkeit vollständig nach fixiert ist,worauf er einem zweiten Walzen- oder Haspelpaar mit nicht parallelen Achsen zugeführt wird, auf dem er zwecks Ab waschens der an ihm haftenden Stoffe mit heissem Wasser berieselt wird, wobei die Ent fernung der Fadenwindungen auf dem ersten Walzen- oder Haspelpaar geringer ist als die Entfernung der Fadenwindungen auf dem zweiten Walzen- oder Haspelpaar. UNTERANSPRUCH: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das zum Berieseln dienende Wasser auf dem zweiten Walzen- oder Haspelpaar im Gegenstrom zur Faden wanderung geleitet wird.PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass sie mehrere Spinndüsen aufweist und dass jeder Spinndüse zwei Wal zen- oder Haspelpaare mit nicht parallelen Achsen zugeordnet -sind, wobei das erste Walzen- oder Haspelpaar dazu dient, den frisch gesponnenen, aus einem Spinnbad kommenden Faden aufzunehmen und ihn ohne Berieselung in Spiralwindungen auf einem Weg mitzunehmen, der so bemessen ist, dass der Faden durch die an ihm haf tende Spinnlösung nachfixiert wird, während das zweite Walzen- oder Haspelpaar dazu be stimmt ist,den nachfixierten Faden aufzu nehmen und im Gegenstrom einer dieses zweite Paar berieselnden Waschflüssigkeit zuzuführen, und wobei die Länge der Wal zen oder Haspel des ersten Paares kleiner ist als die Länge der Walzen oder Haspel des zweiten Paares. UNTERANSPRÜCHE 2. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass zur Überleitung des nachfixierten Fadens vom ersten Walzen- oder Haspelpaar auf das zweite ein beson derer Haspel vorgesehen ist. .Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, däss das Spinnbad und das erste Walzen- oder Haspelpaar vom zweiten durch Trenn wände getrennt sind und dass der besondere Haspel oberhalb dieser Trennwände gela gert ist. 4.Vorrichtung nach Patentanspruch II und den Unteransprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass in den Trennwänden Öl- kästen angeordnet sind, in denen die Dreh achsen der Walzen- oder Haspelpaare sowie Zahnradgetriebe und durchlaufende, über die ganze Länge der 11I' aschine sich erstreckende Antriebswellen zum Antrieb der Walzen- oder Haspelpaare gelagert sind. 5.Vorrichtung nach Patentanspruch II und den Unteransprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des zweiten Walzen- oder Haspelpaares ein Auffang blech für die Waschflüssigkeit und ein Fa- denfangsieb angeordnet sind. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und den Unteransprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeicbnet, dass unterhalb des zweiten Walzen- oder Haspelpaares eine Spinnzentri fuge zur Aufnahme des gewaschenen Fadens angeordnet ist.
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