CH243720A - Glasgefäss. - Google Patents
Glasgefäss.Info
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Description
Glasgefäss. Die Erfindung bezieht sich auf ein Glas gefäss, z. B. die Glashülle einer elektrischen Entladungsröhre, einer Glühlampe oder der gleichen, insbesondere auf einen aus Glas be- stehenden Kolben, der am einen Ende durch einen z. B. platten- oder kufenförmigen Glas fuss abgeschlossen ist; weiter bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstel lung eines solchen Gefässes.
Bei der Herstellung derartiger Gefässe muss in einem gewissen Augenblick der Kol ben am Verschluss befestigt werden, was leicht dadurch erfolgen kann, dass diese zwei Teile aufeinander angeordnet und durch starke Erhitzung der Berührungsflächen an einander festgeschmolzen werden.
Für - diese Anschmelzung ist aber eine hohe Temperatur erforderlich; hierbei besteht die Gefahr, dass eine beträchtliche Erhitzung von im Gefäss befindlichen Teilen, z. B. von den Elektroden elektrischer Entladungsröh ren auftritt; insbesondere zeigt es sich, dass die bei dieser Anschmelzung auftretende Temperatur einen nachteiligen Einfluss auf die Kathode und infolgedessen auf die Lebensdauer einer solchen Röhre ausübt. Die ser Nachteil geht ausschliesslich mit der Ver wendung von aus Glas bestehenden Teilen einher. Bei der Verbindung z.
B. von aus Metall bestehenden Teilen durch Schweissen ist die örtlich auftretende Temperatur erhöhung von so kurzer Dauer, dass dies auf die Elektroden der Röhre keinen nachteiligen Einf luss hat.
Nun war es bereits bekannt, .den Kolben und den Abschlusskörper einer Glühlampe mittels eines Ringes aneinander zu befestigen, der aus einem Glas besteht, dessen Schmelz punkt niedriger als jener der Werkstoffe ist, aus denen die miteinander zu verschmelzen den Teile bestanden. Hlerbeä; wurde ein ge sonderter ringförmiger Glaskörper verwen det, wodurch ein zusätzlicher Bauteil hinzu gefügt wurde, was die Herstellung verwickelt, starke Verziehungen herbeiführt und wo durch keine Massgenauigkeit bei den verschie- denen Lampen oder Röhren unter sich erzielt wird.
Eine solche Bauart ist dann auch bei in Massenfabrikation. heuzustellenden Gefässen unbrauchbar. Ferner hatte man bereits vor geschlagen, die aus keramischem Stoff be stehenden Teile einer elektrischen Ent ladungsröhre mittels eines Glases aneinander zu befestigen, dessen .Schmelzpunkt niedri ger als der des Werkstoffes liegt, mit dessen Hilfe die Stromzuführungsleiter in der Röh renwand befestigt waren.
Weiter ist auch bereits beschrieben worden, den aus Glas be= stehenden Kolben einer elektrischen Ent ladungsröhre mittels eines Flussmittels am Glasfuss zu befestigen. In sämtlichen Fällen wurde der Ausdehnungskoeffizient der mit einander zu verbindenden Teile nicht berück sichtigt. Schliesslich war es bekannt, eine aus keramischem Werkstoff bestehende Scheibe für eine elektrische Entladungsröhre und ein Teil der Metallwand mittels eines Glases an einander zu befestigen, dessen Ausdehnungs koeffizient ein wenig niedriger als der des für die keramische Scheibe verwendeten Werkstoffes war.
Es handelte sich dabei um die erforderliche Zwischenfügung einer Glas- oder Emailleart, da es auf keine andere Weise. möglich war, ,den keramischen und den Metallteil der Röhre luftdicht aneinander zu befestigen.
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe, nämlich die Ver meidung von Temperatureinflüssen auf das Innere eines solchen geschlossenen Gefässes, spielte dabei keine Rolle, weil das Innere nur montiert wurde, nachdem der keramische und ,der matallene Teil mittels eines Glases an einander befestigt worden waren und der letztgenannte Anschluss des Kolbens an einen Fussteil bei dieser bekannten Bauart durch Schweissen erfolgte;
bei dieser Bearbeitung tritt, wie oben erwähnt, keine nachteilige Wirkung auf das Innere der Lampe oder Röhre ein.
Nach der Erfindung werden nun die Teile eines Glasgefässes mittels mindestens einer Emaille miteinander verbunden, die einen niedrigeren Schmelzpunkt afIs die Werkstoffe der miteinander zu befestigenden Glasteile und einen Ausdehnungskoeffizienten hat, der um höchstens <B>15%</B> von den Ausdehnungs koeffizienten der beiden mit der Emaille un mittelbar verbundenen Werkstoffe abweicht.
Hierbei wird also, obwohl es ohne wei teres möglich ist, die Glasteile luftdicht mit einander zu verschmelzen, mindestens eine Emaille zwischengefügt, damit der Nachteil vermieden werden kann, dass beim Aasschmel zen des Kolbens am Fusse eine derart hohe Temperatur auftritt, dass eine zu starke Er hitzung der Elektroden der Röhre entsteht.
Bei Flussmitteln kann man für den vor genannten Zweck sehr dünne- Schichten ver wenden, und man würde dabei erwarten, dass der Ausdehnungskoeffizient dieses Mittels keine Rolle spielt. Untersuchungen haben nun dargetan, da,ss dies nicht der Fall ist, sondern dass Sprung eintritt, wenn man nicht, wie bei einem Gefäss nach der vorliegenden Er findung, eine Emailleart verwendet, deren Ausdehnungskoeffizient höch.stens15 % höher oder niedriger .liegt als die Ausdehnungs koeffizienten der beiden mit der Emaille un mittelbar zu verbindenden Werkstoffe.
Wenn diese Ausdehnungskoeffizienten nicht berück sichtigt werden, so können, trotz Verwen dung sehr dünner Schichten, solche Span nungen und Kräfte auftreten, dass der Sprung entsteht.
Um Temperatureinflüsse auf die sich innerhalb des Kolbens befindenden Teile möglichst zu vermeiden, ist es weiter wichtig eine Emailleart zu wählen, dessen Schmelz punkt so niedrig wie möglich ist. Anderseits darf dieser Schmelzpunkt auch nicht zu nied rig gewählt werden, weil man sonst die Ge fahr laufen würde, dass die Emaille bei der Entgasung des Gefässes und dessen Teile schmilzt und fortliesst. Es ist z. B. vorteil haft, bei Gefässen, deren Teile aus den bei Entladungsröhren üblichen Glasarten, z. B. Bleiglas, Kalkglas oder dergleichen, bestehen. eine Emailleart zu wählen, deren Schmelz punkt zwischen 300 und 50O9 C liegt.
Als Emaille kann man verschiedene Stoffe verwenden; zur Aasschmelzung von aus wei chem Glas bestehenden Teilen kann man vor- teilhaft eine Emailleart folgender Zusam- mensetzung verwenden:
65 Gewichtsprozent Pb0, 12-,6 Gewichtsprozent SiOz, 22,4 Ge- wichtsprozent B"03 (Ausdehnungskoeffizient 9,7 X 10-6), zur Verwendung für anzu- schmelzende Körper aus Kalkglas, (9,6X10-6) oder Bleiglas (9,7 X 10-6). Eine andere für den, gleichen Zweck geeignete Emailleart ent hält 62,4 Gewichtsprozent Pb0, 211,
4 Ge wichtsprozent SiO2, 11 Gewichtsprozent B203, 1,5 Gewichtsprozent A1203 + Pb"03, 1,35 Ge wichtsprozent K20 (9,7 X 10r6). Wenn mau Teile mit stark voneinander abweichenden Ausdehnungskoeffizienten aneinander zu be festigen wünscht, so kann man auch mehrere verschiedene Emaillearten verwenden, die dann in aufeinanderfolgende Schichten auf getragen werden.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand einer in der beiliegenden Zeichnung beispiels weise dargestellten Ausführungsform eines Gefässes nach der Erfindung näher erläutert.
In der Zeichnung ist mit 1 der Kolben einer elektrischen Entladungsröhre bezeich- i net, der z. B. aus einer der zu diesem Zweck bekannten Glasarten, nämlich Kalkglas, her gestellt ist. Der Kolben ist am Fuss 2 be festigt, in den die Stromzuführungsleiter 3 eingeschmolzen sind. Zur Erleichterung der i Abdichtung ist der Fuss mit einer ringförmi gen Rille 4 versehen, in der eine dünne Schicht der Emailseart.nach der vorliegenden Erfindung angebracht ist.
An der obern Seite .der Röhre befindet sich das Entlüftungs röhrchen 5.
Nachdem nunmehr die Stromzuführungs- leiter in den Fuss eingeschmolzen worden sind, wird eine dünne Schicht der Emaille, z. B. in Pulverform, mit ein wenig Wasser i gemischt, in der Rille des Fusses angebracht; diese Schicht kann z. B. eine Stärke von 0,2 mm haben.
Der Fuss wird nunmehr in einem Ofen j<B>11</B> idhmässig bis zu einer Temperatur erhitzt, e s bei der die Emaille schmilzt und am Werk stoff des Fusses festhaftet. Darauf wird das Elektrodensystem montiert, der Kolben auf dem Fuss angeordnet und die Emaille bis zum Erweichungspunkt erhitzt, wobei der Kolben durch sein Eigengewicht in die weiche, Emaille sinkt bezw. gedrückt wird, wodurch eine feste Verbindung zwischen den beiden Teilen hergestellt wird.
Nach der üblichen Kühlung kann die Röhre dann auf übliche Weise entgast, evakuiert und abgeschmolzen werden.
Bei dieser Anschmelzung kann die Tem peratur bedeutend niedriger sein als wenn die Röhrenteile unmittelbar miteinander ver schmolzen werden. Wenn man die vorgenann ten Emaillearten verwendet, so ist eine Er hitzung auf 500 hinreichend zur Erzielung eines vollständigen Anhaftens, während bei direkter Anschmelzung der Glasteile eine Temperatur von etwa 800 erforderlich wäre.
Wenn man zuvor nicht nur einen der anzu- schmelzenden Teile mit einer Emailleschicht überzieht, sondern beide, so kann die Anhaf- tungstemperatur noch etwas niedriger sein. Diese niedrige Temperatur ist, wie bereits auseinandergesetzt wurde, sehr wichtig bei elektrischen Entladungsröhren, bei denen Temperatureinflüsse auf die im Innern der Röhre angeordneten Teile, insbesondere auf die Kathode, möglichst vermieden werden sollen.
Im Ausführungsbeispiel ist die Erfin dung an Hand einer Entladungsröhre erläu- tert worden; sie kann aber auch bei andern Gegenständen, z. B. bei Glühlampen, und ge schlossenen Gefässen, in denen bestimmte Ge räte, z. B. Widerstände, Kondensatoren, gri- stalldetektoren u sw., angeordnet werden kön nen, Anwendung finden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Glasgefäss, bei ,dem wemigutens zwei aus Glas bestehende Teile mittels mindestens einer Emailleschicht luftdicht aneinander be festigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Emaille vorhanden ist, deren Schmelzpunkt niedriger als der der Werk stoffe der aneinander befestigten Glasteile liegt, und dass der Ausdehnungskoeffizient !dieser Emaille um höchstens <B>15%</B> von .den Ausdehnungskoeffizienten der beiden mit ,der Emaille unmittelbar verbundenen Werkstoffe abweicht. UNTERANSPRÜCHE: 1. Gefäss nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet. -dass die aneinander befestig- ten Glasteile aus weichem Glas bestehen und die Emaille einen zwischen 300 und 500 C liegenden Schmelzpunkt hat. 2.Gefäss nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Emaille aus 65 Gewichtsprozent Pb0, 12,6 Gewichtsprozent SiOz, und 22,4 Ge- wichteprozent B203 besteht. 3. Gefäss nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass einer der > Teile mit einer ring förmigen Rille versehen ist, in die der andere Teil hineinpasst.PATENTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung eines Glas gefässes nach Patentanspruch i' dadurch ge- kennzeiehnet, dass mindestens einer von zwei aneinander zu befestigenden Glasteilen an der zu befestigenden Oberfläche mit mindestens einer Schicht aus Emaille überzogen wird,deren Schmelzpunkt niedriger als derjenige der Werkstoffeder aneinander zu befestigen den Glasteile liegt und deren Ausdehnungs koeffizient um höchstens 15 % von den Aus dehnungskoeffizienten der beiden mit der Emaille unmittelbar zu verbindenden Werk stoffe abweicht, und diese Emaille zum Fest haften an dem damit überzogenen Teil er hitzt wird, worauf der andere Teil auf dieser Emailleschicht angeordnet und dann die Emaille bis zu einer solchen Temperatur er hitzt wird, dass ein vollständiges Anhaften der Teile stattfindet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL243720X | 1941-04-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH243720A true CH243720A (de) | 1946-07-31 |
Family
ID=19780724
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH243720D CH243720A (de) | 1941-04-09 | 1942-04-07 | Glasgefäss. |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| BE (1) | BE445152A (de) |
| CH (1) | CH243720A (de) |
| FR (1) | FR881103A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE973105C (de) * | 1951-03-23 | 1959-12-03 | Siemens Ag | Vakuumdichte Verbindung zwischen Bauteilen eines Entladungsgefaesses aus Metall, z. B. eines Stromrichters |
-
1942
- 1942-04-07 CH CH243720D patent/CH243720A/de unknown
- 1942-04-08 FR FR881103D patent/FR881103A/fr not_active Expired
- 1942-04-09 BE BE445152D patent/BE445152A/xx unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE973105C (de) * | 1951-03-23 | 1959-12-03 | Siemens Ag | Vakuumdichte Verbindung zwischen Bauteilen eines Entladungsgefaesses aus Metall, z. B. eines Stromrichters |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR881103A (fr) | 1943-04-15 |
| BE445152A (de) | 1942-05-30 |
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