CH228441A - Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden.

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CH228441A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden.    Man hat vor längerer Zeit bereits ver  sucht, Tetramethylendiamin mit CO, im  Druckgefäss bei höherer Temperatur umzu  setzen. Die resultierenden hochmolekularen  Massen sind jedoch unschmelzbar und des  halb für irgendwelche praktische Zwecke  nicht verwendbar. Die Selbstkondensation  von Dicarbaminsäureestern allein ist noch  nicht beschrieben, führt aber zu keinerlei  brauchbaren Produkten.  



  Unsere Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Herstellung von künstlichen Gebilden  aus Polykondensationsprodukten, die man  überraschenderweise durch Umsetzung von  Aminocarbaminsäuren mit     Dicarbaminsäure-          estern    erhält. Diese künstlichen Gebilde, wie  Fasern, Fäden, Borsten, Filme usw. besitzen  sehr gute Eigenschaften, wie zum Beispiel  grosse Festigkeit, Lösungsmittel- und Hitze  beständigkeit.  



  Zur Erzielung hochmolekularer Produkte  werden ungefähr äquimolare Mengen     Amino-          earbaminsäure    mit einem     Dicarbaminsäure-          ester    im Druckgefäss bei beispielsweise     225        umgesetzt. Der bei der Umsetzung abge  spaltene Alkohol wird nach 2 Stunden im  Vakuum entfernt. Das Reaktionsprodukt ist  hochschmelzend und ausserordentlich     lösungs-          mittelbeständig.    Je nach Dauer, Reaktions  temperatur und Reaktionsbedingungen kommt  man zu Produkten mit verschiedenen Eigen  schaften.

   Zur Erzielung hochmolekularer Pro  dukte ist die Anwendung äquivalenter Men  gen der Carbaminsäure und des     Dicarbamin-          säureesters    erforderlich.  



  Der Fortgang der Kondensation kann.  man durch laufende     Viskositätsmessungen     genau verfolgen. Auch ist es möglich, die  Kondensation bei einem vorher bestimmten       Viskositätsgrad    abzubrechen, der sich gerade  als für die Weiterverarbeitung am günstig  sten erwiesen hat. Die bei der Kondensation  auftretenden     Abspaltungsprodukte    können  von Zeit zu Zeit oder kontinuierlich entfernt.  werden. Oft ist es aber zweckmässig, dass man  erst eine gewisse Zeit unter Druck arbeitet  und dann die Kondensation im Vakuum fort  führt.     DieKondensationstemperaturen    liegen,      wenn ohne Verdünnungsmittel gearbeitet  wird, zweckmässigerweise etwa 10  über dem  Schmelzpunkt.

   Es können aber auch höhere  oder etwas tiefere Temperaturen zur Anwen  dung kommen.  



  Die Kondensationsprodukte sind im flüs  sigen Zustande gegen Sauerstoff verhältnis  mässig unempfindlich. Trotzdem ist es zweck  mässig, die Einwirkung von Sauerstoff bezw.  Luft auf das flüssige Produkt in bekannter  Weise zu vermeiden.    Man kann die Kondensation der     Amino-          carbaminsäure    mit dem     Dicarbaminsäure-          ester    in der Schmelze oder in geeigneten Ver  dünnungsmitteln durchführen. Solche Ver  dünnungsmittel sind zum Beispiel Phenol,  Kresol, Xylenol. Es können aber auch Sus  pensionsmittel, wie zum Beispiel Paraffinöl,  verwendet werden.

   Beim Arbeiten im Lö  sungsmittel kann man zur Isolierung des  Kondensationsproduktes entweder das Lö  sungsmittel abdestillieren oder aber das  Kondensationsprodukt durch Ausgiessen in  zum Beispiel Alkohol, Aceton, Äther aus  fällen.  



  Für die Kondensation können alipha  tische, hydroaromatische oder gemischt ali  phatisch-aromatische Aminocarbaminsäuren  als Ausgangsmaterial dienen. Die     Amino-          bezw.    Carbaminsäuregruppen befinden sich  zweckmässigerweise an einem aliphatisehen  Kohlenstoffatom. Zur Herstellung gut     ver-          form-    und verstreckbarer Produkte wählt  man zweckmässigerweise Ausgangsmateria  lien, in denen die beiden reaktionsfähigen  Gruppen endständig und möglichst weit von  einander entfernt sind. Der die beiden     akti-          von    Gruppen verbindende Rest kann substi  tuiert oder auch durch Heteroatome, wie  Schwefel, Sauerstoff oder Iminogruppen,  unterbrochen sein.  



  Die zur Verwendung gelangenden     Di-          carbaminsäureester    können folgende Konsti  tution besitzen:  
EMI0002.0013     
    In dieser Formel können sein:  R ein aliphatischer, hydroaromatischer  oder gemischt aliphatiseh-aromatischer Rest.  Die Kohlenstoffkette in diesem Rest kann  unterbrochen sein durch Heteroatome, wie  Schwefel, Sauerstoff oder Iminogruppen.       Vorzugsweise    nimmt man für die Herstellung  Volt gut verform- und verstreckbaren Kon  densationsprodukten Dicarbaminsäureester,  in denen R eine Methylenkette mit nicht zu  grossen Substituenten darstellt.  



  R' kann sein ein Wasserstoffatom, eine  Methyl- oder Athylgruppe oder ein anderer  nicht zu grosser Substituent.  



  R'' kann sein ein beliebiger Kohlenwas  serstoffrest, wie zum Beispiel Methyl,  Äthyl, Propyl oder Phenyl.  



  Zur Erzielung eines Kondensationspro  duktes mit sehr hohem Molekulargewicht  muss auf die Einhaltung des äquivalenten  Verhältnisses von Aminocarbaminsäure und  Dicarbaminsäureester geachtet werden. Legt  man kein so grosses Gewicht auf ein hohes  Molekulargewicht, so kann die eine oder  andere Komponente im Überschuss vorhan  den sein.  



  Die Gefässe, in denen die Kondensation  durchgefiihrt werden soll, werden zweck  mässig zur Erzielung heller Produkte aus  beständigem Material, wie zum Beispiel Glas,  Porzellan, Email, Silber, Gold, Platin, Chrom  bezw. Chrom enthaltende Eisenlegierungen.  gewählt, Katal ysatoren können zugesetztx er  den, wie zum Beispiel Alkali- und     Erdalkali-          oxyde    oder Carbonate oder Halogenide mehr  wertiger Metalle. Meist wirkt schon die  Oberfläche des Reaktionsgefässes     katalytisch     auf die Kondensation ein, so dass ohne Kata  lysator gearbeitet werden kann. Damit die  nach unserem Verfahren hergestellten Kon  densationsprodukte vor jeder auch noch so  geringen Nachkondensation geschützt sind,  können Viskositätsstabilisatoren zugesetzt  werden.

   Als besonders geeignet haben sich  hierfür erwiesen:     Monocarbaminsäure    oder       Monoca.rbaminsäureester,    zum Beispiel     Penta-          methylenearba.minsäure,        Tetramethylencarb-          a.minsäure,        Cycloliexylcarba.ininsätlre,    Äthyl-      urethan u. a. m. Man kann diese Stabilisato  ren vor der Kondensation oder während der  Kondensation zusetzen. Durch diesen Zusatz  tritt eine Verminderung der Nachkonden  sation ein, und die erhaltende Schmelze     ist     gegen weiteres Erhitzen nicht so empfindlich.  



  Die erhaltenen Kondensate werden zu  künstlichen Gebilden aller Art, wie Fasern,  Fäden, Borsten, Bändern, Filmen, Folien,  verformt oder zu     Gegenständen    der verschie  densten Art durch Giessen oder Pressen ver  arbeitet. Sie können allein oder auch zusam  men mit andern Polykondensationsproduk  ten, Kunstharzen oder Zellulosederivaten  verarbeitet werden.  



  Beispiel 1:  94 Gewichtsteile     Aminooktamethylencarb-          aminsäure    und 146 Gewichtsteile     α,#-Okta-          methylencarbaminsäurediäthylester    werden  im Druckgefäss 2¸ Stunden bei 220  erhitzt.  Nach dieser Zeit wird eine Stunde im Va  kuum nachkondensiert. Das erhaltene Kon  densationsprodukt ist von heller Farbe und  von ziemlich fester Beschaffenheit. Es  schmilzt bei über 210  und wird zu Fäden  versponnen.  



  Beispiel 2:  94 Gewichtsteile     Aminooktamethylenearb-          aminsäure    und 130 Gewichtsteile     a,#-Okta-          methylendicarbaminsäuredimethylester    wer  den 2 Stunden auf 220  erhitzt. Nach dieser  Zeit wird noch 1 Stunde im Vakuum bei  gleicher Temperatur erhitzt. Die resultierende    plastische Masse hat einen Schmelzpunkt von  über 200 ; sie wird zu Folien verarbeitet.  



  Beispiel 3:  94 Gewichtsteile     Aminooktamethylencarb-          aminsäure    und 102 Gewichtsteile     a,#-Tetra-          methylendicarbaminsäuredimethylester    wer  den 2 Stunden unter Druck auf 220  erhitzt.  Man kondensiert eine Stunde im Vakuum  nach und erhält ein Kondensationsprodukt  mit einem Schmelzpunkt von über 200 , das  in Form von Platten gegossen wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von künst lichen Gebilden, wie Fasern, Fäden, Borsten, Filmen usw., dadurch gekennzeichnet, dass man, Aminocarbaminsäuren mit Dicarbamin- säureestern kondensiert und das Kondensat zu geformten Gebilden verarbeitet. UNTERANSPRVCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man Viskositäts- stabilisatoren zusetzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Reaktion unter Anwendung von Druck und Vakuum durchführt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch .gekenn zeichnet, dass man die Kondensation in Ver dünnungsmitteln durchführt.
CH228441D 1940-11-18 1941-08-19 Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden. CH228441A (de)

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