CH200324A - Verfahren zur Herstellung von Fasern aus Glas und anderem Material. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Fasern aus Glas und anderem Material.

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CH200324A
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Naamlooze Vennootsch Octrooien
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Mij Exploitatie Octrooien Nv
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  Verfahren zur Herstellung von Fasern ans Glas und anderem Material.    Zur Herstellung von Fasern aus Glas ist  heute unter andern ein Verfahren     in    An  wendung, gemäss welchem dünne Ströme ge  schmolzener Glasmasse der Einwirkung von  Blasströmen eines gasförmigen Mediums aus  gesetzt werden, die mit den Masseströmen  ungefähr gleichgerichtet werden. dieselben  mit sich reissen und zu feinen Fasern aus  ziehen. Die Ausziehströme haben eine grosse  Geschwindigkeit und es     konnte    angenommen  werden, dass sich durch Erhöhung dieser Ge  schwindigkeit eine entsprechende Steigerung  der Leistung des Verfahrens erzielen liess. Es  zeigte sich jedoch, dass dieses nicht möglich  war.  



  Die Erfindung hat nun den Zweck, das  genannte Verfahren derart zu verbessern,  dass sich bei grösster Feinheit der erzeugten  Fasern gleichzeitig eine erhebliche Leistungs  steigerung ergibt und ausserdem erzielt wird,  dass die Fasern sich bei der Entstehung sowie  bei der Ablage zu Matten in weit höherem    Masse miteinander verschlingen und besser  gekreuzt legen, als dieses bisher möglich war.  



  Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu  grunde, dass sich der beste Effekt des Aus  ziehens der Fasern nicht durch einen nur  in einer     bestimmten        Richtung    wirkenden,  also geradlinigen     (laminaren)        Blasstrom    er  reichen lässt, sondern durch einen     Blasstrom,     in dem nach verschiedenen     Richtungen    ge  richtete Bewegungen auftreten.  



  In     Übereinstimmung    mit dieser Erkennt  nis besteht die vorliegende     Erfindung        darin,     dass bei dem vorliegenden Verfahren die  flüssigen     Masseströme    in turbulente     Blas-          ströme        eingeführt    und durch diese gleich  zeitig an verschiedenen Punkten ihrer Länge  in verschiedenen     Richtungen    wirkenden Zieh  kräften unterworfen werden.  



  Zur Erläuterung des erfindungsgemässen  Verfahrens ist in der Zeichnung eine bei  spielsweise     Ausführung        einer    an sich bekann-      ten Vorrichtung zur Erzeugung von Glas  fasern dargestellt.  



  Fig. 1 zeigt einen senkrechten Schnitt  durch die Vorrichtung, Fig. 2 einen Einzel  schnitt durch den Auslass des Glasschmelz  behälters und das zum Ausziehen der Glas  ströme dienende Gebläse, und Fig. 3 eine  Darstellung der Entstehung der Fasern unter  Einwirkung der Peitschbewegungen der     Blas-          ströme,    und zwar handelt es sich hier um  eine     teilweise    Wiedergabe einer photogra  phischen Aufnahme eines Faserherstellungs  vorganges aus der Praxis.  



  10 bezeichnet einen Schmelzofen mit  einem Vorrat 11 geschmolzenen Glases, wel  cher Ofen in seinem Boden ein Auslassmund  stück 12 aus hochhitzebeständigem Metall  oder einer Metallegierung besitzt, welches  Mundstück mittels durch dieses durchgeleite  ten elektrischen Stromes auf die     gewünschte     Temperatur gebracht wird. Die geschmolzene  Masse fliesst durch enge Nippel 13 aus, die  in einer oder mehreren Reihen im Boden  des V-förmigen Auslassmundstückes gebildet  sind. In einem geringen Abstand unterhalb  der Nippel befindet sich ein Gebläse 15, in  welches Dampf oder ein sonstiges gasförmiges  Medium unter hohem Druck eingeführt wird.  Das Gebläse besitzt zweckmässig zwei Reihen  von Düsen 19, die auf beiden Seiten eines  mittleren Schlitzes 17 liegen, durch welchen  die Glasströme nach unten fliessen.

   Die auf  entgegengesetzten Seiten des Schlitzes 17 ge  bildeten Düsen liegen zweckmässig paarweise  einander gegenüber, so dass die Blasströme  jedes Düsenpaares, die in einem spitzen Win  kel zur Senkrechten nach unten gerichtet  sind, aufeinander treffen und dann einen  gemeinsamen Blasstrom bilden. Die Düsen  jeder Düsenreihe haben einen gewissen Ab  stand von einander, damit durch diese Zwi  schenräume die das Gebläse umgebenden at  mosphärischen Gase (Luft) hindurchgesaugt  werden können. Diese angesaugten Gase  unterstützen den Eintritt der Masseströme in  und ihr Erfassen durch die Blasströme.  Mangels dieser Massnahme     könnte    es vor  kommen, dass die     Masseströme    auf der    Aussenhaut der Blasströme liegen bleiben,  ohne in diese einzudringen.

   Hierdurch er  geben sich dann kleine Ansammlungen von  geschmolzener Masse, sogenannte Schmelz  perlen, die     unausgezogen    bleiben und ab  geschleudert werden.  



  Die Blasströme und die von ihnen aus  gezogenen     Fasern    werden von einem Schacht  20 aufgenommen, der zweckmässig die in der  Zeichnung     dargestellte    Form hat und zu  einem durchlässigen Förderband 22 führt,  auf dem die Fasern 23 sich ablegen und     eine     Matte bilden. Unter dem     obern,    die Fasern  aufnehmenden Trum des Förderbandes be  findet sich ein Saugkasten 24 mit Sang  leitung 25, durch welche das Ablegen der  Fasern und die Bildung einer Matte aus  diesen unterstützt wird. Durch eine in die  Rückwand des Schachtes 20 eingebaute  Sprühvorrichtung 27 können Schmier-, Über  zug- oder Bindemittel auf die entstehenden  Fasern aufgebracht werden.  



  Das Ausziehen der Fasern entsprechend  der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 3 an  schaulich dargestellt. Der grösseren Deutlich  keit halber sind innerhalb des Bereiches, in  welchem die Peitschbewegungen auftreten,  nur einige Fasern dargestellt,     während    in  Wirklichkeit eine grosse Anzahl solcher  Fasern gleichzeitig und dicht beieinander er  zeugt werden. Aus den dünnen Nippeln 13  fliessen geschmolzene Glasströme 35 in die       Blasströme        hinein,        welche        aus    den Düsen des  Gebläses 15     austreten.    Von diesen Glas  strömen sei ein Strom 35' näher beobachtet.

    Beim Auftreffen des Stromes 35' auf die       Blasströme    werde eine Stelle 36 des     Stromes     35' vom     Blasstrom    erfasst und nach     unten     gezogen, während eine vorangehende Stelle  37 des gleichen Glasstromes von dem     Blas-          strom    nicht in der gleichen Weise beeinflusst  werde,

   indem sie für     einen    ganz kleinen  Bruchteil einer Sekunde in einem     etwas          ruhigeren        Zustand    in     der        Nähe        des        Gebläses          verharren    bleibt.

   Bei     der        Vorwärtabewegung     der     Stelle        36        werden.    beide     an,        diese    Stellen  anschliessenden     Teile        des        Glasstromes    zu       grosser        Feinheit        ausgezogen.        Gleichzeitig    mit      dem Ausziehen der bei 36 gebildeten Faser  schleife, kann die Bildung weiterer Schleifen  38 und einer weiteren grossen Schleife 39 vor  sich gehen,

   die alle den verschiedensten Zieh  kräften unterworfen und damit gleichzeitig  zu grösster Feinheit ausgezogen werden. Der  artige Schleifenbildungen und Ziehvorgänge  finden indem gesamten Bereich der     Peitsch-          bewegungen    gleichzeitig und bei allen Glas  strömen, statt. Dabei werden die einzelnen  Glasströme infolge der Peitsch- oder Flatter  bewegungen nicht nur mit der gewünschten  Feinheit ausgezogen, sondern sie werden auch  durcheinander geworfen und miteinander ver  schlungen, so dass sich auf dem Förderband  22 (Fig. 1) eine Matte bildet, deren Fasern  weit mehr als bisher möglich sich nach zahl  losen verschiedenen Richtungen erstrecken,  über- und ineinander gehen und sich mit  einander verfilzen.  



  Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass es  möglich ist, die Leistung gegenüber dem ein  gangs beschriebenen bekannten Verfahren  durch Arbeiten gemäss der Erfindung bis  zum Zwölffachen oder noch darüber hinaus  zu steigern, wähmend im Vergleich zu der  Produktion der Verbrauch an Gas (Dampf)  für die Blasströme ganz bedeutend verrin  gert wird. Ausserdem ergeben die auf diese  Weise erzeugten Fasern beim Ablegen eine  Matte, die sich infolge des allseitigen     Ver-          sehlingens    und Verfilzens der Fasern in be  sonders hohem Masse     für    Schall- und Wärme  isolierung eignet und gleichzeitig einen  starken Zusammenhalt und grosse     Flauschig-          keit    besitzt.  



  Für den Zweck der Erfindung geeignete  Blasströme sind beispielsweise Ströme von  nicht vollständig expandiertem Dampf. Diese  lassen sich mittels irgendwelcher Düsen, wel  che, wie in der Zeichnung dargestellt, gerade  Flächen     besitzen,    erzeugen. Bei     derartigen     Dampfströmen ist die Dampfgeschwindigkeit  an verschiedenen Punkten des Stromquer  schnittes verschieden. In der Regel ist die  Geschwindigkeit im gern des Stromes ganz  bedeutend höher als die Dampfgeschwindig  keit in den den Kern umgebenden Strom-    teilen bezw. am Umfang des Stromes. Beim  Austritt derartiger     Dampfströme    aus den  Düsen tritt überdies eine fortschreitende  Expansion des Dampfes ein, wodurch sieh  seitliche Bewegungskomponenten und Wir  bel und Schwingungen ergeben.

   Diese ver  schiedenen Geschwindigkeiten und seitlichen  Bewegungskamponenten des Dampfstromes  haben zur Folge, dass die Messeströme  bezw. die entstehenden Fasern hin- und her  gepeitscht und damit an verschiedenen Punk  ten ihrer Länge zu gleicher Zeit Zugkräfte  auf sie ausgeübt werden, wodurch sich ein       vielfältiges    Ausziehen der     Fasern    in den  verschiedensten Richtungen ergibt. Dabei  bilden die Fasern Wellen, Kräuselungen und  die verschiedenartigsten Schleifen, die über  und ineinander greifen und beim Ablegen der  Fasern auf einem Band eine gut zusammen  hängende flauschige Matte bilden.  



  Besonders gute Ergebnisse lassen sich  zielen, wenn für das Ausziehen Blasströme  zur Anwendung gelangen, die beim Austritt  aus den Blasdüsen Schallgeschwindigkeit  haben.  



  Damit die Massesträme den     Peitschbewe-          gungen    der Blasströme mit genügender Ge  schwindigkeit folgen und die gewünschten  Schleifen und Verschlingungen bilden kön  nen, ist es notwendig, die Messeströme in  einen solch dünnflüssigen Zustand und mit  solcher Temperatur in die Blasströme ein  zuführen, dass sie beim Eintritt in dieselben  die erforderliche Geschwindigkeit annehmen  können und während des Durchlaufens der  Zone, in welcher die Peitschbewegungen statt  finden, hinreichend formbar und plastisch  bleiben.

   Wäre dies nicht dar Fall, würden  also beispielsweise die Messeströme mit zu  niedriger Temperatur in die Blasströme ge  langen, ;so     würden        sie    von     diesen    zu     rasch          abgekühlt    und     erstarren,        wobei,        sie    zwar     dien          Platter-    oder     Peitsühbewegungen        folgen,,

          aber          nicht        mehr        weiter        ausgezogen    würden. In der  Regel     erfolgen    die     Pentsehbewegungen    und       Schleifenbildungen    auf     einer    Strecke, die     an     den     Blasdüsen        beginnt        und        sich    auf etwa 5 bis  7 cm     unterhalb        der        Blasdüsen        erstreckt.    Die      Temperaturen,

   die beispielsweise bei Glas die  nötige Dünnflüsigkeit und Dauer der Form  barkeit ergeben, liegen nahe bei der     Ent-          glasungstemperatur    des Glases. Bei gewöhn  liebem Kalkglas ist diese Temperatur etwa  1300 bis 1500   C. Bei Glas mit niedrigerem  Schmelzpunkt, wie z. B. Bleiglas, liegen  die entsprechenden Temperaturen natürlich  tiefer. Je höher die Temperatur innerhalb der  möglichen Grenzen ist, um so grösser ist die  Feinheit, auf welche die Masseströme durch  die Peitschbewegungen ausgezogen werden  können.  



  Je nach der Wahl der Blasströme kön  nen deren Wirbelungen und     Peitschbewegun-          gen    derart gestaltet werden, dass es möglich       ist,    die     entstehenden        Farn    zu     zerreissen    und  dadurch Fasern von Stapellänge zu bilden.  was manchmal wünschenswert ist.  



  Ausser Glas können im Sinne der Erfin  dung auch andere Substanzen verwendet wer  den, die bei Erhitzung einen zähflüssigen  oder viskosen Zustand annehmen und, wenn  sie in Form von Strömen oder Strahlen in  die Blasströme eingeführt worden, sich aus  ziehen lassen und allmählich erstarren. Der  artige Substanzen sind beispielsweise ausser  Glas die verechiedensten Silikate, Schlacken,       Minerale,        Melasse,    Zucker,     Siegellack,        Wachse,     Harze und Gummi.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Fasern ans Glas und anderem Material durch Aus ziehen flügger Messeströme dieses Materials durch sie erfassende und mitreissende Blas- ströme, dadurch gekennzeichnet, dass die Massaströme in turbulente Blasströme ein geführt und durch diese gleichzeitig an ver schiedenen Punkten ihrer Länge in verschie denen Richtungen wirkenden Ziehkräften unterworfen werden. UNTERANSPRÜCHE : 1.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Masseströme mit einer so hohen Temperatur und in einem solch dünnflüssigen Zustand in die Blasströme eingeführt werden, dass sie der Ziehwirkungen der Peitschbewegungen dieser Blasströme mit genügender Ge schwindigkeit und Formbarkeit folgen können. 2.
    Verfahren nach dem Patentanspruch und dem Unteranspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass zwei Reihen von Blas- strömen im spitzen Winkel abwärts gegen einander gerichtet verwendet werden und etwa an der Linie des Zusammentreffens der Blasströme in diese eine Anzahl von Strömen der zu Fasern auszuziehenden flüssigen Masse eingeführt werden, wobei die Blasströme mit Abstand von einander erzeugt werden und dadurch verhältnis mässig ruhige Zwischenräume bilden, in welche die umgebenden atmosphärischen Gase hineingesaugt werden. 3.
    Verfahren nach denn Patentanspruch und dem Unteranaprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ausziehen der Fasern Blasströme von Schallgeschwindig keit verwendet werden. 4. Verfahrene nach denn Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge kennzeichnet, dass für das Ausziehen Ströme nicht vollständig expandierten Dampfes ebenutzt werden. 5.
    Verfahren nach. dem Patentanspruch und den Unteraasprüehen 1 bis 4, dadurch<B>ge-</B> kennzeichnet, dass Glasströme verwendet werden, deren Temperatur nahe bei der Entglemngstemperatur des Glases liegt.
CH200324D 1936-10-23 1937-10-21 Verfahren zur Herstellung von Fasern aus Glas und anderem Material. CH200324A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4351683A (en) * 1967-10-19 1982-09-28 Minnesota Mining And Manufacturing Company Method of forming web material

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US4351683A (en) * 1967-10-19 1982-09-28 Minnesota Mining And Manufacturing Company Method of forming web material

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