Schloss für Türen von Spitälern. Anstalten, Verwaltungsgebäuden und Hotels. In Spitälern, Anstalten, Verwaltungs gebäuden und Hotels kommt es vor, dass sich jemand in seinem Zimmer einschliesst und später, sei es infolge von Krankheit, Ohn macht oder Tod, die Türe nicht mehr öffnen kann. In solchen Fällen muss die Türe ge waltsam geöffnet werden oder doch zum min desten das Türschloss aufgebrochen werden, weil bei steckendem Schlüssel oder Schliessen mittels eines nur von der Innenseite zu be- tätigenden Nachtriegels oder dergl. keine Möglichkeit besteht, das. Schloss von aussen zu öffnen.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Schloss für Türen von Spitälern, Anstal ten, Verwaltungsgebäuden und Hotels, bei welchem dessen Riegelarretierung als feder lose, d. h. unter ihrem Eigengewicht in Sperrstellung fallende Schieberzuhaltung ausgebildet und auf dem Riegel selbst, mii diesem mitlaufend, angeordnet ist, welche Schieberzuhaltung mittelst zweier Betäti- gungsdrehorgane, für welche der Riegel eine untere und eine obere Aussparung aufweist und durch welche das Sebloss von beiden Seiten her' geöffnet werden kann, aus der Sperrstellung gehoben werden kann.
Von den zwei Betätigungsdrehorganen kann. das eine ein Schlüssel sein, der im Schloss stecken gelassen werden kann, ohne die Wfnnng des letzteren von der andern. Seite des Schlosses her durch das andere Be- tätigungsdrehorgan zu behindern.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstan des, und zwar in Form eines Türeinsteck- schlosses, dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht bei weggebro chener vorderer Deckplatte in offener Stel lung, Fig. 2 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, in halbgeschlossener Stellung, Fig. 3 einen Schnitt gemäss Linie I-I in Fig. 2, Fig. 4 einen Schnitt gemäss Linie II-II in Fig. 2,
Fig. 5 eine Seitenansicht des Riegels und Fig. 6 eine Seitenansicht der Zuhaltung. In einem aus zwei Deckplatten 1 und 2 und einer Vorderwand (Stulpe) 3 bestehen den Gehäuse ist ein Riegel 4 verschiebbar geführt. Die Führung dieses Riegels 4 er folgt einerseits durch die Riegelöffnung in der Vorderwand (Stulpe) 3 und anderseits durch zwei an der Deckplatte 2 fest angeord nete Bolzen 5, welche in Schlitze 6 im Riegel 4 eingreifen. Der vordere Teil des Riegels 4 ist relativ dick gehalten, während sein hin terer Teil dünner ist. Der dünnere Teil des Riegels 4 besitzt eine Durchbrechung 7, durch welche die in den beiden Deckplatten 1 und 2 drehbar gelagerte Nuss 8 hindurch geht.
Die Nuss 8 mit durchgehendem Vier kantloch zur Aufnahme der Olive 8' weist an ihrem mittleren zylindrischen Teil zwei ein ander gegenüberliegende, quer zur Drehachse liegende, seitliche Flügel 9 auf. Auf dem Riegel 4 ist an einem Bolzen<B>10</B> eine gabel förmige Feder 11 gelagert, deren Schenkel, zwischen welchen die Flügel 9 der Nuss 8 liegen, sich in Nuten 12, welche in den mitt leren Teil der Nuss 8 eingefräst sind, ein legen können (Fig. <B>1).</B> Diese Feder 11 wird beim Betätigen des Schlosses durch die Nuss 8 mittels der Olive 8' durch die Flügel 9 gespreizt, und ihre Schenkel drücken die Nuss 8 bezw. die Flügel 9 jeweils in eine der Grenzlagen bezw. in horizontale Querlage.
An der obern Seite der Durchbrechung 7 des Riegels 4 ist eine Aussparung 13 für den Angriff des den Riegel 4 verschiebenden, in geöffneter Stellung des Schlosses nach hin ten gerichteten Flügels 9 der Nuss 8 vorhan den. Unterhalb dem Riegel 4 ist in der Deck platte 1, welche gegen die Aussenseite der Türe zu liegt, eine Schlüsselöffnung 14 für einen Schlüssel vorgesehen, und der Riegel 4 weist an seinem untern Rand eine Aus sparung 15 für den Angriff des den Riegel 4 verschiebenden Bartes des Schlüssels auf.
Die radiale Länge des Bartes des Schlüs sels von seinem Drehpunkt aus entspricht genau der Länge des zuletzt genannten Flü gels 9 von seinem Drehpunkt aus, so dass so wohl bei der Betätigung des Schlosses durch die Nuss 8 mit der Olive 8', als auch bei einer solchen durch den Schlüssel die genau gleiche Verschiebung des Riegels 4 zustande kommt. Somit können Olive und Schlüssel ihren Standort ändern bezw. gegeneinander ausge tauscht angeordnet werden. Am Riegel 4 sind Bolzen 16 vorgesehen, auf welchen eine Zuhaltung 17 in vertikaler Richtung ver schiebbar gelagert ist.
Die vertikale Ver- schiebbarkeit ist dadurch ermöglicht, dass diese Bolzen 16 in vertikale Schlitze 18 der Zuhaltung 17 eingreifen. Die Zuhaltung 17 weist weiterhin zwei waagrechte Schlitze 19 auf, in welche die an der Deckplatte 2 an geordneten Bolzen 5 eingreifen. Diese Schlitze 19 weisen an ihren Enden nach oben gerichtete Rasten 20 für die Bolzen 5 auf. Diese Rasten 20 dienen zur Fixierung des Riegels 4 in seinen Endlagen. In ihrem mitt leren Teil weist die Zuhaltung 17 eine grö ssere Durchbrechung 21 auf, durch welche die Nuss 8 hindurchgeht.
Die obere gerad linige Begrenzung dieser Durchbrechung <B>21</B> liegt so tief, dass sie, wenn die Bolzen 5 in den Rasten 20 liegen, über den obern Teil des Ausschnittes<B>13</B> für den Angriff des den Riegel 4 verschiebenden Flügels 9 der Nuss 8 herunterreicht. Der untere Rand der Zu haltung '17 überdeckt in dieser Lage in glei cher Weise den obern Teil der Aussparung 15 im Riegel 4. An einem an der Deckplatte 2 gelagerten Bolzen 22 ist eine Blattfeder 23 angeordnet, deren freies Ende an einer Schul ter des Riegels 4 angreift.
Diese Blattfeder 23 hat den Zweck, den Riegel 4 in die Offen stellung zu drücken, so dass ein Stehenblei ben des Riegels 4 in einer Zwischenstellung ausgeschlossen ist. In vollständiger Schliess stellung wird der Riegel 4 durch die Zu haltung 17 festgehalten.
Bei der Betätigung des Türschlosses muss, sei es durch die Nuss 8 mit der Olive 8' oder den Schlüssel, zuerst die Zuhaltung 17 so weit gehoben werden, daB die Rasten 20 die Bolzen 5 freigeben. Dies geschieht durch den in die Aussparung 13 eindrehenden Flügel 9 der Nuss 8 oder durch den in die Ausspa rung 15 eindrehenden Bart des Schlüssels. Erst dann kann durch Weiterdrehen des Schlüssels oder der Olive der Riegel 4 ver schoben werden, wobei die Zuhaltung 17 mit dem Riegel 4 mitläuft und die Bolzen 5 in den Schlitzen 19 der Zuhaltung 17 gleiten.
Durch die Blattfeder 28 wird der Riegel ,t, bei Versuchen, denselben in halber Schliess stellung festzuhalten, in die Offenstellung zurückgedrängt. Der Riegel 4 kann also nur durch ganze Drehung in Schliessstellung ge bracht werden. Die Nuss 8 mit der Olive 8' wird durch die gabelförmige Feder 11 in die eine oder andere Grenzlage bezw. Quer lage gedrückt. Es ist deshalb ausgeschlossen, dass durch eine nur unvollständig ausgeführte Drehung des Schlüssels oder der Olive 8' das Schloss in einer Zwischenstellung blockiert werden könnte.
Im allgemeinen dient die Olive zum Be tätigen des Schlosses von der Innenseite, während der Schlüssel zur Betätigung von aussen dient. Das Schloss kann, wie darge-. stellt, für einen nur für es zu gebrauchen den, zum Beispiel mit einer Ziffer versehe- nen Schlüssel eingerichtet werden. Ausser dem kann auch als Schlüssel ein Gruppen- oder General-Passepartout oder auch beides vorgesehen sein.
In letzterem Falle werden zwei zueinander rechtwinklig stehende, um das gleiche Zentrum angeordnete Schlüssel löcher vorgesehen, von welchen das eine -Für den General-Passepartout und das andere für den Gruppen-Passepartoutschlüssel be stimmt ist. In diesem Falle kann auch an Stelle der Nuss mit Olive ein Schlüssel, der dem betreffenden Zimmerinhaber ausgehän digt wird, treten. Durch Anbringen mehrerer voneinander unabhängiger Zuhaltungen 1.7 kann das Schloss auch als Sicherheitsschloss ausgebildet werden, zu dessen Betätigung ein gezahnter, sogenannter Chubschlüssel erfor derlich ist.
Die Zuhaltung 17 kann auch so ausgebil det werden, dass in Zuhaltestellung ihre un tere Kante bis an die untere Kante des Rie gels 4 oder etwas über diese hinaus und die obere Begrenzung ihrer Durchbrechung 21 bis an die obere Kante 7' der Durchbrechung 7 des Riegels 4 oder etwas über diese hinaus hinab reicht.
In diesem Falle drückt das Gewicht der Zuhaltung 17 den Bart des Schlüssels ganz aus der Aussparung 15 bezw. den Flügel 9 der Nuss 8 ganz aus der Aus sparung 18 hinaus, so dass weder die Nuss 8 noch der Schlüssel in einer Zwischenstellung stehen bleiben kann, in welcher das Schloss blockiert sein könnte.