CH197833A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Prüffäden für die Ermittlung der Spinnfähigkeit und Fadenfestigkeitseigenschaften von Faserstoffen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Prüffäden für die Ermittlung der Spinnfähigkeit und Fadenfestigkeitseigenschaften von Faserstoffen.

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CH197833A
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  Verfahren und     Vorüchtung    zur Herstellung von Prüffäden für die Ermittlung der  Spinnfähigkeit     uud        Fadenfestigkeitseigenschaften        von    Faserstoffen.    Um von einem bestimmten Rohstoff einen  auf seine Spinnfähigkeit und Festigkeits  eigenschaft prüfbaren Faden zu erhalten,       wurde    bisher eine grosse Menge des zu prü  fenden rohen Faserstoffes im gewöhnlichen  Gang der Herstellung durch die Herstellungs  maschine n (Krempel, Streckwerk,     Flyer)    bis  zur Feinspinnmaschine geschickt.

   Da die nor  male Maschine zu ihrer Füllung     bezw.    zu  ihrem gleichmässigen Arbeiten eine grosse       Menge    Rohstoff benötigt, war das Verfahren  teuer, umständlich und zeitraubend, insbe  sondere auch dadurch, dass die     betreffende          Maschine    während dieser Zeit     aus    dem Fa  brikationsbetrieb gezogen werden musste.  Ferner war eine grosse     Rohstoffvergeudung     die Folge.  



  Nach der     Erfindung    ist es möglich, mit  einer     verhältnismässig    kleinen Menge von  Rohstoff, zum Beispiel 50     gr    oder weniger,  in kürzester Zeit ohne     Störung    des Fabrika  tionsvorganges     ein    genaues und sicheres Bild  über die für seine Verwendung wichtigsten       Eigenschaften    des Rohstoffes, insbesondere    die Fadenfestigkeit zu     gewinnen        und    da  durch aus     einer    Mehrzahl von Rohstoff  mustern rasch das günstigste auszuwählen.  



  Beim     erfindungsgemässen    Verfahren wird  dies dadurch erreicht,     da.ss    von jedem zu prü  fenden Faserstoff jeweils die gleiche kleine  Menge einer Kleinkrempel vorgelegt, auf  dieser zu einem Pelz einer bestimmten Länge  verarbeitet, der Pelz als nochmalige Auflage  für die Krempel verwendet und daraus ein  gleichmässiges Band     (Lunte)    hergestellt, die  ses auf einem Streckwerk verzogen und zu  einem Prüffaden versponnen wird.  



  Eine ebenfalls Gegenstand der     Erfindung     bildende Vorrichtung zur Ausübung des Ver  fahrens ist in der anliegenden     Zeichnung     beispielsweise und teilweise     schematisch    ver  anschaulicht. Es stellen dar:

         Fig.    1     eine    Seitenansicht der     Vorrichtung     (einzelne Teile im     Schnitt),          Fig.    2 eine Aufsicht auf die     Vorrichtung,          Fig.    3 eine     schematische    Darstellung von  Einzelheiten in Seitenansicht     und    teilweisem       Schnitt    in kleinerem Massstab,           Fig.    3a eine Ansicht und teilweisen Schnitt  von Einzelheiten in grösserem Massstab,       Fig.    4 die Ansicht eines Zwischenerzeug  nisses,

   hergestellt auf den Vorrichtungen  nach den     Fig.    1     bis    3,       Fig.    5 einen Teil des Gegenstandes der       Fig.    3 mit einem Einzelteil in anderer Stel  lung im Massstab der     Fig.    3,       Fig.    6 die Ansicht eines Einzelteils, teil  weise geschnitten in grösserem Massstab,       Fig.    7 die Ansicht eines Einzelteils, eben  falls in grösserem     Massstab,          Fig.    8 einen Schnitt durch einen Einzel  teil (Streckwerk) in einer etwas andern Aus  führungsform und in grösserem Massstab.  



  Die dargestellte Vorrichtung zur Aus  führung des Verfahrens nach der Erfindung  besteht im wesentlichen aus einer besonderen  Kleinkrempel A, einem Streckwerk mit       Spinneinrichtung    B und einem     Fadenfestig-          keitsprüfer    C.  



  Die     Kleinkrempel    besitzt ein Zuführungs  förderband 1, das über Leitwalzen la und     1b     läuft, eine     Zuführmulde    2 mit Druckwalze  3, einen     Vorreisser        (Briseur)    - 5, eine grosse  Trommel .(Tambour) 6, eine Abnahmewalze  7, einen Hacker 8, eine Pelztrommel 9 und  eine Gewichtswalze 10. Diese Teile entspre  chen im wesentlichen -den Teilen einer grossen  Krempel nur mit dem Unterschied, dass die  Abmessungen so klein gewählt sind, dass  schon ganz geringe Mengen von Textilroh  stoffen, zum Beispiel 50 g oder weniger, diese  Teile voll belegen.  



  Abweichend von der normalen Bauart  einer Krempel sind folgende Teile:  Das Zuführungsförderband hat seitlich  verschiebbare Begrenzungsschienen 11 für  einen Zweck, der später noch erläutert wird.  Die grosse Trommel arbeitet mit mehreren  nadelbesetzten Deckeln 13 zusammen, die in  einem Deckelsektor 12 geführt und mit ihrer  Innenfläche gegen die Umfangsfläche der  grossen Trommel federnd einstellbar gehalten  sind. Zweckmässig ist dabei der Abstand der  Nadelspitzen der einzelnen Deckel von den  Nadelspitzen der grossen Trommel am Ein  gang des     Vliesses,    also bei 14 grösser als bei 15    (Fis. 3). Der Deckelsektor ist. leicht abnehm  bar gestaltet, vorteilhaft am einen Ende um  einen Drehpunkt 16 schwenkbar.

   Am andern  Ende ruht er lösbar in einem     Ff    alter     16a.    Durch  diese Bauart kann der Deckelsektor zum  Zwecke leichter Reinigung der Trommel und  der Deckel von ersterer entfernt werden,       vergl.    Stellung     12a    in     Fig.    3. Hinter dem  Hacker 8 ist ein Sammeltrichter 17 beweglich  in die Bahn des vom Hacker kommenden       Vliesses    einschaltbar angeordnet, zum Beispiel  mittels eines Bügels 18. Die     Fig.    3 zeigt die  ausgeschaltete und die     Fig.    1, 2 und 5 zeigen  die eingeschaltete Stellung.  



       Fig.    3a zeigt die federnde und einstell  bare Anordnung der Deckel 13 in dem  Deckelsektor 12, Feder bei     13a    und Einstell  knopf bei 13b gezeigt.  



  Auch der Antrieb der Einzelteile unter  scheidet sich von dem Antrieb einer normalen  Krempel und ist gänzlich auf die besonderen  Bedürfnisse einer kleinen     21laschine    für Ver  suchszwecke abgestellt. Von einer Kraft  quelle neben der Kleinkrempel, zum Beispiel  einem Elektromotor 19, wird mittels eines  Riemens 19a über Riemenscheiben 20 bis 22  die     Hackerbewegung,    die grosse Trommel 6  und der     Vorreisser    5 angetrieben. Diese Rie  menscheiben sitzen auf Wellen 24, 23 und  25.

   Von der Welle 25 des V     orreissers    wird  mittels Schneckenräder einmal eine Welle  26 für die Bewegung der     Zuführungsförder-          ba.ndwa.lze    la und weiter eine Welle 27 für  die Bewegung der Abnehmerwalze 7 an  getrieben. Ein Schraubenrad 28, das diese  Bewegung vermittelt, leitet den Antrieb  weiter auf eine Welle 29, die über Schrauben  räder 30, 31 den Antrieb der Pelztrommel 9  bewirkt.  



  Die Walze 3 ist in einem gewichts  belasteten Hebel 32 gelagert.  



  Unter den verschiedenen nadelbesetzten  Walzen ist ein     schieberartiger        Sammelbehäl-          ter    33 mit Handgriff 34 und     Arretiervorrich-          tung    35 gelagert. Dieser     Sammelbehälter    ist  durch     Scheidewände    36 und 37 in drei Ab  teilungen 38, 39, 40 unterteilt.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren kann      mittels der beschriebenen Vorrichtung wie  folgt durchgeführt werden.  



  Eine abgemessene Menge des Textilroh  stoffes, zum Beispiel 50g wird auf das Zu  führungsförderband 1 aufgelegt, nachdem die  Führungsleisten 11 in eine     Innenstellung        11a     gebracht sind,     vergl.        Fig.    2. Der Rohstoff  wandert in Richtung des Pfeils D,     wird    auf  der Krempel verarbeitet, das     Vliess    vom  Hacker 8 abgenommen und auf der Pelz  trommel 9 aufgewickelt. Auf dieser entsteht  ein sogenannter Pelz 41     bestimmter    Länge,  das     heisst    abhängig von dem Umfang der  Pelztrommel.

   Nachdem die vorgelegte     geringe     Menge des Rohstoffes vollständig verarbeitet  ist, wird der Pelz längs einer Mantellinie der  Pelztrommel aufgeschnitten, wie bei 42 in       Fig.    3 angedeutet. Für das     Aufschneiden    ist  in der     Pelztrommel    9 zweckmässig eine Nute  43 vorgesehen,     vergl.        Fig.    1.  



  Dieser Pelz, wie in     Fig.    4 dargestellt,       -wird    erneut auf das Zuführungsförderband 1  aufgelegt, nachdem die Führungsleisten 11  vorher in eine     Aussenstellung    gebracht wor  den     sind,    weil der Faserstoff sich während  der     Bearbeitung    durch die Krempel aus  gebreitet hat. Vor     Ingangsetzen    der Klein  krempel wird jetzt der Sammeltrichter 17  eingeschaltet (Stellung     Fig.    1, 2 und 5).  Durch ihn     wird    das vom Hacker kommende       Vliess    zu einer Lunte oder einem Band 44  vereinigt und verdichtet, wie durch die  Linien 45     (Fig.    2) angedeutet.

    



  Die     Erfahrung    hat gezeigt, dass eine sehr  kleine Ausführung der Kleinkrempel von  ungefähr nur     11/2m    Länge, 1/2     m    Breite und       '/s    m Höhe vollständig genügt, um     ein    genaues  Bild über den jeweiligen Rohstoff zu erhalten.  



  Die Lunte 44 wird nun in der Vorrich  tung B     (Fig.    6) weiterbehandelt. Sie durch  läuft zuerst     ein        Streckwerk    mit Zylinder  paaren 46 bis 49, die in üblicher Weise immer  höhere     Umlaufszahlen        aufweisen    und mittels  beliebiger     Vorrichtungen,    zum Beispiel Ge  windespindeln 50 bis 52, in ihrem gegen  seitigem Abstand verändert werden können,  um die .richtige Zylinderstellung zu erhalten.  die das betreffende - Material beim Spinn-         vorgang    braucht.

   Die verzogene Lunte     wird          sodann-    auf einer     Spinnvorrichtung    zu einem  Faden 55 versponnen. Beim gezeichneten  Ausführungsbeispiel ist eine     Ringspinnvor-          richtung    mit Ring 53 und Läufer 54 dar  gestellt.  



  Dieser so     gewonnene    Faden wird dann  auf einer     bekannten        Fadenprüfmaschine,    von  der in     Fig:    7 nur ein Beispiel schematisch an  gedeutet ist, auf seine Bruchfestigkeit ge  prüft. Dort     ist    an einer Trommel 56, um die  ein Zugglied 57 gelegt ist, ein Zeiger 58 an  gebracht, der auf einer Skala 59 spielt. 60  ist eine Fadenklemme an dem Zugglied 57  und 61 eine Fadenklemme an-einer Zahn  stange 62. Wird letztere mittels eines Zahn  rades 63 in Richtung des Pfeils E bewegt,  schlägt der Zeiger 58 aus und gibt an der  Skala bei Bruch des Fadens dessen Bruch  festigkeit an.  



  Mittels des Handgriffes 34 wird der       Sammelbehälter    33 herausgezogen, und es  wird ermittelt, wieviel Schalen und sonstige       Abfälle    ;(in den Abteilungen 38 und 39) vom       Vorreisser        bezw.    wieviel Flug von der  grossen Trommel (in Abteilung 40) bei dem  jeweiligen Rohstoff anfällt.  



  Ein besonders zweckmässiges Streckwerk  für eine Vorrichtung nach der Erfindung ist in       Fig.    8     veranschaulicht.    Hier f     ällt    die umständ  liche Einstellung der     Streckwalzenpaare        fort.     



  Hier sind ortsfeste     Klemmstreckzylinder-          paare,    welche über Haken 68-70 durch Ge  wichte stark belastet sind, beispielsweise mit  je 5     bezw.    15 Kg. Die Unterzylinder 65a und       66a,    dienen dabei zur Führung von     -Riemchen     74 und 75, welche über Riementische 76 und  77 laufen und durch belastete Spannrollen  78 und 79 -straff gehalten werden. Zwischen  den     glemmstreckzylinderpaaren    65-67 sind       Durchzugswalzen    80-85     kleineren    Durch  messers angeordnet, welche durch ähnliche  Walzen 86-91 mit zusätzlicher rollender       Belastung    versehen sind.

   Mittels dieses  Streckwerkes ist es möglich, ein Faserband  sowohl von kurzen, als auch     von    langen Fa  sern ohne Verstellung der Zylinderabstände  völlig     gleichmässig    zu verziehen.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRÜCHE:</B> I. Verfahren zur Herstellung von Prüffäden für die Ermittlung der Spinnfähigkeit und Fadenfestigkeitseigenschaften von Faserstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass, von jedem zu prüfenden Faserstoff jeweils die gleiche kleine Menge einer Kleinkrempel vorgelegt, auf dieser zu einem Pelz einer bestimmten Länge ver arbeitet, dieser Pelz als nochmalige Auf lage für die Krempel verwendet und daraus ein gleichmässiges Band (Lunte) hergestellt, dieses auf einem Streck werk verzogen und zu einem Prüffaden versponnen wird.
    II. Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, gekennzeich net durch eine Kleinkrempel, welche ein in der Breite verstellbares Förderband (1), eine Speisemulde (2), einen Vor reisser (5), eine grosse Trommel (6), einen mit verstellbaren Deckeln versehenen Deckelsektor (12), eine Abnehmertrom mel (7), einen Hacker (8) und eine Pelz trommel (9) mit einschaltbarem Sammel trichter aufweist. UNTERANSPRüCHE 1. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Pelztrom mel eine längs einer Mantellinie ver laufende Nute aufweist. 2.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl von mit Häkchen besetzten einzelnen Deckeln (13) in dem Deckelsektor (12) befestigt ist, der als Ganzes zusammen mit den Deckeln leicht von der grossen Trommel (6) abhebbar ist. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch<B>11</B> und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass der Deckelsektor (12) an einem Ende schwenkbar angelenkt und am an dern Ende lösbar in einem Halter (16a) gelagert ist. 4.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 2, dadurch Gekennzeich net, dass jeder Deckel (13) für sich ein- zeln einstellbar im Abstand zur grossen Trommel (6) und federnd im Sektor (12) angebracht ist. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und den Unteransprüchen 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Deckel (13) des Deckelsektors so zu der Trom mel angeordnet sind, dass ihre aus den Häkchenspitzen gebildete Innenfläche an der Eintrittsstelle (14) weiter von der Umfangsfläche der Trommel entfernt ist als an der Austrittsseite (15) des Faser stoffes. 6.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II und den Unteransprüchen 2, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass für das Verziehen des Faserbandes ein Riemchenstreckwerk mit belasteten Klemmzylinderpaaren vor gesehen ist, bei welchem zwischen letz teren eine Mehrzahl von Durchzugswal- zen kleineren Durchmessers angeordnet sind. 7.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II und den Unteransprüchen 2, 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Riemchenstreck- werk mit zwei Riemchen und drei be lasteten Klemmzylinderpaa.ren versehen ist. B. Vorrichtung nach Patentanspruch II und den Unteransprüchen 2, 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchzu;swal- zen mit zusätzlicher rollender Belastun;; versehen sind. 9.
    Vorrichtung nach Patentanspruch -1I, da durch gekennzeichnet, dass hinter dem Hacker (8) ein Sammeltrichter (17) be weglich angeordnet ist, der entweder ausser Bereich gebracht, den Pelz un gestört auf die Pelztrommel strömen lässt oder eingeschaltet, den Pelz zu einer schmalen Lunte verdichtet. <B>10.</B> Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 9, dadurch gekennzeich net, da.ss der Sammeltrichter vermittels eines Bügels beweglich gelagert ist.
CH197833D 1936-06-13 1937-05-29 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Prüffäden für die Ermittlung der Spinnfähigkeit und Fadenfestigkeitseigenschaften von Faserstoffen. CH197833A (de)

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