Verfahren znin .Kochen von Zellstoff. Beim GZellstoffkochen, insbesondere mit Sulfitlaugen, hat man bisher .die mit Holz heschickten Kocher mit Laugen gefüllt. Darauf wurde Dampf zwecks Erzeugung der erforderlichen Kochtemperatur in den Kocher eingeführt. Der Dampf kondensierte, und es vermehrte das Kondensat die im Kocher be findliche Flüssigkeitsmenge. Ausserdem wurden durch die Erhitzung der Lauge Gase, insbesondere schweflige Säure, aus der Lauge frei.
Der durch .die Zunahme der Laugen menge und das Freiwerden von Gasen her vorgerufene Druckanstieg im Kocher er reichte schon kurz nach Beginn des Kochens (meistens nach einer Kochzeit von 2 bis Stunden) den maximalen Arbeitsdruck von etwa 5 Atm., für den Zellstoffkocher im allgemeinen eingerichtet sind. Zum Druck ausgleich russten deshalb Ableitungen im Oberteil des Kochers in Zeitabständen ge öffnet werden. Zu Beginn des Kochens strömt durch die Ableitungen in der Haupt- sacke Lauge ab.
Diese Übertreiblauge wurde entweder gekühlt und frisch bereiteter Lauge zugesetzt oder ohne zwischengeschaltete Küh lung mit frischer Lauge einem andern Kocher zugeführt. Im weiteren Verlauf des Kochens, wenn .der Laugenspiegel im Kocher gesunken war, wurden beim Öffnen der Ableitungen in der Hauptsache Gase aus dem Kocher ab gezogen, die in derselben Weise weiterver- wertet wurden wie die Übertreiblauge. Mei stens war noch eine Speicherung der abge führten Laugen und Gase von ihrer Wieder verwendung erforderlich,
da der Betrieb nicht so geregelt werden kann, dass die aus einem Kocher abgeführten Laugen- und Gasmengen jederzeit in einem andern Kocher verwertbar sind.
Diese Arbeitsweise hat' eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen. Zunächst wer dendem Kochprozess Laugen- und Gasmen gen entzogen, deren Wiedergewinnung und Verwertung besondere Einrichtungen erfor- derlich macht. Mit .den Laugen- und Gas mengen werden ferner auch erhebliche Wärmemengen aus dem Kocher abgeführt, und es entstehen entsprechende Wärmever luste. Im Kocher selbst ist vor dem Über treiben bezw. Abgasen die Lauge auf Koch temperaturerwärmt worden.
Diese Erwär- mung wurde erreicht :durch Kondensation entsprechender Dampfmengen, wobei die für die Erhitzung der abgeleiteten Laugen und Gase aufgewendete Dampfmenge zum grossen Teil nutzlos aufgewendet wurde und dieser Teil des Kochdampfkon:densates die im Kocher vorhandene Lauge unnötig verwäs serte.
Ferner hat die bisherige Arbeitsweise den Nachteil, dass Kochlaugen von sehr hohem So,-Gehalt verwendet werden müssen, damit die durch die .ständigen Abgasungen während des Kochprozesses immer mehr geschwächte bezw. verwässerte Lauge noch bis zum Ende des Kochprozesses stark genug ist, um den Aufsehluss des Holzes zu Zellulose zu ermög lichen.
Der dadurch anfangs sehr starke SO;;- Gehalt .der Lauge wirkt sich aber im An fangsstadium ides Kochers bekanntlich un- günstig auf .die Beschaffenheit,der Faser aus, .das heisst es werden die zuerst aufgeschlos senen Fasern durch den hohen SO,-Gehalt schon angegriffen, während die Hauptmenge der Fasern noch nicht aufgeschlossen ist.
Die in den verschiedenen :Stufen des Übertreibens und Abgasens dem Kocher ent zogene Lauge hatte nicht immer die gleiche Zusammensetzung. Zu Beginn des Koehens war sie wesentlich reicher an schwefliger Säure als im weiteren Verlauf des Prozesses. Hieraus entstanden noch besondere Schwie rigkeiten in der Wiederverwertung der ab getriebenen Lauge. Da die aus dem Kocher abgeleiteten Laugen- und Gasmengen recht erheblich waren, war es nicht ohne weiteres möglich, die verschiedenen Konzentrationen genau auszugleichen und die unter Verwen dung .der abgetriebenen Laugen neu berei teten Kochlaugen für alle Kochungen auf dieselbe Norm zu bringen.
Dadurch wurde Jede nachfolgende Kochung verschieden be- einflusst, und es gelang nicht, immer die selbe Qualität des Zellstoffes zu erzielen. Ausserdem wird durch die Ungleichmässig keit in der Laugenzusammensetzung, die durch das Übertreiben und Abgasen in Ver bindung mit .der Wiederverwertung der ab geführter Gase und Flüssigkeiten hervor gerufen wird, auch die Kochzeit stark be- einflusst, so. dass sich unregelmässige Belastun gen des ganzen Betriebes, zum Beispiel auch in Jem Dampf- und Laugenerzeugung, sowie in 4er Stoffaufbereitung und dergleichen er geben.
Auch ist schliesslich .das Abgasen und Übertreiben mit besonderen Materialverlusten verbunden.
Andere Vorschläge gingen darauf hinaus. die Wärmezufuhr zum Kocher gleichmässiger zu gestalten und die im Kocher befindliche Flüssigkeit zu mischen. Diese Einrichtungen bestehen aus einer Fördereinrichtung, zum Beispiel Pumpe oder Strahlapparat. Sie die nen dazu, Lauge aus einer bestimmten Stelle ,des Kochers, zum Beispiel dem Oberteil, dem Unterteil oder er Mitte oder einer oder meh reren andern Stellen zuzuführen. Beider artigen Einrichtungen wurde die Lauge auf ihrem Weg von einem Teil .des Kochers zum andern auch manchmal noch ausserhalb des Lochers erhitzt.
Sah man von dieser Er- bitzung ab, so wurden die Fördereinrich tungen auch schon im Kocher selbst unter gebracht. Aber auch diese Vorschläge konn ten nicht die Mängel beseitigen, die dureh die Druckerhöhung während .des Kochers be dingt wurden. Insbesondere konnte das wie derholte Übertreiben von Laugen und Ab führen von Gasen zwecks Druckentlastung nicht vermieden werden, wenn man den Koch@erraum voll ausnutzen, das heisst die Füllung des Kochers mit Holz nicht verhin- d-ern wollte. .
Durch die Erfindung gelingt es, diese Nachteile zu beseitigen, so dass während des Kochers ein Abtreibender Kochlauge nicht und ein Abgasen höchstens in geringem Masse gegen das Ende der Kochung erfolgt. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass man beim Beginn des Kochers den Kocher zwar voll mit Holz beschickt, aber nicht mehr ranz mit Kochlauge gefüllt hält, sondern dafür Sorge trägt, dass die Laugenfüllung mindestens 12 % kleiner ist, als das Fassungs vermögen des mit Holz voll beschickten Kochers beträgt.
Es hat sich nämlich ge zeigt, .dass die Qualität .des Zellstoffes .durch diese Arbeitsweise in keiner Weise beein- ?-rächtigt, im @e@,:nteil sogar ganz bedeutend verbessert wird; denn zu Beginn der Nochung treten Schädigungen derjenigen Holzmengen, die nicht von Lauge bedeckt sind, noch nicht ein. Im weiteren Verlauf der Kochung sinkt (las Holz in sich so weit zusammen, :dass die ganze IIolzmengge unter dem Laugenspiegel liebt.
Von .diesem Zeitpunkt an ist eine Ge- fährdung der Kochung natürlich ohnehin ausgeschlossen.
Will man aber noch besondere Mass nahmen treffen, um auch. das zu Beginn der Kochung frei liegende Holz vor Schädig n gen mit absoluter Sicherheit zu schützen, so kann man dies dadurch erreichen, dass man -das frei liegende Holz vor Beginn der Ko- chung mit Lauge zusammenbringt, sei es durch Berieselung oder Tränkung.
Das Tränken des im obern Kocherteil be findlichen. zu Anfang der Kochung von der Lauge nicht bedeckten Holzes mit Lauge wird zweckmässig dadurch bewirkt, dass man den K ooher vor Beginn der Koc-hung mit Lauge ganz vollpumpt. Vorteilhaft lässt man die Pumpe in Tätigkeit, bis entweder ein Druck von zirka 3 Atm. oder .ein Druck im Kocher erzielt wird, der dem normalen höch.stzul-i.s,3igen Betriebsdruck von zum Bei spiel 5 Atm. oder mehr entspricht.
Dann erst lässt man mindestens 12 % Lauge, zum Bei spiel aus dem Unterteil .des Kochers heraus, ohne jedoch den Oberteil des Kochers zu öffnen, und beginnt mit dem Kochen. Durch das Ablaufen der Lauge aus .dem gefüllten Kocher entsteht im obern Teil des Kochers ein Unterdruck. Durch diesen Unterdruck während des Laugenabzuges wird ein Teil der in den obern Holzschnitzeln befindlichen Luft frei und der von der Luft innerhalb der Holzschnitzel eingenommene Raum sofort mit Lauge gefüllt.
Durch den Unterdruck im Kocher werden aus der Lauge ge nügende Mengen Gase frei, so dass die Lauge unten aus dem Kocher bis auf die erfindungs gemäss vorgeschriebene Menge ablaufen kann, ohne dass wieder Luft in den Oberteil -des Kochers eingeführt werden müsste. Endlich wird durch das Vollpumpen .des Kochers mit Lauge und anschliessenden Laugenabzug er reicht, dass .die in dem Kocheroberteil befind liche Luft restlos .ausgetrieben wird. Man kann die vor dem Kochen zu entfer nende Laugenmenge aber auch an andern Stellen des Kochers abziehen, zum Beispiel oben oder in der Mitte.
Dann kann das für den Abfluss der Lauge aus dem Kocher er forderliche Druckgefälle mit einer Pumpe oder ,dergleichen Fördervorrichtung erzeugt werden, oder es wird das im Oberteil des Kochers durch die Laugeentnahme ent stehende Vakuum durch Einführung von Gasen in .den Kocher ganz oder teilweise ver nichtet, wobei man natürlich solche Gase be vorzugt, die .die Kochung noch -begünstigen, zum Beispiel schweflige Säure oder Abgase anderer Kocher oder Röstgase.
Natürlich können auch beide Massnahmen gleichzeitig angewendet werden, dabei auch :die Lauge unten aus dem Kocher abgezogen und die Gase in solchen Mengen in den Kocher einge leitet werden, dass sie in dessen Oberteil einen Überdruck erzeugen. Dieser Überdruck be günstigt dann,die Laugenabführung.
Der praktische Betrieb hat ergeben, dass bei ,dem Verfahren gemäss der Erfindung währenddes ganzen Kochprozesses der Druck im Kocher kaum noch über den maximal zu lässigen steigt, so dass Laugen überhaupt nicht und wesentliche Mengen von Gasen kaum aus dem Prozess während .des Kochens abgeleitet werden müssen.
Ein Abgasen ist selbst beim Kochen mit stark konzentrierter Lauge höchstens während der letzten Stun den in geringem Masse erforderlich, so dass nahezu die gesamte zu Anfang der Kochung vorhandene schweflige Säure der Kochung bis zum .Schluss erhalten bleibt.
Dieser Vorteil kann noch in der Weise ausgenutzt werden"dass für die Kochung sehr schwache Anfangslaugen, zum Beispiel Turmlaugen von beispielsweise 3 bis 4 .S03-Gehalt, verwendet werden. Der prak tische Betrieb hat gezeigt, dass bei VeTwen- dung schwacher Laugen ohne Verlängerung der Kochdauer der Kocher mit sehr niedriger Höchsttemperatur, zum Beispiel 125 C, be trieben werden kann, ohne dass während,
des Kochprozesses abgegast zu werden braucht. Man erhielt .dabei einen Zellstoff von bester Beschaffenheit und Reinheit, wie man ihn sonst nur mit indirekten Kochverfahren, also solchen, bei denen die Wärme mittelbar an die Kochlauge übertragen wunde, gewinnen konnte.
Bei Verwendung starker Laugen braucht erst dann abgegast zu werden, wenn bereits der Hauptaufschluss des Holzes zu Zellulose stattgefunden hat; zum Beispiel wurde bisher bei bekannten Verfahren, die mit voller Kocherfüllung arbeiteten, bei einer Temperatur von 70 bis 80 erstmals mit der Abgasung begonnen, während bei Anwen dung der Erfindung erst bei 130 und später die Abgasung in geringem Umfange erforder lich wird.
Aus -dem Umstand, dass wegen,der gerin geren Laugenfüllung im Oberteil des Kochers grössere Gasmengen gespeichert werden kön nen, kann .dadurch Nutzen gezogen werden, dass man diese Gase ständig in den Unter teil des Kochers zurückführt. Diese Mass nahme trägt gleichzeitig dazu bei, den Druck anstieg im Kocher zu vermindern; denn im Unterteil des Kochers werden unter dem er höhten Flüssigkeitsdruck die Gase in grö sseren Mengen absorbiert.
Auf -diese Weise erhält man auch eine gewisse Verstärkung der Kochlauge, wodurch natürlich die Ko- chung selbst begünstigt wird. Als besonderer Vorteil der Erfindung ist anzusehen, dass die Wärme, die dem Köcher zugeführt wird, aus schliesslich für die Durchführung der Ko chuni aufgewendet wird.
Es liegt auf der Hand, dass dadurch, und weil geringere Men gen Kochlauge zu erwärmen sind, ,der Wärmebedarf jeder Kochuni sehr günstig wird. Sämtliehe Kocher einer Fabrik kön nen zudem bei günstigstem Wärme- und Laugenverbrauch so eingerichtet und betrie ben werden, @dass ein jeder Kocher unabhängig für sich arbeitet, so dass bei stets gleich bleibenden Kochbedingungen (LaugenstäTke, Temperatur und Druck) es zum erstenmal möglich wird, das Produkt aller Kocher stets gleichmässig in Qualität und Quantität zu erhalten.
Für die Zurückführung der Gase aus dem Oberteil des Kochers in den Kochprozess können an sich bekannte Fördereinrichtun gen, zum Beispiel Kompressoren, Turbo-Ge- bläse oder Strahlapparate benutzt werden. Werden Strahlapparate verwendet, so kann man diese zum Beispiel mit dem Dampf be treiben, der für,die Nochung ohnehin aufge wendet werden muss.
Aber auch die Lauge selbst kann man zum Beispiel in Strahlappa- ,raten für die Förderung,der Gase verwenden, wenn die Lauge in bekannter Weise im Kocher umgewälzt wird. Die Fördereinrich tungen für Lauge und Gase werden zweck mässig in bekannter Weise im Kocher selbst angeordnet, um Wärmeverluste und derglei chen zu vermeiden. Die Gasabzugsleitung kann sowohl an die Saug-, als auch an die Druckleitung der Laugenzirkulation ange schlossen werden.
Es kann auch die Gas rückführung mittelst einer Nebenleitung der Druck- oder Saugleitung .der Laugenzirku- lationseinrichtung angeschlossen werden. Er forderlichenfalls kann auch -die Gasrückfüh rung mit einer von aussen zugeführten Lei tung, durch die andere Gase in den Koch prozess eingeführt werden, verbunden werden. Die Laugenzirkulation selbst kann in be kannter Weise sowohl von unten nach oben, als auch von oben nach unten oder auch aus -der Mitte nach oben oder unten oder nach beiden Seiten ausgeführt werden.
Die Zu rückführung der Gase lässt sich in derselben Weise ausgestalten. Natürlich braucht man nicht in allen diesen Fällen Laugenzirkula- tion und Gasrückführung miteinander zu verbinden Werden die Gas- und Laugenzirkulation in der Weise vereinigt, d.ass Gase und Lauge schon an denjenigen Stellen der Zirkulations- cinrichtung sich mischen, an denen der Höchstdruck herrscht, so wird die Wieder absorption der Gase in der Lauge besonders günstig.
Die Zirkulation der Gase und Lauge trägt jedenfalls bei dem Verfahren nach der Erfindung noch wesentlich dazu bei, .die Kon zentration ,der schwefligen Säure in der Lauge bis zum iSchluss der Kochung auf einer Höhe. zu halten, die man bisher bei Verwendung der Anfangslauge in der glei chen Konzentration nicht erreichen konnte. Zum Beispiel betrug im praktischen Betrieb, wo die Anfangslauge 4,1 l schweflige Säure enthielt, der Gehalt der Endlauge. an schwefliger Säure enthielt, der Gehalt der Endlauge an schwefliger Säure noch 2 % .
Es ergibt sich also, dass, obwohl man im Vergleich zu bekannten Verfahren zu Anfang des Kochens weniger grosse Mengen rin Aufschlussmitteln im Kocher hat, man gegen Ende .der Kochung .doch mit einer Lauge arbeitet, die wesentlich mehr Auf schlussmittel enthält als bei den bekannten Verfahren. Das ist wohl der Grund dafür, dass der erfindungsgemäss gewonnene Zell- 5toff infolge seiner gleichmässigen Behand lung während der ganzen Kochung in vor züglicher Qualität anfällt.
Die gegebenenfalls anfallenden Abgase lassen sich ohne 8chwierigkeit in der Kocher anlage verwerten, denn die Abgase sind ihrer Menge nach gering, auch haben sie stets die gleiche Zusammensetzung.
Sie können zum Beispiel in Turmlauge, Vorratsbottiche oder auch in andere Kocher eingeführt werden, in denen das Kochen erst beginnt. Im letzten Falle entsteht noch der Vorteil, da-ss druckerhöhende Fördervorrich tungen nicht unbedingt notwendig sind, da der Druck in den einzelnen Kochern gleich mässig und lanz.am ansteigt. Demgemäss kann man stets Gase aus einem Kocher, der schon längere Zeit kocht, ohne weiteres in einen andern Kocher überströmen lassen, in dem mit der Koehung später begonnen wurde.
Bei den bekannten Verfahren war dies nicht möglich, weil der höchst zulässige Betriebs- d.ruch in jedem Kocher schon zu Beginn des Kochens, zum Beispiel nach 2 bis 3 Stunden Kochzeit erreicht wurde.
Man kann das Abgasen nun noch stark beschleuni;,en, indem man den natürlichen Überdruck, mit dem die Gase aus dem abzu- gasenden Kocher ihren Verwendungsstellen zugeführt werden, durch an sich bekannte Fördereinrichtungen, wie Strahlapparate oder Gebläse oder Kompressoren erhöht. Ist die Kochung beendet, so lässt sich im übrigen .die Vorbereitui:g des Kochers für die Ent leerung in der Weise ausgestalten, dass man Wasser oder ähnliche Flüssigkeiten in den Kocher einleitet und hiermit die im Kocher befindlichen Gase völlig verdrängt.
An der Fördervorrichtung und an der Verwertung der Gase braucht dabei nichts geändert zu werden.
Die Ausnutzung der für .den Kochprozess- aufzuwendenden Mittel wird also auf ein Maximum gebracht. Insbesondere sind bei grösstmöglichster Ausnutzung der zugeführ ten Lauge und des Kochdampfes besondere Rückgewinnungsanlagen. für Wärme und schweflige Säure nicht mehr erforderlich.
Man hat zwar schon in verschiedenen Fällen Kocher nur zum Teil mit Lauge ge füllt, zum Beispiel bei rotierenden Kochern oder dann, wenn mit Rückführung der Gase aus dem Oberteil .des Kochers in den untern Teil gearbeitet wurde. In allen diesen Fäl len hatte man aber auch die Holzfüllung,des Kochers in demselben Grade verringert. Der Kocherraum konnte also nicht vollständig ausgenutzt werden. Bei dem Verfahren, ge mäss der Erfindung wird demgegenüber der Kocher ganz mit Holz gefüllt, sogar mecha nische Füllverfahren sind anwendbar.
Sie haben zudem noch besondere Vorteile, da die Dampf- und Schwefelersparnis, sowie die Güte des erzeugten Zellstoffes dann ein Maximum erreichen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sei anhand der Zeichnung erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Kocher im Längsriss; Pig. 2 ist :ein CGrundriss desselben Kochers. 1 ist. der Zellstoffkocher. Die Einrichtung zum Umwälzen der Lauge im Kocher be steht .aus der Pumpe 2, die zum Beispiel mittelst Elektromotor 3 angetrieben wird, der Saugleitung 4 mit .den beiden Saugarmen 5 und der Druckleitung 6, die unten den Sieb korb 7 hat.
Zur Zurückführung der Gase aus dem obern Kocherteil in die Kochlauge dient das Strahlgebläse 8, das in die Druckleitung 6 :der Pumpe 2 eingebaut ist, und die Saug leitung 9 mit dem hoch oben im Kocher be findlichen Saugkorb 10. Zur Verbindung der Druckleitung 6 und der Saugleitung 4 mit der ausserhalb des Kochers liegenden Pumpe 2 ist ein einziges Durchführungsstück 11 in die Kocherwand eingebaut, von dem die Druckleitung 12 und die Saugleitung 13 mit .den Absperr- und Regelorganen 14 bezw. 15 zur Pumpe 2 führen.
In die Leitung 12 mündet eine Leitung 16 für die Einführung von Kochdampf. In diese Leitung ist zwecks Regelung und Absperrung des Dampfstromes das Ventil 17 eingebaut.
Die Rohrleitung 19 mit dem Siebkorb 18 und dem Absperr- und Regelorgan 20 dient zum Ablassen von Lauge aus dein Kocher. Für die Beobachtung des Laugensstandes im Kocher ist die Einrichtung 21 mit .den Häh nen 22 und 23 vorgesehen. 24 ist der obere und 25 .der untere Kocherstutzen. Durch die Leitung 26 kann Dampf in,den Kocher ein geführt werden, während die Rohrleitung 28 zum Füllen :des Kochers mit Lauge benutzt werden kann. Diese Leitungen haben gleich falls Absperr- und Regelorgane 27 bezw. 29.
Die Rohrleitung 30 mit Ventil 31 .dient zum Einführen. von Wasser in den Kocher. Durch die Leitung 32, in der ein Ventil 33 vorge sehen ist, können Gase aus .dem Kocher ab geführt werden.
Unter Benutzung dieser Einrichtung ge staltet sich die Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung beispielsweise wie folgt: Der Kocher 1, der zum Beispiel 225 cm' Kocherraum hat, wird mit Holzschnitzeln entweder durch einfachen Zulauf aus dem darüherliegenden Silo oder mittelst nmechani- scher Füllvorrichtung vollgefüllt, nachdem der Auslassstutzen 25 geschlossen war.
Dann wird das Absperrorgan 29 geöffnet und aus der Leitung 28 Lauge in den Kocher einge führt, wobei der obere Kocherstutzen 24 ge öffnet bleibt. 'Wenn der Kocher vollends mit Lauge gefüllt und .die Luft, die zwischen ,dem Holz vorhanden war, verdrängt ist, schliesst man den obern Kocherstutzen 24, lässt aber die Pumpe, die die Lauge in den Kocher fördert, noch weiter arbeiten, bis ein Druck von zum Beispiel 3 Atm. oder auch der zulässige höchste Betriebsdruck :des Kochers erreicht ist. Dann wird das Absperr organ 29 geschlossen und das Absperrorgan 20 in,der Rohrleitung 19 geöffnet.
Man lässt nun soviel Lauge durch die Leitung 19 ab fliessen, dass während der Kochung Lauge nicht mehr abgeleitet zu werden braucht. Zum Beispiel entnimmt man dem vollends mit Lauge gefüllten Kocher von 225 cm" Inhalt 26 cm' Lauge. Die Menge der ab fliessenden Lauge lässt sich durch Beobach tung des Schauglases 21, in dem nach Öff nen der Hähne 22 und 23 derselbe Laugen stand sich einstellt wie im Kocher, genau be stimmen. Während :des Abfliessens der Lauge wird .der Kocher oben geschlossen gehalten.
Da, Zellstoffkocher gewöhnlich ausreichend hoch sind und bei Unterdruck Gase aua :der Kochlauge frei werden, so kann das im obern Teil des Kochers während des Laugen abflusses entstehende Vakuum den Ausfluss der Lauge aus :dem Kocher nicht unterbinden.
Ist der Laugenspiegel im Kocher bis zu ,dem gewünschten Stande gesunken, so wer ,den die Ventile 20, 22 und 23 geschlossen und man beginnt mit der Kochung, indem die Laugenpumpe 2 in Betrieb gesetzt und .das Ventil 17 in der Dampfleitung 16 ge öffnet wird. Falls erwünscht, kann auch durch die Rohrleitung 26 durch Öffnen des Ventils 27 der Kochdampf oder zusätzlicher Kochdampf in dem Kocher .eingeführt wer den.
Die Pumpe 2 saugt,die Lauge .durch die Saugarme 5 und die Saugleitung 4 aus dem obern Kocherteil ab und ,drückt sie durch die Leitung 6 und den Siebkorb 7 in den unter sten Teil des Kochers. Ferner werden -die sich im obersten Kocherteil ansammelnden Gase durch die Saugleitung 9 und das Saug strahlgebläse 8 abgesaugt und in dem Saug strahlgebläse 8, sowie der Leitung 6 mit der umgewälzten Lauge gemischt. Die Lauge absorbiert die Gase ganz oder teilweise. Es treten also die Gase zusammen mit der Lauge in den untersten Kocherteil ein.
Falls vor Ende der Kochung die Grenze des zulässiger Betriebsdruckes von zum Bei spiel<B>5</B> atü im Kocher erreicht wird, kann das Absperrorgan 33 geöffnet werden, so dass Gas durch die Rohrleitung 32 abströmt und eine Druckentlastung im Kocher bewirkt wird. Diese Rohrleitung 32 wird auch für die Abgasung des Kochers nach Beendigung der Kochung benutzt. Während des Abgasens nach der Kochung kann Wasser durch die Leitung 30 in den Kocher eingeführt werden.
Ist der Druck im Kocher tief genug gesunken, so wird der Zellstoff durch den untern Kocherstutzen 25 aus dem Kocher entfernt, und es ist der Kocher für eine weitere Charge fertig.
Die Fig. 3 zeigt den Temperatur- und Druckverlauf einer Kochung gemäss der Er findung., wobei auf der linken Seite .der Or dinate die Temperatur in Celsiusgraden, und auf der rechten Seite derselben der Druck in kg/cm@ eingetragen ist, während auf der Abszisse die Kochdauer in .Stunden abge lesen werden kann.
Der Druck p im Kocher steigt langsam und gleichmässig, und es wird erst nach 10 Stunden Kochzeit bei einer Tem peratur t von<B>130'</B> C der zulässige Höchst druck erreicht, so dass erst nach dieser Zeit abgegast zu werden braucht, wenn eine wei tere Steigerung der Kochtemperatur herbei geführt werden soll.