CH166804A - Verfahren zum Kochen von Zellstoff. - Google Patents

Verfahren zum Kochen von Zellstoff.

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CH166804A
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  Verfahren     znin        .Kochen    von     Zellstoff.       Beim     GZellstoffkochen,    insbesondere mit       Sulfitlaugen,    hat man bisher .die mit Holz       heschickten    Kocher mit Laugen gefüllt.  Darauf     wurde    Dampf zwecks Erzeugung der  erforderlichen Kochtemperatur in den Kocher  eingeführt. Der     Dampf    kondensierte, und es  vermehrte das Kondensat die im Kocher be  findliche Flüssigkeitsmenge. Ausserdem  wurden durch die Erhitzung der Lauge Gase,  insbesondere schweflige Säure, aus der Lauge  frei.

   Der durch .die     Zunahme    der Laugen  menge und das Freiwerden von Gasen her  vorgerufene Druckanstieg im Kocher er  reichte schon kurz nach     Beginn    des     Kochens     (meistens nach einer Kochzeit von 2 bis  Stunden) den maximalen Arbeitsdruck von  etwa 5     Atm.,    für den Zellstoffkocher im  allgemeinen eingerichtet sind. Zum Druck  ausgleich     russten    deshalb Ableitungen im       Oberteil    des Kochers in Zeitabständen ge  öffnet werden. Zu     Beginn    des     Kochens     strömt durch die Ableitungen in der Haupt-    sacke Lauge ab.

   Diese     Übertreiblauge    wurde  entweder gekühlt und frisch bereiteter Lauge  zugesetzt oder ohne zwischengeschaltete Küh  lung mit frischer Lauge einem andern Kocher       zugeführt.    Im     weiteren    Verlauf des     Kochens,     wenn .der     Laugenspiegel    im Kocher gesunken  war, wurden beim Öffnen der     Ableitungen     in der Hauptsache Gase aus dem Kocher ab  gezogen, die in     derselben    Weise     weiterver-          wertet    wurden wie die     Übertreiblauge.    Mei  stens war noch eine Speicherung der abge  führten Laugen und Gase von ihrer Wieder  verwendung erforderlich,

   da der     Betrieb    nicht  so geregelt werden kann, dass die aus einem  Kocher     abgeführten    Laugen- und Gasmengen       jederzeit    in einem andern Kocher     verwertbar     sind.  



  Diese     Arbeitsweise    hat' eine Reihe von  schwerwiegenden Nachteilen. Zunächst wer  dendem     Kochprozess    Laugen- und Gasmen  gen entzogen, deren Wiedergewinnung und  Verwertung besondere Einrichtungen erfor-           derlich    macht. Mit .den Laugen- und Gas  mengen werden ferner auch erhebliche  Wärmemengen aus dem Kocher abgeführt,  und es entstehen     entsprechende    Wärmever  luste. Im Kocher selbst ist vor dem Über  treiben     bezw.    Abgasen die Lauge auf Koch  temperaturerwärmt worden.

   Diese     Erwär-          mung    wurde erreicht :durch Kondensation  entsprechender Dampfmengen, wobei die für  die Erhitzung der abgeleiteten Laugen und  Gase aufgewendete Dampfmenge zum grossen  Teil nutzlos aufgewendet wurde und     dieser     Teil des     Kochdampfkon:densates    die im  Kocher vorhandene Lauge unnötig verwäs  serte.  



  Ferner hat die bisherige Arbeitsweise den  Nachteil,     dass    Kochlaugen von sehr hohem       So,-Gehalt        verwendet    werden müssen, damit  die durch die .ständigen     Abgasungen    während  des Kochprozesses immer mehr geschwächte       bezw.        verwässerte    Lauge noch bis zum Ende  des Kochprozesses stark genug ist, um den       Aufsehluss    des Holzes zu Zellulose zu ermög  lichen.

   Der dadurch anfangs sehr starke     SO;;-          Gehalt    .der     Lauge        wirkt    sich aber im An  fangsstadium     ides    Kochers bekanntlich     un-          günstig    auf .die     Beschaffenheit,der    Faser aus,  .das heisst es werden die zuerst aufgeschlos  senen Fasern durch den hohen     SO,-Gehalt     schon     angegriffen,    während die Hauptmenge  der Fasern noch nicht aufgeschlossen ist.  



  Die in den verschiedenen :Stufen des       Übertreibens    und     Abgasens    dem Kocher ent  zogene Lauge hatte nicht immer die gleiche  Zusammensetzung. Zu Beginn des     Koehens     war sie wesentlich reicher an schwefliger  Säure als im weiteren Verlauf des Prozesses.  Hieraus entstanden noch besondere Schwie  rigkeiten in der     Wiederverwertung    der ab  getriebenen Lauge. Da die aus dem Kocher  abgeleiteten Laugen- und Gasmengen recht  erheblich waren, war es nicht ohne weiteres  möglich, die verschiedenen Konzentrationen  genau auszugleichen und die     unter    Verwen  dung .der abgetriebenen Laugen neu berei  teten Kochlaugen für alle     Kochungen    auf  dieselbe Norm zu bringen.

   Dadurch wurde  Jede nachfolgende     Kochung    verschieden be-         einflusst,    und es gelang nicht, immer die  selbe Qualität des Zellstoffes zu erzielen.  Ausserdem wird durch die Ungleichmässig  keit in der     Laugenzusammensetzung,    die  durch das Übertreiben und Abgasen in Ver  bindung mit .der Wiederverwertung der ab  geführter Gase und Flüssigkeiten hervor  gerufen wird, auch die Kochzeit stark     be-          einflusst,    so. dass sich unregelmässige Belastun  gen des ganzen Betriebes, zum Beispiel auch  in     Jem    Dampf- und     Laugenerzeugung,    sowie  in     4er    Stoffaufbereitung und dergleichen er  geben.

   Auch ist schliesslich .das Abgasen und       Übertreiben    mit besonderen     Materialverlusten     verbunden.  



  Andere Vorschläge gingen darauf hinaus.  die Wärmezufuhr zum Kocher gleichmässiger  zu gestalten und die im Kocher befindliche  Flüssigkeit zu mischen. Diese     Einrichtungen     bestehen aus einer Fördereinrichtung, zum  Beispiel     Pumpe    oder     Strahlapparat.    Sie die  nen dazu, Lauge aus einer bestimmten     Stelle     ,des Kochers, zum Beispiel dem Oberteil, dem       Unterteil    oder er Mitte oder einer oder meh  reren andern Stellen zuzuführen. Beider  artigen     Einrichtungen    wurde die Lauge auf  ihrem Weg von einem Teil     .des    Kochers zum  andern auch manchmal noch ausserhalb des       Lochers    erhitzt.

   Sah man von dieser     Er-          bitzung    ab, so wurden die Fördereinrich  tungen auch schon im Kocher selbst unter  gebracht. Aber auch diese Vorschläge konn  ten nicht die Mängel beseitigen, die     dureh     die Druckerhöhung während .des Kochers be  dingt wurden. Insbesondere konnte das wie  derholte Übertreiben von Laugen und Ab  führen von Gasen zwecks Druckentlastung  nicht vermieden werden, wenn man den       Koch@erraum    voll ausnutzen, das heisst die  Füllung des Kochers mit Holz nicht     verhin-          d-ern    wollte. .  



  Durch die Erfindung     gelingt    es, diese  Nachteile zu beseitigen, so dass während des  Kochers ein Abtreibender Kochlauge nicht  und ein     Abgasen    höchstens in geringem Masse  gegen das Ende der     Kochung    erfolgt. Die  Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass  man beim Beginn des Kochers den Kocher      zwar voll mit Holz     beschickt,        aber    nicht mehr       ranz    mit Kochlauge gefüllt hält, sondern  dafür Sorge trägt, dass die     Laugenfüllung          mindestens    12 % kleiner ist, als das Fassungs  vermögen des mit Holz voll     beschickten     Kochers beträgt.

   Es hat sich nämlich ge  zeigt,     .dass    die Qualität .des     Zellstoffes    .durch  diese Arbeitsweise in keiner     Weise        beein-          ?-rächtigt,    im     @e@,:nteil    sogar ganz bedeutend  verbessert wird; denn zu Beginn der     Nochung     treten Schädigungen derjenigen Holzmengen,  die nicht von     Lauge    bedeckt sind, noch nicht  ein. Im weiteren Verlauf der     Kochung    sinkt  (las Holz in sich so weit zusammen,     :dass    die  ganze     IIolzmengge    unter dem     Laugenspiegel     liebt.

   Von .diesem     Zeitpunkt    an ist eine     Ge-          fährdung    der     Kochung    natürlich ohnehin       ausgeschlossen.     



  Will man     aber    noch besondere Mass  nahmen treffen, um auch. das zu Beginn der       Kochung    frei liegende Holz vor     Schädig    n  gen mit absoluter Sicherheit zu schützen, so  kann man dies dadurch erreichen, dass man  -das frei liegende Holz vor Beginn der     Ko-          chung    mit Lauge     zusammenbringt,    sei es  durch Berieselung oder     Tränkung.     



  Das Tränken des im obern     Kocherteil    be  findlichen. zu Anfang der     Kochung    von der  Lauge nicht bedeckten Holzes mit Lauge  wird zweckmässig     dadurch        bewirkt,    dass man  den K     ooher    vor Beginn der     Koc-hung    mit       Lauge    ganz     vollpumpt.    Vorteilhaft lässt man  die Pumpe in Tätigkeit, bis entweder ein  Druck von zirka 3     Atm.    oder .ein Druck  im Kocher erzielt wird, der dem normalen       höch.stzul-i.s,3igen        Betriebsdruck    von zum Bei  spiel 5     Atm.    oder mehr entspricht.

   Dann erst  lässt man mindestens 12 % Lauge, zum Bei  spiel aus dem Unterteil .des     Kochers    heraus,  ohne jedoch den     Oberteil    des Kochers zu  öffnen, und beginnt mit dem Kochen. Durch  das Ablaufen der Lauge aus .dem gefüllten  Kocher entsteht im     obern    Teil des Kochers  ein Unterdruck. Durch diesen Unterdruck  während des     Laugenabzuges    wird ein Teil  der in den     obern        Holzschnitzeln    befindlichen  Luft frei und der von der Luft innerhalb der    Holzschnitzel eingenommene Raum sofort    mit Lauge gefüllt.

   Durch den Unterdruck  im Kocher werden aus der Lauge ge  nügende Mengen Gase frei, so dass die Lauge  unten aus dem Kocher bis auf die erfindungs  gemäss vorgeschriebene     Menge    ablaufen kann,  ohne     dass    wieder Luft in den Oberteil -des  Kochers eingeführt werden müsste. Endlich  wird durch das Vollpumpen .des Kochers mit  Lauge und anschliessenden     Laugenabzug    er  reicht, dass     .die    in dem     Kocheroberteil    befind  liche Luft restlos .ausgetrieben wird.    Man kann die vor dem Kochen zu entfer  nende     Laugenmenge    aber auch an andern  Stellen des Kochers abziehen, zum Beispiel  oben oder in der Mitte.

   Dann kann das für  den     Abfluss    der Lauge aus dem Kocher er  forderliche Druckgefälle mit einer Pumpe  oder ,dergleichen Fördervorrichtung erzeugt  werden, oder es wird das im Oberteil des  Kochers durch die     Laugeentnahme    ent  stehende Vakuum durch Einführung von  Gasen in .den Kocher ganz oder teilweise ver  nichtet, wobei man natürlich solche Gase be  vorzugt, die .die     Kochung    noch     -begünstigen,     zum Beispiel schweflige Säure oder Abgase  anderer Kocher oder Röstgase.

   Natürlich  können auch beide Massnahmen gleichzeitig  angewendet werden, dabei auch :die Lauge  unten aus dem Kocher abgezogen und die  Gase in solchen Mengen     in    den Kocher einge  leitet werden, dass sie in dessen     Oberteil    einen       Überdruck        erzeugen.    Dieser     Überdruck    be  günstigt     dann,die        Laugenabführung.     



  Der praktische     Betrieb    hat ergeben, dass  bei ,dem Verfahren gemäss der Erfindung  währenddes ganzen Kochprozesses der Druck  im Kocher kaum noch über den maximal zu  lässigen steigt, so dass Laugen überhaupt  nicht und     wesentliche    Mengen von Gasen  kaum aus dem Prozess während .des     Kochens          abgeleitet    werden müssen.

   Ein Abgasen     ist     selbst     beim    Kochen mit stark konzentrierter  Lauge höchstens während der letzten Stun  den in geringem     Masse    erforderlich, so dass  nahezu die gesamte zu Anfang der     Kochung     vorhandene schweflige Säure der     Kochung     bis zum     .Schluss    erhalten bleibt.

        Dieser Vorteil kann noch in der Weise  ausgenutzt     werden"dass    für die     Kochung    sehr  schwache Anfangslaugen, zum Beispiel  Turmlaugen von beispielsweise 3 bis 4       .S03-Gehalt,    verwendet     werden.    Der prak  tische Betrieb hat gezeigt,     dass    bei     VeTwen-          dung    schwacher Laugen     ohne    Verlängerung  der Kochdauer der Kocher mit sehr niedriger       Höchsttemperatur,    zum Beispiel 125   C, be  trieben werden kann, ohne     dass        während,

  des     Kochprozesses     abgegast    zu werden braucht.  Man erhielt .dabei einen Zellstoff von bester  Beschaffenheit und Reinheit,     wie    man ihn  sonst nur mit indirekten Kochverfahren, also  solchen, bei denen die Wärme mittelbar an  die Kochlauge übertragen wunde, gewinnen  konnte.

   Bei Verwendung starker Laugen  braucht erst dann     abgegast    zu werden, wenn  bereits der     Hauptaufschluss    des Holzes zu  Zellulose stattgefunden hat; zum Beispiel  wurde bisher bei     bekannten    Verfahren, die  mit voller     Kocherfüllung    arbeiteten, bei einer  Temperatur von 70 bis 80   erstmals mit der       Abgasung        begonnen,    während bei Anwen  dung der Erfindung erst bei 130   und     später     die     Abgasung        in        geringem    Umfange erforder  lich wird.  



  Aus -dem Umstand,     dass        wegen,der    gerin  geren     Laugenfüllung    im Oberteil des Kochers  grössere     Gasmengen    gespeichert werden kön  nen, kann .dadurch Nutzen gezogen werden,       dass    man diese Gase ständig in den Unter  teil des Kochers     zurückführt.    Diese Mass  nahme trägt gleichzeitig dazu bei, den Druck  anstieg im Kocher zu vermindern; denn im  Unterteil des Kochers werden unter dem er  höhten Flüssigkeitsdruck die Gase in grö  sseren Mengen absorbiert.

   Auf -diese Weise  erhält man auch eine gewisse Verstärkung  der Kochlauge, wodurch natürlich die     Ko-          chung    selbst begünstigt     wird.    Als besonderer  Vorteil der     Erfindung    ist anzusehen, dass die  Wärme, die dem Köcher zugeführt wird, aus  schliesslich für die Durchführung der Ko  chuni aufgewendet wird.

   Es liegt auf der  Hand, dass dadurch, und weil geringere Men  gen Kochlauge zu erwärmen sind, ,der  Wärmebedarf jeder Kochuni sehr günstig    wird.     Sämtliehe    Kocher einer Fabrik kön  nen zudem bei     günstigstem    Wärme- und       Laugenverbrauch    so eingerichtet und betrie  ben werden,     @dass    ein jeder Kocher unabhängig  für sich arbeitet, so dass bei stets gleich  bleibenden Kochbedingungen     (LaugenstäTke,     Temperatur und Druck) es zum erstenmal  möglich wird, das Produkt aller Kocher stets  gleichmässig in Qualität und Quantität zu  erhalten.

      Für die     Zurückführung    der Gase aus dem  Oberteil des Kochers in den     Kochprozess     können an sich bekannte Fördereinrichtun  gen, zum Beispiel Kompressoren,     Turbo-Ge-          bläse    oder     Strahlapparate    benutzt werden.  Werden     Strahlapparate    verwendet, so kann  man diese zum Beispiel mit dem Dampf be  treiben,     der        für,die        Nochung    ohnehin aufge  wendet werden muss.

   Aber auch die Lauge  selbst kann man zum Beispiel in     Strahlappa-          ,raten    für die     Förderung,der    Gase     verwenden,     wenn die Lauge in bekannter Weise im  Kocher umgewälzt wird. Die Fördereinrich  tungen für Lauge und Gase werden zweck  mässig in bekannter Weise im Kocher selbst       angeordnet,    um Wärmeverluste und derglei  chen zu vermeiden. Die     Gasabzugsleitung     kann sowohl an die Saug-, als auch an die  Druckleitung der     Laugenzirkulation    ange  schlossen werden.

   Es kann auch die Gas  rückführung mittelst einer Nebenleitung der  Druck- oder Saugleitung .der     Laugenzirku-          lationseinrichtung    angeschlossen     werden.    Er  forderlichenfalls kann auch -die Gasrückfüh  rung mit einer von aussen zugeführten Lei  tung, durch die andere Gase in den Koch  prozess     eingeführt    werden, verbunden werden.  Die     Laugenzirkulation    selbst kann in be  kannter Weise sowohl von unten nach oben,  als auch von oben nach unten oder auch aus       -der        Mitte    nach oben oder unten oder nach  beiden     Seiten    ausgeführt werden.

   Die Zu  rückführung der Gase lässt sich in derselben  Weise ausgestalten. Natürlich braucht man  nicht in allen diesen Fällen     Laugenzirkula-          tion    und     Gasrückführung        miteinander    zu       verbinden         Werden die Gas- und     Laugenzirkulation     in der Weise vereinigt,     d.ass    Gase und Lauge  schon an denjenigen Stellen der     Zirkulations-          cinrichtung    sich mischen, an denen der  Höchstdruck herrscht, so wird die Wieder  absorption der     Gase    in der Lauge besonders  günstig.

       Die    Zirkulation der Gase und Lauge  trägt jedenfalls bei dem Verfahren nach der  Erfindung noch wesentlich dazu bei, .die Kon  zentration ,der schwefligen Säure in der  Lauge bis zum     iSchluss    der     Kochung    auf  einer Höhe. zu halten, die man bisher bei       Verwendung    der Anfangslauge in der glei  chen Konzentration nicht erreichen     konnte.     Zum Beispiel betrug im praktischen Betrieb,  wo die Anfangslauge 4,1     l    schweflige Säure  enthielt, der Gehalt der Endlauge. an  schwefliger Säure enthielt, der Gehalt der       Endlauge    an schwefliger Säure noch 2 % .  



  Es ergibt sich also, dass, obwohl man  im Vergleich zu bekannten Verfahren zu  Anfang des     Kochens    weniger grosse Mengen       rin        Aufschlussmitteln    im Kocher hat, man  gegen Ende .der     Kochung    .doch mit einer  Lauge arbeitet, die wesentlich mehr Auf  schlussmittel enthält als bei den bekannten  Verfahren. Das     ist    wohl der Grund dafür,  dass der erfindungsgemäss gewonnene     Zell-          5toff    infolge seiner gleichmässigen Behand  lung während der ganzen     Kochung    in vor  züglicher Qualität anfällt.  



  Die gegebenenfalls anfallenden Abgase  lassen sich ohne     8chwierigkeit    in der Kocher  anlage     verwerten,    denn die Abgase sind ihrer  Menge nach gering, auch haben sie stets die  gleiche Zusammensetzung.  



  Sie können zum Beispiel in Turmlauge,  Vorratsbottiche oder auch in andere Kocher  eingeführt werden, in denen das Kochen erst  beginnt. Im letzten Falle entsteht noch der       Vorteil,        da-ss    druckerhöhende Fördervorrich  tungen nicht unbedingt     notwendig    sind, da  der Druck in den einzelnen Kochern gleich  mässig und     lanz.am    ansteigt. Demgemäss  kann man stets Gase aus einem Kocher, der       schon    längere Zeit kocht, ohne weiteres in       einen        andern    Kocher überströmen     lassen,    in  dem mit der     Koehung    später     begonnen    wurde.

      Bei den     bekannten    Verfahren war dies nicht  möglich, weil der höchst zulässige     Betriebs-          d.ruch    in jedem Kocher schon zu Beginn des       Kochens,    zum Beispiel nach 2 bis 3 Stunden  Kochzeit     erreicht    wurde.  



  Man kann das Abgasen nun noch stark       beschleuni;,en,    indem man den natürlichen  Überdruck, mit dem die Gase aus dem     abzu-          gasenden    Kocher ihren     Verwendungsstellen     zugeführt werden, durch an sich bekannte  Fördereinrichtungen, wie     Strahlapparate     oder Gebläse oder Kompressoren erhöht. Ist  die     Kochung    beendet, so lässt sich im übrigen  .die     Vorbereitui:g    des Kochers für die Ent  leerung in der Weise ausgestalten, dass man  Wasser oder ähnliche Flüssigkeiten in den  Kocher einleitet und hiermit die im Kocher       befindlichen    Gase völlig verdrängt.

   An der  Fördervorrichtung und an der Verwertung  der Gase braucht dabei nichts geändert zu  werden.  



  Die Ausnutzung der für .den     Kochprozess-          aufzuwendenden    Mittel wird also auf ein  Maximum gebracht. Insbesondere sind bei       grösstmöglichster    Ausnutzung der zugeführ  ten Lauge und des Kochdampfes besondere  Rückgewinnungsanlagen. für Wärme und  schweflige Säure nicht mehr erforderlich.  



  Man hat zwar schon in     verschiedenen     Fällen Kocher nur zum Teil mit Lauge ge  füllt, zum Beispiel bei rotierenden Kochern  oder dann, wenn mit     Rückführung    der Gase  aus dem     Oberteil    .des Kochers in den untern  Teil     gearbeitet    wurde. In allen diesen Fäl  len hatte man aber auch die     Holzfüllung,des     Kochers in demselben Grade verringert. Der       Kocherraum    konnte also nicht vollständig  ausgenutzt werden. Bei dem     Verfahren,    ge  mäss der Erfindung wird demgegenüber der       Kocher    ganz mit Holz gefüllt, sogar mecha  nische Füllverfahren sind anwendbar.

   Sie  haben zudem noch besondere Vorteile, da die  Dampf- und Schwefelersparnis, sowie die  Güte des erzeugten Zellstoffes dann ein       Maximum    erreichen.  



  Ein     Ausführungsbeispiel    der Erfindung  sei anhand der     Zeichnung    erläutert.  



       Fig.    1     zeigt    einen Kocher im     Längsriss;              Pig.    2 ist     :ein        CGrundriss        desselben        Kochers.     1 ist. der Zellstoffkocher. Die Einrichtung  zum Umwälzen der Lauge im Kocher be  steht .aus der Pumpe 2, die zum Beispiel       mittelst    Elektromotor 3 angetrieben wird, der       Saugleitung    4 mit .den beiden Saugarmen 5  und der Druckleitung 6, die unten den Sieb  korb 7 hat.

   Zur Zurückführung der Gase aus       dem        obern        Kocherteil    in die Kochlauge     dient     das     Strahlgebläse    8, das in die Druckleitung  6 :der Pumpe 2     eingebaut    ist, und die Saug  leitung 9 mit dem hoch oben im Kocher be  findlichen Saugkorb 10. Zur     Verbindung     der Druckleitung 6 und der Saugleitung 4  mit der ausserhalb des Kochers liegenden  Pumpe 2 ist ein einziges Durchführungsstück  11 in die     Kocherwand    eingebaut, von dem  die Druckleitung 12 und die Saugleitung 13  mit .den     Absperr-    und Regelorganen 14     bezw.     15 zur Pumpe 2 führen.

   In die Leitung 12  mündet eine Leitung 16 für die Einführung  von Kochdampf. In diese Leitung ist zwecks  Regelung und Absperrung des     Dampfstromes     das Ventil 17 eingebaut.  



  Die     Rohrleitung    19 mit dem Siebkorb 18  und dem     Absperr-    und Regelorgan 20 dient  zum Ablassen von Lauge aus dein Kocher.  Für die Beobachtung des     Laugensstandes    im  Kocher ist die Einrichtung 21 mit .den Häh  nen 22 und 23 vorgesehen.     24    ist der obere       und    25 .der untere     Kocherstutzen.    Durch die  Leitung 26 kann Dampf     in,den    Kocher ein  geführt werden, während die Rohrleitung 28  zum Füllen :des Kochers mit Lauge benutzt  werden kann. Diese Leitungen haben gleich  falls     Absperr-    und Regelorgane 27     bezw.    29.

    Die Rohrleitung 30 mit Ventil 31 .dient zum       Einführen.    von Wasser in den Kocher. Durch  die Leitung 32, in der ein Ventil     33    vorge  sehen ist, können Gase aus .dem Kocher ab  geführt werden.  



  Unter Benutzung dieser Einrichtung ge  staltet sich die Ausführung des Verfahrens  gemäss der Erfindung beispielsweise wie  folgt:  Der Kocher 1, der zum Beispiel 225 cm'       Kocherraum    hat, wird mit Holzschnitzeln  entweder durch einfachen Zulauf aus dem         darüherliegenden    Silo oder     mittelst        nmechani-          scher    Füllvorrichtung vollgefüllt, nachdem  der     Auslassstutzen    25 geschlossen war.

   Dann  wird das Absperrorgan 29 geöffnet und aus  der Leitung 28 Lauge in den Kocher einge  führt, wobei der obere     Kocherstutzen    24 ge  öffnet bleibt. 'Wenn der Kocher vollends  mit Lauge gefüllt und .die Luft, die zwischen       ,dem    Holz vorhanden war, verdrängt ist,  schliesst man den obern     Kocherstutzen    24,  lässt aber die Pumpe, die die Lauge in den  Kocher fördert, noch weiter arbeiten, bis  ein Druck von zum Beispiel 3     Atm.    oder  auch der zulässige     höchste    Betriebsdruck :des  Kochers erreicht ist. Dann wird das Absperr  organ 29 geschlossen und das Absperrorgan  20     in,der    Rohrleitung 19 geöffnet.

   Man lässt  nun soviel Lauge durch die Leitung 19 ab  fliessen, dass während der     Kochung    Lauge  nicht mehr abgeleitet zu werden braucht.  Zum Beispiel entnimmt man dem vollends  mit Lauge gefüllten Kocher von 225 cm"  Inhalt 26 cm' Lauge. Die Menge der ab  fliessenden Lauge lässt sich durch Beobach  tung des Schauglases 21, in dem nach Öff  nen der Hähne 22 und 23 derselbe Laugen  stand sich     einstellt    wie im Kocher, genau be  stimmen. Während :des     Abfliessens    der Lauge  wird .der Kocher oben geschlossen gehalten.

    Da,     Zellstoffkocher    gewöhnlich ausreichend  hoch sind und bei Unterdruck Gase aua :der  Kochlauge frei werden, so kann das im obern  Teil des Kochers während des Laugen  abflusses     entstehende    Vakuum den Ausfluss  der Lauge aus :dem Kocher nicht     unterbinden.     



  Ist der     Laugenspiegel    im Kocher bis zu       ,dem    gewünschten Stande gesunken, so wer  ,den die Ventile 20, 22 und 23     geschlossen     und man beginnt mit der     Kochung,    indem  die     Laugenpumpe    2 in Betrieb gesetzt und  .das Ventil 17 in der Dampfleitung 16 ge  öffnet     wird.    Falls erwünscht, kann auch  durch die Rohrleitung 26 durch Öffnen des  Ventils 27 der Kochdampf oder zusätzlicher  Kochdampf in dem Kocher     .eingeführt    wer  den.

   Die Pumpe 2     saugt,die    Lauge .durch die  Saugarme 5 und die Saugleitung 4 aus dem  obern     Kocherteil    ab und ,drückt sie durch die      Leitung 6 und den     Siebkorb    7 in den unter  sten Teil des Kochers.     Ferner    werden -die  sich im     obersten        Kocherteil    ansammelnden  Gase durch die Saugleitung 9 und das Saug  strahlgebläse 8 abgesaugt und in dem Saug  strahlgebläse 8, sowie     der    Leitung 6 mit der  umgewälzten Lauge     gemischt.    Die Lauge  absorbiert die Gase ganz oder teilweise. Es  treten also die Gase zusammen mit der Lauge  in den untersten     Kocherteil    ein.  



  Falls vor Ende der     Kochung    die Grenze  des     zulässiger    Betriebsdruckes von zum Bei  spiel<B>5</B> atü im Kocher erreicht wird,     kann    das       Absperrorgan    33 geöffnet werden, so dass  Gas durch die Rohrleitung 32 abströmt und  eine     Druckentlastung    im Kocher bewirkt  wird. Diese Rohrleitung 32 wird auch für die       Abgasung    des Kochers nach Beendigung der       Kochung    benutzt. Während des     Abgasens     nach der     Kochung    kann Wasser durch die       Leitung    30 in den Kocher eingeführt werden.

    Ist der Druck im Kocher tief genug gesunken,  so wird der Zellstoff durch den untern       Kocherstutzen    25 aus dem Kocher entfernt,  und es ist der Kocher für eine weitere Charge       fertig.     



  Die     Fig.    3     zeigt    den Temperatur- und  Druckverlauf einer     Kochung    gemäss der Er  findung., wobei auf der linken Seite .der Or  dinate die     Temperatur    in     Celsiusgraden,    und  auf der rechten Seite derselben der Druck in       kg/cm@    eingetragen ist, während auf der  Abszisse die Kochdauer in .Stunden abge  lesen werden kann.

   Der Druck p im Kocher  steigt langsam und gleichmässig, und es wird  erst nach 10 Stunden Kochzeit bei einer Tem  peratur     t    von<B>130'</B> C der zulässige Höchst  druck erreicht, so     dass    erst nach dieser Zeit       abgegast    zu werden braucht, wenn eine wei  tere Steigerung der Kochtemperatur herbei  geführt werden soll.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Kochen von Zellstoff mit Sulfitlauge, bei welchem während dem Kochen ein Abtreiben der Kochlauge nicht, und ein Abgasen höchstens gegen das Ende der Kochung in geringem Masse erfolgt, da- durch gekennzeichnet, dass der Kocher mit Holz voll beschickt wird und dass zu Be ginn des Kochens eine derartige Menge Koch lauge vorhanden ist, die mindestens 12 kleiner ist .als das Fassungsvermögen des mit Holz vollbeschickten Kochers beträgt. UNTERANSPR t7 CHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Gase aus dem Oberteil des Kochers in den Unterteil des Kochers mittelst Einrichtungen, die im Innern des Kochers liegen, zurückge führt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückführung .der Gase aus dem Oberteil .des Kochers in den Unterteil des Kochers durch Kompressoren erfolgt. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die Rückführung der Gase aus dem Oberteil des Kochers in den Unter teil des Kochers durch Strahlapparate erfolgt. .
    4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zurückführen der Gase in den Unterteil .des Kochers als Arbeitsmittel Kochdampf benutzt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zurückführen der Gase in den Unterteil des Kochers als Arbeitsmittel im Kocher in Umlauf gehaltene Koch lauge benutzt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zu Beginn des Kochens oberhalb des Laugenspiegels liegende Holz mit Kochlauge berieselt wird. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zu Beginn -des Kochens oberhalb des Laugenspiegels liegende Holz mit Kochlauge getränkt wird. B.
    Verfahren nach Patentanspruch, .dadurch gekennzeichnet, dass vor Beginn des Ko- chens der völlig mit Holz gefüllte Kocher mit Kochlauge restlos gefüllt und dass darauf von der Kochlauge soviel abge lassen wird, dass zu Beginn des Kochens eine derartige Menge Kochlauge vorhan den ist, die mindestens 12 % kleiner ist als das Fassungsvermögen des mit Holz voll beschickten Kochers beträgt, dass hierauf mit dem Kochen begonnen wird, unter Umwälzung -der Kochlauge und Rückführung der Gase aus dem Oberteil des Kochers in die Kochlauge. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch ±, dadurch gekennzeichnet, dass die Kochlauge bei der restlosen Fül lung unter maximal bis zum höchst zu lässigen Betriebsdruck des Kochers stei genden Druck gesetzt wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 8 und 9, dadurch gekenn zeichnet, dass während des Ablassens der Kochlauge vor der Kochung ein Vakuum im Oberteil des Kochers aufrecht erbal- ten wird. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch,,dadurch gekennzeichnet, da.ss mit schwacher Koch lauge von 3 bis 4 % schwefliger Säure g o earbeitet wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch, .dadurch gekennzeichnet, dass bei Anwendung schwacher Kochlaugen und niedriger Höchsttemperaturen im Kocher während des Kochprozesses nicht erbgegast wird. 13. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anwendung star ker Kochlaugen erst nach Erreichen einer Temperatur von 120 bis 130 ein gerin ges Abgasen erfolgt.
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