Verfahren und Maschine zum Aufbäumen von Garn in zylindriseher Kreuzwicklung für das Bleichen, Färben usw. Die Nassbehandlung (Bleichen, Färben usw.) von Garnen auf dem Baum ist schon seit Jahrzehnten bekannt, hat aber in den letzten Jahren ausserordentlich an Bedeu tung gewonnen. Ihr Wesen besteht darin, dass das Garn in Form einer Fadenbahn, ganz wie bei den sogenannten Zettelmasehi- nen der Weberei, auf einen Baum auf gewickelt wird.
Der Wickelbaum kommt<B>je-</B> doch in Gestalt eines gelochten Zylinders zur Verwendung, und dieser wird nach dem Bewickeln in den Flattenkreislauf ein geschaltet. Der letztere wird zeitweise um gesteuert, die Flotte durchdringt infolge dessen die den Baum umgebende Garnschicht abwechselnd von aussen nach innen und um gekehrt. Für ein gutes und gleichmässiges Durchfärben ist es erforderlich, dass die Fadenbahn beim Wickeln des Baumes stets mit gleichbleibender Spannung gleichmässig dicht aufgewunden wird, damit die durch die Garnschichten strömende Flotte überall den gleichen Widerstand findet.
Dieses Wickeln bietet Schwierigkeiten, man erreicht deshalb in der Ausfärbung nicht immer eine einheit- liehe Durchfärbung, und dies kommt vor allen Dingen dann in Betracht, wenn mehrere Garnbäume mit der gleichen Flotte behan delt werden müssen, besonders aber auch beim Arbeiten mit hellen Farben.
Die Flotte hat, da die auf dem Baum befindlichen Fä den dicht aneinander und aufeinander liegen, nicht überall die Möglichkeit, gleichmässig an die Fäden heranzukommen, besonders gilt dies von den Baumrandfäden. Sie werden durch die Baumrandscheiben beim Auf laufen auf den Baum achsial nach innen<B>ge-</B> drängt und kommen infolgedessen vielfach dichter aneinander zu liegen als die in der Längsmitte des Baumes liegenden Fäden.
Um all die vorbenannten Übelstände züi beseitigen, hat man bereits vorgeschlagen, stellen, die Garnbäume um durch. in diese Kreuzwicklung einen poröseren herzu- Garnkörper zu erhalten.
Bei den dort für die Kreuzwicklung in Vorschlag gebrachten Maschinen befindet sieh aber der ortsfest gelagerte, achsial hin- und herbewegte Fadenführungskamm <B>p,</B> wie dies die, schema tische Fig. <B>1</B> zeigt, weit ab von der Auflauf stelle der Fäden auf den Baum. Die Folge davon ist, dass sich die Hubbewegung des Fadenführungskammes bis zur Auflaufstelle der Fäden auf den Baum wieder in eine fast parallele Fadenlage auswirkt, eine starke Kreuzung der Fäden also nicht erreicht wird und somit auch keine ausreichende Porosität für einen leichten, gleichmässigen Flotten durchgang zustande kommt.
Man hat auch bei Konussehermaschinen schon vorgeschla gen, das Scherblatt in tunlichster Nähe der Garnauflaufstellen auf die Trommel anzu ordnen. Aber auch hier liegt die Faden- ablaufstelle vom Kamm nicht unmittelbar vor der Auflaufstelle der Fäden auf den Baum, sondern in solcher Entfernung, dass eine genügende Kreuzung der Fäden un möglich ist. Zylindrische Fadenwickel, wie sie die Maschine nach der vorliegenden Er findung erzeugt, können somit auch bei An wendung dieser vorbekannten Einrichtung nicht gewonnen werden.
Die auf Konusseher- maschinen gewickelten Ketten können zudem auf den Schertrommeln dieser Maschinen für das Nassbehandeln (Bleichen, Färben usw.) überhaupt nicht in Frage<U>kommen,</U> sie müss- ten dann erst wieder in hierfür ceeinneten C zn Maschinen auf Färbbäume umgewickelt wer den. Hier Abhilfe zu schaffen, ist Zweck der Erfindung.
Dieser Zweck soll durch das Verfahren gemäss vorliegender Erfindung dadurch er reicht werden, dass die aufzubäumenden Fä den durch den Fadenführerkamm während des ganzen Wickelvorganges vom kleinsten bis zum crössten Durchmesser des Baumes in unmittelbarer Nähe der Garnauflaufstelle Ueführt werden.
<B>t5</B> Bei der Maschine zur Durchführuno, des t' Verfahrens (yemäss der Erfindung ist der el Fadenführungskamm im Sinne der schema- tischen Fig. 2 in unmittelbare Nähe der Auf laufstelle der Fäden auf den Baum gebracht; die Fäden laufen also aus ihm dauernd un mittelbar auf den Baum bezw. die schon vor- ha ndene Wicklung auf.
Die durch die Ach- sialbewegung des Kammes bezw. des Wichel- baumes erreichte Fadenkreuzung wirkt sich somit beim Auflaufen der Fäden voll aus. Ein Wickelbaum mit an seinen Enden vor gesehenen Randscheiben lässt sich bei einer solchen Zuleitung der Fäden allerdings nicht verwenden, da sie den seitlichen Hub für die Fadenbahn begrenzen -würden.
Es müssen deshalb Wickelbäume zur Verwendung kom men, deren Randscheiben abgenommen oder doch wenigstens durch achsiale Versetzung so weit von den Stirnseiten des Garnwickels abgestellt werden können, dass keine Hub begrenzung der bezeichneten Art eintritt.
Da der Durchmesser des entstehenden Garnwickels beim Fadenauflauf beständio, zunimmt, ist zweckmässigerweise der Faden- führungskamm, wenn das angestrebte Ziel<B>-</B> der unmittelbare Auflauf der Fäden aus dem <U>Kamm</U> auf den Baum<B>-</B> dauernd erreicht werden soll, relatif zu dem )Vickelbaum be- weglicli. Dies kann auf verschiedene Weise erreicht werden.
Entweder kann der Faden- führungskamm oder sein vorteilhaft als Laufwalze ausgebildeter Träger auf ge- wiclitsbelasteten Schwinghebeln so gelagert sein, dass er sich, bei sieh änderndem Garn- baumdurchmesser, ohne weiteres selbsttätig diesem entsprechend einstellen kann, oder es kann der Fadenführungskamm bezw. sein Träger mechanisch dem sieh ändernden Wickeldurchmesser entsprechend verstellt werden.
Endlich kann auch der Faden- führungskamm ortsfest, der Wickelbaum dagegen ortsbeweglich gelagert werden, etwa in durch selbsttätig sich beim Anwachsen des Baumgewichtes verschiebende Gegen gewichte ausgewuchtete Schwinghebel. Da bei liegt er mit seiner Wicklung am<U>Kamm-</U> träger an und wird von diesem mit zu nehmendem Wiekeldurchmesser abgedrückt. Die mechanische Verstellung von Kamm oder Baum bietet den Vorteil, dass der Kamm bezw. sein Träger nicht mit dem Garn auf dem Baum in Berührung bleiben muss. Ge wisse Farbstoffe und Kunstseiden vertragen eine derartige Berührung mit sich aus ihr er ebender Fadenreibung nicht.
Auf jeden Fall muss aber, wenn das angestrebte Ziel, eine gute Fadenkreuzung auch bei mecha nisch verstelltem Fadenführungskamm oder -baum erreicht werden soll, der Fadenführer- kamin stets innerhalb des Ringraumes ver bleiben, welcher für den zu bildenden Wickelkörper in Frage kommt.
(Siehe die punktierten Linien in den Fig. 2 bis 4 und <B>5</B> bis<B>10.)</B> Die Fig. <B>3</B> bis<B>10</B> zeigen eine zur Durch- führuno- des Verfahrens gemäss der Erfin- r# dunc dienende Baumwickelmaschine in meh- n reren Ausführunusbeispielen. n Bei der Maschine nach Fig. <B>3</B> und 4 lau fen die vom Spulengatter kommenden Fäden <B>1</B> durch den Kamm<B>3</B> auf den auf
der Achse 14 sitzenden crelochten Wickelbaum 2-, der von einem Riemenkegelgetriebe aus durch da## Zwischengefriebe <B>129, 13</B> seine Drehbewegung empfängt<B>.</B> Der von einer Schiene 4 getra gene Kamm<B>3</B> erhält. seine achsiale Hin- und Herbewegung durch eine Schrägscheibe<B>5,</B> deren Achse ebenfalls auf den den Faden- leitkamin tracenden Schwinghebeln<B>6.
7</B> ge lagert ist und ihre Drehbewegung durch ein Keitenradgetriebe <B>8, 9, 10</B> erhält. Bei zu- nehmende-in Baumdurchmesser steigt der auf dem Baumwickel anfliegende Kamm<B>3</B> bezw. Kammträger 4 mit dem Führiingskamin <B>3</B> infol-e seiner Lagerung auf den gewichts- I <B>n</B> belasteten Schwinghebeln<B>6, 7</B> nach oben.
Diese Ortsveränderung hat eine Änderung n des von dem Kammträger auf den Garn wickel ausoeübten Druckes zur FolTe, das Garn wird demgemäss unter sieh ändernder Belastung, das heisst mit sich ändernder Dichte aufgewunden. Uin diesem Übelstand abzuhelfen, sind die auf den Schwinghebeln <B>6, 7</B> sitzenden Gewichte<B>11.</B> verstellbar. Um ferner ein Springen des Fadenführungs- kammes beim Auflaufen des Garnes auf den Baum zu verhindern, sind die gewichts- behosteten Schenkel der Schwinghebel<B>6, 7</B> zwischen verstellbaren Bremsbacken<B>15</B> ge führt.
Umgekehrt kann, wie in Fig. <B>5</B> schema tisch dargestellt, der Kamm<B>3</B> ortsfest, der Wickelbaum 2 dagegen ortsbeweglieli ge lagert werden, wobei er mit seiner Wicklung am Kammträger 4 anliegt und von diesem bei zunehmendem Baumdurchmesser ab gedrückt wird. Die Gegengewichte<B>11</B> kön nen dabei auf den Schwinghebeln<B>28</B> durch die Arme<B>29,</B> die bei<B>30</B> und<B>31</B> gelenkig an geordnet sind, mit zunehmendem Baum durchmesser bezw. Wickelgewicht selbsttätig verschoben werden.
M- Tenn man dem Führungskamm, wie in Fig. <B>6</B> angedeutet, in der ganzen Breite der LI 21 Garnheffe gleichmässige Zahnteilung- gibt, so fallen die beiden Stirnkanten des Wickel- körpers zufolge der starken Kreuzung der Fäden stark abgesehrägt aus.
Es hat dies zur Foloe, dass die Kantenfäden kürzer als die übrigen werden und beim Wieder- ablaufen vom Baum zufolge grösserer Span nung reissen. Um diesen VIelstand zu ver meiden, werden erfindungsgemäss, wie aus Fig. 4 zu ersehen, die Kammzähne gegen über den beiden Enden des Wickelbaumes in der Breite des Kammhubes nach den Kan ten hin in gleichmässig zunehmender Dichte der Teilung angeordnet.
Dadurch wird an diesen Stellen soviel Garn mehr auf gewickelt, dass der Wickelkörper bis zu den beiden Enden zylindrisc'h oder nur in un schädlichem Ausmass abgesehrägt ausfällt.
Die in Fi-. <B>7</B> im Grundriss dargestellte Ausführuno,sform der Maschine unterschei det sieh von der vorstehend erläuterten Aus- führungsforin derselben dadurch, dass der Fadenführungskainin <B>3</B> (Fig. 4) nicht als Schiene mit auf die ganze Baumlänge in einer Geraden stehenden Führungszähnen ausgebildet ist, sondern aus einer Vielzahl von auf einem gemeinsamen, achsial hin- und herbewegten Träger in AbstäUnden. angeord neten,
gerade oder schräg gestellten Teil kämmen bestelit (vergl. <B>3,</B> Fig. <B>7).</B> Jeder Teilkamm dient für eine Gruppe von Fäden als Zuleitung zum Wickelbaum. Aus dieser eigenartigen Zuführung der Fäden in Band form ergeben sich scheibenartige zylindrische Garnkörper in Kreuzwicklung, wie dies die Fig. <B>7</B> erkennen lässt, die zusammen einen Keitenbaum ergeben. Hierdurchwird für die Buntweberei mit sehr vielseitiger Farben einstellung der Ketten und ausserordentlich vielen kurzen Ketten der Vorteil erreicht,.
dass man von derartig gebildeten und aus gefärbten Bäumen einzelne Kreuzspulen (Seheibenspulen in Kreuzwicklung) abziehen und zu einem bunten Baum<U>zusammenstellen</U> bezw. zusammenbäumen kann. Je nach der Anzahl der zu wickelnden Fäden und der Zahl der zu einem Fadenband vereinigten Fäden ist die Zahl der zu bildenden Schei benspulen eine verschiedene. Sie ist keinerlei Beschränkung unterworfen und kann bis auf eine herabgehen. Im letzteren Falle ent steht auf dem Wickelbaum eben nur ein ungeteilter zyllindrischer Kettenwickel in Kreuzwickluno,.
<B>CD</B> Teilklmme sind an sich bei Zettelmaschi nen bekannt. Dort handelt es sich aber um Expansionskämme, die die Bildung von Scheibenspulen nicht zulassen. Wenn solche erzeugt werden sollen, dürfen die Teilkämme nicht die Fortsetzung voneinander bilden, sondern müssen in einem Abstand einander folgen, der gleich der Hubbreite des hin lind herbewegten<U>Kammes</U> ist.
Auch die Herstellung von Garnkörpern in Kreuzwicklung aus Fadenbändern auf Scherrahmen ist an sich bekannt, desgleichen die gleichzeitige Herstellung einer Reihe nebeneinander liegender zylindrischer Kreuz spulen, bei denen Fadenbänder aufgespult werden.
Die in den Fig. <B>8</B> und<B>9</B> dargestellte Aus führungsform der Maschine unterscheidet sich von den vorbeschriebenen Einrichtungen dadurch, dass der Fadenführungskamm <B>3</B> mit seinem Träger nicht auf dem Wickelkörper aufliegt, vielmehr stets, auch bei zunehmen- dem Durchmesser desselben, in einer, wenn auch geringen Entfernung von ihm ab stehend zwangläufig mechanisch geführt wird.
Dieses zwangläufige Fernhalten des Kammes erfolgt bei dem dargestellten Aus führungsbeispiel in folgender Weise: An den den Fadenführungskamm tragenden Sehwinghebeln <B>6</B> und<B>7</B> sind sich gelenkig einstellende Schraubenmuttern<B>16</B> angeord net, durch welche Schraubenspindeln<B>17</B> hin durchgeführt sind. Sie werden an ihrem un tern Ende von einem am Maschinengestell ebenfalls gelenkig angeordneten Spurlager <B>18</B> getragen.
Die Spindeln<B>17</B> ragen mit ihren Enden noch aus diesen Spurlagern <B>18</B> nach unten heraus und tragen dort<B>je</B> ein Kegel rad<B>19.</B> Dieses greift in ein Gegenrad 20 ein, welches auf einer Welle 21 befestiat ist. Diese Welle 21 ist im Maschinengestell ge- la",ert und trägt ausserhalb des Gestelles ein Schaltrad 22, welches von einer Kurbel scheibe<B>25</B> aus, unter Vermittlung einer Hebelübertragung<B>23</B> und 24, durch eine Schaltklinke<B>26</B> bei jeder Umdrehung der Kurbelsc'heibe <B>25</B> um einen oder mehrere Zähne geschaltet wird.
Dadurch werden züi- folge der Übertragung durch die Kegelräder <B>19</B> und 20 auch die Spindeln<B>17</B> entsprechend gedreht und damit die Schwinghebel<B>6</B> und<B>7</B> mit ihrem Fadenführerkamm <B>3</B> gehoben, und zwar<B>je</B> nach der Garnstärke und entspre chend dem Masse der Zunahme des Baum durchmessers, um ein mehr oder weniger grosses Stück ihres Schwingungsbereiches. Ist ein Baum voll bewichelt, so kann der Fadenführerkamm durch Drehen am Hand rad 26a (Fig. <B>9)</B> wieder in seine Anfangs stellung am unbewickelten Baum zurück gesenkt -werden.
Nach der Ausführungsform Fig. <B>10</B> ist der Kamm im Gegensatz zu der Anordnung nach Fia-. <B>8</B> und<B>9</B> nicht schwingend, sondern wie in Fig. <B>5</B> ortsfest gelagert. Der Baum wird dagegen zwecks Erzielung einer stets gleichbleibenden Entfernung des Kammes vom Umfang des Wickelkörpers zwang- läufig ortsbeweglich von Schwinghebeln<B>27</B> getragen.
Die zwangläufige Bewegung der n<B>;D</B> schwincenden Wickelbaum-La-erhebel <B>297</B> er- tD <B>Z,</B> folut durch die o,leiche Vorrichtung, wie bei <B><I>k3</I> ;
Z</B> n der Ausführungsform nach Fig. <B>8</B> und<B>9.</B> <I>2n</I> 2n Es ist selbstverständlich, dass an Stelle der Soliwinghebel auch ortsfeste Führungen bezw. Gleitbahnen, sei es für den zu be wegenden Kamm, oder für den Wickelbaum, voraesehen werden können, in welchen orts- bewealiche Laaer angeordnet sind, die in gleicher Weise wie die Schwingarme von den Schraubenspindeln<B>17</B> bewegt werden.
Die Bewicklung des Baumes kann auch bei den in den Fig.8 bis<B>10</B> dargestellten Ausführungsformen der Maschine so er folgen, dass der Baum mit einer seiner Länge entsprechenden Fadenbahn belegt wird. (siehe die Fig. 4 und<B>6)</B> oder durch bandartig zu sammengenommene Fäden (siehe die Fig. <B>7</B> und<B>9).</B>