CH145366A - Kaskadenschaltung von Asynchronmaschine und Kommutatorhintermaschine. - Google Patents

Kaskadenschaltung von Asynchronmaschine und Kommutatorhintermaschine.

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CH145366A
CH145366A CH145366DA CH145366A CH 145366 A CH145366 A CH 145366A CH 145366D A CH145366D A CH 145366DA CH 145366 A CH145366 A CH 145366A
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Cie Aktiengesellschaft Boveri
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Bbc Brown Boveri & Cie
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  Kaskadenschaltung von Asynchronmaschine und Kommutatorhintermaschine.    Dem Hauptpatent liegt die bekannte Kas  kadenschaltung von Asynchronmaschine und  Kommutatorhintermaschine zugrunde, bei der  die Leistung der Asynchronmaschine durch  einen Erregerkreis der Hintermaschine (erster  Erregerkreis) von der Schlüpfung wenigstens  annähernd unabhängig gemacht und propor  tional dem Strom eines zweiten Erreger  kreises ist. Wird der Strom dieses zweiten  Erregerkreises unabhängig von der Schlüpfung  und konstant gehalten, so ist bei konstanter  Netzspannung auch die Drehfeldleistung des  Asynchronmotors konstant unabhängig von  der Schlüpfung.

   Konstanter Strom des zweiten  Erregerkreises ergibt sich, wenn der Erreger  kreis mit konstantem Widerstand ausgeführt  und von konstanter Spannung gespeist wird,  oder wenn sein Widerstand und die ihn  speisende Spannung der Frequenz des Er  regerkreises proportional sind. Im Haupt  patent werden nun verschiedene Vorrich  tungen vorgeschlagen, bei denen der Strom  des zweiten Erregerkreises ohne äussere Ein-    wirkeng bei einer bestimmten, von der syn  chronen abweichenden Drehzahl des Haupt  motors zu Null wird und nur im übrigen  Regelbereich der Drehzahl annähernd kon  stanten Wert hat. Die gleichen Schaltungen  können auch dazu dienen, um dem Strom  des ersten Erregerkreises bei einer bestimm  ten Drehzahl unstetigen Verlauf zu geben  und damit wieder die Leistung des Haupt  motors bei dieser Drehzahl zu beeinflussen.

    Bei allen Schaltungen wird entweder in Reihe  zur Erregerwicklung der Hintermaschine  bezw. der Erregermaschine eine Maschine  oder ein Maschinensatz eingeschaltet, der im  folgenden als "Sperrvorrichtung" bezeichnet  wird und bei einer bestimmten Drehzahl des  Hauptmotors, der "Sperrdrehzahl", den Strom  durchgang hindert, bei andern Drehzahlen  dagegen dem Stromdurchgang nur geringen  Widerstand bietet, oder es wird parallel zur  Erregerwicklung eine     "Sperrvorrichtung"    ge  schaltet, die bei der Sperrdrehzahl des Haupt  motors einen ausserordentlich kleinen, bei      andern Drehzahlen dagegen einen erheblichen  Widerstand darstellt.

   In beiden Fällen ist  bei Drehzahlen, die entfernt von der Sperr  drehzahl liegen, der Strom der Erregerwick  lung dem der Sperrvorrichtung von aussen  zugeführten Strom wenigstens annähernd  gleich oder wenigstens proportional, bei der  Sperrdrehzahl des Hauptmotors dagegen wird  der Strom der Erregerwicklung unabhängig  von dem der Sperrvorrichtung zugeführten  Strom.  



  Damit die Leistung des Hauptmotors bei  der Sperrdrehzahl zu Null wird, muss nun  entweder die die Wirkleistung bestimmende  Stromkomponente der zweiten Erregerwick  lung zu Null werden; oder es muss der Strom  der ersten Erregerwicklung durch den Ein  fluss der Sperrvorrichtung wesentlich andern  Wert haben, als er ihn ohne diese Vorrich  tung hätte. Die folgenden Ausführungen  bebarrdeln nur die Einschaltung der Sperr  vorrichtung in den zweiten Erregerkreis; sie  gelten aber sinngemäss auch für deren Ein  schaltung in den ersten Erregerkreis.  



  In allen Schaltungen des Hauptpatentes  ist bei der Sperrdrehzahl des Hauptmotors  durch den Einfluss der Sperrvorrichtung nun  nicht nur der Strom der "gesperrten" Er  regerwicklung von dem von aussen zuge  führten Strom unabhängig gemacht, sondern  die Wicklung ist ausserdem über einen Wider  stand geschlossen, der für eine mit der  Schlupffrequenz pulsierende, in der Wicklung  induzierte Spannung annähernd einen Kurz  schluss darstellt. Für eine Sperrvorrichtung,  die im Nebenschluss zur Erregerwicklung  liegt und bei der Sperrdrehzahl sehr kleinen  Widerstand hat, ist dies ohne weiteres ein  zusehen.

   Aber auch eine Sperrvorrichtung,  die in Reihe zur Erregerwicklung liegt,  schaltet diese Wicklung stets mittelbar oder  unmittelbar auf eine weitere Wicklung, in  der eine mit Schlupffrequenz pulsierende  Spannung bei der Sperrdrehzahl ein gegen  über der letzteren Wicklung ruhendes Feld  erregt, so dass diese Wicklung, über die die  Erregerwicklung geschlossen ist, nur einen  Wirkwiderstand, oder aber, da dieser Wider-    stand meist sehr klein ist, annähernd einen  Kurzschluss darstellt.  



  Da nun die zweite Erregerwicklung stets  mit weiteren Wicklungen der Hintermaschine  bezw. der Erregermaschine magnetisch ver  kettet ist, die im allgemeinen bei der Sperr  drehzahl des Hauptmotors Strom führen,  stellt sie für diese weiteren Wicklungen bei  der Sperrdrehzahl annähernd einen Kurz  schluss dar, der die Wirkungsweise der im  Hauptpatent behandelten Schaltungen beein  trächtigen kann. Nur wenn die Sperrdreh  zahl gleich der synchronen Drehzahl ist, ist  die induktive Koppelung zwischen den ein  zelnen Erregerwicklungen Null und deshalb  der Kurzschluss der zweiten Erregerwicklung  ohne Bedeutung.  



  Nach einer ersten Ausführungsform der  Erfindung kann nun der erläuterte Störungs  einfluss in beliebigem Masse dadurch abge  schwächt werden, dass zwischen die zweite  Erregerwicklung und die Sperrvorrichtung  ein zusätzlicher ohmscher oder induktiver  Widerstand geschaltet wird, durch den der  Kurzschlusswiderstand der Erregerwicklung  bei der Sperrdrehzahl vergrössert, ihr Strom  also verkleinert wird.

   Da bei Drehzahlen,  die von der Sperrdrehzahl verschieden sind,  ein zwischen Erregerwicklung und Sperrvor  richtung liegender Widerstand, wenn der  Magnetisierungsstrom der Sperrvorrichtung  gering ist, den Erregerstrom ebenso beein  flusst, wie ein zwischen Sperrvorrichtung und  speisender Stromquelle liegender Widerstand,  kann der zwischen Sperrvorrichtung und  Stromquelle liegende Widerstand entsprechend  denn Betrag des neu vorgeschlagenen Wider  standes verkleinert werden. Doch darf auch  dieser zweite Teil des gesamten Widerstandes  nicht zu klein sein, da sonst bei der Sperr  drehzahl die speisende Stromquelle kurzge  schlossen wird.  



  Wird unmittelbar vor die zweite Erreger  wicklung ein Widerstand solcher Grösse ge  schaltet, dass bei der Sperrdrehzahl der Strom,  der von andern     gleichachsigen    Erregerwick  lungen in der zweiten Erregerwicklung in  duziert wird, annähernd zu Null wird, so ist      bei den im Hauptpatent behandelten Schal  tungen bei der Sperrdrehzahl der resultie  rende Strom der zweiten Erregerwicklung  und damit die Leistung des Hauptmotors  Null; die Sperrdrebzahl ist also gleich der  Leerlaufdrehzahl.  



  Der störende Einfluss, den der Kurzschluss  der zweiten Erregerwicklung bei der Sperr  drehzahl ausübt, kann aber auch dadurch  vermieden werden, dass man die Leerlauf  drehzahl etwas tiefer als die Sperrdrehzahl  legt, so dass diese im normalen Betrieb über  haupt nicht erreicht wird. Zu diesem Zweck  kann man einer zusätzlichen Erregerwicklung  der Hintermaschine bezw. der Erreger  maschine einen Strom zuführen, der nicht  über die Sperrvorrichtung geführt wird und  demnach im Bereich der Sperrdrehzahl dem  gleichen Gesetz wie bei andern Drehzahlen  folgt, also beispielsweise konstant ist und  der im Bereich der Sperrdrehzahl so gerichtet  ist, dass er generatorische Arbeit des Haupt  motors bewirkt. Der Strom der zweiten Er  regerwicklung geht nun bei Annäherung an  die Sperrdrehzahl nicht plötzlich, sondern  allmählich und unter Änderung seiner Phasen  lage zurück.

   Bei entsprechender Grössen  bemessung des zusätzlichen Erregerstromes  gibt es also eine unterhalb der Sperrdreh  zahl liegende Drehzahl, bei welcher seine  die Wirkleistung des Hauptmotors beein  flussende Durchflutungskomponente entgegen  gesetzt gleich der entsprechenden Durch  flutungskomponente des zweiten Erreger  kreises ist. Bei dieser Drehzahl ist die aus  beiden Komponenten resultierende Durch  flutung Null und das gleiche gilt für die  Leistung des Hauptmotors; dessen Leerlauf  drehzahl liegt also tiefer als die Sperrdreh  zahl.  



  Ist der Strom dieses zusätzlichen Erreger  kreises im ganzen Regelbereich der Dreh  zahl konstant, so ändert er die Leistung des  Hauptmotors im ganzen Regelbereich um  einen annähernd konstanten Betrag. Ist er  dagegen zum Beispiel der Schlüpfung des  Hauptmotors proportional, so wirkt er im  Bereich der Leerlaufdrehzahl ebenso wie ein    konstanter zusätzlicher Strom gleicher Grösse,  im übrigen Regelbereich aber ändert er die  Leistung des Asynchronmotors um einen der  Schlüpfung proportionalen Betrag. Es ist  nicht erforderlich, für den zusätzlichen Er  regerstrom einen besonderen zusätzlichen Er  regerkreis vorzusehen, der Strom kann viel  mehr auch in einem der an sich vorhandenen  Erregerkreise fliessen, nur darf er durch die  Sperrvorrichtung im Erregerkreis nicht be  einflusst werden.

   Bei übersynchroner Leer  laufdrehzahl fliesst beispielsweise im ersten  Erregerkreis ein zusätzlicher Erregerstrom,  wenn dessen Widerstand grösser ist, als zur  Erregung einer der Schleifringspannung des  Hauptmotors entgegengesetzt gleichen Span  nung erforderlich ist. Bei diesem Wert des  Widerstandes im Erregerkreis kann man sich  nämlich den Erregerstrom im ersten Erreger  kreis zusammengesetzt denken aus einer  Komponente, die zur Aufhebung der Schleif  ringspannung dient, und einer zweiten Kom  ponente, die in den Rotorkreis der Kaskade  eine Spannung einführt, welche mit der Über  synchronen Schleifringspannung gleichgerich  tet ist und infolgedessen auf eine Herab  setzung der Leerlaufdrehzahl wirkt.  



  Ein Ausführungsbeispiel zeigt Abb. 1, bei  welcher die Hintermaschine mit dem Haupt  motor direkt gekuppelt ist und über eine  Erregermaschine im Ständer erregt wird.  Statt dessen ist auch getrennter Antrieb der  Hintermaschine und unmittelbare Erregung  möglich; statt der ständergespeisten Hinter  maschine kann auch eine läufergespeiste  Maschine verwendet werden. a ist die Asyn  chronmaschine, an deren Schleifringe b die  Hintermaschine c angeschlossen ist; d ist die  Kompensations- und Reihenschlusserregerwick  lung und e die von der Erregermaschine f  erregte Erregerwicklung der Hintermaschine.

    Die Erregermaschine besitzt ihrerseits die  Kompensations- und     Reihenschlusserreger-          wicklung    g, die über den Widerstand i von  der     Schleifringspannung    des Hauptmotors  erregte erste Erregerwicklung h und die  zweite Erregerwicklung<I>k.</I> Die Wicklung<I>k</I>  ist über die Widerstände<I>d</I> und<I>p</I> unter      Zwischenschaltung der Sperrvorrichtung m  von der Kommutatorspannung eines mit dem  Hauptmotor gekuppelten Frequenzumformers q  mit Schlupffrequenz erregt, dessen Schleif  ringe über den Hilfstransformator r an das  Netz angeschlossen sind. Die Sperrvorrich  tung m kann nach den Angaben des Haupt  patentes ausgeführt sein; in der Abbildung  ist eine besondere, noch näher zu erläuternde  Ausführungsform gezeichnet.

   Die Wicklung k  wird nun ausserdem von einem zweiten Bür  stensatz des Frequenzumformers q über den  Widerstands gespeist. Der zweite Bürsten  satz ist so eingestellt, dass der über den  Widerstands der Wicklung k zugeführte  konstante Erregerstrom (oder wenigstens eine  Komponente dieses Stromes) für sich allein  eine generatorische Leistung des Hauptmotors  bewirken würde. Dadurch wird, wie erläutert,  die Leerlaufdrehzahl kleiner als die Sperr  drehzahl gehalten. Über den regelbaren  Widerstand t wird schliesslich der Erreger  wicklung k noch ein regelbarer, auf Phasen  kompensation wirkender Strom zugeführt.  u ist die Antriebsmaschine der Erreger  maschine.

   Bei entsprechender Bürstenstellung  der Sperrvorrichtung m ist der Strom des  Widerstandes l 90  phasenverschoben gegen  den Strom des Widerstandes p und damit  auch gegen den des Widerstandes t; der  letztgenannte Strom beeinflusst also den  Leistungsfaktor.  



  Bei Verwendung einer Erregermaschine  ist deren Ausführung von wesentlichem Ein  fluss auf die Wirkung, welche die bei der  Sperrdrehzahl eintretende Widerstandsände  rung im zweiten Erregerkreis hat. Dies  zeigen die folgenden Überlegungen: Ist die  Erregermaschine mit kräftiger     entmagneti-          sierender    Reihenschlusserregerwicklung (g) aus  geführt, so dient nur ein Bruchteil der Durch  flutung der Wicklungen h und k zur Er  regung des magnetischen Feldes der Ma  schine, ein wesentlicher Teil wird durch die  Rückwirkung der Reihenschlusswicklung auf  gehoben. Der Strom der Reihenschlusswick  lung, der gleich dem fremderregten Erreger  strom der Hintermaschine ist, kann nun in    zwei Komponenten zerlegt werden.

   Die eine  Komponente induziert in der Hintermaschine  eine der Schleifringspannung entgegengesetzt  gleiche Spannung; sie ist von der Belastung  der Asynchronmaschine nur wenig abhängig  und im wesentlichen eine Funktion von deren  Schlüpfung. Die zweite Komponente induziert  in der Hintermaschine eine Spannung, die  gleich dem gesamten Spannungsabfall des  Belastungsstromes in ihrem Läuferkreis (unter  Berücksichtigung der von der Reihenschluss  wicklung der Hintermaschine in deren Anker  induzierten Spannung) ist; diese zweite Strom  komponente ist der Scheinleistung des Haupt  motors ungefähr proportional und kann ihrer  seits in eine dessen Wirkleistung und eine  dessen Blindleistung bestimmende Kompo  nente zerlegt werden, die aufeinander senk  recht stehen. Im folgenden berücksichtigen  wir zunächst nur die die Wirkleistung be  stimmende Komponente dieses Stromes.

   Sie  ist im Diagramm Abb. 2 mit Je bezeichnet;  sie möge eine motorische Leistung des Haupt  motors bestimmen. 0e ist der Induktionsfluss  der Erregermaschine. Beide Vektoren gelten  für eine etwas unterhalb der Sperrdrehzahl  liegende Drehzahl, bei welcher der Einfluss  der Sperrvorrichtung noch nicht fühlbar ist.  Grösse und Phasenlage beider Vektoren folgen  aus dem Diagramm der Schaltung Abb. 1,  das hier übergangen wird, weil es nicht von  grundlegendem Einfluss für die folgenden  Überlegungen ist. Bei konstanter Drehzahl  ändern sich, wenn die Schlüpfung des Haupt  motors nicht sehr klein ist, Grösse und Rich  tung des Flusses Pe nur wenig mit der Be  lastung des Hauptmotors, weil das gleiche  für die in der Hintermaschine zu induzierende  Spannung und deren Induktionsfluss und da  mit auch für die induktive Erregerspannung  der Hintermaschine gilt.

   Im folgenden wird  deshalb     näherungsweise    für gegebene Dreh  zahl Grösse und Richtung des Feldes     (P,    un  abhängig von der Belastung und konstant  gesetzt. Durch die Erregerwicklung h     (Abb.1)     wird unter Vermittlung der Erregermaschine  in der Hintermaschine eine der Schleifring  spannung des Hauptmotors entgegengesetzt      gleiche Spannung induziert. Die Durchflutung  der Wicklung h ist also entgegengesetzt  gleich der Durchflutung derjenigen Strom  komponente der Wicklung g, welche in der  Hintermaschine die genannte Spannungs  komponente induziert. Wir vernachlässigen  im folgenden die geringe Durchflutung, die  zur Erregung des Feldes 0e der Erreger  maschine erforderlich ist, so dass die resul  tierende erregende Durchflutung der Erreger  maschine Null ist.

   Es muss also die Durch  flutung AWe, welche die die Wirkleistung  des Hauptmotors bestimmende Stromkompo  nente Je in der Reihenschlusswicklung g der  Erregermaschine erregt, durch eine entgegen  gesetzt gleiche Durchflutung AW2 der Wick  lung k der Erregermaschine aufgehoben  werden. Die Durchflutungskomponente der  Wicklung k,. welche die Blindleistung des  Hauptmotors beeinflusst, sei Null; AW2 ist  also die gesamte Durchflutung der Wicklung k.  



  Die Durchflutung AWe des Stromes Je  in der Reihenschlusserregerwicklung der Er  regermaschine hängt der Grösse nach von  deren Wendungszahl, der Phasenlage nach  von der Überlappung der einzelnen. Phasen  der Wicklung auf den Polen der Maschine  ab. Sie kann gegen den Strom Je infolge  entsprechender Wicklungsanordnung um jeden  zwischen zirka 90   und 270   liegenden  Winkel nacheilen. Bei Verschiebung um einen  Winkel, der wesentlich kleiner als 90   ist,  besteht für die Erregermaschine die Gefahr  der Selbsterregung als Reihenschlussgenerator.  Ist AWe (Abb.2) die Durchflutung des  Stromes Je, so ist damit die Durchflutung  AW2 = -AWe der zweiten Erregerwicklung  k und damit deren Strom J2 festgelegt. Die  Wicklung k sei nicht mit Phasenüberlappung  ausgeführt, ihre Durchflutung ist also mit  dem Strom in Phase.

   Sind die Widerstände  s und t (Abb. 1) unendlich gross, so muss der  Strom J2 der Wicklung k über die Sperr  vorrichtung m zugeführt werden.  



  Damit also bei der dem bisher erläuterten  Diagramm zugrunde gelegten, etwas unter  der Sperrdrehzahl liegenden Drehzahl des  Hauptmotors dieser mit der der Stromkom-    ponente Je entsprechenden Wirkleistung ar  beitet, muss die den Widerstand p speisende  Kommutatorspannung des Frequenzumformers  q solche Grösse und Phasenlage haben, dass  sie über die Sperrvorrichtung m der Wick  lung k den Strom J2 zuführt.  



  Steigt die Drehzahl bis auf die Sperr  drehzahl, so wird infolge der sehr geringen  Drehzahländerung der Erregerfluss 0e der Er  regermaschine nur unwesentlich änderte. Ver  nachlässigen wir diese Änderung ganz, so  ist auch bei der Sperrdrehzahl der Erreger  fluss der Erregermaschine = 0e (Abb. 2), er  induziert in der Erregerwicklung k die 90    nacheilende Spannung E2. Da nun bei der  Sperrdrehzahl der Strom der Wicklung k  von der Spannung des Frequenzumformers q  unabhängig ist, hängt dieser Strom bei der  Sperrdrehzahl nur von der Spannung der  Wicklung k und dem Widerstand des aus  der Wicklung k, dem Widerstand l und der  Sperrvorrichtung m bestehenden geschlos  senen Stromkreises ab.

   Bezeichnen r2 und x2  Wirkwiderstand und Blindwiderstand dieses  Stromkreises bei der Sperrdrehzahl, so fliesst  bei dieser Drehzahl in der Wicklung k der  Strom  
EMI0005.0000     
    der gegen E2 um nacheilt.  Beim Übergang von
EMI0005.0001  
   der zuerst betrachteten  Drehzahl auf die Sperrdrehzahl ändert sieh  also der Strom der Wicklung k vom Wert  J2 auf den Wert J'2. Die Stromkomponente  der Wicklung g, deren Durchflutung diejenige  der Wicklung k aufhebt, ändert sich also  vom Wert Je auf J'e, wobei die Dreiecke  OAB und OCD ähnlich sind; nur der in der  Richtung Je liegenden Komponente OF dieses  Stromes J'e entspricht eine motorische Lei  stung, die demnach durch den     Einfluss    der  Sperrvorrichtung im Verhältnis
EMI0005.0003  
   gesun  ken ist.

   Der Stromkomponente     FD    entspricht  eine     Blindleistungskomponente    des Haupt  motors. Die Komponente OF des Erreger-      stromes der Hintermaschine ist Null und  damit der bei der Sperrdrehzahl in der Wick  lung k fliessende Strom ohne Einfluss auf die  Wirkleistung des Hauptmotors, wenn der  Strom J'2 90   gegen J2 phasenverschoben  ist. Bezeichnet noch B den Winkel zwischen  den Strömen Je und J2 und
EMI0006.0000  
   den Win  kel zwischen 0e und Je, so wird also die  Stromkomponente OF und damit die Wirk  leistung des Hauptmotors bei der Sperrdreh  zahl zu Null, wenn durch entsprechende  Überlappung der Reihenschlusserregerwick  lung g  
EMI0006.0001     
    gemacht wird.

   Der Winkele zwischen dem  Induhtionsfluss 0e und der Durchflutung AWe  der Reihenschlusswicklung wird dabei  
EMI0006.0002     
    Wird die Erregerwicklung g mit der an  gegebenen Phasenüberlappung angeführt, so  ist bei der Sperrdrehzahl der Strom der  Wicklung k und damit auch die entspre  chende Komponente der Wicklung g 90    phasenverschoben gegenüber der Lage bei  andern Drehzahlen. Die Sperrvorrichtung lässt  also dabei die Leistung des Hauptmotors zu  Null werden, ohne dass der Strom des zweiten  Erregerkreises zu Null wird oder durch einen  zusätzlichen Strom (Kreis s der Abb. 1) auf  gehoben wird, indem sie dem Strom des  zweiten Erregerkreises eine solche Phasen  lage (Richtung FD) gibt, dass er nur die  Blindleistung des Hauptmotors beeinflusst.

    Der Einfluss der Stromkomponente FD auf  den Leistungsfaktor des Hauptmotors kann  beseitigt werden, wenn der Widerstand t  (Abb. 1), der der Wicklung k einen auf  Phasenkompensation wirkenden Strom unter  Umgehung der Sperrvorrichtung m zuführt,  durch einen cos q-Regler stetig gesteuert  wird und somit den Hauptmotor auf kon  stantem Leistungsfaktor erhält. Wenn in  diesem Falle durch den Einfluss der Sperr-    vorrichtung der Erregerstrom J2 der Wick  lung k eine Phasenverschiebung gegenüber  der Lage OA, bei welcher er nur die Dreh  zahl beeinflusst, erleidet, so wird die Durch  flutung seiner 90   gegenüber OA verscho  benen Komponente durch eine entsprechende  Änderung der Durchflutung des über den  Widerstand t zugeführten Stromes aufge  hoben.

   Es ist also die gegen die Lage OC  90   phasenverschobene Komponente des  Stromes Je dauernd gleich Null, und der  Strom geht unter dem Einfluss der Sperrvor  richtung ohne Richtungsänderung mit stei  gender Drehzahl bis auf den Wert OF zurück,  der bei der angegebenen Überlappung der  Wicklung g zu Null wird.  



  In Abb. 1 ist eine besonders einfache  Form der Sperrvorrichtung m gezeichnet.  Sie besteht aus einer Mehrphasenkommuta  tormaschine m, die durch eine Zahnradüber  tragung O vom Hauptmotor angetrieben wird.  An Stelle der Zahnradübertragung kann auch  Riemenübertragung und dergleichen treten,  da eine schlüpfungsfreie Kupplung zwischen  beiden Maschinen nicht erforderlich ist. Die  Mehrphasenmaschine besitzt zwei getrennte  Wicklungen, deren eine über den Wider  stand l an die Erregerwicklung k der Er  regermaschine (oder auch au eine entspre  chende Erregerwicklung der Hintermaschine),  deren andere über den Widerstand p an den  Frequenzumformer q angeschlossen ist. Die  erstgenannte der beiden Wicklungen ist stets  eine auf dem Anker angeordnete Mehrphasen  kommutatorwicklung. Als zweite Wicklung  ist in Abb. 1 eine im Ständer angeordnete  Mehrphasenwicklung n gezeichnet.

    



  Die Umdrehungsgeschwindigkeit des In  duktionsflusses der Maschine m ist gegeben  durch die Frequenz im Ständer der Maschine  und die Polzahl der Maschine. Ist nun für  einen bestimmten Fall (bei der Sperrdreh  zahl) die Geschwindigkeit des Läufers gleich  der des Flusses, so kann das Feld keine  Spannung im Läufer induzieren. Der Läufer  strom wird also unabhängig vom Feld und  damit vom     Ständerstrom;    er wird zu einem  Gleichstrom, hat also die Frequenz Null.      Bei allen andern Drehzahlen wird im Läufer  eine Spannung induziert. Ihre Frequenz ist  bestimmt durch die Relativgeschwindigkeit  zwischen Läufer und Fluss und die Polzahl  der Maschine. Sie ist von der Schlupffrequenz  verschieden, wenn die Sperrdrehzahl von der  synchronen Drehzahl abweicht.  



  Die das Feld erregende Durchflutung ist  stets gegeben durch die geometrische Summe  aus Ständer- und Läuferdurchflutung. Wenn  nun bei Drehzahlen, die von der Sperrdreh  zahl abweichen, die erregende Durchflutung  klein ist gegenüber den Durchflutungen selbst,  so ist die Läuferdurchflutung angenähert ent  gegengesetzt gleich der Ständerdurchflutung.  Da ferner die effektiven Windungszahlen des  Ständers und Läufers von der Drehzahl und  Frequenz unabhängig sind, bleibt bei allen  von der Sperrdrehzahl abweichenden Dreh  zahlen das Verhältnis von Ständerstrom zu  Läuferstrom konstant. Es wirkt also bei von  der Sperrdrehzahl abweichender Drehzahl die  Mehrphasenkommutatormaschine m wie ein  Transformator konstanten Übersetzungsver  hältnisses.  



  An Stelle der Ständerwicklung n (Abb. 1)  kann auch eine zweite, auf dem Läufer an  geordnete und an einen zweiten Kommutator  angeschlossene Mehrphasenwicklung treten.  Während aber eine auf dem Läufer ange  ordnete Wicklung bei der Sperrdrehzahl nur  einen geringen Wirkwiderstand und einen  Blindwiderstand = Null, demnach annähernd  einen Kurzschluss darstellt, wird in einer auf  dem Ständer angeordneten Wicklung auch  bei der Sperrdrehzahl des Hauptmotors durch  Selbst- und Wechselinduktion eine Spannung  induziert, wenn nur die Frequenz des zuge  führten Stromes von Null verschieden ist.  Durch Bürstenverschiebung an der Maschine  m kann die Phasenverschiebung zwischen  den Strömen der Widerstände l und p be  liebig eingestellt werden.  



  Bedeutet p die Polpaarzahl des Haupt  motors, pm die Polpaarzahl der Maschine m  und
EMI0007.0000  
   das Verhältnis der Drehzahlen  der Maschine m und des Hauptmotors, so    wird die Frequenz des Stromes in der Läufer  wicklung der Maschine in zu Null, die Sperr  vorrichtung also voll wirksam, wenn der  Hauptmotor die Drehzahl
EMI0007.0001  
    hat. Als Kommutatorfrequenz des     Frequenz-          wandlers    q ist dabei die Schlupffrequenz des  Hauptmotors angenommen. Die Drehzahl no  ist annähernd oder genau gleich der Leer  laufdrehzahl des Hauptmotors. Soll diese  geregelt werden, so muss das Übersetzungs  verhältnis a regelbar sein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Kaskadenschaltung von Asynchronmaschine und Kommutatorhintermaschine nach dem Patentanspruch des Hauptpatentes, gekenn zeichnet durch eine Einrichtung, welche be wirkt, dass in der Nähe der Leerlaufdrehzahl der Kaskade derjenige Erregerkreis der Kom mutatorhintermaschine oder deren Erreger maschine, welcher eine von der Schlupf frequenz verschiedene, von der Drehzahl der Asynchronmaschine aber abhängige Frequenz enthält, die bei irgend einer Drehzahl inner halb des Regelbereichs der Kaskade zu Null wird (Sperrvorrichtung), keinen wesentlichen Einfluss auf den andern Erregerkreis ausübt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Kaskadenschaltung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen die Erregerwicklung der Hintermaschine, bezw.
    der Erregermaschine und den eine andere Frequenz als Schlupffrequenz führenden Teil des Erregerkreises ein ohmscher oder induktiver Widerstand geschaltet wird. 2. Kaskadenschaltung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Erreger wicklung der Hintermaschine, bezw. der Erregermaschine ein zusätzlicher Erreger strom unter Umgehung der Sperrvorrich tung zugeführt wird, der im Bereich der Leerlaufdrehzahl auf generatorische Arbeit der Asynchronmaschine wirkt.
    3. Kaskadensehaltung nach Unteranspruch 1, wobei die Hintermaschine von einer mit Gegenkompoundwicklung ausgestatteten Erregermaschine erregt wird, dadurch ge kennzeichnet, dass infolge Ausführung der Gegenkompoundwicklung mit Phasenüber lappung deren die motorische Leistung des Hauptmotors bestimmende Durch flutungskomponente in der Nähe der Leer laufdrehzahl gegen den resultierenden In duktionsfluss der Erregermaschine um den Winkel EMI0008.0000 voreilt, wobei x2 und r2 Blindwiderstand und Wirkwider stand des aus Erregerwicklung, Zwischen widerstand und Sperrvorrichtung bestehen den Teils des Erregerkreises bedeuten. 4.
    Kaskadenschaltung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der die Phasenkompensation des Hauptmotors be einflussende Erregerkreis selbsttätig durch einen cos q-Regler gesteuert wird. 5. Kaskadenschaltung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in einen Er regerkreis eine als Transformator wirkende Mehrphasenkommutatormaschine einge schaltet wird, deren Durchflutung bei der "Sperrdrehzahl" synchron mit dem Läufer umläuft. 6. Kaskadenschaltung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehr phasenkommutatormaschine im Ständer und im Läufer je eine Wicklung besitzt, deren erste an die den Erregerkreis spei sende Spannung, deren zweite an die Er regerwicklung angeschlossen ist. 7.
    Kaskadenschaltung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehr phasenkommutatormaschine bei unbewik- keltem Ständer im Läufer zwei getrennte, an getrennte Kommutatoren angeschlos sene Wicklungen besitzt, deren eine an die den Erregerkreis speisende Spannung, deren andere an die Erregerwicklung an geschlossen ist. 8. Kaskadenschaltung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass durch Ände rung der Drehzahl der Mehrphasenkom mutatormaschine die Sperrdrehzahl be triebsmässig geändert wird.
CH145366D 1928-12-31 1929-12-04 Kaskadenschaltung von Asynchronmaschine und Kommutatorhintermaschine. CH145366A (de)

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