Kombinationssehloss zum Sperren der Lenkung von Kraftfahrzeugen. Es ist bereits vorgeschlagen worden, die Steuersäule von ausser Betrieb stehenden Kraftfahrzeugen durch ein Kombinations schloss zu sperren, dessen einstellbare Verrie gelungselemente (zum Beispiel Zifferringe) die Steuersäule konzentrisch umschliessen. Diesen Kombinationsschlössern haften zwei wesentliche Nachteile an. Sie sind sehr voluminös und daher klobig im Aussehen, da der Innendurchmesser der Zifferringe dem Aussendurchmesser der Steuersäule gleich gemacht werden muss. Überdies ist die Ab lesung der am Paket der Ziffernringe einge stellten Zahl für den Fahrer unbequem, weil die Richtung, in der sich die einzel nen Ziffern der Zahl aneinanderreihen, zur Axe der Steuersäule parallel verläuft.
Gegenstand der Erfindung ist ein Kom binationsschloss, zum Sperren der Lenkung von Kraftfahrzeugen, bei dem die eben er wähnten Übelstände vermieden sind. Gemäss der Erfindung weist das die Steuersäule umschliessende Schlossgehäuse einen seitli- chen, die Kombinationseinrichtung lagernden Ansatz auf, in dem ein Sperrbolzen der Steuersäule quer zu dieser verschoben und durch die Kombinationseinrichtung verrie gelt werden kann.
Das Schloss kann derart gebaut sein, dass das die Steuersäule umschliessende Gehäuse desselben keinerlei Elemente der Kombina tionseinrichtung enthält und däher nur die aus Festigkeitsrücksichten erforderliche Wandstärke aufweisen muss. Der Innen durchmesser zum Beispiel von im Gehäuse fortsatz auf dem Sperrbolzen gelagerten Ziffernringen hingegen ist durch den Durch messer des Sperrbolzens bedingt, der vor teilhaft natürlich weit schwächer gehalten ist als die Steuersäule. Die Axe des Pa ketes dieser Ziffernringe und mithin auch die Richtung, in der die am Mantel des Paketes eingestellte Zahl abzulesen ist, ver- lauft quer zur ,Steuersäule, mithin im we sentlichen horizontal, das heisst denkbar be quem für den Fahrer.
Die Zeichnung stellt mehrere Ausfüh rungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dar.
Fig. 1 ist ein axialer Längsschnitt durch eine Ausführungsform; Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht hiezu, teilweise Schnitt, Fig. 3 eine Einzelheit; Fig. 4 zeigt, den Sperrbolzen allein in Ansicht; Fig. 5 stellt eine abge änderte Ausführungsform des Sperrbolzens, die Fig. 6 und 7 eine Zusatzeinrichtung zur gleichzeitigen Beeinflussung der Zündung dar; Fig. 8 und 9 zeigen je eine Einzel heit, die Fig. 10 und 11 Einzelteile für die Anpassung des Schlosses an abweichend be messene oder ausgeführte Steuersäulen.
Mit Fig. 1 ist das Schlossgehäuse be zeichnet, das eine zylindrische Bohrung 2 für die aus dem festen Mantel M und der dreh baren Spindel S bestehende Steuersäule und einen seitlichen, rahmenartigen Ansatz 3 aufweist, dessen quer zur Steuersäule ver laufende Bohrung den aus Sperrbolzen und Kombinationseinrichtung bestehenden Sperr mechanismus aufnimmt.
Dieser Sperrmechanismus besitzt einen Sperrbolzen 5, der mit vier den Sperrku geln 6 entsprechend profilierten Rillen 7 (Fig. 4) und an seinem rechten Ende mit einem Schlitz 8 versehen isst, der sich in eine Bohrung 9 fortsetzt. In diesem Schlitz liegt eine Druckfeder 10 eingebettet, die sich mit ihrem linken Ende gegen den Boden der Bohrung, mit ihrem rechten Ende gegen ein im Schlitz geführtes Gleitstück 11 abstützt, das zwei Gewindezähne 11a aufweist und seinerseits unter der Federspannung 10 ge gen den Nietbolzen 12 anliegt.
Der Sperrbolzen 5 ist genau passend in der zylindrischen Bohrung des Sperrkugelträ gers 13 geführt, der gegen axiale Verschie bung durch einen Stift 14 gesichert ist. Das abgesetzte Ende 13a des Sperrkugelträgers weist (Fig 3) zwei diametral gegenüberlie gende Schlitze 15 zur axialen Führung der Gewindezähne 11a des Gleitstückes 11 auf. Auf dem abgesetzten Teil 13a sitzt eine Büchse 20, in deren Borung ein selbst hemmender Schraubengang 21 eingefräst ist. In diesen Schraubengang greifen die Ge windezähne lla des Gleitstückes 11 ein, so dass das Gleitstück auf jeden Fall eine axiale Verschiebung erfährt, wenn die Büchse 20 mittelst des randrierten Griffrädchens 22 gedreht wird. Mit 22a ist ein schraubbarer Verschlusspfropfen des Griffrädchens be zeichnet.
Die Büchse 20 weist an ihrem linken Ende einen Bund B auf, dessen rechte Stirn fläche sich gegen das Gehäuse 3 abstützt. Die linke Stirnfläche des Bundes B ist wie bei r angedeutet, geriffelt (Fig. 9) und liegt gegen den Kupplungsring R der Ab deckkappe K an. Am Ring R sind durch Einschnitte zwei federnde, nach aussen ge gen die Stirnfläche der Büchse gebogene Zungen z gebildet, mit welchen die Riffe lungen r der Büchse B zu später erläutertem Zweck zusammenwirken.
Mit 7a ist eine besondere Kerbe im Bol zen 5 bezeichnet, die durch Einschnappen der federbelasteten Kugel 25 eine vom Schloss mechanismus unabhängige Arretierung des in der Offenstellung befindlichen Bolzens 5 er gibt. Hierdurch wird verhindert, dass ein un beabsichtigtes Verdrehen des Einstellknopfes (etwa, durch Anstreifen oder durch Er den Sperrbolzen in die Sperr stellung bringt, wenn zufällig die Öffnungs kombination der Ziffernringe 26 eingestellt ist.
Die Anordnung des Gleitstückes 11 und der Feder 10 hat folgenden Zweck: Verdreht man bei eingestellter Öffnungs kombination mittelst des Griffrädchens 22 die Büchse 20 in entsprechender Richtung, so wird durch den Eingriff der Zähne 11a in das Gewinde 21 das Gleitstück 11 axial nach links verschoben und nimmt durch Ver mittlung der Feder 10 den Bolzen 5 in die Sperrlage dann mit, wenn die für den Bol zen vorgesehene Bohrung der Steuersäule die Stellung gemäss Fig. 1 einnimmt. Steht je doch oder volle (ungebohrte) Mantel der Steuersäule dem Bolzen gegenüber, so wird nur das Gleitstück 11 unter Spannung der Feder 10 nach links verschoben. Der S'perr- bolzen schnappt dann erst bei Verdrehung der Steuersäule in die Bohrung derselben ein.
Wie aus den Fig. 1, 2 und 4 hervorgeht, weist der Sperrbolzen vier Kerben auf, während nur zwei Sperrkugeln 6 im Träger 13 vorgesehen sind. Hierdurch ist die Mög lichkeit geboten durch Eingriff dieser bei den Kugeln in die zweite und vierte Kerbe (Fig. 2) den Bolzen 5 in der die Steuer säule sperrenden Stellung, durch Eingriff derselben Kugeln in die erste und dritte Kerbe die Offenstellung des Bolzens zu sperren.
Während bei der Ausführungsform dis Sperrbolzens gemäss Fig. 4 die Klemmku geln nur auf den Bolzen selbst einwirken, das Gleitstück jedoch unbeeinflusst lassen, zeigt Fig. 5 ein Gleitstück 11, das entspre chend verlängert ist, selbst die für den Ein griff der Sperrkugeln erforderlichen Rasten bildet und gleichfalls unter der Spannung einer Druckfeder 10 steht. Diese Ausfüh rungsform ermöglicht auch bei gesperrtem Schloss eine Bewegung des Bolzens relativ zum Gleitstück. Mit 7b ist eine weitere Kerbe des Bolzens bezeichnet, die zweckmässig statt der durch die Kerbe 7a und die Kugel 25 gegebenen Bolzenarretierung vorgesehen sein kann.
Diese Kerbe wirkt mit einem Bolzen 27 zusammen, der in einer Bohrung des Schloss gehäuses drehbar gelagert ist, einen Betäti gungsknebel 28 und am andern Ende eine auf die Zündung einwirkende Schalteinrich tung Z aufweist. Befindet sich der Bolzen 5 in der die Steuersäule sperrenden Stellung gemäss Fig. 1, so nimmt der Knebel 28 die strichlierte Stellung gemäss Fig. 7 ein. In dieser Stellung greift der volle Sperrbolzen 5 in die Ausfeilung 27a des Bolzens 27 ein und sperrt so den Bolzen in der strichlierten, die Zündung unterbrochen haltenden Stel lung. Die Zündung kann erst eingeschaltet werden, wenn nach Einstellung der Öff nungskombination der Sperrbolzen 5 in die Offenstellung gezogen wurde, so dass seine Kerbe 7b in die Zone des Bolzens 27 kommt.
Es kann dann dieser Bolzen mittelst des Knebels 28 in die vollausgezogene Stellung gemäss Fig. 7 verdreht werden, wodurch die Zündung eingeschaltet ist. Nun blockiert der Bolzen 27 durch seinen Eingriff in die Kerbe 7b den Sperrbolzen 5, dass heisst, der Sperr bolzen kann erst wieder in seine die Steuer säule sperrende Lage verschoben werden, wenn vorher der Bolzen 27 so verdreht wurde, dass seine Einfeilung 27a den Bolzen 5 frei gibt. Dadurch, dass der Knebel 28 in der die Zündung eingeschaltet haltenden Stellung über das die Ziffernringe freigebende Fen ster des Schlossgehäuses ragt, wird insbe sondere, wenn dieser Knebel entsprechend breit ausgebildet ist, ein Verstellen der Zif fernringe unmöglich gemacht, solange der Knebel nicht in die strichlierte, die Zün dung unterbrochen haltende Stellung verdreht wird.
Besteht die Steuersäule des Kraftfahr- zeugas nur aus einem einzigen Rohr oder ist ihr Aussenrohr nichtgenügend fest am Kraft wagen gegen Verdrehung gesichert, so wird gemäss Fig. 10 über die Steuersäule eine Hülse 43 geschoben, die nach Art einer Kon sole durch ihren Arm 44 mit dem Fahr zeugrahmen (Spritzwand), wie bei 45 ange deutet, unlösbar verbunden wird. Das Schloss wird dann über diese Muffe 43 geschoben und sperrt die Steuersäule durch eine Boh rung 46 der Muffe hindurch.
Die beiden Endlagen des Sperrbolzens 5 sind bestimmt einerseits durch den Boden des Schlitzes 15 in der Hülse 13, anderseits durch den Anschlag gegen die innere Stirnfläche der Schraubkappe 22. Dabei wird die Länge des Bolzens 5 in jedem Falle so bemessen, dass er in der echten Endstellung zwar die Spindel S freigegeben hat, jedoch immer noch in die Bohrung m des festen Mantels M be ziehungsweise (bei der Ausführung gemäss Fig. 10) der Muffe 43 hineinragt.
Um das Schloss den verschiedenen Dimen sionen der Steuersäulen anpassen zu können, wird eine Futterbüchise 50 gemäss Fig. 11 verwendet, die entsprechend der .Schlossmuffe bei 51 und 52 geschlitzt und mit einer Boh rung 5.3 für :den Sperrbolzen versehen ist, der seinerseits die Büchse im Schlossgehäuse fixiert.
Das Schloss wird in folgender Weise ein gebaut: Zuerst wird das Lenkrad abgenom men, beim Schloss die Öffnungskombination eingestellt, der Schraubpfropfen 22a entfernt und der Sperrbolzen durch Drehen der Kappe 22 soweit als möglich nach rechts verbracht. Nun wird das Schloss auf den Mantel (die Muffe) der Steuersäule geschoben, bis der Sperrbolzen 5 vor die für ihn vorgesehene Bohrung m des Mantels M zu liegen kommt. Nun wird das Schloss durch Festziehen der Schraube 34 (Fig. 1) am Mantel (der Muffe) festgeklemmt und durch Drehen der Schraub kappe 22 in der Gegenrichtung der Sperr bolzen in Eingriff mit der Steuersäule ge bracht. Schliesslich wird der Schraubpfropfen wieder eingeschraubt und die Öffnungskom bination durch Verdrehen der Ringe ver wischt, so dass die Lenkung gesperrt ist.
Um die Steuersäule zu entsichern, wird die Öffnungskombination eingestellt und die Kappe 22 soweit als möglich verdreht. Hier durch wird der Sperrbolzen in seine rechte Endlage gebracht, wo er zwar die Spindel freigegeben hat, jedoch noch in die Boh rung des Mantels eingreift.
Gleichzeitig wird von der mit der Schraubkappe 22 verbundenen Büchse 20 durch Vermittlung der bei r geriffelten Stirnfläche und der Zähne z, die Kappe K mitgenommen, so dass sie das Sichtfeld (die eingestellte Öffnungskombination) verdeckt. Die Abdeckplatte K kann auch ohne die Schraubkappe 22 von Hand aus durch An fassen des vorstehenden Randes k verdreht werden, wobei die federnden Zungen z über die Riffelungen r der Büchse 20 hinweg ratschen, zum Zwecke, auch bei offenem Schloss die Ziffernringe verstellen und dadurch das Schloss gegen unbefugtes Sperren sichern zu können. Beim Sperren des Schlosses wird durch die entgegengesetzte Verdrehung des Knebels das Sichtfeld wieder freigegeben, zum Zwecke, die Ringe fassen und verdrehen zu können.
Versucht man hei gesperrtem Schloss durch gleichzeitige Betätigung der Kappe 22 und der Ziffernringe (Sperrmechanismus) das Schloss zu öffnen, so erfährt die Büchse 20 durch das in ihren Schlitz eingreifende Gleitstück des Sperrbolzens 5 einen äqui valenten Rückdruck, den sie auf das Paket der Ziffernringe überträgt, die zusammen gepresst und daher in ihrer Verstellung ge hemmt werden. Zu diesem Zweck hat die Büchse 20 samt der Schraubkappe 22 in axialer Richtung etwas Spiel im Gehäuse, so dass sie sich unmittelbar gegen die Zif fernringe abstützen kann.
Bedingung für das Eintreten dieser Wirkung ist jedoch überdies, dass das Be tätigungsorgan für den Sperrbolzen (die Hülse 20) am äussern Ende des Sperrbol zens angeordnet ist.
Der Ausbau des Kombinätionsmechanis- mus (die Zerlegung des Schlosses in seine Einzelteile) kann erst durchgeführt werden, wenn nach Herausziehen des Bolzens (durch die Öffnung des Pfropfens 22a) die Hülse 13 nach links (in die Bohrung 2 des Schloss gehäuses) verschoben wurde. Es ist mithin diese Zerlegung erst möglich, bis die Boh rung 2 durch Abziehen des Schlosses von der Steuersäule freigeworden ist. Das auf der Steuersäule sitzende Schloss ist nicht zer legbar.
Jeder Ziffernring weist zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Ziffern Kerben (Ra sten) 29 auf, so dass die jeweilige Einstel lung durch in die Raster eingreifende, zweckmässig federbelastete Arretierkugeln 30 oder dergleichen gesichert ist. Eine dieser Rasten 29a (Fig. 2) ist an jedem Ziffern ring, und zwar zwischen den gleichen Zif fern derart einseitig ausgebildet, dass die Ziffernringe in der einen Drehrichtung nur bis zum Einschnappen der entsprechenden Arretierkugeln in diese Rast verdreht wer den können, zum Zwecke, für das Einstellen im Dunkeln übereinstimmende Ausgangs stellungen .aller Ziffernringe zu ermöglichen.
Das Schlossgehäuse 1 ist, wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich, nach zwei vorzugsweise aufeinander senkrecht stehenden Ebenen bei 31 beziehungsweise 32 geschlitzt und mit Lappen 33 versehen, so dass das so federnd gestaltete Gehäuse als Muffe mittelst einer durch Bohrungen der erwähnten Lappen ge führten Schraube 34 mit der Steuersäule verklemmt werden kann.