Verfahren und Einrichtung zum Richten von Blechen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Richten von Blechen.
Es ist bekannt, Bleche durch Strecken zu richten. Zu diesem Zweck werden zwei sich gegenüberliegende Kanten der Blechtafel in die Backen einer Blechstreckmaschine ein gespannt und alsdann die Tafel grossen Zug kräften ausgesetzt, welche die Querschnitte einzelner zu streckender Tafelfelder bis zur Fliessgrenze des Materials beanspruchen.
Dieses Verfahren führt, insbesondere bei dünneren und härteren Blechen, selten zu einem einwandfreien Richtergebnis.
Es hat sich nun in überraschender Wise gezeigt, dass ein sehr gutes Ausrichten statt findet, wenn die unter ruhendem Ausrichtzug gespannte, also statisch beanspruchte Blech tafel durch Zerren in der Streckrichtung be ansprucht wird.
Unter "Zerren" ist dabei eine ruckweise Zugbeanspruchung zu verstehen.
Die Ausführung des neuen Verfahrens kann zum Beispiel so erfolgen, dass die in der Streckmaschine unter Zug stehende Blech- tafel von einer oder beiden Einspannstellen her in der Tafelebene quer zur Streckrich tung gerüttelt wird, wobei der Abstand der Einspannbacken sich nicht ändert, der eine sich dem andern gegenüber nur in der Tafel ebene vibrierend hin- und herbewegt. Die durch diese Rüttelbewegung hervorgerufenen, plötzlichen Zerrungen am Blech dürften eine Art Kontaktwirkung ausüben, das heisst den vorher trotz des starken Zuges noch ruhen den Molekülen den Anstoss zum Einfliessen in die Gleichbeanspruchslage geben.
Diese Rüttelbewegung, die für viele Blech sorten nur eine ganz geringe zu sein braucht, kann auf verschiedene Weise erzeugt werden. Um den Bau der Streckvorrichtung nicht zu verwickelt zu gestalten, wird vorteilhaft nur einer der beiden Klemmbacken querbeweglich angeordnet und mit einer geeigneten Rüttel einrichtung in Verbindung gebracht. Es ist jedoch auch möglich, beide Klemmbacken Rüttelbewegungen ausführen zu lassen, die einander entgegengesetzt sind.
Zur Erläuterung des Verfahrens ist ein Ausführungsbeispiel einer Streckvorrichtung, die mit einseitiger Rütteleinrichtung ausge stattet ist, in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 die Ansicht, F ig. 2 den Grundriss, Fig. 3 die Seitenansicht und Fig. 4 den Schnitt nach der Linie 1-1 der Fig. 1 der Vorrichtung.
Die Einrichtung besteht im wesentlichen aus zwei Hauptteilen, nämlich der an sich bekannten Streckvorrichtung und der Rüttel einrichtung. Beide sind in dem Maschinen gestell a untergebracht, welches ein Gleit- bett ai für die Klemmbacken b und c bildet. Der Klemmbacken b ist zugleich der Zug backen und steht als solcher vermittelst der Zugstangen d in Verbindung mit einem Joch e, auf welches der im Druckzylinder. f be findliche Kolben ;g einwirkt. Der Klemm backen c ist zugleich Einstell- und Rüttel backen.
Er kann vermittelst der Gewinde spindeln<I>h</I> und der Stellmuttern<I>i</I> auf die Länge der zu richtenden Blechtafel d einge stellt werden. Seine Rüttelbewegung erfolgt so, dass er gemeinsam mit den Gewinde spindeln<I>h</I> und dem Joch<I>k,</I> auf dem sich die Stellmuttern i abstützen, in Richtung des Doppelpfeils A (Fig. 2), also rechtwinklig zum Ausricht- oder Streckzug, hin- und her bewegt wird. Zu diesem Zweck ist das Joch k in bezug auf das Maschinengestell a auf Rollen n2, welche in Ausnehmungen <I>n</I> ruhen, zur Streckrichtung quer verschiebbar auf dem Maschinengestell a gelagert.
Sowohl der Klemmbacken c, wie auch das Joch k werden von der Rütteleinrichtung angetrieben, die in der Hauptsache aus zwei auf den Achszapfen oi und pi (Fig. 1) ge lagerten Schwingen o und p besteht, welche vermittelst zweier Exzenter q und r in pen delnde Bewegung versetzt werden. Diese wird durch einen Stein s bezw. t und einen Bolzen u bezw. <I>v</I> auf das Joch<I>k</I> bezw. den Rüttelbacken c übertragen.
Der Antrieb der Exzenter q und 9- erfolgt durch die gemein same, im Maschinengestell a gelagerte Welle zu, auf welcher der Exzenter zwar längsver- schiebbar gelagert, jedoch gegen Drehung festgelegt ist. Damit der dem Rüttelbacken c zugeordnete Teil der Rütteleinrichtung den mittelst der Stellmuttern i hervorgerufenen Einstellbewegungen des Rüttelbackens c fol gen kann, ist die Schwinge p in einem Schlitten x gelagert, der verschiebbar in den Führungen a2 des Maschinengestells a hängt und zugleich ein Stützlager xi für den jeweils das Exzenter r tragenden Teil der Antrieb welle<B>zu</B> bildet.
Das Richten geht nun in folgender Weise vor sich Die Entfernung der Klemmbacken b und c wird entsprechend der Länge der Blech tafel l eingestellt und alsdann die letztere jeweils in dem Maul der Backen b und c mit bekannten Klemmitteln fest eingespannt. Der Kolben g wird nun unter hydraulischen Druck gesetzt und letzterer unter Beobach tung eines Manomoters solange gesteigert, bis die zum Strecken der Blechtafel erfor derliche Zugbeanspruchung erreicht ist.
In diesem Augenblick wird die Welle zu an eine Kraftwelle angeschlossen, welche sie in rasche, rotierende Bewegung versetzt, die sich durch den nun schnell hin- und hei- schwingenden Rüttelbacken c als Rüttelbe wegung auf die Blechtafel l überträgt. Dieses Rütteln bringt die noch im Zustand der Starre verharrenden Moleküle des Blechtafel materials zum Einfliessen in die Gleichbean- spruchungslage und gleicht somit die Span nungen völlig aus, so dass die Blechtafel nach dem Ausspannen plan gerichtet ist.