Hoelispannungs-Stiitzisolator für Freileitungen. Die Erfindung betrifft einen Hochspan- nungs-Stützisolator für Freileitungen aus keramischem Stoff, insbesondere Porzellan oder Steatit, Steinzeug oder Glas. Solche Isolatoren wurden bisher regelmässig in der Weise ausgeführt, dass ein oder mehrere Mäntel auf die Stütze aufgesetzt und auf dieser in geeigneter Weise befestigt wurden, während die Leitung auf dem äussersten Mantel befestigt wurde.
Derart wirkten die in die Mäntel hineingeführte Stütze einerseits und die aussen aufgebrachte Leitung ander seits wie zwei Elektroden, zwischen denen die Mäntel in bezug auf Durchschlagsfestig keit in gleicher Weise beansprucht wurden wie der Porzellankörper gewöhnlicher Durch führungen durch die mit Erde verbundene Elektrode aussen und die Leitungselektrode innen. Bei diesen bekannten Ausführungs formen des Stützisolators lag hohe Empfind lichkeit des Isolatorkörpers in bezug auf diese Durchschlagsbeanspruchungvor; ausser dem wurde er aber auch bei Überspan nungen sehr gefährdet.
Nun soll zwar ein Isolator bekanntlich eher überschlagen als durchschlagen; die niedrigste vorgeschriebene Grenze des Überschlages des trockenen Iao- lators zu seinem Durchschlag unter Öl ist aber zum Beispiel in Deutschland auf das 1,3fache festgesetzt. Es ist also ohne wei teres möglich, dass ein Durchschlag erzwungen wird, und dieser gehört auch in der Praxis selbst unter normalen Verhältnissen keines wegs zu den Seltenheiten.
Die Erfindung besteht nun darin, dass der Hochspannungs-Stützisolator für Freilei tungen durch einen Isolatorkörper gebildet ist, der von einer Metallscheibe aussen an seinem untern Ende gehalten ist und solche Wandstärke zu seiner achsialen Erstreckung besitzt, dass er auch bei Prüfung unter Öl eher über- als durchschlägt.
Selbstverständlich kann durch direkte atmosphärische Entladungen jeder Isolator zertrümmert werden, ebenso natürlich auch durch irgendwelche mechanische Beschädi gungen. Die normalerweise jedoch auftretenden Überspannungen sollen von dem Isolator ge mäss der Erfindung glatt ertragen werden.
Die Erfindung geht von der Erwägung aus, dass durchschlagssichere Isolatoren für Hängeketten in solcher Form ausgebildet werden, dass die Elektrodenkappen, die mit der Leitung beziehungsweise der Aufhängung oder einem vorangehenden Isolator in der Kette verbunden sind, all beiden Enden eines Isolatorkörpers aufgesetzt werden, dessen Wandstärke in seiner achsialen Erstreckung so gross ist, dass ein Durchschlag auch bei nur einigermassen guter Herstellung elektrisch unmöglich ist. Dieses Prinzip \überträgt die Erfindung auf Freileitungsstützisolatoren.
Wegen der notwendigen Entfernung der gestützten Leitung von der Metallscheibe am untern Ende des Isolatorkörpers ist es nun auch möglich, von einer massiven Herstellung des Isolatorkörpers abzusehen und somit Hohlräume in seinem Innern vorzusehen, welche durch eine oder mehrere Scheidewände im Innern des Isolators gebildet werden und somit eine möglichst gleiche Wandstärke so wohl in radialer, als auch in achsialer Richtung des Isolators und somit die Erleichterung seiner Herstellung im Ofen . ermöglichen.
Gleichgültig ob dieser Isolator dann durch Zusammengarnieren fertiggestellt wird oder nicht, wird darauf gesehen, dass im Brande vorzugsweise ein einziger homogener Por zellanscherben entsteht, dessen Durchschlags festigkeit den früher erläuterten Bedingungen absolut genügt.
Natürlich kann der Isolator mit mehr oder minder weit ausladenden Schirmen, Rillen usw. in beliebiger Zahl aussen veisehen sein, so dass dieser Stützisolator bis zu den höch sten Spannungen benutzt werden kann. Im übrigen ist es selbstverständlich möglich, zwei oder mehrere solcher Stützisolatoren über einander aufzubauen und durch zwischen- elektroden miteinander zu verbinden. Im letzteren Falle wird es auch genügen, wenn man nur einen Teil des zusammengesetzten Isolators mit absoluter Durchschlagsfestigkeit ausbildet. Die Erfindung sei anhand der Ausfüh rungsbeispiele der Zeichnung näher erläutert.
In jedem Ausführungsbeispiel ist der Isola torkörper links -im Schnitt, rechts in Ansicht dargestellt, während die Befestigung der untern Stützelektrode in den Fig. 1 und 2 rechts im abgebrochenen Schnitt gezeigt ist. Die Fig. 3-5 zeigen weitere Ausbildungen der Befestigung des Isolators auf der Stütze und Ausbildungen der letzteren.
In Fig. 1 ist am Fussende des Isolators eine Metallscheibe mit nach oben abgebogenem Rand befestigt, die eine geschlossene Kappe ohne jeden, das elektrische Feld schwächen den Vorsprung oder Absatz ergibt und somit die eine Elektrode bildet, sie kann mit Kitt, durch einen Metalleinguss oder in kittloser Weise mit dem Fussende des Isolators ver bunden sein. In diese Kappe wird von unten die Stütze eingeführt und durch Verdrehen des Isolators mit der Kappe auf der mit einer Nase versehenen Stütze festgelegt, nach Art eines Bajonettverschlusses. Besser wird noch der Bajonettverschluss nach unten ver legt, so dass die Stütze überhaupt nicht in das Innere des Isolators hineinragt.
Eine Verdrehung in eine Lage, in der eine Lii- sung des Stützisolators von der Stütze mög lich wäre, wird durch Beilagstücke oder der gleichen verhindert, welch letztere vorzugs weise an jener Stelle eingeführt werden; durch welche die Nase der Stütze vor dein Verdrehen eingeführt wird. Oben weist der Isolatorkörper die übliche Halsrille auf, in welche die Leitung eingelegt wird und somit die zweite Elektrode bildet.
Fig.2 zeigt eine Ausführungsform, bei der die Stütze in gleicher Weise mit dem Isolatorkörper verbunden ist, wie in Fig. 1. Hier sieht man jedoch, dass Hohlräume im Innern des Isolatorkörpers vorgesehen sind, um einerseits ein schnelleres Durchtrocknen der ungebrannten Stücke zu ermöglichen und anderseits einen Porzellankörper möglichst gleicher Wandstärke zu erhalten. Da diese Luftkammern gegen aussen vollständig ab geschlossen sind, ist irgend eine Störung der dem Isolator zugedachten Wirkungsweise ausgeschlossen.
Die Summe der Wandstärken in achsialer Richtung ist so bemessen, dass ein Durchschlag unter den angegebenen Be dingungen vollkommen ausgeschlossen ist.
Gemäss Fig. 3 besteht die Befestigung aus einereisernen Kappel,welchedenIsolatorkörper 2 unten von aussen umfasst. Zwischen den nach oben gebogenen Rand 3 der eisernen Kappe und die Aussenfläche des Isolatorkörpers 2 wird Blei eingegossen. Die eiserne Kappe kann zweckentsprechend mittelst einer Nabe oder Gewindebuchse, in welche die Stütze 4 eingeschraubt werden kann, an letzterer be festigt werden.
Fig. 4 zeigt lediglich eine Scheibe 5 zum Tragen des Isolatorkörpers. Das Blei wird durch Öffnungen in der Scheibe zwischen eine starr mit ihr verbundene Nabe 6 und einem innern Hohlraum des Isolators eingegossen.
Wie in Fig. 5 dargestellt, kann durch, zwischen der Scheibe 5 bezw. Kappe 1 und der Traverse angeordnete Körper 7 die Festig keit der Stütze erhöht und eine Verdrehung gegenüber der Traverse vermieden werden, so dass die genaue Lage des Isolators mit grösstmöglichster Sicherheit gewährleistet ist. Die Körper 7 umgeben zweckmässig die Stütze 4 konzentrisch und sind durch Reibung bezw. an ihnen vorgesehene, senkrechte Vorsprünge mit der Traverse einerseits und der an dem Isolator festsitzenden Scheibe unverdrehbar verbunden.
Nach dem Dargelegten ist es klar, dass beim Isolator gemäss der Erfindung das Ver hältnis derWandstärke in Richtung der achsialen Erstreckung des Isolators zum Oberflächen weg so gewählt ist, dass bei Erhöhung der Spannung der Spannungsausgleich eher über die Oberfläche (Überschlag) eintritt als auf dein Wege durch den Scherben hindurch (Durchschlag).
Ebenso ist es ohne weiteres klar, dass bei der Erfindung die sonst angewandte, tief in das Innere des Isolators hineinreichende Stütze aus Aletall ersetzt ist durch Isolierstoffe. Aber auch die Stütze kann durch einen Körper aus Isolierstoff ersetzt werden, natür- lieh unter Vergrösserung des Querschnittes entsprechend der geringeren Festigkeit des Isolierstoffes gegenüber Metall.