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Schreibmaschine mit Schlifterzeugung auf photograplischem Wege.
Erstes Zusatzpatent zum Patente Nr. 97530.
In dem Patente Nr. 97530 ist eine Schreibmaschine angegeben, bei der das Bild feststehender
Typenschablonen auf eine lichtempfindliche, bewegte Sehreibfläche übertragen und so ein Schriftstück in guter Buchdruckschrift hergestellt wird. Die Aufgabe, die bei Verwendung feststehender Typen- schablonen bei einem photographischen Schreibverfahren zu lösen war, bestand darin, in jedem Augen- blick nur das Bild eines einzigen Buchstaben auf die lichtempfindliche Fläche zu werfen und dies Bild gleichzeitig an der richtigen Stelle in den Zeilen des Schriftstückes erscheinen zu lassen.
Im Stammpatent ist zur Lösung dieser Aufgabe eine Einrichtung angegeben, bei der jeder Buchstabe eine besondere
Lichtquelle in Form einer Funkenstrecke erhält, die im richtigen Augenblick gezündet wird, und dass ein festes optisches System die Bilder aller Schablonen an eine Stelle der Schreibfläche wirft. Da die Funkenstrecke der einzelnen Zeichen gemäss dem zu übertragenden Text nacheinander gezündet werden in Zwischenzeiten, die durch die Geschwindigkeit der gleichmässig bewegten lichtempfindlichen Schreibflächen bestimmt werden, sind die Forderungen einer fortschreitenden Niederschrift der einzelnen Buchstaben in richtiger Reihenfolge erfüllt.
Die vorliegende Erfindung gibt ein weiteres Mittel zur Lösung der Aufgabe an, indem die Typenschablonen zwischen einer einzigen Lichtquelle und einem Spiegel angeordnet sind, auf dessen Mitte alle Typenbilder gleichzeitig geworfen werden, und der je nach seiner Stellung das Bild je einer Typenschablone auf die Schreibstelle der lichtempfindlichen Schreibfläche wirft. Dabei kann die Lichtquelle entweder vorübergehend aufleuchten, wie z. B. die einzelnen Lichtquellen nach dem Stammpatent. Sie kann aber auch dauernd brennen ; dann ist allerdings ein Momentverseluss vor der lichtempfindlichen Schreibfläche erforderlich, der nur dann geöffnet wird, wenn die Schreibfläche die zur Aufnahme des betreffenden Buchstaben richtige Lage erreicht hat.
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gemeinsamen optischen System ist in den Figuren dargestellt.
Fig. 1 zeigt die lichtempfindliche Schreibfläche 1 und die Typenschablonen 2, die in einem festen Rahmen 3 eingesetzt sind. In der Nebenfig. 2 sind Rahmen und Schablonen nochmals im Aufriss dargestellt. Der Einfachheit halber ist angenommen, dass es sich nur um das Schreiben von neun Zeichen handelt. Die Schablonen sind in wag-und lotrechten Reihen angeordnet, so dass der Schablonenrahmen 3 eine rechteckige Form erhält. Bei Vergrösserung der Zeichenzahl vergrössert sich entsprechend der rechteckige Sehablonenrahmen. Man kann selbstverständlich die Schablonen auch in anderer Anordnung in dem Rahmen befestigen, beispielsweise so, dass dieser Rahmen eine quadratische oder kreisrunde Form erhält.
Die Lichtquelle, welche dauernd brennen möge, ist 4. Mit 5 ist der Momentverschluss vor der lichtempfindlichen Schreibfläche 1 bezeichnet, der zweckmässig auf elektromagnetischem Wege durch Schliessen eines Stromkreises geöffnet und nach Ablauf der sehr kurzen Belichtungsdauer sofort wieder geschlossen wird. Eine nähere Darstellung dieses an sich bekannten Momentverschlusses erscheint über-
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sie werden durch ein Linsensystem 6 zunächst vor dem Schablonenhalter zusammengefasst und treten durch die einzelnen Typenschablonen hindurch zu einer weiteren Linse 7, die das Strahlenbindel weiter
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Apparat kann diese Entfernung einstellbar und veränderlich gemacht werden, ebenso kann das Linsensystem auswechselbar und durch, ein anderes ersetzbar sein.
Der Spiegel ist in der Fig. 1 in einer solchen Stellung gezeichnet, dass nur die Strahlen der mittelsten Schablone M auf den MomentverseMuss J fallen, so dass nur sie bei Öffnen des Verschlusses die lichtempfindliche Schreibfläche treffen. Die Lage der übrigen Schablonenbilder vor der lichtundurchlässigen Hülle 9 der Platte ist durch die Grenzstrahlen des Lichtbündels angedeutet. Die Rolle. 32 für die lichtempfindliche Schreibfläche ist auf dem Wagen'3 ; ; der Schreibmaschine drehbar befestigt. Der Wagen bewegt sieh beim Schreiben einer Zeile von rechts nach links.
Wie Fig. 3 angibt, erzwingt er hiebei mit Hilfe seiner Zahnstange. 34 und der Zahnradübersetzung 35 die gleichzeitige Drehung eines Rades. 36. das mit seinen Treibstiften 37 in die Treiblöcher 41 des Lochstreifens 38 eingreift und den Lochstreifen von der Rolle 39 ab auf die Rolle 40 aufwickelt. Der Lochstreifen bewegt sich über einen seiner Breite entsprechenden Kontaktblock 42, dem gegenüber Sehleiffedern 43-17 angeordnet sind. Tritt ein Loch 48 unter eine solche Schleiffeder, so findet eine Berührung zwischen ihr und dem Kontaktblock 42 und damit die Schliessung des zu der betreffenden Feder führenden Stromkreises statt.
Die Federn 4, 3---16 dienen, wie unten ausführlich beschrieben ist, zur elektromagnetischen Einstellung des Spiegels 8, während die
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Löcher 48 für die Spiegeleinstellung in dem Sinne versetzt, dass die Spiegeleinstellung erfolgt ist, bevor die Öffnung des Iomentverschlusses stattfindet und dieser schon wieder geschlossen ist, bevor der Spiegel auf einen neuen Buchstaben eingestellt wird.
Damit der Spiegel sowohl auf die wagreehten wie auf die lotrechten Sehablonenreihen des Schablonenhalters 3 eingestellt werden kann, muss er sowohl um eine wagrechte, wie um eine lotrechte Achse drehbar sein. Ausser der Ruhestellung sind für jede Drehachse in dem gewählten Beispiel drei bzw. zwei feste Einstellungen erforderlich, den einzelnen Sehablonenreihen entsprechend. Die Einstellung einer jeden Drehachse muss unabhängig von der der ändern erfolgen. Die Spiegelverstellung ist in den
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Die Einstellung der Drehachsen in die festen Stellungen erfolgt für jede Drehachse durch ein elektromagnetisch gesteuertes Hebelsystem, dessen Wirkungsweise aus der linken Seite der Fig. 4 hervorgeht. Es sind zwei elektromagnetisch bewegte Hebel 10, 11 vorhanden, die sich zwischen festen, zweck-
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des ersten Hebels 10 ist fest.
Der Drehpunkt 20 des zweiten Hebels befindet sieh auf dem ersten Hebel starr mit ihm verbunden. An den zweiten Hebel 11 ist starr ein Übertragungshebel. 37 angelenkt, der
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auf die Spiegelaehse, so dass jeder Längsverschiebung der Stange 24 eine bestimmte Verdrehung des Spiegels 8 um seine wagrechte Achse entspricht. Damit in der Ubertragungsvorriehtung kein toter Gang auftritt, ist am Dreharm 26 des Spiegels eine Feder 27 angelenkt, die einen einseitigen Druck in das Gestänge bringt.
Wenn die beiden Elektromagnete 28 und 29 unerregt sind, so nimmt der Spiegel die Ruhestellung ein, die beliebig, beispielsweise so gewählt ist, dass er das Kreuz 50 über der ersten Schablone. 1 auf den
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sofort gegen den Anschlag 14 und bewegt dadurch das ganze Hebelsystem so, dass der Spiegel aus der Ruhestellung heraus um einen bestimmten kleinen Winkel gedreht wird. Der Zwischenraum zwischen
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staben A der ersten Horizontalreihe einspielt.
Wird über die Feder 44 dagegen der Magnet 29 erregt, so bleibt der Hebel 10 in Ruhestellung und der Hebel 11 legt sich gegen den Anschlag 16. Die Verdrehung des Spiegels erfolgt in dem gleichen Sinne, jedoch da der Punkt 20 jetzt der Drehpunkt des Hebels 11 ist, um einen etwas grösseren Winkel wie vorhin, so dass nunmehr der Spiegel auf den Buchstaben B der zweiten Horizontalreihe einspielt.
Werden die Magnete 2 und 29 gleichzeitig erregt, so ergibt sich ein dritter wiederum grösserer
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andern Vertikalreihen J und Z dient ein zweites, dem ersten ähnliches Hebelsystem, welches rechts in den Figuren gezeichnet ist, u. zw. in Fig. 4 in Seitenansicht, in Fig. 5 in Ansieht von oben. Die beiden
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hohlen Achse 62 der Spiegeltragkonstruktion starr befestigt. Bei seiner Bewegung dreht sich somit der in den Traglager 64, 65 befestigte Spiegelträger 63 um die lotrechte Achse. Eine Feder 66 bringt wieder zur Vermeidung des toten Ganges einen einseitigen Druck in das ganze Übertragungssystem.
Die lotrechte Drehung des Spiegels übt keinerlei Einfluss auf das Gestänge 24 aus, da dieses durch die Muffe 23 frei drehbar hindurch geht. Die auf die beiden Drehachsen des Spiegels durch das links-
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seitige Störung auf die entsprechenden Spiegelaehsen über.
Die Einstellung auf die Vertikalreihe erfolgt nun durch die Magnete 37 und 52 in ähnlicher Weise, wie es für die wagrechte Reihe beschrieben ist. Da jedoch angenommen wurde, dass der Ruhepunkt 50 schon über der einen Vertikalreihe liegt, auf diese also nicht besonders eingestellt zu werden braucht, kommt man in dem gewählten Beispiel mit zwei weiteren Einstellungen um die lotrechte Achse des
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jedoch nicht beide gemeinsam. Die Erregung dieser beiden Magnete erfolgt durch die Federn 45 und 46, Die Anordnung könnte natürlich auch so getroffen werden, dass auch für das rechtsseitige Magnetsystem nicht nur Einzelerregung der Magnete, sondern auch kombinierte gleichzeitige Erregung der beiden
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genügt für 4 X 4 Buchstaben.
Werden für die Verdrehung des Spiegels bei einer grösseren Zahl von Schablonen als in dem Beispiel angegeben in jedem System mehr als zwei Magnete verwendet, um eine grössere Zahl von Spiegelstellungen
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schon bei einer verhältnismässig geringen Anzahl von Magneten eine grosse Mannigfaltigkeit der Stellungen für jede Drehachse erzielt werden. Stets summieren sich bei gleiehzeitiger Erregung mehrerer Magnete die Spiegelausschläge, die bei Erregung nur eines Magneten auftreten würden. Durch die Wahl der Hebellängen und die Lage der Drehpunkte, der festen sowohl wie der auf den Hebeln befindlichen, kann in einfachster Weise die Grösse der Aussehläge festgelegt werden.
Als dauernd brennende Lichtquelle wird zweckmässig eine Bogenlampe oder eine Glühlampe verwendet.
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