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Verfahren zur Haltbarmachung von saftigen Massenfuttermitteln mittels des elek- trischen Stromes.
Der Zweck dieses Verfahrens ist die Herstellung einer Futterkonserve aus saftigen Massenfutterpflanzen, die vornehmlich zur Winterfütterung der Tierbestände dienen so]]. Es ist in der Wissenschaft und Praxis der Landwirtschaft längst bekannt, dass die Konservierung des Futters in saftigem Zustande ein ganz gewaltiger Fortschritt wäre gegenüber der gebräuchlichen natürlichen Trocknung mit Sonnenwärme und es sind in dieser Beziehung schon beträchtliche Arbeiten geleistet worden. Es gehören hierher die Einsäuel1lngsmethoden aller Art, die Ensilage in Amerika, die Konservierungsversuche mit Kohlen- säure, Formaldehyd, Schwefelkohlenstoff, Schwermetallsalzen und das in neuerer Zeit bekannt gewordene und auch geschützte Süsspressfutterverfahren.
Dieses letztere Verfahren kommt heute den gestellten Forderungen am nächsten. Es arbeitet mit der aus der Atmungstätigkeit der Pflanzen entstehenden Wärme. E sind bei diesem Konservierungsvorgang hauptsächlich zwei Naturvorgänge zu unterscheiden.
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wärme der Pflanzen. Es werden durch sie alle Bakterien getötet, die ihr Lebensoptimum unter 500 C haben, also vor allem die Essigsäure-und Buttersäurebakterien sowie Hefen. Dann aber werden durch die Temperaturhöhe von 500C auch alle Pflanzenzellen abgetötet und die Enzyme wirkungslos gemacht, die Masse sintert in sich zusammen und es wird die vorhandene Luft ausgetrieben.
Es genügt nun aber nicht, die Temperatur einmal zu erreichen, sondern sie muss in kürzester Zeit auf 500 C ansteigen, denn es würden sonst in den Zwischenstufe die Bakterien grosse Umsetzungen veranlassen, was am raschen Ansteigen des Säuregehaltes des Futters nachgewiesen werden kann. Die Technik der Süsspressfutter-
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in den einzulegenden Pflanzen, durch Anwelkenlassen an der Sonne. Um die bedingte Pflanzenatmung zu erreichen, müssen die Verfahrungsvorschriften peinlich genau eingehalten werden, der Wassergehalt, das Reifestadium der Pflanzen, die botanische Zusammensetzung, die Einstreuungsart in den Silos und die Schichthöhen darin, die Zeit bis zum Ende der Konservierung, alles das muss in einer ganz bestimmten Beziehung zu einander stehen, was in der Praxis äusserst selten aufgenommen werden kann.
Alle die bisher bekannt gewordenen Verfahren der Haltbarmachung von Futterpflanzen in saftigem Zustande einschliesslich des Süsspressfutterverfahrens haben folgende Nachteile :
1. Grosse Nährstoffverluste durch Ver8tmen und Säurebildung,
2. Unbrauchbarkeit für eiweissreiche Futtermittel, da die Eiweisse Eich sehr rasch abbauen,
3. sehr schwierige Ausführung in der Praxis, vor allem, weil erste Qualitätsarbeit verlangt wird.
Es hat sich darum auch gezeigt, dass diese Verfahren nur für ganz spezielle Pflanzen und dadurch nur für ganz engumgrenzte Gebiete sich eignen oder dann nur als alleräusserste Notbehelfe mit herangezogen werden für die Winterfuttergewinnung.
Mit der Haltbarmachung von saftigen Massenfuttermitteln mit elektrischem Strom, so wie er in Spannung und Periodenzahl in den gebräuchlichen Verteilungsnetzen zur Verfügung steht, wird nun eine Futterkonserve erreicht, die allen Anforderungen einer Konservierung in saftigem Zustande entspricht, ohne aber die obengenannten Nachteile an sich zu haben. Sie macht absolut unabhängig vom Wassergehalt und Reifestadium der Pflanzen, sie arbeitet ohne Nährstoffverluste und die Eiwciss'toffe bleiben voll erhalten, sie ist einfach und leicht verständlich in der Ausführung.
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Beschreibung des Verfahrens :
1. Die Anlage. Das Futter muss in Behälter, Silos gebracht werden, die in der Anzahl und Grösse der Futtermenge und der Stromart angepasst sind. Die Behälterwandungen müssen für elektrischen Strom isoliert sein. Am Boden des Behälters wird ein Pol angebracht, der der Behälteranzahl und der Stromart angepasst ist. Der andere Pol ist als Deckel beweglich ausgebildet. Die Schalter in Verbindung mit den nötigen Strommessinstrumenten vervollständigen die Ausrüstung.
2. Der Betrieb. Die Futterpflanzen werden geerntet, zur Anlage gefahren, dort leitfähig gemacht. in den offenen Behälter eingestampft, der obere Pol, der Deckel aufgelegt und der Strom eingeschaltet. Soll wieder eingefüllt werden, wird der obere Pol abgehoben, wieder Futter eingefüllt, der Pol wieder
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3. Die Wirkung des elektrischen Stromes. Es werden Ströme von gewöhnlicher Spannung und Periodenzahl verwandt, so wie sie in den Verteilungsnetzen zur Verfügung stehen. Es ist nun bekannt. dass diese elektrischen Ströme nicht geleitet werden von frischen Pflanzenmassen. Die Ausscheidungen der Pflanzenepidermis, Wachs und Pflanzenhaare, isolieren, ebenso die vielen kleinen Lufträume in der Masse.
Es ist dies auch der Grund, warum die bisher bekannten Sterilisierverfahren für Früchte usw. mit elektrischem Strom immer die Zwischenlagerung von Leitelemente, Elektrolyten benutzen. In einem Fall z. B. Kohlenpulver, an einem andern Orte Zuckerlösung. Das kommt in dem vorliegenden Verfahren nicht mehr in Frage. Die Pflanze muss selbst als Leiterelement dienen, sie wird als Elektrolyt benutzt. Stromleitend an der Pflanze sind die Saftgefässe und es braucht nur dem elektrischen Strom die Gelegenheit verschafft zu werden, die Gefässbündel zu erreichen. Das kann geschehen durch Quetschen, Reiben, Häckseln der Pflanzen oder Schnitzeln von Pflanzenteilen. Durch diese Bearbeitung wird die
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Dass die Elektrizität zur Haltbarmachung von organischen Stoffen dienen kann, ist schon länger bekannt und es sind bereits Sterilisationsmethoden für Fleisch, Früchte, Getränke usw. ausgearbeitet.
Es lassen sich aus diesen bekannten Methoden zwei Gruppen ausscheiden, einmal die, die mit schwachen und gewöhnlichen Strömen arbeitet, und dann die, die Induktionsströme, Hochfrequenz-, Teslaströme und Lichtstrahlen verwendet. Ein Verfahren der ersten Gruppe schreibt die Behandlung der zu konservierenden, zwischen zwei Pole in Kohlenstaub eingebetteten Materialien im Vakuum mit schwachen. konstanten, gleichgerichteten Strom vor. Eine andere Methode aus der gleichen Kategorie sterilisiert Fleisch, Fische, Früchte in einem Gefäss aus leitendem Material und schreibt vor, dass bei Früchten u. dsrl. die Zwischenräume mitZuckerwasser auszufüllen seien, um den Strom passieren zu lassen.
Diese bekannten Sterilisierungsarten berühren das hier vorliegende Verfahren nicht, denn es wird dort mit Verwendung von besonderen Leitelementen gearbeitet, während in diesem Verfahren das zu konservierende Material. die Pflanze selbst das Leitelement ist. Zudem kann Schwachstrom praktisch nicht verwendet werden, da er in den grossen Pflanzenmassen nicht Durchschlagskraft genug hätte, um sich einen Weg zu bahnen in den grossen Pflanzenwiderständen, auch würde bis zur genügenden Erwärmung viel zu viel Zeit verstreichen, hängt doch die Wärmesteigerung von der Strommenge ab. Stromleitende Gefässe können
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würde und dann aber auch der grossen Gefahr wegen für Mensch und Tier, die bei diesen grossen Bauwerken, den Silos, vorhanden wären.
Die zweite Gruppe, die mit Induktionsströmen usw. arbeitet, kann schon aus diesem Grunde nicht mit dem vorliegenden Verfahren in Beziehung gebracht werden, da hier Ströme von gewöhnlicher
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wirken nach den Bekanntmachungen durch die von ihnen ausgesandten Strahlen bakterientötend. Wie bekannt, haben diese Strahlen die Eigenschaft, beim Auffallen auf feste Körper örtlich hohe Hitzegrade zu erzeugen, die an organischen Substanzen Brennwirkungen hervorrufen. Die ganze Anordnung deutet auf eine Fern-, also Strahlenwirkung hin für Behandlung fester Körper. Einzig Flüssigkeiten lassen einen direkten Kontakt zu, da hier der grossen Leitfähigkeit für Strom und Wärme wegen Brennwirkungen nicht beobachtet werden.
Würden für das vorliegende Verfahren Hochfrequenzströme verwendet, so würden sich bei dem direkten Kontakt mit der Futtermasse sofort Brennschäden zeigen, die einmal einen Substanzverlust bedeuten und dann aber auch ein Weiterwirken des Stromes unterbinden müssen, da die entstehenden Verbrennungsprodukte rasch den Pol isolieren würden. Für die Sterilisierung fester Substanzen mit Hochfrequenzströmung ist Bedingung die Distanzwirkung und Bewegung der zu sterilisierenden Masse. Zudem kann noch hingewiesen werden auf die grossen Stromverluste, die bei der Erzeugung von Hochfrequenzströmen entstehen, und auf die erhöhtenAnlagekosten, da doch jeder Betrieb eine eigene Wandelungsanlage braucht.
Auch ist eine wirtschaftliche Isolierung der Silos gegen die grosse Durchschlagskraft dieser Ströme nicht möglich und damit ein Schutz der Menschen ausgeschlossen.