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Verschluss für Feuerwaffen mit hohem Treibgasdruck.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Verschluss für Feuerwaffen mit hohem Treibgasdruck, dessen wesentlichstes Merkmal darin besteht, dass das Verschlussstück mit einem Gegenlager zusammenwirkt, dessen Fläche schräg zur Druckrichtung, d. h. Laufachse verläuft, derart, dass das Verschlussstück bei niederen Drücken, die über einem kritischen Druck liegen, der den Höchstdruck bildet, bei dem das Verschlussstück gleitet, lediglich durch Druck starr zwischen Gegenlager und jenem Teil festgestellt wird, durch den der Druck auf das Verschlussstück übertragen wird (österr. Patent Nr. 70695). Der Verschluss öffnet sich daher erst beim Nachlassen des Druckes bis auf einen kritischen niedrigeren Wert.
Die Erfindung kann auch auf Verschlüsse anderer Arten, bei welchen hohe Schliessdrucke durch Widerlagerflächen von verhältnismässig kleinem Flächenraum übertragen werden, angewendet werden.
Wie in der älteren Patentschrift gezeigt, ist die Wirkung der Teile, die das Schloss unter hohem Explosionsdruck verriegeln, nicht in Übereinstimmung mit den gewöhnlichen Reibungsgesetzen. Eine Theorie für diese abnorme Wirkung der so hohen Drucken ausgesetzten Teile ist auf die bekannte Tatsache gestützt, dass alle festen Stoffe an ihren Oberflächen eine Schicht von kondensiertem Gas zähe festhalten. Dieses kondensierte Gas bildet eine sehr dünne Haut. Es ist allgemein bekannt, dass es äusserst schwierig ist, eine solche Gashaut von einer Metallfläche zu entfernen, weil eine wirkliche Kohäsion zwischen Metall und Gas zu bestehen scheint.
Unter gewöhnlichen Druckbedingungen und Annahme der gebräuchlichen Reibungsgesetze erscheint es denkbar, dass die Häutchen von kondensiertem Gas, die zwischen den Flächen benachbarter metallischer Elemente liegen, in gewissem Sinne eine Art von Schmierung bilden, welche die wirkliche Berührung der metallischen Flächen verhindert. Wenn jedoch diese Flächen einem Druck oberhalb eines gewissen kritischen Wertes ausgesetzt werden, dann ist es möglich, dass die Gasmoleküle, welche zwischen diesen Flächen liegen, ihre schmierende Wirkung verlieren, so dass man annehmen darf, dass die Moleküle der metallischen Elemente in wirkliche Berührung kommen und den Gesetzen der Molekularanziehung unterworfen sind.
Unter diesen Umständen wurde die Annahme verständlich erscheinen, dass die Eohäsivkraft, welche die Elemente in Berührung hält, im Zusammenhang mit der Abwesenheit der schmierenden Gashaut, mehr als ausreichend ist, um jede Komponente der auftretenden Kraft zu überwinden, die das Gleiten des einen dieser Elemente auf dem anderen herbeizuführen sucht. Beim Nachlassen des angewendeten Druckes jedoch, wenn der kritische Punktwieder erreicht ist, kann man von den eingeschlossenen Gasmolekülen annehmen, dass ihre Schmierwirkung wieder zur Geltung kommt und auch die gewöhnlichen Reibungsgesetze gelten.
Wie sorgfältig und genau auch immer die Berührungsflächen der Schrägverschlussteile bearbeitet und geschliffen werden, so sind sie jedoch niemals ganz genau oder mikroskopisch glatt.
Es ist auch praktisch unmöglich, dass die Flächen von zwei aufeinanderliegenden Stahlteilen mikroskopisch genau aufeinanderpassen, so dass die Druckübertragung in allen Punkten gleichmässig erfolgt. Es sind immer mikroskopisch kleine Vorsprünge vorhanden, in welchen ein sehr hoher Druck auftritt, der eine zerstörende Wirkung zwischen den Druckflächen ausüben kann.
Dies soll gemäss der Erfindung dadurch verhindert werden, dass die aufeinander einwirkenden Flächen aus verschieden hartem Material hergestellt werden, so dass sich die mikroskopischen Unebenheiten der harten Fläche in die weiche Fläche eindrücken, u. zw. ohne Zerstörung des Materials und dass, nachdem die beiden sich berührenden Glieder einander abgeschliffen haben, die Flächen doch durch
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mikroskopische Wellungen sich kennzeichnen, und als solche bestehen bleiben. Ausserdem dient das Zermahlen und Zerkleinern dieser vorspringenden Teile der Oberfläche unter der ungeheuren Überlastung, die auf ihnen ruht, dazu, abgetrennte mikroskopische Teilchen von hartem Material zu schaffen, die als tätiges Abschabemittel dienen.
Die besten Ergebnisse sind erzielt worden, wenn das eine Widerlager aus gehärtetem Stahl besteht, während das andere aus einer Legierung von der Zusammensetzung Kupfer 89%, Aluminium 10%.
Eisen 1% besteht. Wenn beide Flächen der beiden Glieder, das eine aus Stahl, das andere aus der Legierung, bearbeitet, so glatt wie möglich geschliffen, zusammengepresst werden und eine Belastung aushalten, die derjenigen vergleichbar ist, welche auf das Schloss unter dem Schliessdruck ausgeübt wird, dann behält die Stahlfläche wegen der verhältnismässig grossen Starrheit ihres Materials ihren mikioskopisch unebenen Umriss im wesentlichen unverändert bei, während die Legierungsfläehe den Eindruck der Stahlfläche annimmt. Die weichere Fläche ist, während sie die Druckbelastung aushält, eine Matrize der anderen. Zweifellos sind höhere örtliche Druekkonzentrationen an den vorspringenden Teilen der Stahlfläche vorhanden, als in den Höhlungen dazwischen ; sie werden jedoch allmählich ausgeglichen.
Bei einer solchen Anordnung gibt es keine Neigung, die vorspringenden Punkte eines der sich berührenden Elemente zu zerreiben und zu zerkleinern, da die Stahlpunkte einfach in die Substanz des gegenüberliegenden Teiles einsinken, während die Punkte des letzteren, bei der Berührung mit der Stahlfläche infolge der grösseren Hämmerbarkeit und Weichheit des verwendeten Materials bloss eingedrückt werden.
So wird die Bildung von vereinzelten abgeriebenen Teilchen ausgeschlossen und das zerstörende Abschaben und Abnutzen, die gewöhnlich der Anwesenheit der Teilchen eigen sind, wird vermieden.
Ein Material von der allgemeinen Art des soeben beschriebenen hat einen Elastizitätsmodul, der geringer ist als derjenige des gehärteten Stahles, mit welchen es in Berührung kommt.
Zur Erläuterung der Erfindung dient die Zeichnung, in welcher zeigen Fig. 1 den Längsschnitt durch eine Feuerwaffe gemäss der Erfindung, soweit er zur Erläuterung notwendig ist, wobei die Teile in der Feuerstellung gezeigt sind, Fig. 2 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 1, in der Stellung der Teile unmittelbar nach dem Abfeuern und Entriegeln der Kammer, Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 2, Fig. 4 einen Teil, Längsschnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 5, Fig. 5 einen Querschnitt nach der Linie 5-5 der Fig. 1, Fig. 6 ein Schaubild des Riegels, wie er bei der Erfindung verwendet wird, Fig. 7 ein Schema zur Veranschaulichung der Winkelbeziehung bestimmter Teile.
1 ist die Hülse zur Aufnahme der Schlossteile, 2 der Lauf mit Laderaum 3 und Magazin 4. Die Kammer 5 ist in der Hülse gleitend gelagert, um sich gegen den Laderaum und von ihm fort zu bewegen. 6 ist der Riegel, der die Kammer in der Feuerstellung hält, 7 der Schlagbolzen und 8 ist eine Feder, die die Kammer gewöhnlich in der Schliessstellung hält und gleichzeitig den Schlagbolzen antreibt. Der Sehlagbolzen'/besteht aus dem Vorderteil 9, der in einem Schlitz des Vorderteils der Kammer geführt wird und mit einem Fingerstück 10 ausgestattet ist, mit dem der Schlagbolzen von Hand zurückgezogen werden kann. Der Schlagbolzen hat eine hintere Verlängerung 11, die gleitend in einer Längshöhlung der Kammer geführt wird. In dieser Höhlung liegt auch die Feder 8.
Das hintere Ende 11 des Schlagbolzens ist mit einem nach unten und hinten geneigten Schlitz 12 versehen, der eine Vorderwand und eine Hinterwand. M hat. In der Feuerstellung schneiden die unteren Kanten der Wände 13, 14 die Wände 13a, Ma eines Paares von vorwärts und abwärts geneigten Schlitzen in den Seitenwandungen der Hülse, von denen einer bei 12a (Fig. 4) dargestellt ist, der in der Hülse 1 an gegenüberliegenden Seiten der Kammer 5 angeordnet ist.
Der Riegel 6 (Fig. 6), besteht aus einem Steg 16, der ein Paar von in senkrechten Ebenen parallel liegenden Seitenteilen 17, 18 verbindet. Die vorderen und hinteren Kanten der Teile 17, 18 bilden geneigte Flächen 19, 19 " 20, 20a und die vorderen und hinteren Flächen des Teiles 16 sind auch geneigt, aber nach abwärts und hinten ; die Neigung dieser Flächen entspricht derjenigen der Flächen 13 und 14 des Schlagbolzens, mit welchem sie zusammen arbeiten. Auf den äusseren Flächen der Teile 17, 18 liegen Warzen 21, 22, die nach vorn und unten geneigte Flächen 23, 23a, 24, Ma tragen.
Die Neigung der Flächen 23, 23a, 24, 24a ist im wesentlichen diejenige der Wandungen 13a, 14a der Schlitze 12a in der Hülse, und diese Flächen können jene Wandungen gleitend berühren.
Die Kammer J hat vorne geneigte Schlitze, deren vordere und hintere Wandungen 26, 27 nach vorn und unten geneigt sind. Die Neigung der Wandungen 26, 27 entspricht derjenigen der Flächen ?,
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weil er nach eine Richtung abfällt, die dem anderen Winkel entgegengesetzt ist. Der Winkel r m des Schlagbolzens ist so zu bemessen, dass er keine unzulässige Reibung zwischen dem Schlagbolzen und der Kammer verursacht, auch darf er nicht zu klein gemacht werden, weil dann der Schlagbolzen in bezug auf die Kammer nicht mit einer so grossen lebendigen Kraft nach vorn gesehnellt werden würde dass das Abfeuern erfolgt.
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