AT94745B - Schutzanordnung für Gleichstromnetze gegen Kurzschlüsse. - Google Patents

Schutzanordnung für Gleichstromnetze gegen Kurzschlüsse.

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Siemens Schuckertwerke Gmbh
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Schutzanordnung für Gleichstromnetze gegen Kurzschlüsse. 



   Gegenstand der Erfindung ist eine neue Schutzanordnung für Gleichstromnetze gegen Kurz chüsse. 



  Der Erfindung gemäss werden in den Stromkreis Leitungsstücke eingeschaltet, die bei schnellem Strom- 
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 Mittel jedoch um so   kräf@ige@ wirkt, je schneller   und je höher der   Stromansteig,   je gefährlicher also der   Kurzschluss   ist. 



   Handelt es sieh beispielsweise darum, einen   modernen Gleichstromgenerator gegen   die Wirkung von   Kurzsehlussströmen   zu sichern, so ist bei   Kurz3chluss   des Generators mit kleinem Abfall mit einem Stromanstieg auf den 25-30fachen Wert des Normalstromes   zn   rechnen. Beim   lümfachen   Strom muss der Stromkreis durch den Selbstschalter mit Sicherheit ausgeschaltet werden. Da aber   da3 Fdnffache   des   Nô. malstroms   bereits nach einem Zeitralim von beispielsweise einer   Hundertstelseknnde   erreicht wird, so müsste ein Selbstschalter eingebaut werden,   der spätestens nach Verlauf des gleichen Zeitraumes   den Stromkreis unterbricht.

   Der Bau derartig schnellwirkender Schalter ist jedoch mit   grossen   Schwierigkeiten   verknüpft.   



   Durch Einschaltung eines Leitungsstückes mit hoher   Stromverdrängung   bei schnell ansteigendem Strom ist es möglich, ohne weiteres den Antieg des Stromes so weit zu   verzögern,   dass in dem obenerwähnten Beispiel der fünffache Stromwert erst nach einer Zeit von etwa drei-bis fünfhundertstel Sekunden erreicht wird. Das Leitungsstück mit Stromverdrängung wirkt also wie ein sich selbst einschaltender Widerstand, dessen Grösse sich entsprechend der Höhe des gefährlichen Stromes selbsttätig einstellt. 



  Steigt der unzulässige Strom nur langsam an, so wild die Stromverdrängung weniger wirken, dann hat aber an sich schon der normale Selbstschalter Zeit, in Tätigkeit zu treten, so dass hier auf einen Teil der Wirkung der   Stromverdrängung verzichtet   werden kann. 



   Die   Schutzleitungsstücke   mit   SLromverdrängung   können auf verschiedene Weise ausgebildet werden. Es können alle die Anordnungen in Frage kommen, wie sie für Leiter elektrischer Maschinen zur Ausbildung hoher Stromverdrängung bekannt sind, beispielsweise in den   Kurzschlussmotoren   mit Selbstanlauf durch erhöhten Wirbelstrom bzw. Stromverdrängung. Diese Anordnungen könnten in die Maschine selbst gelegt werden. Zweckmässiger ist es jedoch sie ausserhalb der Maschine in den Leitungen selbst anzuordnen. Es hat dies den grossen Vorteil, dass die Maschinen völlig unverändert bleiben können. 



  Leitungsstücke mit vermehrter Stromverdrängung kann man erhalten, wenn man beispielsweise über die Sammelschienen Eisenstücke setzt, die in der   Längsrichtung   der Sammelschienen geblättert sein können. Diese   Eisenstücke     umschliessen   entweder die Sammelschienen völlig von allen Seiten oder aber sie weisen einen einseitig offenen Schlitz auf, so dass sich eine Anordnung des   Lcite/'s im   Ei en ähnlich wie in der offenen Nut einer elektrischen Maschine ergibt und dementsprechend die Stromverdrängung sich einseitig ausbildet.

   Die   Widerstandsvermehrung   der einseitigen   Stromverdrängung kann ge@teigert   werden, indem man beispielsweise den Leiter aus verschiedenem Material zusammensetzt, den Teil des Leiters, in den der Strom hineingedrängt wird, aus Material hohen Widerstandes beispielsweise Manganin bestehen lässt oder den Querschnitt dieser Leiterseite verringert, indem man den Leiter nach der offenen Seite der Nut hin keilförmig zuspitzt. Den Leitern gibt man. um die   Wirkung d'Stromverd''äi. gung zu   steigern, eine erhebliche Tiefe bei geringer Breite. 

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   Die Nut in der Eisenumhüllung, in die der Leiter eingebettet wird, kann auch nach beiden Seiten hin offen sein, so dass sich Stromverdrängung nach beiden Enden des Leiterquerschnittes hin ergibt. Auch kann der Leiter unterteilt, in geeigneter Weise verdrillt oder mit Eisen durchsetzt sein. Diese Anordnung, bei der die Sammelschienen mit einem Eisenkörper umgeben werden, hat den grossen Vorzug, dass sie nachträglich bei jeder Schaltanlage angebracht werden kann, indem man Eisenreiter über die Sammelschienen stülpt entweder indem auf jede Sammelschiene ein besonderer Eisenreiter gestülpt wird 
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 aufweist. 



   Will man die stromverdrängende Anordnung nicht in den Sammelschienen anordnen, so kann man auch eine stromverdrängende Spule ausbilden. Da bei diesen stromverdrängenden Anordnungen die wesentlichen Vorgänge im Leiterquerschnitt selbst sich abspielen, und die Eisenumhüllung lediglich den Zweck hat, das die Leiter durchsetzende Feld zu verstärken, so wird man vorzugsweise diese Spulen mit möglichst wenig induktiver Wirkung ausbilden, wenn man auch anderseits die induktive Wirkung heranziehen könnte. Man kann also die   Spulen'bifilar wickeln, oder   aber einen lamellierten Eisenkörper mit quer zur Lamellierung laufenden parallelen Nuten versehen und in diese Nuten zickzackförmig oder   wellenförmig   einen tiefen Leiter einlegen. 



   Alle diese Anordnungen haben neben ihrer überaus einfachen Bauweise und übersichtlichen Wirkung den grossen Vorteil, dass induktive Wirkungen völlig vermieden werden. Es können also hohe Induktionsspannungen wie in Drosselspule oder Transformatoren nicht auftreten, es brauchen deshalb auch die Netzleitungen oder die Maschinen nicht gegen die Wirkung derartiger induktiver Spannungen geschützt zu werden. Die Wirkung der Stromverdrängungseinrichtungen stuft sich selbsttätig im erwünschten Masse ab, sie wirkt stark bei starken   Kurzschlüssen,   mild bei schwachen Kurzschlüssen, bei denen eine Schutzeinrichtung in an sich nur geringem Masse erforderlich ist. 



   Die Anordnung ist im wesentlichen für Gleichstromnetze brauchbar. Sie kann wohl auch gelegent-   lichfür   langsam periodische Netze in Frage kommen, wenn die Frequenz des Netzes so gering ist, dass die stromverdrängende Wirkung der Schutz anordnungen nicht schon durch den wechselnden Netzstrom erregt wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schutzanordnung für Gleichstromnetze gegen Kurzschlüsse, dadurch gekennzeichnet, dass in den Stromkreis   Leitungsstücke   mit bei schnellem Stromanstieg starker Stromverdrängung eingeschaltet sind.

Claims (1)

  1. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zum Schutze dienenden Leitungsstücke mit Stromverdrängung in den Netzleitungen liegen.
    3. Anordnung nach Anspruch, l, dadurch gekennzeichnet, dass die zum Schutze dienenden Leitungsstücke in den Maschinen angeordnet sind.
    4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die stromverdrängenden Leitungs- stücke in Eisen gebettet sind.
    5. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in die stromverdrängenden Leitung- 1tücke Eisen gebettet ist.
    6. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zum Schutze dienenden Leitungsstücke in den Netzleitungen oder den Maschinen nach Art der Leiter für Asynchronmotoren mit Selbstanlauf durch vermehrte Stromverdrängungs- oder Wirbelströme ausgebildet sind.
    7. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass über die Sammelschienen Eisenreiter gestülpt sind.
    8. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Stromverdrängerspulen in den Netzleitungen.
    9. Anordnung nach Anspruch 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromverdrängerspulen bifilar oder wellenförmig gewickelt sind.
AT94745D 1921-06-02 1922-06-02 Schutzanordnung für Gleichstromnetze gegen Kurzschlüsse. AT94745B (de)

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