AT93836B - Verfahren zur Vergärung Holzabbauprodukten. - Google Patents

Verfahren zur Vergärung Holzabbauprodukten.

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fermented
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  • Apparatus Associated With Microorganisms And Enzymes (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur   Vergärung   von   Holzabbauprodukten.   



   Die vorliegende Erfindung betrifft ein technisch vorteilhaftes Verfahren zur Vergärung von Holzabbauprodukten, d. h. Umwandlungsprodukten des Holzes, wie z. B. insbesondere Sulfitzelluloseablauge, Holzverzuckerungslaugen u. dgl. Die   Vergärung   solcher Flüssigkeiten, die bisher Schwierigkeiten bereitete, geschieht zufolge der Erfindung in der Weise, dass man die zu vergärenden Flüssigkeiten geschlossene, miteinander in Verbindung stehende Gefässe durchlaufen lässt, die mit gefesselten Fermenten beschickt sind. 



     "Unter "Fesselung" der   Fermente ist zu verstehen, dass man die Fermente in an sich bekannter Weise auf geeigneten Trägern, z. B. Kieselgur, Spänen oder ähnlichen Materialien fixiert. Das gefesselte Ferment, z. B. gefesselte gewöhnliche Hefe, wird in d'e einzelnen Gärgefässe eingefüllt. 



   Man benutzt z. B. eine Batterie von sechs hintereinander geschalteten, zylinderförmigen Gefässen. welche derart durch Leitungen untereinander verbunden sind, dass aus jedem Gefäss die   Garflüssigkeit   oben ablaufen und in das nächstliegende Gefäss unten eintreten kann. Die Verbindungsleitungen sind 
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 ausgewechselt werden können, dass also z. B. das erste an die Stelle des sechsten oder zweiten, das zweite an die Stelle des ersten oder dritten usf. treten kann. 



   Das Verfahren wird in der Weise ausgeführt, dass man allmählich bei geöffneten Verbindung- hähnen die zweckmässig gereinigte Sulfitzelluloseablauge durch das System bei einer Temperatur von z. B.   38-30  C hindurchströmen   lässt, wobei der Zulauf so geregelt wird, dass aus dem letzten Gefäss die   Flüssigkeit   in vollkommen vergorenem Zustand abläuft. Der Regelung der Durchlaufgeschwindigkeit der zu vergärenden Sulfitzelluloseablauge, welche jeweils den gegebenen Verhältnissen anzupassen ist, muss hiebei besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. 



   In bestimmten Zeitabschnitten, z. B. alle 12 oder 24 Stunden, wird die Reihenfolge der Gefässe geändert, so dass der Reihe nach jedes Gefäss   mitFlischlauge   beschickt wird, also niemals ein und dieselbe
Hefe   längere   Zeit nur mit zuckerreicher oder nur mit zuckerarmer Flüssigkeit in Berührung bleibt. Wenn nach längerer Dauer   d : e Gärkraft   der   Hefe nachzulassen beginnt,   ist es möglich, jedes einzelne Gefäss auszuschalten, mit frischem Ferment zu füllen und dem System wieder anzugliedern, ohne den Gär- vorgang im ganzen dadurch zu beeinträchtigen. Die Bewegung der   Flüssigkeit   kann z. B. durch Druck- oder Saugwirkung bewerkstelligt wenden. 



   Das Verfahren gewährt grosse technische Vorteile in der Ersparnis von Anlage-und von Betriebskosten. So braucht man z. B. bei der Vergärung von Sulfitablauge weniger als   1/50 des Gärraumes   und mithin auch eine viel geringere Wärmemenge als bei den bisherigen Verfahren, und der vollkommen kontinuierliche und selbsttätige Gang ermöglicht eine grosse Ersparnis von   Arbeitskräfte.   Dabei gestattet die Apparatur eine genaue Kontrolle und dadurch eine sehr sichere und exakte Handhabung des Prozesses. 



   Ein weiterer Vorteil besteht   d : uin,   dass z. B. bei der   Vergärung 'on Sulfitablauge   die Haltbarkeit der
Hefe eine fast unbegrenzte ist und dass trotz des geringen Zuckergehaltes der Lauge entgegen der bisherigen
Ansieht Infektionen nicht stattfinden. Nach einer achtmonatigen Arbeitsperiode ist die Hefe noch voll- kommen rein und gärkräftig. Erneuerung und Züchtung der Hefe kommen somit bei diesem Verfahren fast ganz in Wegfall. 

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   Es ist vorgeschlagen worden, gefesselte Hefe zur   Vergärung reiner Zuckerlösungen   oder zur Herstellung alkoholischer Getränke zu verwenden ; hiebei bietet aber die gefesselte Hefe praktisch keinen Vorteil. Die kontinuierliche Vergärung von Sulfitzelluloseablauge und ähnlichen Abbauprodukten des Holzes mittels gefesselter Hefe ist jedoch neu und es war überraschend, dass sich solche technische Laugen, die stets grössere Mengen von Gärgiften   enthalten" ohne Beeinträchtigung   des Gärvermögens der Hefe lasch und vollkommen vergären lassen, zumal da beim kontinuierlichen Arbeiten mit gefesselter Hefe ständig neue Lauge und mit ihr neues Gärgift an die gleichen Hefepilze herantritt. 



   Die oben beschriebene Art der Anwendung von gefesselter Hefe kann auf alle sonstigen   Gärprozesse   übertragen werden und ermöglicht auch bei diesen ein ununterbrochenes Arbeiten unter Ersparnis an Gärraum, Dampf undArbeitskraft, gleichgültig ob es sich um Fermente, die zu alkoholischen, oder solche, die zu sauren oder sonstigen Gärprodukten führen, handelt. So lässt sich das Verfahlen z.   B.-mit   gutem Erfolg für Butylalkohol-, Glycerin-, Milchsäure-,   Zitronensäure-, Acetongärung   usw. anwenden. 



   In allen diesen   Fällen ist   die Verteilung der Hefe usw. auf einer grossen Oberfläche, auf der jede einzelne Zelle unbehindert zur Wirkung gelangen kann, für den Gärprozess sehr günstig. Dieser vollzieht sich mit den verschiedenen Fermenten in überraschend glatter Weise ; man hat nur dafür Sorge zu tragen, dass die jeweils von dem Gärungserreger verlangte Temperatur und der richtige Zulauf   innegehalten   wird. In vielen Fällen bietet das Verfahren noch besondere Vorteile. Es ist z. B. bekannt, dass bei der 
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 weshalb bei den seitherigen Verfahren zur   Herstellung von Milch-, Buttersäure   usw. für die Entfernung der Säure, z. B. durch Abstumpfen mit Kalk od. dgl. Sorge getragen werden musste.

   Diese Gefahr fällt bei dem neuen Verfahren fort, da einerseits die vergorene saure Flüssigkeit sofort weggeführt wird und anderseits die Gärgefässe regelmässig umgeschaltet werden können, so dass die   Gärungserreger   niemals längere Zeit mit den durch die Gärung erzeugten Stoffen in Berührung bleiben. 



   Weitere   Untersuchungen   haben ergeben, dass es nicht nötig ist, mit einer Mehrzahl von Gefässen zu arbeiten. Man kann vielmehr eine kontinuierliche Vergärung mit gutem Erfolg auch dadurch erzielen, dass man die zu vergärende Lauge durch ein einziges geschlossenes, mit gefesseltem Ferment beschicktes Gefäss leitet, dessen Abmessungen so gewählt sind, dass die in bestimmter Zeit zu vergärende Flüssigkeit nach dem Durchgange durch das Gärgefäss dieses vollkommen   vergolen   verlässt. Als geeignet kommen z. B. zylinderförmige Rohre, welche stehend, liegend oder auch geneigt gelagert sein können, in Betracht. 



  Auch hier kann die Stromrichtung gewechselt werden. 



   PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zur   Vergärung   von Holzabbauprodukten, insbesondere   Sulfitzelluloseablauge.   dadurch gekennzeichnet, dass die zu vergärenden Laugen durch mehrere miteinander in Verbindung stehende Gefässe, welche mit gefesselter Hefe beschickt sind, geleitet werden, zweckmässig derait, dass ; sie die einzelnen   Gefässe von   unten nach oben durchströmen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass gefesselte Fermente verwendet werden, welche andere Stoffe als Äthylalkohol als Hauptprodukt liefern.
    3. Verfahren gemäss Patentanspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass statt mehrerer miteinander in Verbindung stehender Gefässe nur ein Gefäss verwendet wird.
AT93836D 1916-08-26 1920-06-28 Verfahren zur Vergärung Holzabbauprodukten. AT93836B (de)

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